Drachinzeit

Eine Kurze Lange Reise

...hat Nelly aus Freiberg unternommen. Als ich erfuhr, dass sie das tun wird, war klar, dass hier etwas dazu stehen muss. Nicht nur, weil es wie eine der spannendsten Varianten klang, seine Ferien zu verbringen, sondern weil ich ungemein gespannt war, was diese Reise so bringen wird.

Und... genaugenommen hatte ich noch nie davon gehört, bin mir aber spätestens seit Nellys Text in meinem Mailpostfach lag sicher, dass der eine oder andere sich auch schlau machen wird, zumal das Gute in dem Fall recht nah liegt, nämlich in Sachsen...
Deshalb... seid verzaubert und dir Nelly danke für den wunderbaren Text.

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Heyy,

ich heiße Nelly und bin 15 Jahre alt.

Ich hatte nie so richtig Lust am Jugendweiheprogramm oder der Konfirmation teilzunehmen. Das hat irgendwie nicht zu mir gepasst.

Durch Zufall bin ich dann auf die ,,Drachinzeit“ gestoßen. Dies ist eine andere Möglichkeit den Eintritt ins Erwachsenleben mit verschiedenen Ritualen zu gestalten. Als ich das Wort ,,Drachinzeit“ gehört habe, wusste ich erst einmal nichts damit anzufangen. Deshalb war ich bei einem Vortrag, in dem alles erklärt wurde. Ich war von Anfang an begeistert- Richtig Feuer und Flamme. Also haben meine Eltern mich dort ganz schnell angemeldet, denn die Gruppe der Mädchen ist relativ klein und ich wollte unbedingt dabei sein. Ungefähr 3 Monate vor dem Beginn der Drachinzeit gab es ein Vortreffen. Das heißt, alle Mädchen die dort mitmachen, treffen sich, bringen ihre Familie mit und lernen sich kennen. Das war sehr schön und auch sehr emotional. In einer wunderbaren Runde haben alle von sich erzählt, die Eltern konnten sagen was sich in Ihrem Leben durch uns Kinder verändert hat, was sie sich für uns wünschen- auch in Bezug auf das Abenteuer Drachinzeit. Es war von Anfang an wunderbares, vertrautes und offenes Verhältnis zwischen allen- Irgendwie eine total sichere und geschützte Atmosphäre. Wir 8 Mädchen haben uns schon auf den  ersten Blick mega gut verstanden und hatten auch an diesem Tag schon richtig viel Spaß zusammen.

Dann rückte der Tag immer näher an dem wir in unser Abenteuer starten konnten. Vorab gab es Informationen was wir alles benötigen. Verbracht haben wir diese Zeit in  Klewado- einer wunderbaren Idylle in der Nähe von Freiberg. 

Als wir in unsere Drachinzeit gestartet sind, waren alle mega aufgeregt und gespannt, was uns erwartet. 

Wir haben in Zelten geschlafen, jeden Tag zusammen gekocht, bastelten Traumfänger, bemalten uns mit Henna Farben, haben ein Schwitzhüttenritual gemacht und noch vieles mehr. 

Es gab aber auch etwas, wozu man viel Mut braucht… Das ist die Solozeit!  Das bedeutet  24 Stunden alleine in der Natur, ausgestattet mit reichlich Wasser, 1 Apfel, 1 Banane und 2 Zwiebäckchen. Das ist nicht viel, aber ich habe bis auf die Getränke alles wieder mit zurück gebracht. Irgendwie brauchte mein Körper in dieser Zeit keine Nahrung…

Zwei Tage vorher sucht man sich einen Platz im Wald aus, der einem gut gefällt, wo für einen die Energie stimmt und man sich sicher fühlt...Mein Platz war in einem kleinen Wäldchen, gut entfernt von unserem Lager.

Beim Start in die Solozeit, wurden uns am Morgen Ängste  genommen ,Tipps gegeben und darüber gesprochen, für was wir diese Zeit nutzen wollen ,vieles erklärt –zum Beispiel wie man seine Plane aufbaut… Denn ein Zelt gibt’s nicht. Am Abend macht man ein paar wunderbare Rituale und dann geht`s auch schon los. 

Wir wurden einzeln los geschickt, ich bin an meinen ausgewählten Platz gegangen und habe in Ruhe meinen Schlafplatz eingerichtet und es mir gemütlich gemacht. Und dann war ich auch müde und habe mich schlafen gelegt. Es ist am Anfang schon komisch, denn man hört jedes kleinste Geräusch, aber daran gewöhnt man sich. Ich wusste schnell wann es einfach nur die Äste waren die knackten, die Blätter die raschelten, oder ob es einfach nur der Wind war.

In der Solozeit hat man auch einfach mal Zeit für sich, ist weg von dem ganzen Alltagsstress und macht sich auch mal Gedanken, worüber man sonst nie nachdenkt. Ich war ganz bei mir…Also es ist eine mega geile Erfahrung und wenn man das alles geschafft hat ist man sooo stolz auf sich. In der ganzen Woche haben wir auch unseren Lebenslauf mit einem Faden in der Natur hingelegt, wichtige Ereignisse mit Naturmaterialien markiert, jeder wie er wollte und was für ihn wichtig war.  Darüber haben wir dann auch gesprochen und uns damit immer mal wieder  beschäftigt. 

Es ging auch um das Thema Liebe, um Frau sein, Frau werden,… Wir konnten alles fragen was uns interessiert. 

Der Abschluss war ein gemeinsamer Grillabend mit den Eltern, auf die wir und natürlich auch wieder sehr gefreut hatten. Meine Eltern waren schon erstaunt, was in der Woche mit mir passiert ist.

Irgendwie habe ich stärker, reifer und selbstbewusster gewirkt.

Und das bin ich auch…..

Ich fand die Zeit, die wir dort hatten, richtig cool. Es war spannend, wir hatten viel Zeit für uns, und wir haben viele neue Freundschaften geknüpft.

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Übrigens:
www.natur-zeit-raum.de

 


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