Emil, Liese…

...und ein glücklicher Tag

Emil und Liese haben Nachwuchs bekommen: Friederike und Klara. Heute war Fototag, denn irgendwie kann man das nicht ungeteilt lassen. Vermutlich deshalb auch die vielen Fotos... es war nicht richtig möglich, sich zu entscheiden. Und... das Thema passt gerade so richtig.

Ich hatte in dieser Woche ein Gespräch, das mir zu denken gegeben hat.
Wir haben alles, können faktisch fast alles tun, was wir wollen, haben Familien, Freunde, Häuser, Hunde, Katzen, Pferde... die Jobs, die wir uns einmal gewünscht haben, Ideen für unsere Freizeit und die Gelegenheit, diese umzusetzen, immer den nächsten Urlaub vor der Nase und bis auf die ganz normalen Stolperfallen, die jedes Leben so zu bieten hat, fehlt es uns eigentlich an nichts. Und trotzdem fühlen wir uns unausgefüllt, gefangen im täglichen Ablauf, der sich zu wiederholen scheint. Weder ein neues Ding im Leben, eine tolle Party, die Urlaubspläne im Sommer noch die kleinen Träume füllen eine Leere, die sich irgendwann nicht mehr nur als Überarbeitung oder einfach nur miese Phase abtun lässt.

Mein einziger Gedanke: Dinge auf den Kopf stellen... das Gegenteil von dem tun, was man sonst tut, Abläufe ändern, Dinge weglassen und andere (zumindest probehalber) tun...
Ich glaube, wir leiden an Luxus. Relativ geregelte Verfügbarkeit macht müde, schlapp, lust- und freudlos. Kaum etwas ist noch wirklich besonders, vielleicht auch, weil nicht unbedingt notwendig.

Vielleicht muss man das Leben wieder kleinteiliger werden lassen. Wahrnehmen, was den Tag so ausmacht, sich richtig über Dinge ärgern, aber ebenso richtig freuen... morgens, eine Minute früher aus dem Bett steigen und die ersten Sonnenstrahlen mit einer Tasse Kaffee ganz bewusst genießen (jeder von uns hatte Zeiten, in denen morgens anderes wichtig war), beim Weg auf die Arbeit die aufgehende Sonne schön finden, statt sich zu ärgern, dass man so früh raus musste, vom Mittag vielleicht für die Kollegen ein Minitütchen Gummibärchen mitbringen, nur um zu sehen, wie die verwundert und ein bisschen beglückt dreinschauen, einfach mal einen zu späten Feierabend nicht als Frust mit nach Hause nehmen, sondern sich auf ein schönes Bad freuen, mit dem man sich belohnt, weil man die eine oder andere Sache noch vom Tisch bekommen hat?

Manchmal ist es das ANDERS MACHEN, manchmal aber auch nur das ANDERS SEHEN.
Dass alles geht, verleidet uns manchmal den Blick auf die kleinen Momente dazwischen... und da sind wir wieder bei Emil und Liese.

Allein die beiden zu beobachten, war das beste Kinoprogramm: Emil der seine Familie beschützt, glücklich kuschelnde Minischafe... es musste einfach nicht MEHR sein in diesem Moment. Und genaugenommen reicht das, um den Tag zu einem guten werden zu lassen. Friederike und Klara werden in jedem Fall nicht als Osterlämmer auf dem Teller landen, schon deshalb nicht, weil es spannend sein wird, wieviel Emil wohl in ihnen stecken wird, wenn sie größer werden (es wird neue Fotos geben).

Und für uns und unser übervolles, zu schnelllebiges und uns irgendwie überrollendes Leben:
Lasst an diesem Wochenende doch einfach nur an jedem Tag einmal 2-3 Dinge weg, die ihr sonst immer tut...(nicht die tollen) und probiert stattdessen mindestens eine Sache aus, die ihr eigentlich nie tut.
Vielleicht wird‘s ja ein Herzhüpfmoment und euer Leben ganz einfach wieder so bunt und glücklich, wie es sein kann, wenn man sie wieder genießt, die kleinen Dinge.
Ein schönes Wochenende euch allen!!

 


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