...und wenn möglich tun

Vielleicht ein Appell an mehr Einsicht, Nachsicht und Nachdenken...

Es geht um diese PushUpCakepops... aber eigentlich mehr um Prinzipielles.
Heute morgen hochgekocht... natürlich in den sozialen Medien, die davon leben, dass jeder alles zügig kommentiert. Genau diese Foto stieß auf Instgram auf Empörung "ih, Plastik". Ohne Nachfrage, ohne Klick auf den Blog (in dem auf die Alternative verwiesen wird und auch darauf, dass die Teilchen zu einem Kindergeburtstag gehörten und die Alternativen wie z.B. Glas nicht unbedingt geeigent sind, wenn man sie Kindern in der Schule in die Hand gibt) wird (ab)gewertet.

Und das ist Teil unseres Problems, das allerdings ein Problem in unserer Gesprächskultur wird. Wir haben es mit einer eigentlich guten Idee, Greta, geschafft, ein soziales schlechtes Gewissen zu schaffen (das kennen wir erfolgreich beim Thema Nationalsozialismus in Deutschland, obwohl keinen der heutigen jungen Generation nur irgendeine alte Schuld trifft).

Ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr hören, wenn ich aus Testgründen nur ein Backteilchen (weil ich nicht weiß, wie es wird und nicht 20 Teilchen zu den Mäusen auf den Kompost bringen will, die wirklich auch denen nicht schmecken können) in den Ofen schiebe und jemand sofort kontert... Klimabilanz... Wir sind völlig eindimensional wertend  geworden...kaum einer greift sich an die eigene Nase oder fragt sich nach dem Sinn seiner Wertung im speziellen Kontext. Bis vor ein paar Monaten gab es dieses Wort im Alltagsgebrauch noch gar nicht und dank seiner einfach pauschalen Verwendung würde ich es gern zum Unwort des Jahres nominieren.

Wir sollten aufpassen, was wir tun, aber unser Leben ist, was es ist. Wir haben Dinge um uns herum, die ggf. nicht die absolut klügste Entscheidung sind, aber sie erfüllen einen Zweck in einer Kette von anderen  Dingen, sind zum Teil nicht mit einer Grundsatzentscheidung rückgängig zu machen und spielen oftmals im Großen und Ganzen keine schwierige Rolle. Wann haben wir damit begonnen, so pauschal zu denken... weil es einfacher ist, weil jeder dann etwas zu sagen hat, weil man gut angreifen kann, weil man IN ist oder als sozial verantwortungsvoll gelten will?

Wir kultivieren das Nicht-Nachfragen, stempeln ab, urteilen, nur einfach so. Da wird eine Generation von Eltern öffentlich angeriffen als Generation, die das Leben ihrer Kinder (die, die jedenTag selbst das Leben ihrer künftigen Kinder ruinieren, indem alles um uns herum zwar mit einem nachhaltigen Stempel versehen wird, das Leben selbst aber immer mehr technisiert wird, unpersönlicher wird, was nicht nur Folgen fürs Klima hat, sondern auch fürs Menschsein, für's Miteinander, für die geistige Gesundheit, den Lebenssinn...) ruiniert hat mit ihrer Art zu leben...

Was soll das? Jede Generation lebt mit dem Wissen ihrer Zeit und ebenso wie Klimawarnungen jahrelang nicht gehört wurden, werden jetzt täglich Millionen neuer Handys verkauft,  werden von jungen Leuten hochtechnisierte Vorgänge entwickelt, die ständig neuer Geräte bedürfen, werden Autos produziert, von denen keiner weiß, wie sie jemals wieder verschwinden werden   und noch schlimmer... die ganz offiziell keine wirkliche Alternative sind, pushen wir 5G ohne nachzudenken....

Die Liste ist endlos.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann das sofortige Abstellen von pauschalen Wertungen, Abstrafungen, Einordnungen, die nicht hinterfragt sind. Wenn jeder für sich versucht, nur ein kleines, nicht ganz durchdachtes Stück seines Lebens etwas sinnvoller zu gestalten, wird die Welt im Handumdrehen zu einem viel besseren Ort. Und schon wird es nicht mehr zum Grundsatzproblem, wenn man nicht stylisch in Unverpackt-Läden einkauft (und dafür eine Stunde fahren muss), Einmal-Brot-Bags näht, bei denen man nicht weiß, woher das Wachstuch dafür stammt uns so weiter... Ihr wisst, was ich meine...

Hoffentlich.

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