für ein paar Gedanken

Seit 3 Tagen wird der Wahnsinn um uns herum immer schlimmer.
Viele sehen das und trotzdem schaffen es die Medien, uns völlig aus der Bahn zu werfen. Da posten Menschen, dass auch die Tierarztpraxen schließen werden (sobald ein Mitarbeiter positiv ist... aber das werden weder alle sein noch ist es sinnvoll, wenn sich jetzt die Leute in den Tierarztpraxen stapeln...), geht die Hamsterei nun bis in die Apotheken, sagen Menschen Urlaube ab, die sie für den Mai gebucht haben, obwohl sie noch in 2 Wochen ohne Einbußen stornieren könnten... Haben wir zu viele Killervirusfilme gesehen und nehmen an, es gäbe kein Danach?

Und es wird gejammert, was das Zeug hält, auf sehr hohem Niveau meiner Meinung nach.
Viele der Gaststätten schließen... nicht, weil sie nicht offen haben dürfen, sondern weil es sich schlicht nicht lohnt, Mitarbeiter für 9 Gäste zu beschäftigen, Eltern wissen nicht wohin mit ihren Kindern... ich wohne auf dem Dorf... meint ihr, es wäre heute auch nur ein Kind auf der Straße gewesen? Wieso eigentlich nicht? Es ist Frühling, Sonne, frei. Schulaufgaben können dank unserer Technikdummheit (absurd in Zeiten von I-Pad-Klassen) irgendwann gemacht werden,weil sie nur per Mail kommen und Schule nicht per Videokonferenz stattfindet oder als Webinar während der offiziellen Schulzeit...

Wir gehen einkaufen für irgendwas, was wir uns ausdenken, anstatt Fragen zu stellen... zu lernen von denen, bei denen der Virus bereits durch ist... Man mag fast glauben, Angst zu haben macht Spaß.

Warum neigen wir dazu, die Sache durch unser Übertreiben noch schlimmer zu machen, anstatt die oft wirklich coolen Alternativen anzunehmen und zu sehen, was uns das vielleicht für neue Möglichkeiten bringt? Da trainieren Tiertrainer über Webinare und mit Videos, werden Videokonferenzen abgehalten, wo kein Treffen möglich ist, bieten Therapeuten Einzelsitzungen an, sofern man sich gesund fühlt... Es entstehen täglich viele neue Ideen, immer mit dem Gedanken an das halb volle Glas.

Zahlen, die uns wirklich Sorgen machen sollten, haben wir vor ein paar Tagen schon einmal gepostet und die haben Bestand. Auch heute verlieren wieder Millionen von Menschen ihr Leben, was niemand nur annähernd wahrnimmt. Und Corona wird irgendwann verschwinden wie dieses Jahr die Grippewelle. Das, was ein vergleichweise harmloser Virus jeden Tag jetzt anrichtet, steht nicht im Verhältnis zu dem, was er ist und wird nicht durch sich selbst, aber durch menschliches Verhalten mehr (nicht gesundheitlichen) Schaden angerichtet haben, als wir uns vorstellen können. Wir  werden wissen, wie angreifbar wir sind, dass Wahrheit ein dehnbarer Begriff geworden ist, sich trotz Solidarität jeder selbst der Nächste ist, Sicherheit nichts, was man kaufen kann und das, was wir tagtäglich für wichtig gehalten haben, weil es uns als notwendig suggeriert wird, schlicht keine Rolle spielt an manchen Tagen (auch wenn man weiterhin  online beiden großen Versendern trendy Looks für Ostern bestellen kann...).

Die Natur erholt sich gerade wieder überall... in nur 2  Wochen! Sollten wir nicht  dasitzen und uns ein Loch in den Bauch freuen, weil uns ohne, dass wir uns selbst bemühen mussten, gezeigt wurde, wie einfach das geht? Fast niemand hat bisher wirklich verzichten müssen, das meiste geht zu Lasten derer, die auf Hilfe angewiesen sind. Wirklich cool wäre auch ein wenig relativieren der Lage. So viele Entscheidungen sind Vorsichtsmaßnahmen und haben ihren Grund nicht in aktuellen Ereignissen. Vergleicht, fragt nach, schaut euch um, was für euch zutrifft. Es dürfte u.a. dem Letzten auffallen, dass es bei einer realen Gefahr für die Gesundheit niemand mehr tausende Schüler für Absprachen am Montag in die  Schule gehen lassen hätte... derartige Beispiele könnte man reihenweise aufzählen.

Ich finde, wir haben schlicht die Pflicht, die Panik, über die wir uns gleichzeitig aufregen, nicht mit zu schüren. Sorgt dafür, dass ihr nicht vergesst, dass es noch mehr gibt als  Sorge zu verbreiten, dass Meldungen hinterfragt werden können, nicht alles für jeden zutrifft und man verdammt eine Verantwortung für all das hat, was man gerade tut. Dazu gehören Hamsterkäufe (lasst es sein, dann bleibt  genug für alle), abgesagte Termine (Konzerte... behaltet die Karten, verlangt kein Geld zurück) oder Buchungen, die nicht gerade morgen liegen (Ferienwohnungsvermieter leben von euren Buchungen... bucht ihr dann lieber last Minute von den Großen, wenn alles vorbei ist?) und deshalb nicht sofort storniert werden müssen und alles, was man anderen erzählt... nicht jeder steckt Horroszenarien gleich gut weg und Stress macht sich nicht gut in dieser Zeit...

Schaut, was da ist... schaltet einen halben Tag die Medien ab und macht euch euer eigenes Bild... Da, wo ihr keine Gefahr seht, wenn ihr aufmerksam beobachtet, ist vermutlich auch keine. Vielleicht ist es ja auch an der Zeit für eigene Meinungsbildung und weniger Bauchnabelschau.

Ich persönlich werde jetzt unser Haus zur coronafreien Zone erklären.
Das schließt diesen Blog mit ein. Es geht nicht darum, zu ignorieren, aber darum, dass das hier UNSER  LEBEN ist und wir nun alle begriffen haben, dass jeder für sich ein wenig nachjustieren sollte. Weil jeder weitere Beitrag aber den Dingen nur Zündstoff gibt, wird es hier das geben, wozu wir eigentlich da sind... das, was vorwärts bringt, uns immer etwas weiser macht, uns nährt und aufeinander achten lässt. Alles andere ist reichlich gesagt. Doreen schließt die Patisserie für einige Tage, weil alle Vorsichtsmaßnahmen nicht dazu beitragen konnten, den Gästen ihre Sorgen zu nehmen und zu viele Lebensmittel verschwendet würden.

Passt auf euch auf. Angst braucht etwas Distanz... das habe ich kürzlich gelesen. Das ist der klügste Satz seit Langem. Also einen Schritt zurücktreten und sehen, was bleibt vom ersten Schreck. Wer das selber nicht kann, lässt sich dabei helfen. (Dafür sind z.B.Freunde gut... die richtigen... aber dazu ein andernmal...)

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