Frischer Wind um die Nase

Verliebt in Holland

Meer, Dünen, gegen den Wind laufen (und den heimwärts zum Dank im Rücken), Regen, Sturm, tobendes Wasser, Deiche, Wiesen, Schafe, Windmühlen, frieren, sich dem Wetter aussetzen... das vollkommene Glück... völlig unerwartet für alle Bergmanns.

Was mich am ersten Tag noch anstrengt, wird am nächsten das reinste Glücksgefühl, etwas geschafft zu haben, eins mit der Natur zu sein und zu wissen, dass eigentlich nichts sonst wirklich zählt, als da zu sein und die Zeit zu haben, das alles wahrzunehmen.
Die Erfahrung, mit dem Rad zum Strand zu fahren, es dort abzustellen.. ohne Schloss... und es nach dem Spaziergang am Meer genau dort wiederzufinden...diese Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit nehmen mich völlig für sich und dieses Land ein. Wer hätte das gedacht.

Und es gibt da noch mehr... was man vielleicht auch beim Thema Holland nicht sofort im Kopf hat: gutes Essen, schön angerichtet, tolles Geschirr... Ihr werdet einiges davon in den nächsten Wochen hier wiederfinden und in unsere Frühstücke werden sich holländische Rezepte einschleichen.

Und da gibt es Texel, die größte Wattinsel mit einem 15m hohen Berg, den die Holländer wirklich De Hoge Berg (hoher Berg) nennen, einem Naturkundemuseum, Naturreservaten, schön viel Gegenwind und....Käse! Das TexelSchaf liefert die Milch für den Texeler Schafskäse, einem Schnittkäse aus unpasteurisierter Schafsmilch, der leicht salzig schmeckt und zu den aussterbenden regionalen Lebensmitteln  gehört. Auf Texel leben ca. 14000 Schafe, also ähnlich viele wie Menschen, jedes Jahr kommen 11000 Lämmer hinzu. Der Texelse Schapenkaas wird nur von Ende Mai bis September von zwei Käsern hergestellt und schmeckt wie Meersluft.

Um nicht zu vergessen, dass das alles nur erhalten werden kann, wenn wir uns dieses Reichtums bewusst sind und endlich anfangen, bewusst mit dem umzugehen, was wir haben, findet man in Den Helder, einer wunderbaren Hafenstadt, die grosse Qualle aus Plastikabfällen aus dem Meer... so fantastisch sie auf dem Foto aussehen mag, es ist ein Drama, das trotz vielfältiger Projekte schwer in Griff zu bekommen ist, wenn wir nicht da beginnen, wo es anfängt... bei unserem eigenen Nutzerverhalten.

In der Pâtisserie versuchen wir seit geraumer Zeit, immer mehr auf Plastik zu verzichten. Strohhalme sind zwar noch aus Plastik (die aus Bambus und Metall wurden leider immer gestohlen), aber abwaschbar, Kaffee to go wurde abgeschafft, man kann sich stattdessen Kaffee in Bambusbechern kaufen, unsere Milch wird in Milchkannen geliefert, nicht mehr im Tetrapack... Sicher gibt es da noch Luft nach oben, aber für manche Dinge braucht es auch erst eine praktikable Idee.

So hat unser Jahreswechsel so viel für ein wirklich gutes neues Jahr gehabt, dass es dann in der nächsten Woche voller Kraft auch wieder in der Backstube vorangehen kann. Und seid gespannt, was Holland so mit unseren Ideen gemacht hat:)

 


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