Abgucken erwünscht

An Silvester feiert die ganze Welt, dass sich das Datum ändert.
Ich hoffe, irgendwann feiern wir das Datum, an dem sich die Welt und wir Menschen uns ändern. (Zitat toll und  geklaut, Quelle unbekannt:))

 Die Neujahrsgrüße überschlagen sich gerade, Vorsätze (oftmals die vom letzten, vorletzten oder vorvorletzten Jahr) werden aufgefrischt und eigentlich... eigentlich geht alles weiter wie gestern schon. Was soll es auch anders, wenn lediglich ein Monat dem nächsten folgt... Aber da das nunmal so ist, haben auch wir uns Gedanken gemacht über das, was da kommen mag und ein wenig geschaut, was ein wunderbarer Gedanke für die kommenden 12 Monate wäre.

Gefunden haben wir ein Glücksministerium in Bhutan, ein Staat ohne Armee (Costa Rica) und glückliche Menschen trotz wenig in Afrika.

Der Glücksminister
Ein Amt, das ich gern hätte, aber die Frage ist, wie stark sind wir Menschen wirklich daran interessiert, selbst glücklich zu sein, was ist für uns Glück und inwieweit ist uns das Glück anderer wichtig. Da wartet ein Stapel Arbeit auf einen potentiellen Minister, denn schon allein bei den Grundlagen hapert es gewaltig.

Das, was viele für Glück halten, ist wie pappiges Toast aus dem Supermarkt... günstig, leicht zu haben und macht nicht satt. Andere Menschen glücklich zu machen halten wir weiterhin zu wenig für unsere Pflicht, obwohl genau das im gleichen Moment einen selbst auch glücklich macht... "Liebe ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt." ist ein beliebter Hochzeitsspruch, der in dem Fall nicht weniger sinnvoll wäre.

Und... was sind wir bereit, dieser Welt zu geben. Es fängt im Kleinen an... die Klimadiskussion hat uns allen im letzten Jahr mächtig die Nerven geraubt und Greta ist leider eher zum geflügelten Wort denn zu Einstellung geworden... Ein Zeitpunkt, an dem Viele einen Beweis hätten liefern können, inwiefern sie zu sinnvollerem Handeln bereit sind, war Silvester. Wer schon nicht den Tieren zuliebe auf einen ruhigeren Partystart ins neue Jahr gesetzt hat (unsere Hunde saßen stundenlang zitternd unterm Tisch, weil in einem Dorf, in dem es mit Sicherheit mehr Haustiere als Menschen gibt, keiner begreift, dass es unsere eigene Entscheidung ist, ob das stattfindet oder nicht), dem hätten die kursierenden Zahlen an Umweltschäden danach wachrütteln können. Eine Woche dauert es, bis sich die Feinstaubbelastung (die der des Autoverkehrs eines Jahres entspricht) reguliert hat, von den Kosten ganz zu schweigen.

Diesen Glücksminister... den gibt es übrigens wirklich. Bhutan legt da, wo andere auf Bruttoinlandsprodukte pflegen, Wert auf Bruttoinlandsglück... erreichbar allerdings über die Wege, in denen wir Nachholebedarf haben.
Deutschland steht auf Platz 16 im Glücksreport (woran auch immer Glück da gemessen wird), da ist also Luft nach oben. Die Probleme beginnen bei einem Schulsystem, das Wert auf Faktenwissen legt, das aber mittlerweile im Hosentaschenformat über jedes Smartphone abrufbar ist, wenn man gelernt hat, richtig zu fragen, Zusammenhänge herzustellen und eigene Schlüsse zu ziehen. Vielmehr sollten wir uns auf soziale Kompetenzen und menschliche Fähigkeiten konzentrieren und unseren Kindern vermitteln, dass Selbstverwirklichung und funktionierende soziale Bindungen (reale soziale ) wichtig sind, um glücklich sein zu können.

Auf all das legt man in Bhutan Wert und scheint nicht allzuviel falsch zu machen.

Der Staat ohne Armee
Auch ein nicht uninteressanter Gedanke, zumal man sich sicher sein kann, dass die Kriege 2.0 nicht auf einem Schlachtfeld geführt werden. Ich mag mir nicht ausmalen, was passieren würde, würde man Internetzugänge oder Stromanschlüsse lahm legen oder ganz schlicht über Lebensmittel agieren... Zumindest macht der Gedanke klar, dass eine Armee nicht wirklich nötig ist, schon gar nicht, wenn Nachbarstaaten sich ein Beispiel am jeweiligen Nachbarn nehmen.
In Costa Rica funktioniert das Ganze seit 1949, beschlossen von einer Regierung, die gleichzeitig eine Reihe an Reformen beschloss. 1983 wurde permanente Neutralität besiegelt, einer der Präsidenten war Friedensnobelpreisträger.

Und noch ein Gedanke, der für ein neues Jahr gut taugt:
Weniger ist mehr... und die Bergmanns treibt es immer wieder hierher... nach Namibia.

Vor allem wegen der Menschen, ihrer Art zu leben... mit Stolz, Lust am Leben, ohne sich anzubiedern, mit Stolz auf ihre Kultur und vollkommen fehlender Angst vor Ausländern, die ihnen das zum Teil schon mächtig kaputt machen. Sie sind unglaublich erfindungsreich, machen aus nichts alles, leben in Blechhütten und sehen trotzdem todschick aus. Jeder betreibt seine kleine Landwirtschaft... das fehlende Wasser macht alles, was wächst, besonders. Die Geschwindigkeit ist langsamer, überall ist Musik, es gibt Cafés ohne Strom... warum sollte nicht auch hier mit Weniger Großartiges möglich sein? Die Menschen sind arm an Materiellem aber reich im Herzen... es fragt sich, was im Leben glücklicher macht und ob das Wort ARM vielleicht wirklich nur heisst, dass es von einem mehr, von anderem weniger gibt... ohne Wertung?

Wenn ich ein Haus bewohne, das weniger Quadratmeter hat, weil ich das für ausreichend halte, bin ich ggf.sogar reicher als der mit mehr Quadratmetern... in vielerlei Hinsicht...
Ein interessanter Gedanke übrigens... macht es glücklich, das Leben philosophischer zu sehen?

All diese Beispiele zeigen, dass ein neues Jahr ganz viele Optionen in sich trägt, in die es sich zu denken lohnt. Ein bisschen über den Tellerrand halt... der allerdings auch bereits bei euren Nachbarn, Freunden oder weitläufigen Bekannten beginnt. Bleibt offen für all das, was wir sein könnten und bei all dem neugierig, liebevoll und tolerant. Wir wünschen euch allen zauberhafte Zeiten...

Und was für ein Glück...
gleich in der zweiten Nacht des neuen Jahres gab es eine Riesenportion Glück in Stelzendorf. Doreen sagt dazu, sie sei Oma geworden, gemeint sind 3 zuckersüße Lämmer, geboren in der Nacht vom 1. zum 2. Januar und die Liese und Emil zu verdanken sind, über die in diesem Blog schon mehr als einmal geschrieben wurde...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünfzehn + acht =