Heimat

eigentlich...

Es sind viele ins Grübeln gekommen seit letztem Sonntag... eigentlich fragt man sich, wie es da so weit hatte kommen können...

Was bleibt, ist immer weniger die Frage, welche Partei die richtige ist, schon jetzt zeichnet sich ab, das da keine Entscheidung die wirklich richtige war. Immer mehr Menschen dämmert es, dass die Frage nicht mehr rein politisch abgelegt werden darf, sondern eine menschliche ist... die des Miteinanders und der eigenen Wünsche, wie und in welchem Umfeld man leben möchte.

Gut, dass in diesem Kontext bereits das Fest in Zeulenroda (zu dem es übrigens im Frühjahr ein weiteres geben wird... ganz einfach, weil es schön war und eine Stadt bunt bleiben will) nicht vornehmlich eines gegen die AFD war, sondern eines, das zeigen sollte, wie Leben ist.
Miteinander, voller Gelassenheit, ohne Vorurteile.

Im Nachgang gab es böse Kommentare zum Video, das auf YouTube Beachtung findet... so mancher schafft es aber, im Gespräch dann doch zu bemerken, dass es nicht nur Trennendes gibt und es die Tatsache, dass die Grenzen verschmelzen und keiner mehr richtig und dauerhaft das vertritt, wofür er gestern noch einzutreten schien, eine Positionierung schwer machen und eigentlich Gespräche unmöglich.
Dabei sind sie das einzige, was uns gerade noch bleibt... zu erforschen, wo das Thema jedes einzelnen ist und daran zu arbeiten, dass das hier für uns wieder Heimat wird, in der jeder gern lebt. Und das ohne nachweisen zu müssen, dass man ein guter Deutscher ist... ein guter Mensch zu sein, reicht völlig aus.
Gut, wenn es da Menschen gibt, die hinterfragen. Auf beiden Seiten, neugierig und so vorurteilsfrei wie möglich.

Aus dem Herzen gesprochen haben mir da zwei Herren, die mittlerweile jeder irgendwoher kennt (auch gerade frisch veröffentlicht... wie sehr das Thema doch beschäftigt):

Und irgendwie wird Heimat zum Thema...  ein Wort, mit dem ich persönlich nicht viel anfangen kann, weil ich es eher mit dem Zuhause habe...
Aber prompt wird auf Facebook ein Video wieder hervorgeholt, das eigentlich die Antwort ist. Die Antwort darauf, was es wert ist, gelebt und vor allem auch geschätzt zu werden.

Die Süddeutsche hat im letzten Jahr in ihrer Thüringen-Reihe in Stelzendorf gedreht. Ohne Kommentar hier die beiden Videos, die abgesehen von wundervollen Bildern, einem liebevollen Blick auf das Thema und klugen Worten von Doreen genau das fasst, was wir zu verlieren bereit waren am letzten Sonntag und tatsächlich verlieren werden, wenn wir uns weiter mit populistischem Geschwätz und fehlender Empathie blind für das machen, was wir haben und eigentlich nur pfleglich behandeln müssten. Jeder für sich und vielleicht ganz unpolitisch menschlich.

Doreen Bergmann über Ihre Heimat Thüringen

"Mein Lebensplan war: Ich wollte ins Ausland gehen, auf keinen Fall in meinem Heimatdorf mit vier Kindern sitzen und Torten backen. Aber Thüringen ist wirklich mein Zuhause."

Gepostet von Süddeutsche Zeitung am Mittwoch, 12. Dezember 2018

 

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