Auf der Suche nach dem Glück. Blogparade
#bloggersindbunt

Wir sind seit kurzem Teil des Bloggernetzwerkes Thüringen bloggt. Eigentlich weniger, weil wir glauben, dass wir dann besser gefunden werden (der, der uns finden will, findet uns schon), sondern vielmehr genau deshalb, weswegen dieser Beitrag gerade entsteht. Es nutzt allen in diesem Netzwerk... dieses Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, der eine braucht es mehr, der andere weniger... aber es ist möglich, sich als Teil zu fühlen.

Und genau das ist es, was die Frage der aktuellen Blogparade (alle beteiligen sich aus ihrer Sicht an einem Thema und die Beiträge sind irgendwo gesammelt zu finden #loggersindbunt) auch beantwortet: "Wie stellen wir uns eine Welt vor, in der wir leben möchten." So. Miteinander, füreinander, mit Raum, Respekt und der Lust, das zu tun, was man am besten kann, damit andere ebenso tun können, was sie am besten können... und schon wird die Sache rund.
Theoretisch.

Das Leben könnte also genaugenommen so einfach sein. Aber die Rechnung ist eine mit vielen Variablen und noch mehr Unbekannten. Mein Mathelehrer hätte seine wahre Freude dran gehabt und wir als Schüler hätten aufgegeben.

Aufgeben ist das Wort, was mich in dieser Woche fast zum Weinen gebracht hat (nachdem die Wut so richtig heftig war).
Da passieren tagtäglich in unserem Miteinander Dinge, die von absoluter (gedankenloser oder bewusst genutzter...das sei dahingestellt) Respektlosigkeit zeugen und wir sind mittlerweile so müde, die Dinge zu richten, dass wir nur noch aufgeben können. Dass es keinen Sinn mehr macht, sich zum unendlichsten Male zu äußern, Dinge zu erklären, zu erbitten, weil Verständnis entweder nicht gewollt wird oder wir es einfach verlernt haben, empathisch zu sein oder Grenzen zu respektieren.

Ich war versucht, unser Logo zu erweitern und dem Herz statt "schön isses" das Wort Respekt "zu schenken".
Allerdings wäre das nichts anderes als aufgeben, der Hilflosigkeit zu viel Kraft und Beachtung geben, denn gottseidank gibt es noch einen kleinen Rest Miteinander, bei dem es Menschen interessiert, wie es anderen Menschen, Tieren oder auch der Umwelt geht. Es gab kürzlich einen guten Beitrag in den sozialen Netzwerken (ab und an gibt es tolle Sachen), in dem jemand darüber nachgedacht hat, was nötig sei, um gerade nicht von der Hilflosigkeit, nichts tun zu können, erdrückt zu werden. Ein Ratschlag war, trotzdem etwas zu tun, ein anderer, sich den Dingen und Menschen zuzuwenden, die dennoch anders sind.

Das gibt uns Kraft, Vertrauen, das Gefühl, dennoch nicht falsch in dieser Welt zu sein und den Mut, uns doch immer wieder aufzurappeln und laut zu werden, wenn etwas sichtlich schief läuft. Etwas zu tun gegen dieses Egal-Gefühl, des Versteckens hinter den Parolen andere, der scheinbaren Anonymität des Internets, der Maßlosigkeit angesichts des Vielen, was wir immer haben können, sobald wir es noch wollen...allerdings gepaart mit dem Fehlen von Glück,weil wir einfach nur Schnipsen müssen und jeder Wunsch ist erfüllt.

Es ist wichtig, dass wir merken, dass diese Leere im Leben, die ständiger Konsum, das Blicken nach anderen (nicht was diese brauchen, sondern was diese haben) und die Hast, mit der wir durch die Jahre rennen, unser Leben in einer Welt, die reicher ist denn je, dennoch zu einer Tortur macht.

Ich kenne mehr Menschen, die ständig damit beschäftigt sind, ihre Problemchen zu händeln als Menschen, die einfach die Kraft haben, in sich zu ruhen. Das sind die, die auch eher die Einzelgänger sind, zum Teil auch wieder ausgegrenzt. Wir haben gar nicht die Möglichkeit, uns auf unsere Stärken zu besinnen, weil wir beschäftigt werden mit irgendwelchen Ablenkungen, Dingen, die angeblich notwendig sind, mit der Suche nach Sicherheit, Vollkommenheit und scheinbarer Individualität (die dann aber wiederum nur IN ist,wenn man Hip im Sinne der Influencer ist)...

Allein wenn ich das lese, werde ich müde und kann mir kaum vorstellen, wie man auf dieser Welt glücklich sein kann. Und wer ehrlich zu sich selbst ist, der wird dasselbe Bild sehen, wenn er um sich und auf sich selbst schaut.
Ich habe aus diesem Grund einen Kalender bei mir stehen, bei dem man an jedem Tag, an dem einmal das Herz gehüpft ist, einen kleinen goldenen Punkt macht... es sind übrigens mehr, als man glaubt, aber wenn ich dazuschreiben würde, was die Punkte verursacht hat, dann sind das die kleinen Dinge... die, Momente, in denen ich auch die Ruhe hatte, diesen Moment überhaupt wahrzunehmen. Gestern habe ich mich spontan entschlossen, einem Projekt, das mir sehr nahe geht, weil da Menschen wirklich engagiert und ohne Blick auf Finanzielles, Ansehen oder Ruhm anderen Menschen und deren Tieren helfen, meine Unterstützung zu geben. Als  eine Sprachnachricht bei mir einrudelte, wie sehr das die Initiatorin freut, war das glatt einen fetten goldenen Punkt wert...so klein und einfach kann Glück sein.

Und wer weiss, vielleicht zieht Glück  auch Glück an, denn abgesehen vom Glück beim Hören der Nachricht hatte ich am selben Tag noch heftig Glück....vielleicht gibts ja doch sowas wie gutes Karma?

Alles in allem ist aber das, was Glück ausmacht, scheinbar im Miteinander verborgen. Dem Respekt voreinander und dem Blick einfach auf die, die uns im Alltag begegnen. Wir müssen aufhören, uns ablenken zu lassen, uns vorschreiben zu lassen, was wir denken und was zu sein hat, durch die Welt zu stürmen ohne nach links und rechts zu sehen, unsere Träume immer wieder zu verschieben und falschen Werten hinterherzujagen. Dann lässt der Druck nach, wir lernen endlich wieder Empathie zu haben, können versuchen zu verstehen, was wirklich wichtig ist.

Alles, was passiert, beginnt im Kleinen und so sehr man sich auch machtlos fühlt im Großen und Ganzen, so viel kann man im Kleinen bewegen, wenn man sich darum bemühen mag. Wenn wir aufhören, Dinge zu nutzen, werden sie nutzlos für die, die uns weis manchen wollen, man bräuchte sie, wenn wir aufhören, Menschen zu verurteilen ohne nachzufragen, beginnen wir vielleicht zu verstehen, wenn wir uns selbst als Maß nehmen, wächst vielleicht Verständnis für andere, wenn Dinge verquer laufen (oder bist du perfekt???) Jeder hat seine Themen im Leben... wenn wir ihn lassen, wo er steht, kann er seinen Weg gehen und da ist noch der Gedanke, dass man Menschen nicht aus banalem Grunde trifft, sondern alle mit einem selbst zu tun hat (ein Thema für sich...)

Wo beginnt Mensch sein und das, was uns abhebt von allen Lebewesen? Darin, seinen Intellekt zu nutzen und empathisch zu sein. Dass uns das gerade verloren geht und wir uns auf der ständigen Suche nach dem Glück befinden, ist somit hausgemacht. Stellt euch vor, es gäbe Krieg und keiner geht hin... stellt euch vor, es gäbe eine Wahl, die keine wirkliche Wahl ist und keiner geht hin... stellt euch vor, es ist Weihnachten und keiner beteiligt sich am Konsumrausch... stellt euch vor, es geschieht jemandem Unrecht und keiner schaut weg... stelt euch vor, ihr sagt etwas und derjenige euch gegenüber hört euch zu und versucht zu verstehen, was ihr meint...

Respektvoll miteinander und füreinander leben sind für uns die Dinge, die ein gutes Leben möglich machen... und nicht nur in Thüringen, denn selbst hier beginnt einer der sinnlosen Kämpfe, die wir fechten... es ist überall schön. Irgendwie, auf irgendeine Art und Weise, wenn es lebenswert ist. Und das hängt ab von den Menschen, die da leben.


 Achso... der besagte Kalender, in dem man an jedem Tag mit Herzhüpfen vor Glück einen fetten goldenen Punkt machen kann und am Ende merkt, wie glücklich man doch eigentlich ist...

Hier verwandelt sich ein Versehen in Glück, denn ein missglückter Druck hatte zur Folge, dass es zu spät im Jahr zu viele von diesen Kalendern gibt. Wer den Gedanken schön findet, sich dem im Leben zuzuwenden, was wirklich gut läuft, kann sich einen dieser Kalender in der Pátisserie Bergmann abholen. Sie liegen ab Mittwoch dort zur Abholung bereit. Kostenlos, mit der Option auf Glück. Es würde mich freuen, wenn aus dem Ärger über eine zu spät gelieferte Sendung Glück würde.

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