Aschkuchen

...eine Überschrift, die in vielerlei Hinsicht verwirren wird... aber die Erklärung kommt sofort.
Heute ist die Kategorie LECKER eigentlich mit drei (!!) Ausrufezeichen zu versehen. Wahrscheinlich sollte man das Ganze mit dem Siegel "Geheimrezept"versehen und gar nicht posten, aber man muss es probiert haben!

Viele werden Baiserfans sein, nur sind Meringues und Pawlowas schon eine ganz gewaltige Ladung süßes Glück... Da kam dieser Zufall um drei Ecken ganz gut, der noch dazu ziemlich viel Kindheitserinnerung mit sich brachte. Dieses Zufallsprodukt heißt Baisertorte und scheint irgendwie nur in Thüringen so zu existieren, wie ich sie in Erinnerung habe.
Alle anderen Versionen kommen mit Teigboden und/oder Früchten daher, nennen sich Grillage (das habe ich wiederum noch nie gehört) oder sind mehr Pawlowa als alles andere. Also musste ein Anruf Zuhause her, denn dort gibt es noch heute im Café meiner Kindheit diese Torte und regelmässige Kaffeekränzchen, zu denen man sie isst und natürlich weiß, was rein darf und was nicht. Auch meine liebe ehemalige Nachbarin Lucie wusste das noch, denn die Schleizer Landbäckerei hat diese Torte auf Bestellung auch im Angebot.

So kommt die Baisertorte in die PushUps

Ein paar Telefonate später war klar, dass die Baisertorte 2.0 am Kommen ist. Für 2.0 ist ein wenig Lucias 7. Geburtstag verantwortlich, denn ihre Einladungen waren natürlich lecker, wie man es sich wünscht, wenn sie aus Stelzendorf kommen. Lucia hat PushUpCakepops verschenkt.

 Diese Cakepops kommen (natürlich) aus Amerika, haben sich als Trend bei uns aber nicht so recht durchsetzen können. Sie sehen wunderbar aus und fassen wirklich JEDE Leckerei... Besonders spannend...  man muss nicht wie bei Torten auf Standfestigkeit der Cremes achten und kann auf zusätzliche Hilfsmittelchen (Gelatine oder Agar Agar, Schokolade, Sahnesteif...) verzichten.

Ich war auch hingerissen und haben Marzipancreme, Buiskuitboden und Blaubeeren in Förmchen gepackt... aber beim Essen irgendwie den Spaß verloren. Man  drückt bei PushUpCakepops den Boden nach oben und isst, was oben aus der Form kommt. Schon eine Leckerei, aber mich persönlich haben die Teigkreise gestört, die man einfach schlecht essen kann, wenn sie an der Reihe sind (gekrümelt haben wir auch versucht, das macht die Teigschicht vom Geschmack her kaputt). Denkbar wäre, Teig und Creme zu mischen, aber dann fehlt die wunderbare Schichtoptik.

Also weitergedacht, weil die Freude über die Formen zu groß war, um die Idee gleich wieder zu verwerfen.
Gelandet bin ich beim Eis und wie das so bei uns am Küchetisch ist, hat jeder noch etwas hinzuzufügen und schon war sie da...die Idee der Eistorte... die Baisertorte.

Und was soll ich sagen... beides ist perfekt miteinander. Ein klein wenig antauen lassen das Ganze und man hat eine Leckerei zwischen Torte und Eis... Natürlich muss man keine PushUpCakepops kaufen dafür... Für den Hausgebrauch zu empfehlen: kleine Dessertringe... Weil die Sahne angeschlagen wird, läuft auch nix unten raus. Aus den Ringen bekommt man die Törtchen ohne Schaden heraus und hat sein Stück Baisertorte perfekt  portioniert auf dem Teller.

Und so gehts:
*Baiser herstellen (Geduld!!) und krümeln
*Sahnemischung schlagen (nicht ganz fest), Zugaben jeder Art erlaubt (etwas Zucker, Früchte, Fruchtpüree, Kakao...), aber eigentlich kaum notwendig
*Schokolade dünn raspeln (keine dicken Stücke, auch wenn es verlockt... angefroren schmeckt viel Schokolade einfach nicht so toll)
*nun alles in Schichten in die gewählte Form... bei Dessertringen ist es sogar denkbar, einen Teil der Baisermasse in den Dessertringen als Boden zu backen, den Rest der Masse auf Backpapier so aufs Blech zu streichen und dann für mindestens eine weitere Baiserschicht zu zerkrümeln
*ab in den Tiefkühler

Wie immer...treibt es  bunt, variiert in Menge und Geschmack... jeder mag es einfach ein wenig anders.
Unser Rezept ist nahe an der originalen Baisertorte aus Thüringen und hat bei mir zuhause das Prädikat "wie Aschkuchen" bekommen, was einem Ritterschlag nahekommt... (Aschkuchen? Gugl, Rührkuchen...)
Da war sie dann auch... die Kurve zum Titel des Ganzen:)

Baiser-Push-Pops

Vorbereitungszeit: 2 Stunden

Kochzeit: 20 Minuten

Gesamtzeit: 2 Stunden, 20 Minuten

7 PushUp Förmchen

Baiser-Push-Pops

ZUTATEN

2 Eiweiss

100g Zucker

400 ml Schlagsahne

Zucker nach Geschmack

Schokoraspel

ZUBEREITUNG

für den Baiser 2 Eiweiß zu festem Schnee schlagen

Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse glänzend weiß und dickflüssig ist

auf ein Blech mit Backpapier streichen und bei 100°C für 1,5-2h im Ofen (Umluft, Tür zu) trocknen (darf nicht braun werden, sonst leidet die Optik)

Baisermasse abkühlen lassen und fein zerkrümeln (mit einem Löffel oder Mörser, mit dem Teigroller, in einer Gefriertüte...)

Sahne aufschlagen (nicht ganz fest) und etwas Zucker nach Geschmack hinzugeben, kurz mitschlagen

Schokolade fein in dünne Hobel raspeln

dann abwechselnd Sahne, Schokolade und Baiserkrümel in die Förmchen füllen, angefangen bei Sahne

alles stehend anfrosten, danach können die Förmchen liegend weiterkühlen

vor dem Servieren leicht antauen lassen bzw. kurz in der warmen Hand halten, damit sich die Masse herausschieben lässt

schmeckt am besten nicht ganz tiefgefroren (der Geschmack der Zutaten entfaltet sich mit etwas Wärme)

Alternative: kleine Dessertringe mit der Masse füllen

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