Wer braucht schon Schafe

Wenn er Lamas haben kann...

Oder: Wandern verzaubert
Wir haben endlich mal wieder überredet... zu einem Gastbeitrag, weil uns das Thema schon lange verzaubert UND.... weil diese Lamas nicht gleich um die Ecke sind (von uns aus gesehen), das, was Alina da insgesamt macht, aber toll ist.

Ich habe Alina vor Jahren einmal ins Boot holen wollen für ein Projekt, das eigentlich dieses hier ist, aber damals noch Balancesucher hieß (und das Thema tiergestützte Therapie.. immer noch eines, dazu aber später einmal). Es gibt sogar noch eine Facebookseite dazu, die vermutlich irgendwann einmal zu diesem Blog gehören muss, aber nicht umbenannt werden darf. Sagt Facebook. Weil die Nutzer der Seite sonst verunsichert sind. (Gut, dass Facebook uns alle vor Verunsicherung schützt.)

Lange Rede, kurzer Sinn...wer Facebook-Nutzer ist, kann dort irgendwo in den Tiefen alter Beiträge auch schon die Lamas finden, weil wir glaubten, dass sie herrlich zum Konzept der Entschleunigung, des Ankommens und glücklichen Lebens mit den einfachen Dingen passen.
Das tun sie natürlich auch noch heute und deshalb gleich hier auch ein paar Termine mit Lamawanderungen... vielleicht könnt ihr ja mal euren Kalender befragen? Es wird sich lohnen!
So...und nun hier die Geschichte der Lamas, weshalb, warum, wie überhaupt... Und bitte nicht der Gedanke: Lohnt sich das? (die Lamas)
JA! Natürlich. Für alle, die einmal glücklich gewandert sind, ist das ganz sicher keine Frage mehr. Lohnen ist halt nicht gleich lohnen...
..................Nun hier Alinas Beitrag......................
Als ich 2008 im mecklenburg-vorpommerischen Neubrandenburg an meiner Diplomarbeit feilte, war Thüringen leider ganz oft weit weg.
Nicht nur der Entfernung wegen. Es gab andere Themen im Leben, wir trafen uns dennoch "zu Hause", wenn Familiengeburtstage anstanden.
Ein festes Fundament trägt einen ja doch.Als dann aus heiterem Himmel ein Treffen anberaumt wurde, war die Verwunderung gross. Warum jetzt so plötzlich "außer der Reihe" treffen? Das Erstaunen konnte nicht größer sein: Im Familiengarten tummelten sich jetzt zwei Lamas. Und eine Ziege.Das Zugticket gen Heimat hab ich noch nie so schnell gebucht.
Angekommen zu Hause konnten wir alle unsren Blicken nicht trauen: Wie anmutig-schön sich diese Tiere bewegten, neugierig-keck den langen, weissen Hals streckten, um ebenso vorsichtig wie neugierig an unsrer Hand zu schnuppern... Berühren war tabu - das mochten sie nicht und gingen sofort auf eine Armlänge Abstand. Aber diese weiche Wuschelkuschelwolle... Und die Augen erst - tiefgründig und wissend, ausgestattet mit Wimpern, so dicht wie lang - da wird jede Frau neidisch.
Die Lamas waren angeschafft, um als lebende Rasenmäher emissonsfrei den brachliegenden Familiengarten zu bewirtschaften. Das ist nicht unüblich - nur sind wir hier eher an Schafe oder Ziegen gewöhnt. Weitet man seinen Blick, durfte ich schnell feststellen: Lamas in Thüringen sind weder selten noch wenige - nur die Zahl der Alpakas ist noch höher. Schnell fielen wir auf im Ort (wen wunderts!) und schon bald trudelten erste Anfragen ein, ob eine Wanderung bei uns möglich ist.
Das ist jetzt über 10 Jahre her.

Die meistgestellten Fragen unserer Gäste sind immer noch "Spucken die?", "Warum habt ihr Lamas?" und "Kann man die essen?" (Nein, Scherz, aber bei euch auf dem Blog geht es ja auch um Essen. Aber danach gefragt wurde wirklich auch schon!!). Eine weitere Frage wird gern gestellt: "Kann man davon leben" - ich antworte zu gern "Davon nicht, aber dafür". Als ob es immer darauf ankommt, wie höherschnellerweiter der Geldfluss ist. Pauschal gibts keine Antwort drauf: Wenn ich mitten in der Kosumgesellschaft angekommen bin, ohne neuestes Iphone, Alexa und exotische Urlaube oder gar Mode nicht leben will (oder kann) - ja dann kann man sicher nicht davon leben.
Wenn es aber um sinnbereichernde Naturerfahrungen geht, um echte Begegnung zum Gegenüber (egal ob tierischer oder menschlicher Gestalt) und um Spaß am Draußensein - dafür lebe ich gern mit den Tieren und der dazugehörigen Arbeit.
Das "gute Leben" fängt bei einem selbst und vor (oder hinter?) der eigenen Haustür an. Ich kann mir immer nur selbst begegnen, auch wenn ich meine, mein Glück woanders zu suchen oder es für teuer Geld gar kaufen zu können.
Es ist so einfach, mit so wenig so viel zu bekommen! Draußen sein, im Wiegeschritt der Tiere gehen, sich auf den Rhythmus einlassen - auf den der Lamas an erster Stelle, klar. Dicht gefolgt vom eigenen Rhythmus, den viele erst wieder finden müssen. Umgeben vom Rhythmus der Natur, der uns ausmacht.
Vorm Lama ist jede*R* gleich - Das ist das Bereichernde, es gibt keine Unterschiede. Das Lama (Tiere allgemein natürlich!) schauen bis in unsre Seele. Je nachdem, was sie entdecken, gehen sie mit uns in Verbundenheit.
Vorm Lama ist jede*R* gleich - Das Einlassen auf diese ganz besondere Begegnung macht etwas mit den Gästen. Wenn man doch nur mal eine Fotoaktion machen könnte "Gesichter vorher - nach der Wanderung" - unbeschreiblich. Wenn man sich selbst (fort)bewegt, wird man scheinbar auch bewegt. Oder bewegt sich etwas? Genug der Wortklauberei.
Vorm Lama ist jede*R* gleich - Der Zauber der Tiere wirkt in jeder Begegnung: Sei es bei der klassischen Wandertour, beim turbulenten Kindergeburtstag, bei der Schweigewanderung oder gar beim Junggesellinnenabschied.

In den letzten Jahren hat schleichend - aber nicht unbemerkt - ein Wandel stattgefunden.

Ergänzend zu den klassischen Angeboten kam die Achtsamkeit und die tiergestützte Therapie bereichernd hinzu.

Nun fand plötzlich ein ganz anderer "Menschenschlag" zu uns. Oft nach Ende eines Arbeitstages mit und bei den Tieren kommt in mir die Empfindung auf: "Ja genau, genau dafür mache ich das".
Man zieht das an, was man ausstrahlt. Unsere Wirkungsenergie liegt auf Entschleunigung und Achtsamkeit - es wirkt hinein bis in unsre Familie, wie soll es da an den Gästen spurlos vorrübergehen?
Diese und andere Erkenntnisse bekommt man nicht automatisch geschenkt, nur weil man plötzlich Lamas hat.

Ich bin zurück nach Thüringen gezogen, erstmal in die "sichere Stadt" - Stadtleben kannte ich immerhin seit 10 Jahren. Da war ich aber schon längst "verzaubert" so dass ich 2015 den "Schritt wagte", zurück aufs Heimatdorf zu ziehen. Aufs Dorf! Freiwillig!  Nur wenige gute Freunde haben den Schritt verstanden.
Das Lama-Herzens-Business ist in zweiter Generation und seit der Geburt meiner Tochter wächst jetzt schon die dritte Generation heran. Wenn das keine Verzauberungen sind, die in meinem Leben und dem meiner Familie seit 2008 stattgefunden haben, dann weiss ich es wirklich auch nicht.
Die Begeisterung über die Tiere, die Freude an den Menschen und das Aufeinandereinlassen während den Mensch-Tier-Begegnungen : Ich habe daran noch immer meine Freude und hoffe, das ändert sich nicht.
Wandern verzaubert eben wirklich! Mich hat es schon lange und wann Dich?
Im Mai stehen viele schöne Wandermomente bereit, die genossen werden wollen: Eine Auswahl davon
Mittwoch, 1. Mai
11 Uhr, Die Unstrut-Lamas begrüßen den Mai
Wanderung entlang der Unstrutaue im gemütlichen Wanderschritt der Tiere
Ort: 99955 Herbsleben, Treffpunkt gibts bei Anmeldung
Sonntag, 05.05.
11 Uhr, Spaziergang in den Mai hinein mit den Unstrut-Lamas
Ort: 99955 Herbsleben, Treffpunkt gibts bei Anmeldung
Sonntag, 12. Mai
Unstrut-Lamas zum Muttertag: Wandertour von Erfurt-Tiefthal bis zur Grundmühle
Start: 11 Uhr
Ort: Tiefthal bei Erfurt,Treffpunkt ist die Ecke Kühnhäuser Weg – Elxleber Weg am Fleischerimbis. Dort sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, das Ziel ist die Grundmühle Tiefthal. Dort rasten wir und es hat jeder die Möglichkeit, sich hier individuell zu verköstigen. Dann geht es gemütlich durchs Weißbachtal wieder zurück zum Parkplatz. Bitte ausreichend Zeit mitbringen.
Donnerstag, 16. Mai
Mit den Lamas in den Hainich; Wandertour rund ums Craulaer Kreuz
Start: 10 Uhr
Treffpunkt: Wanderparkplatz Craulaer Kreuz
Sonntag, 26.Mai
Kräuterspaziergang bei den Unstrut-Lamas
Start 11 Uhr
Ort: 99955 Herbsleben, Treffpunkt gibts bei Anmeldung

 


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