Zu wenig und wann endlich mal gerade richtig?

Das ist ein Ding, das ich definitiv nicht beherrsche.
Der Kühlschrank ist voll an Lieblingsdingen und die Familie hat’s nicht gewusst oder war nicht da oder hat es nicht gesehen (Kühlschrank extra in Mannhöhe... die meisten Fächer schreien einen förmlich ins Gesicht).

Gleiche Geschichte: ein Freund bedankt sich für Hilfe beim Bau mit einer leckeren Wildsalami... nein, davon haben wir selten zu viel, meist eher zu wenig. Was passiert: aus zu wenig wird zuviel, weil besagte Wurst verantwortungsvoll vor den Hunden und anderen Haustieren verborgen und deshalb aufgehangen wird. Man kann sie nicht einfach gebrauchsfertig auf den Schrank legen, da besagte Tiere weder blöd noch bewegungslegasthen sind.. also hoch damit... aus den Augen aus dem Sinn und irgendwann in feuchtem Sommer-Gewitterklima sieht auch die geräucherte Wurst nicht mehr so schön aus. Und schon wird aus zuviel wieder zu wenig.

Ob ein Blechkuchen, Plätzchen zur Weihnachtszeit, Süßes zum Geburtstag... das Prinzip wiederholt sich und irgendwann beginnt man zu ahnen, dass nur der Mangel das einzig wahre Glücksgefühl ist... dieses Sehnen nach etwas, was man gerade nicht bekommen kann, wovon nicht genug da ist oder jemandem anders gehört.

Sobald es jemandem in den Sinn kommt, den Grund des Mangels zu beheben, merkt man offenbar, dass die Vorstellung dessen, was man begehrt, viel besser war als das Ding selbst?
Das Dumme... es gibt keine gute Lösung für das Thema, vielleicht ja immer ein wenig zu wenig von allem?

Der eigentliche Anlass, um dieses Thema zu bedenken, ist eine Zeit, nach der sich hier jeder sehnt, weil da jemand komplett auf Smoothies steht, ein anderer fast alle anderen Früchte weniger erträglich findet... die Erdbeerzeit.
Und da heute Sonntag war, die Sonne schien und der Tag noch jung, fand ich mich hochmotiviert auf dem Erbeerfeld wieder. Ich hadere dabei die ganze Zeit des Pflückens damit feststellen zu müssen, dass wir als Menschen offensichtlich so viele Erdbeeren brauchen, dass die Pflanzen auf den Erdbeerfeldern mittlerweile so robust sind, dass sie vermutlich jeder Widerigkeit stand halten und so unglaublich viele Früchte tragen müssen, dass, gäbe es sowas wie Tierschützer für Pflanzen, eine Demo so sicher wie das Amen in der Kirche wäre.

Aber wir wollen ja alle in der kurzen Zeit, in der das geht, alle richtig genießen und das ist am Ende der Preis. Parallel tut man der Pisa-Studie Gutes, weil das Mädchen an der Waage realitätsbezogen Mathe-Überstunden schiebt.
Zurück mit einer vollen Kiste und einem Korb fragt dann der Liebste doch tatsächlich, was man mit alle den Erbeeren wolle. Dass man sich an Geschichten von kleinen Erdbeertartes für 20 Euro von einem französischen Bäcker erinnert, kombiniert mit der Aussage, Erdbeeren wären DIE Lieblingsfrucht verblasst vor der Tatsache, dass er wohl sicher keine Zeit findet, um die hier in Ruhe zu essen.

Und schon beißt sich die Katze in den Schwanz... was nicht spontan gegessen wurde, wandert für kommende Smoothies in den Tiefkühler, wo sie hoffentlich gesehen werden und der Rest muss herhalten für ein neues Backexperiment, das dann auch eure Tiefkühler wieder leer macht🙃🙃

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