Monat: Oktober 2018

Vom Backen, Liebe & Genen
Es beginnt irgendwann. Aber vermutlich merkt man  es immer erst, wenn man Hals über Kopf verliebt ist.. ins Backen.

Immer wieder stehen Menschen mit geschlossenen Augen in unserer Backstube, saugen den guten Geruch frischen Gebäcks förmlich in sich hinein und erinnern sich... AN FRÜHER. Bei mir war das genau der Grund, ein Studium nicht zu ernst zu nehmen und zu den Wurzeln zurückzukehren, in die Backstube.

Nun hat es die nächste Generation erwischt. Von 4 Kindern ist es Lucia, die Kleinste.
Alle anderen zieht es zu Medizin, in den Zirkus oder zu Greenpeace und zur Schauspielerei. Zumindest vorerst... so richtig weiß man das ja immer erst hinterher.
Und so kommt es, dass Lucia an einem kindergartenfreien Tag nach der Begrüßung der Hühner und Schafe mit den Händen voller Eier und Quitten in die Backstube zurückkehrt... der Quittenbaum lag nämlich auch noch am Weg und es könnte ja sein, dass die herrlich gelben Früchte Gutes ergeben... es ist klar: Lucia hat das Back-Gen.

Und so passiert, was passieren muss.
In der Backstube findet sich an diesem wundervollen Tag, an dem das Frühstück für heute, den Feiertag, vorbereitet wird (freien Tage sind in der Pâtisserie nur scheinbar freie Sofa-Tage), auch ein Teig, der verdammt an Weihnachtsplätzchen erinnert. Und egal, was er eigentlich werden sollte und ohne es geplant zu haben, ist man mitten drin in der Weihnachtsplätzchenbäckerei.

Das alles klingt einem ziemlich glücklichen Zusammentreffen von guten Dingen, denn Lucia passiert das, was ich als Kind bei meiner Oma erlebt habe...  Duft der Backstube, das Kneten des Teiges und die Vorahnung dessen, was passiert, wenn die Plätzchen im Ofen langsam braun werden. Ganz sicher hat Lucia schon im Kopf, wie die Plätzchen verziert werden, denn irgendwann zwischendurch hat sie ihr Prinzesssinnenkleid zum Backen angezogen... es wird also eher üppig werden:)

Da meine Erfahrung mit dem Back-Gen sagt: diese Lust ist sehr nah an der Sucht, bei der man nachts mit dem Backbuch in der Hand im Bett einschläft und von der nächsten Torte träumt oder vor Freude hüpft, wenn die nächste, noch unberührte Backzeitschrift ins Haus trudelt (die förmlich nach neuen Ideen duftet und ab dem ersten Öffnen ihren Wert dadurch bekommt, dass sie wahnsinnig geliebt aussieht und voller Teigspritzer und Eselsohren ist).
Und so wird das, was einmal mit Oma begann, sehr sicher in der nächsten Generation weitergehen.
Wie wundervoll.

Achso... die Plätzchen... die sind was geworden und schon wieder alle. Lucia hat sie verschenkt an alle, die sie liebt. So geht Glück.


Gelegenheit zu ein wenig Nostalgie... haben eure Eltern noch die Flaschen Milch, die aus irgendeinem Grund nicht frisch getrunken wurden stehen gelassen, bis sie richtig schön sauer war, dann abgegossen in ein sauberes Tuch im Sieb bis am Ende mit etwas Geduld Quark daraus wurde?

Zugegeben... als Kind hat mich das mäßig begeistert, aber genaugenommen haben  meine Eltern und Großeltern über Generationen das gemacht, wofür heute Frischkäsebereiter und Co. verkauft werden. Und trotzdem dauert es, bis man die richtigen Zutaten findet, aus denen selbst hergestellter Käse und Quark werden.

Ein Grund für liegt im Milch, was wir in der Pâtisserie auch irgendwann erkannt haben. Glücklicherweise endete unsere Sucherei nach den richtigen Zutaten in der Dittersdorfer Milch GmbH, also netterweise direkt um die Ecke.
Hier können wir so richtig oldscool (oder auch hipp mittlerweile) Milch in Kannen ordern. Drin ist Milch, die für den Käse funktioniert und für uns hat sich mit einem Schlag ein zweites Problem geklärt: Plastikabfall. Keine Tetras mehr, dafür eine große Kanne Milch, die wieder abgeholt und neu befüllt werden kann. Hurra also im doppelten Sinne: naturbelassene Milch als wunderbaren Zutat und Müllvermeidung.

Und an dieser Stelle kommt bei uns in der Pâtisserie Estera ins Spiel, die in 3 Tagen perfekten Käse aus der Dittersdorfer Milch macht. Mit Milch und Lab, Wärme, dem Kühlhaus, weiteren 2 Tagen Geduld, einer Prise Salz und viel Liebe entsteht unser wunderbarer Käse in Salzlake, den unsere Gäste auf dem Frühstückstisch so lieben.

Und heute war wieder so ein Tag,an dem die Milchkanne frisch gefüllt in die Backstube kam und Käsemachen angesagt war:)
Und morgen ist Frühstück. Einfach wunderbar.


Emil, Liese und die Zutaten des Glücks
Emil ist der Neue von Liese und neu auch im Garten von Doreen. Und er tut gut, nicht nur Liese, denn Emil ist ein Kuschelschaf. Gut für die Seele seiner Menschen und außerdem eine alte Rasse mit hervorragenden Nutzeigenschaften... ach ja, Emil ist ein Walliser. (Da werden ihm die Berge hoffentlich nicht zu sehr fehlen.)

Emil passt unabhängig von der ganzen Kuschelei perfekt ins Leben voller Glück, das wohl auch all die Gäste in die Pâtisserie strömen lässt, um ein Stück davon zu erhaschen. Dass es nicht ganz ausreicht, ein Stück Torte zu essen oder gar mit nach Hause zu nehmen, wird man schnell merken, denn fürs Glück braucht es mehr.

Ein hüpfendes Herz, wenn man die eigenen Früchte von einem übervollen Baum erntet und in Gedanken schon die geschälten Früchte im Topf für ein Chutney oder die Füllung für einen Kuchen riechen kann und Dankbarkeit fühlt, dass die Natur das einfach so eingerichtet hat, Neugier beim Blick ins Hühnerhaus, wieviele Eier dort wohl gerade noch liegen und ein nettes Wort für die Hühner...(das können die auch gut gebrauchen), ein wehmütiger aber auch glücklicher Gedanke an Oma, ohne die es das Rezept für den Apfelstrudel so nicht gäbe (und vielleicht auch die Liebe zum Backen) und für die wir immer viel zu wenig Zeit haben, die aber einfach nicht unendlich vorhanden ist...

Es sind die guten, kleinen Dinge, die voller Ruhe, Selbstverständlichkeit, Beständigkeit... die aber meistens so leise daherkommen, dass man lernen muss, sie wirklich zu schätzen. Und wenn aus all dem dann noch etwas wird, was Menschen an einem Ort wie der Pâtisserie glücklich macht, ist man nah dran am großen Glück.
Das alles ist neben den guten Zutaten drin in dem, was man an solchen besonderen Orten bekommt. Deshalb kann man es nur genießen, nie wirklich mitnehmen und ist wirklich ein Glückskind, wenn einem eine Ahnung davon kommt, warum alles so besonders ist und man sich auf die Suche nach dem eigenen kleinen Glück macht.

Mein kleines Glück setzt sich auf dem Heimweg fort... eh schon sehr zufrieden und glücklich so am Ende einer Woche toben dann noch meine Vierbeiner wie wild über vom Wind und sehr frischer Luft leergefegte Wiesen... Was will man mehr.

(Naja, ausser dem leckeren Kürbiskuchen im Ofen, der gerade abkühlt... warum kommt mir nur gerade der Gedanke, ob ein dicker Klecks Sahne dazu passt... und der Aussicht auf einen Nachmittag auf dem Sofa mit Hectors Suche nach dem Glück, dem Badewannenbuch, das doch nicht zurück ins Regal gewandert ist und heute morgen zu diesen Gedanken hier geführt hat.)

Habt einen schönen Sonntag!
(Ach ja... die Quitten... die führen auch zu mehr... Freie Wochenenden führen bei Bergmanns immer zu wilden Ideen und die Quitten werden zu leckeren Ergebnissen führen, die natürlich nicht unerwähnt beiben... also schon mal einem Quittenbaumbesitzer Bescheid geben, dass er ein paar Quitten für euch aufhebt.)


Das ist ein Beitrag, den ich immer schon einmal schreiben wollte:
Badewannenbücher. Ein Thema zwischen Anregung und Schlüssellochguckerei und natürlich unverzichtbar für schönes Leben:)

Zugegeben... nicht jeder hat eine Badewanne oder die Angewohnheit, in derselben so lange zu verweilen, dass sich lesen lohnt. Aber vermutlich gibt es einen ähnlichen Ort, an dem sich Bücher stapeln, die entweder fertig gelesen, auf den nächsten Leser warten oder parallel gelesen werden.

Bei uns ist es die Badewanne und es ist überaus erstaunlich, was (und wieviel) sich unvorbereitet und unzensiert neben den Handtüchern so alles gestapelt hat (und nach dem Foto wieder zurückgewandert ist). Im Folgenden die Liste mit einer kurzen Angabe zum Inhalt... vielleicht macht euch ja das eine oder andere neugierig:

*Stroh im Kopf, Vera Birkenbihl
Für Gehirnbenutzer 

*Wem gehört die Zukunft, Jaron Lanier
...du bist das Produkt der Internetkonzerne

*Alles ist relativ und anything goes, John Higgs
Eine unglaubliche Reise durch das 20.Jahrhundert

*Die Essensfälscher, Thilo Bode
Die Essenslüge der Lebensmittelkonzerne

*what if... was wäre wenn, Randal Monroe
absurde hypothetische Fragen

*The bis Five für Live, John Strelecky
Was wirklich zählt im Leben...

*Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück, François Lelord
Ein Psychiater auf der Suche nach dem Glück

*Die Zutaten des Glücks, Sarah Vaughan
Lebenslügen, neue Chancen und ein bisschen Backen

*Ein ganzes neues Leben, Jojo Moyes
Von lebensverändernden Begegnungen

*Dich sah ich wachsen, Erwin Thoma
Was Großmutter über Bäume wusste...

*Was denkt der Hund, Alexandra Horowitz
Ein Blick auf die Welt aus Sicht des Hundes aus Sicht der Evolution

badewannenbuch

Bei uns aktuell im Gespräch... eigentlich sehr konträr zu diesem Blog... das Thema Internetkonzerne (Jaron Lanier).
Manches mag man nicht wirklich so genau wissen, aber irgendwie lohnt sich zumindest ein kritischer Blick auf unsere Welt... und natürlich dieses Buch...

In diesem Sinne... es gibt die Möglichkeit zum Kommentar...
Was liegt aktuell in eurer Bücherecke (unzensiert?)?


Ein bisschen Feenstaub

Hier findet man ihn gleich zweifach...den Feenstaub. Regentin ist die Backfee, aber ohne Blumenfee wäre halt alles nur halb so schön.

Und dass wir es mit Blumen haben, sollte schon lange kein Geheimnis mehr sein. Fast jede unserer Leckereien bekommt ihren letzten Schliff durch etwas, was entweder bei uns im Garten wächst oder zumindest saisonal typisch ist.
[Übrigens wurde gerade unsere Quitte von ihrer üppigen Last befreit und man kann sich auf Leckeres mit Quitten freuen.. in der Pâtisserie und hier auf dem Blog.]

Jeder, der zu uns kommt, begegnet lange vor den herrlichen Torten den Zauberwerken von Simone, unserer Blumenfee. Mindestens viermal im Jahr hat sie eine wunderschöne Idee für die Außendeko.
Was sie für diesen Herbst so alles gezaubert hat, seht ihr hier.
Und wer keine Blumenfee hat, freut sich an den Bildern...
Und... danke Simone!