Monat: November 2018

Und die Sache mit dem Herzen Und der Eile
Eigentlich ist es bei uns beiden gleich... wir machen am liebsten Dinge mit dem Herzen. Alles, was am Ende beim Empfänger kein Herzhüpfer verursacht, geht so grade noch durch.
Schwierige Angelegenheit, mag man meinen und es ist auch so.

In Zeiten des "alles geht" und einem süßen Brei von Versuchungen ist es schwer, dieses Herzhüpfen hinzubekommen, weil sich irgendwie die tausend gesehenen Bilder von weiteren Möglichkeiten in den Fokus drängen. Wie will man also noch richtig glücklich machen, so, dass es einem Jahre später noch einfällt, wenn man am Küchentisch sitzt und gemütlich von "damals" erzählt?

Wir haben Adventszeit, Nikolaus, Weihnachten naht... ich hab da sogar noch einen Geburtstag aufzuweisen. Also der volle Geschenkeregen und so ziemlich jeder Anlass findet sich gerade in der Werbung wieder. Für alles so speziell und besonders zu sein, dass es all das toppt, macht dann schon wieder den Stress, den man eigentlich in der Vorweihnachtszeit ja so gar nicht braucht. Aber egal... man wirft sich rein ins Entscheidungsgetümmel... backt den allerbesten, außergwöhnlichsten Stollen, schmückt wie ein Dekoprofi und ich denke mir seit Jahren Adventskalender aus, die eigentlich viel zu aufwändig sind, um Sinn zu machen.

Und trotzdem tun sie es irgendwie. Allein der Gedanke, dass man morgens sein Zettelchen liest und mindestens einmal am Tag noch richtig Spaß hat, wenn man es richtig anstellt, ist es wert. Immerhin gibt es mittlerweile Wiederholungstäter, die die Teilchen lieben. Statt Süßem gibt es Aufgaben, die selbst in der hektischen Adventszeit (leider habe ich wirklich den Eindruck, dass "besinnlich"für die meisten maßlos übertrieben ist) schaffbar sind... man beginnt, sich eine Weihnachtskiste anzuschaffen, in die man jedes Jahr ein Teilchen tut, das als Erinnerung an dieses Jahr taugt, bemalt Christbaumkugeln und beginnt eine Sammlung, kocht leckere heisse Schokolade oder entdeckt gar eine neue Lieblingsschokolade, packt Lieblingsplaylists auf die passenden Geräte oder... tut mal gar nix.
In jedem Fall wird man sich nach spätestens einer Woche auf jeden Tag freuen und das, was wieder zu tun ist und irgendwen garantiert zum Lächeln bringt. Und allein das ist der Grund, weshalb es sie gibt... die Adventskalender für Abenteurer, für Familien, für Fitte (die dürfen natürlich Sport machen) oder einfach nur mit Zitaten für die, denen das alles auf die Nerven geht:)

Hmmm... und wer keinen Kalender mag, zündet jeden Tag die schöne Adventskerze an, die wir jetzt schon wochenlang auf Funktionstüchtigkeit getestet haben (bestanden!!) oder tauscht täglich das Zitat im Adventslicht. Soviel dann zu meinem Versuch, die Herzen hüpfen zu lassen...

Und vielleicht gelingt das ja dann auch noch beim Nikolaus oder an Weihnachten.
Im Keller steht bei uns schon die alte Kloßpresse von Oma... es wird Omas Klöße geben... natürlich alle handmade... und irgendwas aus dem alten Backbuch, das wir auf dem Boden gefunden haben. Eigentlich dachte ich ja, wir wären so aufgeräumt, dass es nix zu finden gäbe, aber anscheinend ist das anders... Gottseidank. Und da wären wir auch wieder beim Thema erinnern, Dinge bewahren...
(Da habe ich übrigens Glück gehabt... bei uns bekommt die ganze Familie jedes Jahr Adventskalender von Oma... selbergemacht... dieses Jahr die roten Prachtstücke unten in der Galerie:) Man ist doch nie zu alt für Schokolade... danke an meine Mama an der Stelle:)))

Vermutlich ist die Weihnachtszeit die, bei der wir am meisten von Erinnerungen leben, dem, was wir als Kinder schon getan und unsere Großeltern gebacken oder gekocht haben, was geschmückt, gesungen oder anderweitig ins Leben geholt wurde. Also machen wir uns auf uns sorgen für die schönsten Weihnachterinnerungen:))

(Die Kerzen gibts übrigens in kleiner Stückzahl noch in der Pâtisserie Bergmann, Kalender können jeden Tag bis zum 1. noch auf Wunsch entstehen... mehr Erklärungen gibts >>hier)

Und lasst die Zeit nicht zu eilig werden. Sonst haben es die schönen Gefühle schwer, sich an eure Sohlen zu heften.:)


Warum alles so kommen musste, wie es dann kam

...vielleicht wäre ja auch alles ganz anders gekommen, aber laut Doreen hätte es auf jeden Fall in der Gastronomie geendet... das macht uns froh:)

(Anmerkung: alles auf dem Blog sind Geschichten von uns und den Menschen um uns herum... da aber nur einer von uns schreibt, schlüpft man manchmal zwangsläufig in den anderen, man fühlt sich wie zwei... oder viele... wobei man fast beim Lieblingsphilosophen 2.0, Herrn David Precht angelangt wäre, aber das muss in einen anderen Beitrag.)

Die Familie, um die es hier geht, ist in Stelzendorf zuhause, womit klar wäre, dass diese Geschichte mitten in der Backstube enden wird. Der Weg dahin war allerdings voller Umwege und um alle familiären Verstrickungen zu lösen, Hausnummern, Tanten, Omas, Söhne und Töchter sortiert zu bekommen, hat es einen halben Stammbaum der Bergmanns gebraucht (laut meiner Notizen hieß allerdings vorerst keiner Bergmann... da kommt dann doch Tobias ins Spiel, aber erst später).

Einen nicht unwesentlichen Anteil am Tortenglück, das wir heute alle in der Pâtisserie erleben können, hat der Kinderreichtum von Oma Käthe und Opa Franz, die gerade erst ihre Diamantene Hochzeit feiern durften und das Titelbild bekommen haben....natürlich in der Pâtisserie, was nicht nur praktisch war, sondern auch Sinn macht. (Und jetzt würde der Stammbaum wichtig, wäre mir nicht gerade klar geworden, dass ich einen Denkfehler drin habe und um diese Zeit schwer Familienverhältnisse nachfragen kann... also hier deshalb die vereinfachte Version, Beteiligte mögen es mir nachsehen:)

In jedem Fall gab es in Doreens Familie reichlich Gastronomie, viele Kinder (also potentielle Nachfolger) und eine kinderlose Cousine... Erika Fröhlich, die in Stelzendorf 4 gewohnt hat (Goldener Stern) und Roland Fröhlich aus Stelzendorf 15 heiratete. Stelzendorf 15 wurde vermietet, weil 2 Höfe nicht zu bewirtschaften waren und irgendwann übernahm Doreens Vater (der Sohn von Oma Käthe) Stelzendorf 4 und Stelzendorf wurde Doreens Zuhause.
Stelzendorf 15 war bereits damals auf der Liste potentieller Zuhause für später, nur wusste Doreen damals noch nicht, dass es Umwege geben würde... und das im kleinen Stelzendorf, wo praktisch alle Hausnummern gegenüber oder nebeneinander liegen.

Es folgen Erwachsenwerden, ein Ausflug nach Jena, Jurastudium und der Traum von großer Stadt/Ausland, Tobias (und endlich kommt der Name Bergmann ins Spiel), ein Zwischenspiel in Dresden und irgendwann siegt doch die Heimatliebe, auch wenn Heimatdorf, 4 Kinder und backen nicht immer nach Traum klangen.

Als in Stelzendorf 4 zu wenig Platz für noch mehr Kinder ist, wird Stelzendorf 15 aktuell, allerdings vorerst nur als Backstube, in der dann die Wiege von Lucia stand (wen wundert es, dass sie das Backgen geerbt hat???) und aus der Juristin wird eine Bäckerin (oder das, was sie schon immer war?), die jetzt sagen würde, dass die ganze Juristerei schon Sinn gemacht habe, denn es schadet ja nicht, wenn man im Kaffee nicht ganz blöd ist:))
(Mit Sicherheit hat diese Tatsache nicht unwesentlich dazu beigetragen, Botschafter für Thüringen zu werden, mit Herrn Fabbri (Sternekoch) durch den Stelzendorfer Forst laufen zu dürfen und mehrmals im Jahr Thüringen in der Hauptstadt präsentieren zu können. Naja... die Thüringer Torten mögen die Berliner auch ganz gern und die Gelegenheit, sie sogar geliefert zu bekommen, ist gut.)

Achja.... da stand nochwas von guten Ehemann geangelt...:) dem muss man wohl zustimmen, denn als ich ihn das letzte Mal traf, hatte er einen Stapel Holz im Arm und hat dafür gesorgt, dass zum Adventszauber keiner frieren musste.

Und der Rest ist das, was kommt... Backen als Passion, Gastgeben mit Herz... manchmal macht das Leben genau das, was das Beste ist und alles fügt sich:)


Dominoherzen
Ein schwieriges Thema zwischen "Lust drauf" und "nein, danke"...
Sie sind pures Weihnachten und entweder haben sie mir als Kind einfach wirklich besser geschmeckt oder waren tatsächlich besser: Dominosteine.
Heute fehlt mir oft der Geschmack, es bleibt nur süß übrig und ich wünsche mir seit Jahren eine Idee. Nun ist mir ein wunderbarer weihnachtlicher Teig begegnet, der einen potentiellen Dominostein 2.0 in sich trägt:)

Und geworden sind aus dem Versuch Dominherzen, ein Zwischending aus CakePops und Dominosteinen.
Zuerst den leckeren Teig backen, den krümeln und auf Frischkäse treffen lassen...
(...UND SCHLIMMSTENFALLS WERDEN AN DIESER STELLE AUS UNGEDULD WIRKLICH CAKEPOPS DRAUS, DENN MAN BRAUCHT NUR NOCH TEIGKUGELN, CAKEPOPSTIELE UND GUSS)
...und für die Geduldigen werden aus diesem Teig die wunderbaren Dominoherzen.

Das Rezept anbei... die Mengen der Zutaten hängen etwas von der Stärke der Herzen und der Füllungen ab... wer will, gönnt sich auch die eine oder andere Schicht doppelt...
Und bis zum 1. Advent bleibt genug Zeit, die beste Version probezubacken.
(Anmerkung: bei den Gewürzen ist persönliches Feintuning nötig... probiert, was euch am besten schmeckt... besonders Zimt und Muskat sind Geschmackssache...schön weihnachtlich ist aber am besten)

Haltbar ist das Ganze sicher nicht so lange wie gekaufte Dominosteine...da sie bei uns nach 2h alle weg waren, kann ich leider nicht genau sagen, wie lange sie wirklich haltbar sind... der Frischkäse im Teig spricht für kühle Lagerung und eher zügigem Verbrauch, was ganz sicher wenig problematisch werden dürfte.

 

ZUSATZ: kurz nach der Veröffentlichung des Rezeptes landete eine Kostprobe von selbstgebackenen Dominoherzen in der Pâtisserie (der nette Bäcker war ein Mann!) und Doreen durfte kosten. Sie müssen wunderbar gewesen sein und wir sind natürlich glücklich, dass sie gelungen sind:)


Schönes Wochenende!
Wir haben es einigen unserer Frühstücksgäste versprochen... hier unser Rezept für einen wirklich tollen
Fruchtaufstrich. Vielleicht noch ein paar frisch gebackene Frühstücksbrötchen dazu?


Wer es sich wagt und die eine oder andere Abwandlung des Rezeptes testet, kann uns gern in den Kommentaren davon berichten!

Ein schönes Wochenennde euch allen!




Von besonderen Tagen

Manchmal geplant, manchmal vom Leben gemacht oder als Festtag "so festgelegt" (hier schon die Frage, kann man nicht einfach auch mal für sich so einen Tag FESTlegen?), manchmal halt auch "nur" durch einen glücklichen Moment so dazwischengerutscht...
das Leben hält so ein paar besondere Tage für uns bereit.

Meist kann man sie als Kind mehr genießen (weil das Leben zwar jeden Tag unvergleichbar mehr Neues bringt als für Erwachsene, aber dennoch nicht so voll ist?), als Erwachsener tut man sich manchmal schwer damit. So machen wir möglichst viele Fotos davon, um..., ja, um was denn eigentlich? Sich später anzusehen, dass es ein besonderer Tag war, anderen zu zeigen, dass man einen hatte oder sich selbst zu erinnern, dass da doch was war?

Sie rennen an uns vorbei, wie jeder andere Tag auch, deshalb ist man wohl gut beraten, an solchen Tagen kurz innezuhalten, um zu merken, dass es ein besonderer Tag ist. Es kurz mal nicht eilig haben, Dinge, die man sonst so tut, heute mal nicht zu tun und nur einfach den Tag und sich selbst so richtig ernst zu nehmen:))

Und wenn man sie schon hat, diese kurze Auszeit vom Alltag, dann ist vielleicht ja noch ein kurzer Abstecher drin in eine kurze Liste kleiner Dinge, die man sich fragen könnte... und vielleicht merken, dass es neben den großen besonderen Tagen auch bereits noch viele kleine besondere gibt... Tage, an denen man Menschen trifft, die einem wirklich viel bedeuten, Tage, an denen etwas ins Leben kam, was sich als großer Glücksfall erwies (manches wird einem wirklich erst im Nachhinein klar), Tage, an denen endlich etwas gelang, was schon lange vorher hätte gelingen sollen oder Tage, an denen alles einfach nur so richtig schön hängemattenbaumelnd im Lot war...

*begeistert gewesen:
*schon als Kind immer gewollt:
*Lieblingsmenschen getroffen:
*früher nie gemacht und ich frag mich, wieso:
*das beste, was ich je getan habe:
*gemacht, weil es jemandem anders gut getan hat:
*Talent entdeckt:
*neu in meinem Leben und wunderbar:
*Zuhause gefunden:
*irgendwie völlig egal:
*mehr, als alles andere:
*endlich mal getraut:
*was bleibt von mir:
*die Welt zu einem besseren Ort gemacht:
*wirklich wichtig:
*Sinn des Lebens erahnt:
*tollstes Kompliment:
*Herzhüpfmomente:

Ich glaube, man muss sie ausfüllen, nicht nur denken... und vielleicht ist der Tag, an dem man das tut, ja der nächste besondere.
Ich wünsch euch einen besonderen Tag!