Monat: März 2019

Desserts vom Grill
Die Grillzeit ist da:
endlich den Tag draußen ausklingen lassen, Zeit zum Reden haben, die Zeit nicht im Blick?

Immer mehr Gemüse findet den Weg auf unsere Grills, wäre es nicht cool, könnte auch Süßes auf den Grill wandern?

Wir haben es probiert und Kuchen, Früchte und selbstgekochten Sirup zunächst vorbereitet und alles auf dem Grill vollendet. Alles kann gut vorbereitet werden, den Grill noch einmal gut anheizen, falls er nach dem "Hauptgang" an Hitze verloren hat.
Wir haben den Grill durch eine Feuerschale ersetzt und den Fleischsaft grob abgewischt. Da aber diese Desserts ohnehin leicht nach Grill schmecken werden (was Sinn macht), muss das nicht sein.

Und man mag es nicht glauben...selbst hartgesottene Süßkram-Vermeider mochten das, was da vom Grill kam.
Bleibt experimentierfreudig...
(Hier das Rezept Aprikosen vom Grill...unter "Rezepte" findet ihr auch die Käseküchlein.)


Gutes fürs Wochenende
Das wunderbare Brotrezept liegt schon lange auf dem to-do-Stapel und als beim Spazierengehen plötzlich die ersten Bärlauchspitzen aus der Erde krochen, war das mehr als genug Anlass... Außerdem naht das Wochenende und man hat doch etwas mehr Muße als sonst.

Also hier nun eines der Lieblingsbrote, die ihr vielleicht aus der Pâtisserie kennt, wenn ihr Frühstücker seid, wenn nicht, werdet ihr spätestens nach dem Backen Anhänger dieses Brotes.

Und weil dieses Brot so wunderbar ursprünglich schmeckt, hier dazu unsere Empfehlung in Sachen Bärlauch: Bärlauchbutter, Pesto und Bärlauchaufstrich mit Feta und Honig. Nun heißt es eigentlich nur noch: Gelegenheit ergreifen, denn es ist nicht ewig Frühjahr. Aufbewahren kann man Bärlauch übrigens auch...als getrocknete Blätter, sofern er eben die Lust auf Frisches im Frühling überlebt und Heilqualitäten hat er ebenfalls: als Blutreiniger und Hilfe gegen juckende Hautausschläge.
(Übrigens... Maiglöckchen haben 2 Blätter am Stil, Bärlauch nur eines... also eigentlich ist man safe beim Sammeln...)

Wer Bärlauch zum Brot mag, verarbeitet folgende Zutaten zu Butter, einem Dip oder dem wunderbar kräftig grünen Pesto:

BÄRLAUCHBUTTER
fein gehobelter Bärlauch, frische Butter und Gewürze nach Wahl (Mengen je nachdem,wie kräftig Ihr das Ganze wollt)
BÄRLAUCHPESTO
120g Bärlauch, 30gr Pinienkerne fein gehobelt (auch Mandeln), etwas Zitronensagt, 50gr Parmesan (gerieben), 180ml Öl (Oliven-, Walnuss-, Zitronenöl...letzteres, wenn man Zitrone als extra Zutat weglässt)
Zutaten alle fein Hobeln...bei uns kommt immer Omas Wiegemesser zum Einsatz, Messer tun es aber auch oder wer mag, holt den Smoothiemaker heraus.... der bekommt alles ebenso fein hin.
BÄRLAUCHDIP
100gr Feta, 100gr Frischkäse (Ricotta, Schmand... gehen auch), Salz, Pfeffer, 1 EL gehackter Bärlauch, 3 EL Öl, 1 EL Honig

Dann... vielleicht habt Ihr ja auch Lust, anzugrillen, dazu würde alles perfekt passen. Nix mit den altbekannten Soßen aus der Flasche, die irgendwie alle nicht nach dem schmecken, was drin sein sollte.
Habt ein gesund-leckeres Wochenende!


nach der Küche...

ist eine Etage höher...
Dort ist Oma Utes Reich, die all das, was Doreen mit viel Gefühl, für das, was andere gern schenken, ordert, vermutlich vor allem an die Frau bringt. Ich hab sie das gar nicht gefragt, aber wahrscheinlich werden sich auch in Druckzeiten nur selten Männer in die Geschenke"abteilung" verirren, zumal sie eine Etage tiefer die perfekte Ausrede haben, dort verweilen zu müssen:))

Oma Ute hat die Deko irgendwann einmal übernommen, es ist einfach so passiert... wie das halt mit den meisten Dingen so ist. Heute findet man sie bei jedem Wetter oben, was alles andere als selbstverständlich ist. Irgendwie hat sie ein Händchen dafür, die Dinge so zu ordnen, dass man unmöglich eigentlich nur eine Sache kaufen kann, denn die zweite und dritte daneben passt meist so gut, dass man schon ins Grübeln kommt:))

Ihre aktuellen Lieblinge passen natürlich zum Thema Ostern, denn auch wenn Ostern nicht das typische Geschenkefest ist, hat doch jeder Lust auf Farbe und Veränderung und es geht dekotechnisch schon mächtig ans Werk. Bereits wenn man den Hof betritt, wird man von Metallblumen in den Einpflanzungen empfangen, die diese ganz besonders machen. So hat man dann auch gleich eine Vorstellung davon, wieso Doreen die eine oder andere Sache beim Bestellen unbedingt gebraucht hat...

In Stelzendorf ist halt alles ein Gesamtkonzept und ebenso, wie alles Essbare wie ein Kunstwerk aussieht (habt ihr schon einmal Torte mit nach Hause genommen und dann den wunderbar rosa-weiß gepunkteten Tortenkarton zu Hause geöffnet und dieses Kinderleuchten in den Augen gehabt, weil's drin aussah wie Alice im Wunderland?), sind die Tische voller wilder Natur , ergänzt mit Dekoideen aus dem Lädchen... Man kann gar nicht anders, als sich vorstellen, wie das alles zu Hause aussehen mag.

Und genau das macht die Magie aus, die einen umgibt, wenn man die Pâtisserie betritt und Oma Ute sorgt dafür, dass ihr das alles mit nach Hause nehmen könnt... liebevoll verpackt natürlich. Allein wenn man hinter ihren Verkaufstisch schaut, ahnt man, dass auch bei der Verpackung nicht aufhört, was überall Konzept ist: alles passt hier zusammen und Oma Ute hat selbst im größten Trubel die Ruhe weg.

Was ihr gerade besonders am Herzen liegt, seht ihr hier... die meisten Dinge sehr zeitlos, gut geeignet, sie jahrelang innerhalb der Familie weiterzureichen. Das Osterhasenpärchen zum Beispiel könnte gut in die Osterkiste meiner Familie passen, in der sich die typische Hasenschule findet, die Holzostereier meines Großvaters (von denen sich immer wieder eines an Weihnachten an den Zweigen der Zimmerpflanze findet, weil es sich so gut versteckt hat... typisch Ostern halt), die man so schwer angehängt bekommt, weil sie ganz dünnen Zwirn als Aufhängung haben, keine Schnellversion anno 2019...
Es ist ihr wichtig, Dinge wertzuschätzen, allein deshalb gibt es keinen Plunder im Lädchen. Mit Liebe und genug Achtsamkeit kann einen alles jahrelang begleiten, es geht nicht darum, alles von allem zu besitzen und auch wenn sich das Farbkonzept im Lädchen natürlich dem anpasst, was gerade IN ist (weils auch nur so geliefert werden kann), dürfen Dinge einfach als Lieblingsstücke für viel länger als nur eine Saison gekauft werden.

Und am Ende ist's das, was es ausmacht, an was man sich Jahre später erinnert... man holt ein Kästchen vom Boden, das man schon als Kind gekannt hat. Man weiß, wie es riecht, wenn man es öffnet, weiß, was man herausholt und erinnert sich... Und schon beginnt der Zauber.Wenn man Oma Ute vertraut, geht man mit einem solchen Zauberding nach Hause, das einen immer erinnern wird... vielleicht auch an Oma Ute. Mich verzaubert immer die Liebe und Hingabe, mit der sie die Dinge betrachtet und behandelt. Das Beitragsbild zeigt das am besten, es ist wirklich mein Lieblingsfoto.

Aber da sind auch die ganz normalen Alltagsdinge... schön verarbeitete Taschen, Schals, Windlichter, Pflanzgefäße, freche Schilder und Küchenutensilien, unter denen sich immer etwas findet, will man schön und von Herzen schenken.
Und so geht er oben weiter... der Zauber, den Doreen mit ihrem Team eine Etage tiefer mit Torte & Co. verbreitet, den gibt es auch hier oben im Lädchen. Manchmal erhofft man sich, er würde wirklich jeden packen und auch beim Herumschauen und Betrachten die nötige Sorgfalt verbreiten, denn oft werden Dinge sehr unachtsam aus Verpackungen geholt, die eigentlich nicht geöffnet werden sollten, weil dann das ganze Geschenk nicht mehr das ist, was es war oder Dinge werden komplett beschädigt. Das ist dann immer der Punkt, an dem jemand, der mit so viel Hingabe arbeitet,  am Ende mit seinem Latein ist und es ist das einzige Mal, dass Oma Ute nicht völlig glücklich ist da oben unterm Dach.

Und natürlich musste ich auch noch eine Runde drehen und schauen... ich bin eher ein verhaltener Käufer, weil ich die Dinge selten wegpacke und saisonweise heraushole... es kann also passieren, dass die Weihnachtsbaumkugeln in der Osterdeko landen  und unser nordisch angehauchter Leuchter an der Decke trägt schwer unter der Last verschiedenster Metall- und Glasherzen, die Weihnachten, Geburtstag, Ostern Taufe und sonstwas zusammen sind. Es gibt einfach Lieblinge, die haben Daueraufenthaltsrecht, weil sie mein Leben begleiten und mehr als saisonale Hübschmacher sind. Einige davon findet ihr dann hier:
(die Draussendinge hat übrigens der nächste gute Geist so herrlich arrangiert: Simone, die, den Hof immer so schön saisonal verschönert)

 

Und natürlich gabs die Runde zu den Schafen... die beiden Lämmer machen sich ganz prächtig, sind Meister im Hüpfen auf allen Vieren geworden und Emil und Liese bewachen sie schon mächtig. Wer ein Stück Glück vertragen kann, stellt sich einfach ein paar Minuten hin und schaut den Vieren zu. So geht Glück: im Laden, der Pâtisserie und auch draussen im Garten...

Und: danke, Oma Ute, dass du mir deine Zeit geschenkt hast.

 


oder: Wie weglassen zu mehr führt

Zugegeben, das ist nur die Spitze des Eisberges, aber zumindest die, die nicht einmal Einsatz erfordert, nur Nichtstun. Ist das nicht eine herrliche Nachricht?

Weglassen in dem Fall bedeutet, viel Zeit zu haben, faul in der Sonne zu liegen, nicht nachdenken zu müssen, ob es Samstag, Sonntag oder Feiertag ist, denn euer Rasenmäher wird einfach niemanden stören! Und die, die sich das ganz und gar nicht vorstellen können, werden Inselbesitzer... von Blumenwieseninseln. Zumindest das.

Und spätestens jetzt wird klar, worum es geht...um Bienen. Bereits beim Besuch der Schäferwagen in Weckersdorf war klar, dass auch dieses Jahr irgendwas nicht recht im Lot ist, denn die Bienenkästen der Imkerei Kern, die den berühmt berüchtigten Weckersdorfer Honig lieferten, sind komplett verschwunden. An diesem Punkt war klar, dass es hier ein paar Worte zum Thema geben wird, bis dann noch ein Querverweis in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung dasselbe Thema aufgriff. Es ist also an der Zeit...

Demnächst wird es noch mehr zum Thema geben, denn es gibt ziemlich innovative Imker ganz in unserer Nähe, die nicht unerwähnt bleiben dürfen.
Damit es weiterhin genug von dem Ersatzstoff gibt, den so viele nutzen, die nicht mit Zucker süßen wollen, sollten wir alle einen ganz kleinen Beitrag leisten und den Lebensraum der Bienen erhalten oder neuen schaffen.
Wenn allein jeder, der mit Honig süßt und damit einen gesunden Lebensstil zu führen glaubt, auch darüber nachdenkt, wie er den Nachschub an Honig sichern kann, wäre bereits ein großer Schritt getan, denn Honig kommt nicht von allein ins Glas.

Wir werfen uns auf alle möglichen Seiten, unterstützen diese und jene Initiative, aber denken im ganz kleinen, persönlichen Alltag so unglaublich wenig nach. Wir wettern (nicht ohne Grund) gegen Windräder, laufen dann aber durch einen Wald, der schwer geschädigt ist durch die Stürme der letzten Monate und bekommen nicht einmal mehr einen Schreck, es sei denn, der Baum ist auf unsere Ferienhütte gefallen... das Klima...ja, das Klima, aber auch Monokultur, schwere Technik im Wald usw. Und nicht wenige, die hier auf dem Dorf leben, haben Wald, könnten also entscheiden.

Man muss es aber tun, und wenn man ganz klein beginnt. Wir haben wunderbare Nachbarn, die bereits vor einigen Jahren einfach mal an der Tür geklopft haben und uns darum gebeten, unseren herrlichen lila Mohn komplett ausblühen zu lassen und den Samen auszustreuen. Dass wir ohnehin nicht vor hatten, etwas anderes zu tun und bereits kräftig Samen verschenken oder irgendwo ausstreuen, konnten sie nicht wissen. Aber sie haben es einfach getan... uns erklärt, dass sie es schwer haben mit ihrer Einstellung, ihre Wiese wachsen zu lassem, den Blumen überhaupt die Chance zu geben, zu blühen, damit wiederum ihre Bienen eine Chance haben. Und ein paar Tage später wanderte Mohn auf das Grundstück des Nachbarn und ein Glas Honig stand vor unserer Tür...  Einfach doppeltes Glück... mal miteinander geredet (nein, auch auf dem Dorf kennt man sich nicht) und nicht über das Wetter und ein bisschen Glück verteilt.

Es muss also nicht jeder Insektenhotels bauen und auch derjenige, der keinen Garten hat, kann gut etwas tun.
Nehmt doch einfach einmal eine Hand Wildblumensamen (manchmal gibts die auch als Bienenweide zu kaufen) und verstreut die. Irgendwo. Vielleicht nicht unbedingt beim Nachbarn, dessen Rasenroboter im Dauereinsatz ist, nein, auch draussen an Feldwegen, in Parks, an Strassenrändern... überall dort, wo nicht sofort wieder gemäht wird, haben Wildblumen eine Chance und damit die Bienen.

Der in den letzten Jahren immer früher einsetzenden Blüte, Parasiten, Monokultur und den exzessiven Rasenmähern kann damit etwas entgegengesetzt werden. Und wer erinnert sich nicht daran, als Kind durch kniehohe Wiesen gerannt zu sein? Ach, da gab es ja auch die Zecken irgendwie noch nicht, die von gemähtem Gras gar nicht so schön an uns hochspringen können....

Wir betrachten immer ein Problem, das uns, meist von aussen, in den Fokus gerückt wird und schauen wie durch einen Tunnel nur auf dieses kleine Thema, ohne zu merken, wie weitreichend die Folgen sind, wenn wir weiter engstirnig durch die Welt laufen. Das betrifft den Umgang miteinander, das Thema Plastik und vieles mehr... Wie schlimm die Folgen sind, hat mir ein Artikel gezeigt, den ich gestern las... das Thema angeblich von Tierschützern in die Welt gesetzt (ich hoffe mal nicht) und dahin ausufernd, dass ein ganzer Absatz der Haltung von Hunden und Katzen gewidmet war. Die sind doch tatsächlich schädlich für die Klimabilanz, weil Futter hergestellt werden muss.... Bitte? Ich musste tatsächlich mehrmals lesen... wir stellen Energiesparbirnen (und fühlen uns gut beim Kauf) her mit einem Energieaufwand, der einen weinen lässt und hier gibt es tatsächlich Menschen, die einen solchen Unsinn verbreiten? Man mag wirklich glauben, wir hätten das Denken verlernt.

In dem Sinne...es wird mit aller Macht Frühling. Nachfolgend ein paar Vorschläge, wie jeder von uns das Problem ein Stück kleiner machen kann und noch dazu die Natur um uns herum schöner... was gibt es da noch zu entscheiden?

* Sät Blumen...wohin auch immer. Am besten Wildblumen, exotisch mögens die Bienen nicht so unbedingt.
Wer keinen Garten hat, nutzt Blumenkästen, Wiesen, Feldraine, Parks... (Vielleicht nicht unbedingt die Wiese des Nachbarn, ich bin mir nicht sicher, ob das Ärger geben kann...vielleicht hilft ja aber reden...)
* Wer Büsche oder Bäume pflanzt, achtet auf die Behandlung mit Insektiziden, zusätzlich bekommt ihr in einem guten Gartenmarkt auch tolle Beratung über Sorten, die Bienen wirklich anziehen.
* Schafft Streuobstwiesen und lasst das Gras zwischen den Bäumen wachsen...
* Achtet bei der Auswahl der Pflanzen in euren Gärten auf Arten, die bienenfeundlich sind... der Omagarten ist ein großes Thema (und ist der nicht sogar IN?): Wicken, Zinien, Ranunkeln, ungefüllte Rosenarten, Kresse, Stockrose...
* Kräuter haben doppelten Nutzen... in der Küche und für Bienen, die mit Thymian, Salbei, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Bohnenkraut und Co. wirklich viel anfangen können.
* Und... gebt dem Rasenmäher eine Auszeit oder schafft zumindest Blumeninsel in euren Gärten. Für das Geld, das ein Rasenroboter kostet, könnt ihr soviel anderes Tolles tun (wer dann hilflos ist, besucht ein Sensenseminar...auch das gibts hier ganz in der Nähe, dazu auch später einmal.) Und für die, die dann immer noch zu gern mähen: lasst dem Nachbarn seine Wildnis. Euer Gras wird eh nicht hoch genug, als dass sein Samen bei euch "Unheil" anrichten könnte.

In diesem Sinne... macht es euch bunt dieses Jahr und genießt das Gesumme um euch herum.

 


...und ein glücklicher Tag

Emil und Liese haben Nachwuchs bekommen: Friederike und Klara. Heute war Fototag, denn irgendwie kann man das nicht ungeteilt lassen. Vermutlich deshalb auch die vielen Fotos... es war nicht richtig möglich, sich zu entscheiden. Und... das Thema passt gerade so richtig.

Ich hatte in dieser Woche ein Gespräch, das mir zu denken gegeben hat.
Wir haben alles, können faktisch fast alles tun, was wir wollen, haben Familien, Freunde, Häuser, Hunde, Katzen, Pferde... die Jobs, die wir uns einmal gewünscht haben, Ideen für unsere Freizeit und die Gelegenheit, diese umzusetzen, immer den nächsten Urlaub vor der Nase und bis auf die ganz normalen Stolperfallen, die jedes Leben so zu bieten hat, fehlt es uns eigentlich an nichts. Und trotzdem fühlen wir uns unausgefüllt, gefangen im täglichen Ablauf, der sich zu wiederholen scheint. Weder ein neues Ding im Leben, eine tolle Party, die Urlaubspläne im Sommer noch die kleinen Träume füllen eine Leere, die sich irgendwann nicht mehr nur als Überarbeitung oder einfach nur miese Phase abtun lässt.

Mein einziger Gedanke: Dinge auf den Kopf stellen... das Gegenteil von dem tun, was man sonst tut, Abläufe ändern, Dinge weglassen und andere (zumindest probehalber) tun...
Ich glaube, wir leiden an Luxus. Relativ geregelte Verfügbarkeit macht müde, schlapp, lust- und freudlos. Kaum etwas ist noch wirklich besonders, vielleicht auch, weil nicht unbedingt notwendig.

Vielleicht muss man das Leben wieder kleinteiliger werden lassen. Wahrnehmen, was den Tag so ausmacht, sich richtig über Dinge ärgern, aber ebenso richtig freuen... morgens, eine Minute früher aus dem Bett steigen und die ersten Sonnenstrahlen mit einer Tasse Kaffee ganz bewusst genießen (jeder von uns hatte Zeiten, in denen morgens anderes wichtig war), beim Weg auf die Arbeit die aufgehende Sonne schön finden, statt sich zu ärgern, dass man so früh raus musste, vom Mittag vielleicht für die Kollegen ein Minitütchen Gummibärchen mitbringen, nur um zu sehen, wie die verwundert und ein bisschen beglückt dreinschauen, einfach mal einen zu späten Feierabend nicht als Frust mit nach Hause nehmen, sondern sich auf ein schönes Bad freuen, mit dem man sich belohnt, weil man die eine oder andere Sache noch vom Tisch bekommen hat?

Manchmal ist es das ANDERS MACHEN, manchmal aber auch nur das ANDERS SEHEN.
Dass alles geht, verleidet uns manchmal den Blick auf die kleinen Momente dazwischen... und da sind wir wieder bei Emil und Liese.

Allein die beiden zu beobachten, war das beste Kinoprogramm: Emil der seine Familie beschützt, glücklich kuschelnde Minischafe... es musste einfach nicht MEHR sein in diesem Moment. Und genaugenommen reicht das, um den Tag zu einem guten werden zu lassen. Friederike und Klara werden in jedem Fall nicht als Osterlämmer auf dem Teller landen, schon deshalb nicht, weil es spannend sein wird, wieviel Emil wohl in ihnen stecken wird, wenn sie größer werden (es wird neue Fotos geben).

Und für uns und unser übervolles, zu schnelllebiges und uns irgendwie überrollendes Leben:
Lasst an diesem Wochenende doch einfach nur an jedem Tag einmal 2-3 Dinge weg, die ihr sonst immer tut...(nicht die tollen) und probiert stattdessen mindestens eine Sache aus, die ihr eigentlich nie tut.
Vielleicht wird‘s ja ein Herzhüpfmoment und euer Leben ganz einfach wieder so bunt und glücklich, wie es sein kann, wenn man sie wieder genießt, die kleinen Dinge.
Ein schönes Wochenende euch allen!!