Monat: April 2019

Alles Rhabarber

Der Frühling lässt es überall kräftig wachsen und bringt Rhabarber auf den Tisch...
Die wohl bekannteste Rhabarbertorte des Monats hat Doreen mit Mario D. Richardt bei ihrer Backchallenge anlässlich des MDR Jump Osterfeuers gebacken... irgendwie hat Multitasking (andere nennen es Ablenkung in Form von zu vielen Fragen:)) dafür gesorgt, dass die Backchallenge verloren ging und auch für gute Aufpasser blieb keine rechte Ahnung, was nun dran ist an der leckeren Torte.

Kluge Köpfe machten sich gleich am nächsten Tag auf in die Pâtisserie, da die Zeit, in der wir Rhabarber frisch vom Feld genießen können, aber begrenzt ist, gibts das Rezept in Kürze auch hier auf dem Blog.

(Wer noch einmal einen Blick auf den Beitrag werfen will, findet diesen übrigens > hier.)

Damit ihr aber schon einmal damit loslegen könnt, dieses tolle Gemüse (das übrigens schon die Chinesen lange vor Chr.als Heilpflanze verwendeten und sehr Vitamin C-reich ist) zu verarbeiten, haben wir Rhabarber verbacken und werden euch in den nächsten Tagen einige Rezepte hier vorstellen.

Das optisch schönste gleich hier, alle anderen findet ihr auf der Rezeptseite.
Übrigens: nur ein gutes Maß an Unbeeindrucktheit lässt Macarons besonders gut gelingen. Sie sind nicht so zickig wie ihr Ruf und selbst wenn sie mal nicht ganz perfekt gelingen... schmecken werden sie vermutlich allemal.

Und:
die Eierlikör-Buttermilchküchlein mit Rhabarber machen als Buttermilchküchlein mit Rhabarber (Version ohne Alkohol) Karriere auf dem Berghof Weckersdorf.

Dort kann man eine LandgenussAuszeit buchen mit allerlei guten Ideen für die Zeit des Aufenthaltes. Ländliches Essen, viel Draussensein und natürlich Selbermachen stehen auf dem Programn...
Unser Rezept wandert in das Rezeptbuch dieser LandGenusszeit und kann von Urlaubern im Urlaub direkt nachgebacken und direkt aus dem Ofen frisch genossen werden...
Ist das nicht eine wundervolle Idee?

ALLE RHABARBERREZEPTE
*Macarons mit Rhabarberganache
*Eierlikör-Buttermilchküchlein mit Rhabarber


Zeit für Anderszeit

Es ist Montag und ich schwebe immer noch ein wenig wie auf Wolke 7.
Und nein, es war kein Urlaub, kein Fest, kein Shoppingtag, kein Geburtstag... nur Wochenende, vor allem Sonntag.

Ein Fest des Weglassens irgendwie. Und tatsächlich ein Sonntag mit einem kleinen verschämten Gedanken an Doreen, bei der die Pâtisserie sicher aus allen Nähten platzt und gleich doppelter Zufriedenheit auf meiner Seite, weil mein Tag zwar zu früh (danke, ihr Vierbeiner...) beginnt, aber mit einer Tasse Kaffee und dem einen oder anderen kleinen Schwatz mit einem Freund. Der bereichert spontan unser Wochenende, weil er eh unterwegs ist und sein Boot mal schnell in Thüringen parkt, weil das an Ostern die thüringer Gewässer testen soll.

(Vielleicht lässt er sich ja überreden, davon zu berichten, dann gibst hier demnächst etwas zu lesen.)

Dankenswerterweise gab's nix vorzubereiten, weil man nur vorbereiten kann, was man geplant hat... Schön.
Auch schön... ein entspannter später Abend, an dem ich tatsächlich noch Freunde treffen konnte, ohne unter Zeitdruck zu geraten, weil das ganze Wochenende unter dem Motto SPONTAN zu stehen schien.
Warum das alles, was viele andere vermutlich maßlos in Panik versetzen würde, bei uns so entspannt ablief, lässt sich recht einfach erklären. Es ist dasselbe Thema, das unseren Alltag in ein Irrenhaus verwandelt:
Zeitqualität, also wie schnell oder langsam wir Zeitabschnitte wahrnehmen und gestalten.

Wir sind nur dann entspannt und zufrieden,wenn unser Leben in verschiedenen Zeitqualitäten abläuft.
Ein normaler Alltag fühlt sich schnell wie Hamsterrad an, weil einfach alles im System von to-do-Listen abgearbeitet wird. Egal ob Job, Familie oder Freunde... der Tag hat 24h und alles, was ansteht, wandert auf diese Liste und knabbert an den 24h, in denen dann auch noch geschlafen werden muss (beim Schreiben erst merke ich, dass ich hier eigentlich DARF hätte schreiben müssen, aber ich habe MUSS gedacht...)

Und selbst wenn ich mich freue, Freunde zu treffen,weiß ich, dass das von meine 24h abgeht und ich eigentlich in dieser Zeit die Wäsche hätte machen können, vielleicht mal das Päckchen an meine Oma packen,was seit 3 Wochen passieren soll, der Ofen vermutlich beim nächsten Anfeuern immer noch qualmt, weil wir immer erst beim nächsten Feuer merken, dass der Abzug gereinigt werden muss...oder ich hätte einfach schlafen können.

Ich habe im Internet einen tollen Begriff dafür gefunden: Zeitliche Artenvielfalt. Also ruhig Stress, aber auch komplettes Nichtstun, ein bisschen Dümpelei, wildes Leben, volle Power und Couchschlaffheit.
Jeder für sich muss da sein Rezept finden, das richtige Maß an allem, das ihn glücklich macht (was auch einschließt, wann und wieviele Menschen man um sich braucht).

Ich persönlich kann ganz gut ohne ständigen Trubel, die richtigen, von mir aus auch spontan und vorbeirauschend wie ein Orkan sind mir lieber, als langes aufwändiges Vorbereiten von ausuferndem Zusammensein, das meinen Tag so sehr schrumpfen lässt, dass ich nichtmal mehr Zeit habe, in Ruhe sacken zu lassen, dass es schön war, sich zu sehen.
Vielleicht war‘s deshalb auch toll, dass einer der Spontanbesuche mitten in der Nacht stattfand, nur, weil bei uns noch Licht brannte und nur eine halbe Stunde dauerte... ein netter Plausch zur Nacht:)

Es soll ein bereicherndes Buch zum Thema geben (Das Lob der Pause), das erklärt, warum unproduktive Zeiten wichtig sind und dass entweder-oder keine Lösung ist (also weder ständige Hektik macht den Berg kleiner, ständiges Entspannen bringt es aber auch nicht), sondern ein gesundes Gemisch.
Also pfeif auf die Wäsche, das Ofenproblem löst sich vorerst mit dem Frühling und das Paket an Oma hat so lange gelegen, dass es eben wird, wann es wird...

Stattdessen krönt das Wochenende dieser wunderbare Sonntag mit den Kaffeeklatschgesprächen am Morgen, einer Backorgie, die den halben Tag in Anspruch genommen hat und deren Ergebnisse es hier als Rezepte geben wird und einem Spaziergang mit wild im Schneeregen herumrennenden Hunden.
Nichts Besonderes. Aber lauter Lieblingssachen ohne Termindruck, nichts Virtuelles, nur viel Luft für alles.

Vorhaben, aber keine to-do-Listen, die schon allein bei ihrem Anblick rufen "das schaffst du eh alles nicht".
Andauernde Negativeindrücken setzen dauerhaft unter Stress und geben das Gefühl,dass einem das Leben entgleitet und man kann das Geschaffte weder wertschätzen noch daraus Kraft ziehen.
Eine wunderbare Idee: das Gegenteil... Listen, was ich heute alle NICHT tue. (Ich liebe Kalender mit Spalten, in denen ich Dinge notieren kann, die dran sind, wenn sie eben dran sind. Nicht eher, halt irgendwann später.)

Und deshalb gibts auch täglich mitten am Tag eine Miniauszeit zu einer Zeit, zu der  dieser kleine fiese Nörgler in mir immer schreit "eigentlich müsstest du..." und zu der andere Vierbeiner keine Gelegenheit zum draußen Herumrennen bekommen, einen Spaziergang, der sich jeden Tag aufs neue wie eine riesige Freiheit anfühlt und alles dann ganz leicht erscheinen lässt... eben langsam im schnellen Einerlei des Tages.

Probiert es aus... werft die Bremse rein, wenn sich alles anfühlt, als würdet ihr euch gleich selbst überholen und genießt dann, dass wuselige Chaos danach... lasst weg, was nicht mehr in den Tag passt und denkt nicht drüber nach, eine  übervolle Liste des nächsten Tages noch mehr zu überfüllen.

Lasst dem Leben einfach ein wenig mehr Sonntagsluft.

UND...

Mein Sonntag hatte Luft für Osterrezepte.
Hier gleich die Lösung für mein Osterkranzproblem...ich mag trotz dicker Butterschicht und Marmelade die trockene Version einfach nicht. Aber dieses Jahr wird alles anders... es gibt Osterzöpfe in schön fluffiger Form mit Eierlikör-Frischkäse (der Eierlikör entstand mal abends nebenbei...das ist wirklich wenig Hexerei, nur Vorbereitung) und Birnen gefüllt.
Und wer es etwas aufwändiger mag: Oster-Möhren-Törtchen mit Eierlikör- und Preiselbeercreme... das passende Rezept nach einem Klick auf den Menüpunkt REZEPTE...
Traut es euch auch ohne große Testphase und überrascht euch selbst an Ostern:))

 


...dieses entspannte Osterfest?

Eigentlich sollte das ja ein ZDF-Artikel werden, denn Doreen hatte Besuch vom Fernsehen.

Und auch eigentlich... (das Wort sollte ich doch deutlich weniger nutzen...und ab auf die to do -Liste) denke ich seit geraumer Zeit darüber nach, eine Art Autoren-Kennzeichnung zu installieren, damit man sieht, wer von uns schreibt. Aber das hat sich eben gerade im Schreiben erledigt, denn es ist nicht wichtig. Um wessen Geschichte es geht, ist eh egal, manchmal kann man es sich zusammenreimen, manchmal vielleicht nicht...

Besonders bei den Rezepten scheint das manchen wesentlich zu sein, aber in einem Großteil der Fälle seht ihr das eh.
Immer, wenns blumig wird, ist ganz sicher die Patisserie nicht weit (wie heute zum Beispiel... aber das kommt noch). Aber eben auch nicht immer, denn manchmal gehen Blumen einfach doch nicht.
Egal wie... es steckt immer Mühe und viel Ausprobieren drin und es kommt nix auf den Blog, was ein vorheriges Studium benötigt, eher die Dinge, die wirklich entweder euer Herz hüpfen lassen oder wirklich in jeden Alltag passen. Zumal Viele an Feiertagen backen, an denen es eh schon eng wird.

Und da sind wir schon beim eigentlichen Thema: Feiertage.
Ich bin heute morgen aufgewacht und habe glückseelig festgestellt, dass ich morgen ausschlafen kann. Ausschlafen heißt aber auch: es ist wieder einmal eine Woche rum und vor gerade mal einer Woche habe ich mit Erschecken festgestellt, dass Ostern nächste Woche ist, nicht wie geglaubt erst in 2 Wochen (was am Ende nix dran ändert, dass die Zeit doch immer zu schnell weg ist).
Und da ich ein Kind habe, dessen Geburtstag unklug geplant mitten in der Weihnachtszeit liegt, hat es sich in vielen Jahren ergeben, dass an Ostern doch etwas mehr als nur Eier zu suchen waren, denn wer schenkt einem Kind schon Weihnachten einen Roller oder ein Fahrrad... Da waren zwangsläufig fettere Ostern vorprogrammiert, Eltern "solcher Kinder" wissen, wovon ich rede.

Nun ist das Kind groß genug, um Ostern wieder zu dem zu machen, was es eigentlich sein könnte, wenn ich mir was wünschen dürfte: ein 5-Tage-Frühlingsfest... (Bei mir geht Ostern Gründonnerstag los...mit Spinat. Was sonst...)

* mit in der Hängematte liegen (zumindest wenn es so spät wie in diesem Jahr liegt)
* die ersten Blüten bestaunen
* vielleicht doch mal durch den Gartenmarkt laufen und mitnehmen, was sonst keiner will und irgendwohin pflanzen, wo es hoffentlich nichts anderes vergraben ist.
Das alles nur, um dann im nächsten Jahr erstaunt festzustellen, was für ein tolles Pflänzchen ich da mitgenommen habe (so kamen wir zu einer tollen alten Bauernrose, wunderschönen Pfingstrosen und manchen Pflanzen, die ich nicht benennen kann, weil die Schildchen dazu bei uns in ständiger Wanderung begriffen sind und nicht mehr da, wo die passende Pflanze wächst).

Dieses Resteverhalten haben wir übrigens auch bei Weihnachtsbäumen jahrelang gepflegt... man konnte eine Zeitlang wirklich kleine, krumme oder nur halb vorhandene Bäumchen am Tag vor Weihnachten für ein paar Euro retten... irgendwie geht das nicht mehr, heute wandern die lieber in den Schredder, aber bis dahin gabs viele Bäumchen (groß waren sie selten), die gut sehr individuell waren:)))
* Aber jetzt ist ja Ostern erstmal.
Auch toll wäre ein wirkliches Frühlingfest mit den ersten Windlichtern, die im Wind baumeln, kleinen verrückten Häppchen, die man vorher vorbereiten kann und dann keine Arbeit mehr machen, vielleicht der tollen Lichterkette von früher die wir für unsere Mädelsabende schon 2 Jahre kaufen wollen (die uns aber immer noch zu teuer erscheint, weil es nicht die China-Neumodisch-Version sein soll) und einer schön fruchtigen Bowle und viel selbstgemachtem Eierlikör?
* auch großartig... doch mal irgendwen, den man mag, etwas suchen lassen, auch, wenn man das als Erwachsener nur so semicool findet.
Mir ist beim Schreiben ein guter Gedanke gekommen, wie ich unsere Nachbarn verzücken könnte... leider muss die Idee hier warten, denn manchmal lesen die Nachbarn mit und selbst an Ostern muss doch ein wenig Vorfreude bleiben... also dazu dann nach Ostern.
Aber soviel: es wird eine Nachricht am Gartenzaun geben und etwas zu finden. Und die Hoffnung, dass der Hund nicht schneller ist, so wie bei den herrlichen Rotweingelee-Törtchen vom vorletzten Herbst, die er deutlich schneller entdeckt hatte, als die, die sie kosten sollte:)
* ganz entspannten Besuch von der Familie (das hab ich hinbekommen... die übernachtet und man kann sogar die Arbeit noch verteilen:)))
* ein Tag nur draussen (auch gedanklich vorbereitet und nur noch ein wenig wetterabhängig)
* das Thema kleine OsterÜberraschung ist vorbereitet, aber irgendwie könnte es noch entspannter sein.
Vielleicht gibts nächstes Jahr für jeden in der Familie ein Los mit einem Namen und man bedenkt ganz einfach nur EINE Person mit einer klitzekleinen Osterüberraschung?
* großartige Ausflügen mit den Hunden, von denen sie völlig platt schon im Auto nach Hause schlafen
* Osterkranzbäckerei: nicht vorher, damit man schön vorbereitet ist, sondern ganz frisch zum gleich danach essen... man kann ja einen Testlauf machen.
Im Kopf habe ich eine gefüllte Version, weil der Gedanke an trockene Hefeteilchen bisher die Osterkränze immer verhindert hat...
Sollte es gelingen, gibts noch vor Ostern das Rezept dazu, das dann auch für ganz normale Frühstücke taugen sollte, also zügig machbar ist.
* naja...und sonst einfach nur nichts... nichts... nichts. Frei eben.

Und schon ist er weg...
der Druck, ein Fest organisieren zu müssen, ellenlange Einkäufe, das besondere Ostermenü mit geeistem Wasweißich, dass es genau jetzt besonders günstig beim irgendeinem Discounter gibt und all dem Weihnachtsgedöns zur Osterzeit.
Vielleicht sollten wir auch einfach anfangen, die Sommerküche im Hof zu bauen und abends schmutzig, erschöpft und glücklich bei einem Glas Bowle auf der Treppe sitzen und hoffentlich den Vögeln zuhören.

Da war ja aber noch das ZDF und ein Osterrezept...

Doreen hatte Besuch: das ZDF hat Zeulenroda und Umgebung entdeckt, natürlich kann Stelzendorf da unmöglich fehlen. Da wir euch teilhaben lassen wollten, gab's zur Kamera noch den Fotoapparat und hier die entsprechenden Bilder...

"Leider" war das Ganze so unkompliziert, dass es durch war, als es gerade angefangen hatte...
Als ich dazukam, war die Torte fertig, alle plauderten ganz entspannt und die Redakteurin hatte sich bereits unsterblich in die Patisserie verliebt. Eigentlich war der Dreh im Kasten, aber sie hat ihre zwei Männer mit der Technik dann doch noch eine Etage höher in die Geschenkeabteilung gelockt. Die hatten eigentlich fertig :), aber dann eben doch nicht ganz,denn vermutlich hat sie spätestens der Blick durch die Kamera ins romantische Geschenkewunderland dann auch verzückt.
Ich bin gespannt auf die Bilder...

SENDETREMIN:
Ostersamstag, ZDF, Länderspiegel, 17:05

Was beim Dreh gebacken wurde, taugt ganz eindeutig als Osterdeko, wunderbare Festtagstorte oder recht schnell gemachtes Ostergeschenk...
Das Rezept anbei, Dekotipp von Doreen dazu... vermutlich muss man es ein paarmal probieren, um es genauso perfekt legér hingeworfen hinzubekommen:)) Profi bleibt halt Profi.

In dem Sinne... noch ist Zeit zum Überdenken der ganzen Ostergeschichte und schon kann sie beginnen... die Vorfreude auf entspannte freie Tage:))

*

Übrigens: das Vorhaben, jeden Tag Müll mit aus dem Wald, von Feldern oder der Wiese zu nehmen, dauert an... ein Foto von vorgestern findet ihr in der Galerie. Ob da jemand geglaubt hat, dass Blumentöpfe aus der Gärtnerei in den Wald legen (die Erde un dden Wurzelballen von irgendwas habe ich dann doch dort gelassen) sowas wie Aufforsten ist und hat auf diese gute Idee gleich noch einen getrunken?

 


Wenn er Lamas haben kann...

Oder: Wandern verzaubert
Wir haben endlich mal wieder überredet... zu einem Gastbeitrag, weil uns das Thema schon lange verzaubert UND.... weil diese Lamas nicht gleich um die Ecke sind (von uns aus gesehen), das, was Alina da insgesamt macht, aber toll ist.

Ich habe Alina vor Jahren einmal ins Boot holen wollen für ein Projekt, das eigentlich dieses hier ist, aber damals noch Balancesucher hieß (und das Thema tiergestützte Therapie.. immer noch eines, dazu aber später einmal). Es gibt sogar noch eine Facebookseite dazu, die vermutlich irgendwann einmal zu diesem Blog gehören muss, aber nicht umbenannt werden darf. Sagt Facebook. Weil die Nutzer der Seite sonst verunsichert sind. (Gut, dass Facebook uns alle vor Verunsicherung schützt.)

Lange Rede, kurzer Sinn...wer Facebook-Nutzer ist, kann dort irgendwo in den Tiefen alter Beiträge auch schon die Lamas finden, weil wir glaubten, dass sie herrlich zum Konzept der Entschleunigung, des Ankommens und glücklichen Lebens mit den einfachen Dingen passen.
Das tun sie natürlich auch noch heute und deshalb gleich hier auch ein paar Termine mit Lamawanderungen... vielleicht könnt ihr ja mal euren Kalender befragen? Es wird sich lohnen!
So...und nun hier die Geschichte der Lamas, weshalb, warum, wie überhaupt... Und bitte nicht der Gedanke: Lohnt sich das? (die Lamas)
JA! Natürlich. Für alle, die einmal glücklich gewandert sind, ist das ganz sicher keine Frage mehr. Lohnen ist halt nicht gleich lohnen...
..................Nun hier Alinas Beitrag......................
Als ich 2008 im mecklenburg-vorpommerischen Neubrandenburg an meiner Diplomarbeit feilte, war Thüringen leider ganz oft weit weg.
Nicht nur der Entfernung wegen. Es gab andere Themen im Leben, wir trafen uns dennoch "zu Hause", wenn Familiengeburtstage anstanden.
Ein festes Fundament trägt einen ja doch.Als dann aus heiterem Himmel ein Treffen anberaumt wurde, war die Verwunderung gross. Warum jetzt so plötzlich "außer der Reihe" treffen? Das Erstaunen konnte nicht größer sein: Im Familiengarten tummelten sich jetzt zwei Lamas. Und eine Ziege.Das Zugticket gen Heimat hab ich noch nie so schnell gebucht.
Angekommen zu Hause konnten wir alle unsren Blicken nicht trauen: Wie anmutig-schön sich diese Tiere bewegten, neugierig-keck den langen, weissen Hals streckten, um ebenso vorsichtig wie neugierig an unsrer Hand zu schnuppern... Berühren war tabu - das mochten sie nicht und gingen sofort auf eine Armlänge Abstand. Aber diese weiche Wuschelkuschelwolle... Und die Augen erst - tiefgründig und wissend, ausgestattet mit Wimpern, so dicht wie lang - da wird jede Frau neidisch.
Die Lamas waren angeschafft, um als lebende Rasenmäher emissonsfrei den brachliegenden Familiengarten zu bewirtschaften. Das ist nicht unüblich - nur sind wir hier eher an Schafe oder Ziegen gewöhnt. Weitet man seinen Blick, durfte ich schnell feststellen: Lamas in Thüringen sind weder selten noch wenige - nur die Zahl der Alpakas ist noch höher. Schnell fielen wir auf im Ort (wen wunderts!) und schon bald trudelten erste Anfragen ein, ob eine Wanderung bei uns möglich ist.
Das ist jetzt über 10 Jahre her.

Die meistgestellten Fragen unserer Gäste sind immer noch "Spucken die?", "Warum habt ihr Lamas?" und "Kann man die essen?" (Nein, Scherz, aber bei euch auf dem Blog geht es ja auch um Essen. Aber danach gefragt wurde wirklich auch schon!!). Eine weitere Frage wird gern gestellt: "Kann man davon leben" - ich antworte zu gern "Davon nicht, aber dafür". Als ob es immer darauf ankommt, wie höherschnellerweiter der Geldfluss ist. Pauschal gibts keine Antwort drauf: Wenn ich mitten in der Kosumgesellschaft angekommen bin, ohne neuestes Iphone, Alexa und exotische Urlaube oder gar Mode nicht leben will (oder kann) - ja dann kann man sicher nicht davon leben.
Wenn es aber um sinnbereichernde Naturerfahrungen geht, um echte Begegnung zum Gegenüber (egal ob tierischer oder menschlicher Gestalt) und um Spaß am Draußensein - dafür lebe ich gern mit den Tieren und der dazugehörigen Arbeit.
Das "gute Leben" fängt bei einem selbst und vor (oder hinter?) der eigenen Haustür an. Ich kann mir immer nur selbst begegnen, auch wenn ich meine, mein Glück woanders zu suchen oder es für teuer Geld gar kaufen zu können.
Es ist so einfach, mit so wenig so viel zu bekommen! Draußen sein, im Wiegeschritt der Tiere gehen, sich auf den Rhythmus einlassen - auf den der Lamas an erster Stelle, klar. Dicht gefolgt vom eigenen Rhythmus, den viele erst wieder finden müssen. Umgeben vom Rhythmus der Natur, der uns ausmacht.
Vorm Lama ist jede*R* gleich - Das ist das Bereichernde, es gibt keine Unterschiede. Das Lama (Tiere allgemein natürlich!) schauen bis in unsre Seele. Je nachdem, was sie entdecken, gehen sie mit uns in Verbundenheit.
Vorm Lama ist jede*R* gleich - Das Einlassen auf diese ganz besondere Begegnung macht etwas mit den Gästen. Wenn man doch nur mal eine Fotoaktion machen könnte "Gesichter vorher - nach der Wanderung" - unbeschreiblich. Wenn man sich selbst (fort)bewegt, wird man scheinbar auch bewegt. Oder bewegt sich etwas? Genug der Wortklauberei.
Vorm Lama ist jede*R* gleich - Der Zauber der Tiere wirkt in jeder Begegnung: Sei es bei der klassischen Wandertour, beim turbulenten Kindergeburtstag, bei der Schweigewanderung oder gar beim Junggesellinnenabschied.

In den letzten Jahren hat schleichend - aber nicht unbemerkt - ein Wandel stattgefunden.

Ergänzend zu den klassischen Angeboten kam die Achtsamkeit und die tiergestützte Therapie bereichernd hinzu.

Nun fand plötzlich ein ganz anderer "Menschenschlag" zu uns. Oft nach Ende eines Arbeitstages mit und bei den Tieren kommt in mir die Empfindung auf: "Ja genau, genau dafür mache ich das".
Man zieht das an, was man ausstrahlt. Unsere Wirkungsenergie liegt auf Entschleunigung und Achtsamkeit - es wirkt hinein bis in unsre Familie, wie soll es da an den Gästen spurlos vorrübergehen?
Diese und andere Erkenntnisse bekommt man nicht automatisch geschenkt, nur weil man plötzlich Lamas hat.

Ich bin zurück nach Thüringen gezogen, erstmal in die "sichere Stadt" - Stadtleben kannte ich immerhin seit 10 Jahren. Da war ich aber schon längst "verzaubert" so dass ich 2015 den "Schritt wagte", zurück aufs Heimatdorf zu ziehen. Aufs Dorf! Freiwillig!  Nur wenige gute Freunde haben den Schritt verstanden.
Das Lama-Herzens-Business ist in zweiter Generation und seit der Geburt meiner Tochter wächst jetzt schon die dritte Generation heran. Wenn das keine Verzauberungen sind, die in meinem Leben und dem meiner Familie seit 2008 stattgefunden haben, dann weiss ich es wirklich auch nicht.
Die Begeisterung über die Tiere, die Freude an den Menschen und das Aufeinandereinlassen während den Mensch-Tier-Begegnungen : Ich habe daran noch immer meine Freude und hoffe, das ändert sich nicht.
Wandern verzaubert eben wirklich! Mich hat es schon lange und wann Dich?
Im Mai stehen viele schöne Wandermomente bereit, die genossen werden wollen: Eine Auswahl davon
Mittwoch, 1. Mai
11 Uhr, Die Unstrut-Lamas begrüßen den Mai
Wanderung entlang der Unstrutaue im gemütlichen Wanderschritt der Tiere
Ort: 99955 Herbsleben, Treffpunkt gibts bei Anmeldung
Sonntag, 05.05.
11 Uhr, Spaziergang in den Mai hinein mit den Unstrut-Lamas
Ort: 99955 Herbsleben, Treffpunkt gibts bei Anmeldung
Sonntag, 12. Mai
Unstrut-Lamas zum Muttertag: Wandertour von Erfurt-Tiefthal bis zur Grundmühle
Start: 11 Uhr
Ort: Tiefthal bei Erfurt,Treffpunkt ist die Ecke Kühnhäuser Weg – Elxleber Weg am Fleischerimbis. Dort sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, das Ziel ist die Grundmühle Tiefthal. Dort rasten wir und es hat jeder die Möglichkeit, sich hier individuell zu verköstigen. Dann geht es gemütlich durchs Weißbachtal wieder zurück zum Parkplatz. Bitte ausreichend Zeit mitbringen.
Donnerstag, 16. Mai
Mit den Lamas in den Hainich; Wandertour rund ums Craulaer Kreuz
Start: 10 Uhr
Treffpunkt: Wanderparkplatz Craulaer Kreuz
Sonntag, 26.Mai
Kräuterspaziergang bei den Unstrut-Lamas
Start 11 Uhr
Ort: 99955 Herbsleben, Treffpunkt gibts bei Anmeldung