Monat: Mai 2019

Jaffa-Liebe

Backen ist experimentell. Oft.
Es ist nicht so einfach mit den Dingen, die in den Ofen wandern dürfen.
Vorher gibt es da Tagträumereien, in denen Zutaten gedanklich gemixt werden, Backbücher, Zeitschriften mit den neuesten Trends oder das Rezeptbuch von Oma (manchmal eher verwirrend statt klärend, weil die Möglichkeiten wachsen) und wieder Gedanken. Oft tagelang und an jedem Ort.

Selbst wenn die Idee steht, ist der Weg zum Teil noch lang, denn es kann viel schief gehen. Backen ist manchmal ein wenig wie ein Ding aus dem Chemiebaukasten, denn nicht alles, was da aus einer Form kommt, bleibt in Form. Und da ist man noch nicht einmal beim Geschmack, denn was in Einzelteilen unglaublich lecker daherkommt, wird im Miteinander manchmal einfach nicht das Feuerwerk oder ihr seid der einzige Mensch, der dank der tagelang aufgebauten freudigen Erwartung dem Ganzen Gutes abgewinnen kann...

Folglich ist meine Familie, die das Drama kennt, manchmal leicht desinteressiert.
Lange Rede kurzer Sinn... JaffaCakes sollten aufgehübscht werden. Ich denke seit Wochen darüber nach.
Dank der Entscheidung, immer  nur in Minimengen zu testen, war der erste Versuch in Nullkommanichts gegessen... zwar kommentarlos, aber weg. Wahrscheinlich fiel dabei gar nicht so auf, dass das Thema Form alles andere als gelöst war. Dafür war der Geschmack sensationell.
Und so bekam die Version Kuchen im Glas ihren Auftritt, nicht nur, weil ich mir da keine Gedanken um Kühlzeiten (manchmal sind die schwer auszuhalten, was dem Ganzen nicht unbedingt zuträglich ist) machen muss, sondern auch, weil man herrlich sehen kann, was drin ist.

Und genau darum ging es diesmal, denn ich liebe JaffaCakes... allerdings hat die Liebe einen Knacks bekommen, seit sie entweder immer süßer werden oder mein Geschmack sich geändert hat. Es ist immer wieder toll, sie zu essen... bis zum ersten Biss. Dann ist da einfach zu viel Zucker, kaum Geschmack und eigentlich bleibt nur die Konsistenz, die wirklich etwas hat.

Gut, die musste ich hergeben bei diesem Rezept, denn das schön Knackige der Schokolade leidet leicht, dafür erwartet euch ein Feuerwerk an Geschmack. Ich bin begeistert. Viel Frucht, schön sauer und trotzdem süß, Creme, ein bisschen Knack und gerade genug Teig.

Also besorgt euch einen Schachtel Jaffas und probiert es aus... kaum Backzeit und spätestens beim zweiten Versuch auch vom Ablauf her ein Kinderspiel.

Bleibt zu hoffen, dass ich gleich aus dem Kauderwelsch der Zutaten schlau werde, denn die Zettel, auf denen ich die möglichen Kombinationen notiere, sind doch recht kriminalistisch zu behandeln. Abgesehen davon, dass man nur an den Zutaten erahnen kann, um welches Backwerk es geht (klar... wie soll man vorher wissen, wie das Ganze heisst?), ist die Sache mit der Menge manchmal so ein Ding... denn mitten im Backen verändern sich Notwendigkeiten:))
Ich habe den aktuellen Zutatenplan in die Galerie zu den fertigen Küchein gepackt... so sieht es immer aus.
(Ganze Stapel an Zutatenversionen schlummern noch in der Tiefe des Schreibtisches...vermutlich lohnt sich beiden meisten der Aufwand der Entschlüsselung nicht, besser neu denken...)

Und wenn jetzt jemand auf die Idee kommt zu fragen, ob es nicht einfacher wäre, nach Rezept zu backen...
Vielleicht, aber abgesehen davon, dass auch Rezepte Urheberschutz haben (wie Fotos) und wir euch gleich nur Buchtipps geben könnten, ist es mehr als spannend, wenn ein Teil Torte auf den Grill wandert, ein Kuchenteig mit einer völlig neuen Creme kombiniert wird oder statt einer XXL-Torte alles in XS auf den Tisch kommt, weil auch das den Geschmack verändert.

Habt Spass mit den Jaffas, sie taugen bestens für ein Picknick (dann Gläser nicht zu voll füllen und nach dem Erkalten Deckel drauf), als Dessert nach dem Grillen oder gut gekühlt als erfrischendes Dessert... irgendwie soll es warm werden.
Ein schönes Wochenende euch allen!

(PS: JaffaCake = Softcake...)

 


Weil die Pâtisserie Wochenende hat

...dazu (fast) Sommer ist und ein wenig Süßes immer geht, haben wir mal wieder gegrillt.

Diesmal etwas, was auch in die Pfanne kann, wenn doch kein Grillwetter ist.
Als bei uns zu Hause noch Schule angesagt war, bekamen die Röllchen unpaniert, ungegrillt und herzhaft gefüllt als Schulbrot ihren Auftritt, nachdem herkömmliches Schulbrot eigentlich immer wieder den Weg nach Hause fand. Eine Zeitlang war das eine gute Idee:))

Aber hier natürlich volle Pulle Grillgenuss mit knackiger Panade aus Zimtzucker... die Testesser haben einhellig beschlossen, dass das Ganze ohne diese Panade nur der halbe Genuss ist. Man kann es ja bei einem Röllchen belassen, auch wenn es schwer fällt.

Sicher kann man der Umwelt zuliebe auch einen Versuch ohne Grillschalen starten, es gibt Grillmatten oder halt die Version ganz ohne... Allerdings wird das durch die Panade ein doch recht intensives Putzerlebnis im Nachhinein. Außerdem gibt ein wenig Butter in der Grillschale der Kruste den letzten schön herrlich knusrigen Rest:)

Womit ihr füllt, ist eigentlich egal, man sollte nur bedenken, dass spätestens nach dem Wälzen in Panade alles nicht mehr so kompakt wie vorher ist und grobe Füllung das Ganze zerfallen lassen könnte. Fein geschnittene Früchte oder auch Schokolade könnte man sich sehr gut vorstellen.

Habt ein wundervolles Wochenende mit vielen genussvollen Draußen-Momenten...

 


Der Verlust des Spielerischen im Leben

Ein Gedankenspiel
Heute Morgen kurz nach 9 Uhr, leichter Nieselregen, nicht wirklich vorsommerlich warm, grau, Wald Plothener Teichgebiet...

Froh darüber, zumindest die Hälfte der Gruppe tatsächlich in den Wald bekommen zu haben, frage ich mich, wieso das, was sich für mich spielerisch, erfrischend und nach dem ersten Wetterschock (den bekommen auch Draußen-Leute, egal, was man denken mag) wirklich wie Luxus mitten in der Woche früh anfühlt, für die meisten einfach nur ein Verwirrspiel unter unangenehmen Bedingungen ist.

Gut, dass es sich mit dünnen Turnschuhen in knöcheltiefem Schlamm bei leichtem Nieselregen nicht sonderlich gut läuft und die Laune sinkt, ist klar. Warum man sich so bekleidet im Wald wiederfindet, fragen sich viele der Beteiligten. Ich habe diese Frage längst aufgegeben zu stellen. Warum aber ein vielleicht 9Jähriger missmutig dahintrottend erklärt, seine Laune würde sich nicht ändern, weil er IMMER schlecht gelaunt sei, irritiert mich dann doch und lässt mich ihn bedauern angesichts dessen, was ihn mit diesem Ansatz wohl im Leben erwarten mag. Erfüllung wohl kaum.

Ist es das, was uns umtreibt? Die Suche nach Erfüllung? Wissen wir, dass man sich auf die Suche machen kann und wie das geht?

Erst gestern war da wieder die endlos, sinnlose (ich kann es nicht lassen... leider) Diskussion um IPad und Co. in den Schulen (Macht es wirklich Sinn, Matheunterricht mit Pad zu machen... worauf bereite ich mich da vor, was mir im Erwachsenenleben nutzen wird? Was findet man dort besser als im richtigen Leben, das Kinder ja noch gar nicht kennen können? Vielleicht halten sie wirklich irgendwann eine echte Kuh für die Simulation, weil sie nur die aus dem Internet kennen und stellen sich hier die Frage nach dem Ei und dem Huhn? Was war eher... die Kuh im Netz oder die, die da draußen rumläuft... vielleicht ist die ja konfiguriert wie echte LeberWURST aus Pflanzen...)...

Aber darum ging es ja gerade weniger, obwohl alles miteinander verwoben scheint.
In jedem Fall findet nur mühsam irgendwer neben mir an diesem Morgen das Glück da draussen im Nieselregen im Wald. Auch nicht mit Goretex und Gummischlappen. Aber eigentlich kann es richtig lustig für die Kids sein, denn sie suchen einen Schatz... sollten sich bestenfalls anhand von Fragen und Fotos durch den Wald kämpfen (dass sie das noch wirklich machen müssen, ahnen sie zu dem Zeitpunkt noch nicht) und erschöpft, voller Entdeckungen, noch mehr Fragen und irgendwie glücklich (und vielleicht auch ein wenig schmutzig) aus dem Wald kommen.
Ich fürchte, daraus wird nix werden, weil spätestens an dem Punkt, an dem das erste Verlaufen droht, der Frust kommt. Nur wenige werden auf die Idee kommen, es doch einfach mal zu verSUCHEN (im wahrsten Sinne des Wortes), sich vielleicht zu irren, mit Schrammen und ein paar Zweigen im Haar den falschen Weg getestet haben, zusätzlich Zeit verschlampt und mit etwas Pech gerügt, weils nix gebracht hat...

Und da sind wir mittendrin, weil das in irgendeiner Weise im richtigen Leben genau so ist. Solange die Orientierung funktioniert flutscht das Leben so hin, mit einigen kleinen Hochs und Tiefs... und plötzlich ist sie da, die große Leere, weil der rote Faden aus dem einen oder anderen Grund einfach alle ist.
Die Schulzeit ist vorbei und man muss irgendetwas lernen... man hat den Job schon 20 Jahre, gefühlt quält man sich 10 davon schon sehr mühsam jeden Tag dahin... das Leben ändert sich mit den Jahren und es fehlen plötzlich die Ankerpunkte im Leben, die Werte ändern sich...
Immer dann geht sie los, die Suche nach mehr Orientierung. (Nicht umsonst schießen gerade Bürgerinitiativen wie Pilze aus dem Boden oder suchen manche ihr Heil in Parteien, die Orientierung und Werte vorgaukeln.)

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht. Ringelnatz

Und mittendrin in der großen Orientierungslosigkeit sind wir hilflos, weil wir es komplett verlernt haben, einfach mal zu machen... Irgendwer hat uns gesagt, das man immer wissen muss, was man tut, immer einen Plan haben muss (wenigstens einen Plan B, auch wenn der nicht wirklich hilfreich ist) und das bitte zeitnah.

Also basteln wir uns Antworten aus Annahmen. Wir nehmen an, dass ein Rapsfeld ein geeigneter Orientierungspunkt sein kann, weil es so schön präsent gelb leuchtet und vergessen, dass es das in 2 Wochen nicht mehr gibt... also als Orientierungspunkt nicht taugt... wir nehmen (immer wieder) an, dass Wahlversprechen eingelöst werden... wir nehmen an, dass alles gut wird, wenn wir nur das tun, was vernünftig ist (noch 20 Jahre im Job...aber immerhin gibts dann Pension und was man dann so alles machen kann...), weil es das ist, was man so hört...

Alles Annahmen. Wo sind sie geblieben, die spielerisch Verrückten... die auf der Suche nach dem richtigen Weg mitten im Teich landen (ja, da wird man nass... aber auch wieder trocken)... die den gehassten Job kündigen, am selben Tag den Rucksack packen und erst einmal den Kopf frei werden lassen mitten in den Bergen... dort, wo keiner ohne Angst macht, dass das doch verwegen war und was so alles passieren könne....

Ja, es kann allerhand passieren... man findet den richtigen Weg... im Wald wie im Leben, auch, wenn es vielleicht nicht für die Ewigkeit ist. Aber was ist schon Ewigkeit (wissen wir das überhaupt?). Zumindest hatte ich Spaß, fühle mich am Leben, merke, dass es mich noch gibt und jedes ängstliche Gefühl ist zumindest irgendeines.
Auch eines, das mich wach werden lässt, mich lehrt, alles um mich herum klarer wahrnehmen. Da sind plötzlich Wege und Möglichkeiten, die man mitten in all den Annahmen gar nicht zu sehen waren und vielleicht erweisen sie sich als das Schönste, was einem seit Langem passiert ist.

Vielleicht auch nicht, aber was solls...
Es kann doch nicht immer erst ein Unglück passieren müssen und ich darf Bucket List schreiben, wei ich dann Unterstützung für die wirrsten Ideen bekomme samt Verständnis. Warum geht das sonst nicht?

Suche scheint immer ein bisschen schwierig zu sein, dabei ist das der einzige Weg, wie ein Leben funktioniert. Es ist in Ordnung, wenn die Kids im Wald sich verlaufen, wenn unsere Kinder nach der ersten Ausbildung merken, dass ihr Herz ja doch woanders hin gehört, dass wir mit 40 plötzlich anderes vom Leben wollen, als 20 Jahre vorher. Wer dann mit Entdeckerfreude und ohne Erwartungen (vor allem nicht die der anderen) am Suchen ist, wird den Weg schon finden... seinen. Beulen gibts eh immer. So oder so.

Also traut euch mehr. Vielleicht auch einfach mal nur alles, was ihr wollt.
Und... ich bin heilfroh, dass eine Bekannte, die ich wirklich sehr schätze, sich nicht von den Erwartungen  und Einschränkungen aller um sich herum hat bremsen lassen und mit 65 (kein Alter) ihr Abenteuer mit Friedrich startet, der gerade mal 3 Monate alt ist und 4 Beine hat... (zu wild für jemanden mit 65... ich hoffe, ihr beweist allen das Gegenteil und habt tausend glückliche Momente).

In dem Sinne... da hoffe ich mal, die Kids haben ihre Tour spielerisch genommen und ein schönes kleines Abenteuer gehabt im Wald von Plothen...
Die Tour ist übrigens wirklich schön, mittlerweile so sicher, dass eigentlich jeder wieder nach Hause finden sollte und perfekt für Familien mit Grundschülern geeignet. Vielleicht habt ihr ja demnächst Kindergeburtstag... dann macht euch auf und fragt nach in der Jugendherberge Plothen. Dazu noch ein Picknick am Teich (Abfall wieder mitnehmen) und der Tag ist perfekt. Eine tolle, etwas längere Tour gibt es übrigens auch auf dem Berghof Weckersdorf: Wiese, Wald, Teich, Felder... alles dabei. Die Vierbeiner können mit (auch hier einfach nachfragen).

 


Zeit, sich selbst zu feiern

...wenn es schon sein muss.
ich gebe zu, ich bin nicht frei davon und weiß, dass ich unbedingt heute noch zuhause anrufen muss, weil ich mich sonst schlecht fühlen werde (allerdings nicht schlechter als an Tagen, an denen ich das vor habe und mal wieder nicht schaffe und hoffe, dass es meine Eltern verstehen). Ich habe sehr wohl seit Freitag Männer mit Blumengestecken und Herzen in der Hand aus der Gärtnerei kommen sehen, die sicher heute noch ein gutes Geschäft macht (es sei ihnen gegönnt, wenn man sonntags schon arbeitet) und weiß, dass mein Kind die leicht grummelnde Frage im Bauch hat, ob sie mir nicht doch was hätte schenken sollen.

Und nein... hätte sie nicht, denn auch, wenn sie das Ergebnis dessen ist, hat sie mit meiner Entscheidung, Mutter werden zu wollen, rein gar nichts zu tun und muss sich schon gar nicht dafür bedanken, dass ich Mutter bin und für sie da war/bin. Vielleicht müsste ich mich selbst bei mir für die gute Idee bedanken, Mutter geworden zu sein, aber genaugenommen hat es sich damit auch schon. Wer kann aber schon jede gute Idee feiern...

Ich habe, bevor ich anfing, das hier zu schreiben, spaßenshalber den Begriff Muttertag in Fotodatenbanken eingegeben...was ich erhalten habe, waren Bilder glücklicher Mütter mit Kleinkindern oder Babys und Millionen von Blumengestecken und Herzen... Ist es das, was in unseren Köpfen geistert, wenn wir an unsere Mütter denken? Doch das alte Bild von Müttern, die ihre Berufung im Gebären von Kindern und der gesellschaftskonformer Konditionierung ihres Nachwuches finden und dafür einmal im Jahr einen Blumenpott bekommen?

Ehrlich gesagt... ich war und bin nicht immer glücklich (was nichts mit der Entscheidung, Mutter geworden zu sein zu tun hat), noch weiß ich, was überhaupt richtig gelaufen ist, noch bin ich sonderlich stolz auf etwaige Ergebnisse und erhoffe mir Belobigungen.
Mutter wurde ich, weil ich mit einem Kind leben wollte, für jemanden da sein wollte und mein damaliges Lebensbild einfach dem einer glücklichen kleinen Familie entsprach. Dass das Leben manchmal andere Pläne hat, ahnte ich zwar, aber die Entscheidung blieb immer die richtige.
Als ich heute morgen am Muttertag mit meinem Kind und den Hunden im Schlepptau ins Auto stieg, um die Leckereien oben im Bild zu erstehen, war das das Beste, was uns passieren konnte und genau das, was ich mir vom Muttersein erhoffe: diese kleinen Momente, ein bisschen reden im Auto (dort geht es eh am besten), ohne großen Rummel, einfach nur schön und spontan.

Und weil der Kopf keine Ruhe gab, ein Spaziergang durch die heutigen Kolumnen der Süddeutschen... viel Mutterkrams, aber sehr inspirierend... über tolle Mütter mit narzistischem Gehabe, das Kinder trotz einer Fülle an Liebe in der Kindheit am Leben zweifeln lässt, von Müttern, die die Dramen des eigenen Lebens im Leben ihrer Kinder fortgesetzt sehen und eine, die mich zum Lächeln gebracht hat:

Da ging es um die Sicht des Autors auf die eigene Mutter... erfrischend zu lesen, was aus seiner Sicht die Dinge im Leben seiner Mutter waren, die er besonders bewundert hat. Es waren völlig schräge Aktionen, bei denen er als Kind grundlegend keine Rolle gespielt hat, sondern Mama eher in ihren Selbstverwirklichungsphasen unterwegs war. Also keine Supermama mit Schürze um den Bauch und der richtigen Medizin beim Schnupfen (versteht sich das nicht von selbst, wenn man einen Menschen liebt?), sondern der, die sich selbst liebt?

Vielleicht sollten wir das feiern... wir Mütter... die Momente, in denen wir wir selbst sind. Mit unseren Kindern, Männern, zu vielen Haustieren (die am Ende irgendwie alle uns gehören, weil die Ursprungsbesitzer den Pflegevertrag gekündigt haben), den grauenvollen Chaosmomenten, denen, in denen wir uns zwar schlechter fühlen als die scheinbar perfekte Mutter von nebenan, aber still und leise froh snd, wir selbst sein zu dürfen?

Das zu bewahren, was wir selbst sind in der Fülle der Dinge, die Mütter nunmal irgendwie als Aufgabe zu tun haben, egal wie oft wir versuchen, gleichberechtigt zu werden (werden wir ja gottseidank zunehmend... aber genaugenommen wissen wir, dass das den Aufgabenberg erweitert), ist wohl die eigentliche Kunst. Und vielleicht ist es ja das, wofür wir geschätzt werden?

Und damit wird der Muttertag dann doch noch zur Gelegenheit...zu einer, mehr zu erfahren über die Frau, die eure Mutter ist und aufhören zu dürfen, sich mit Blumensträußen bedanken zu müssen für etwas, was sie vermutlich gern gewesen ist (und den Strauß nicht angeordnet im Mai zu zücken), es sei denn, man weiß, dass ihr das wirklich wichtig ist. Das Danke-Sagen passiert ohnehin in den vielen Tagen dazwischen... dann, wenn das, was man gern an die Kinder weitergeben würde, in irgendeiner Form angekommen scheint: sie den Partner finden, der schätzt, wen er an seiner Seite hat, sie kleinen oder großen Träumen auf der Spur sind oder zumindest die Sehnsucht danach entwickeln, man sich nicht aus den Augen verliert und sich wichtig ist, einander zuhört und sieht, wie sie ansonsten ihre eigenen Schritte gehen können...

Denn da war ja noch was. Ich selbst und meine eigenen Träume. Und weil heute Muttertag ist, gibts ein dickes Herz. Für mich selber. Und denke sagen werde ich heute trotzdem noch, aber eher, weil ich das Gefühl mag, dass sie da sind...meine beiden Eltern. Ich kanns ja wiederholen... am Vatertag und allen anderen, an denen es sich ergibt.