Monat: Juli 2019

Das Gute liegt so nah

...und zwar vermutlich einen Steinwurf entfernt von vielen, die diesen Blog lesen, nämlich in Oettersdorf.

Was vor etwa 2 Jahren begann, trug ziemlich flott Früchte und schon jetzt ist Oettersdorf um ein Hühnermobil reicher.
Weil die Nachfrage stetig wächst und der Kühlschrank im provisorischen Hofladen von Jörgen Quaas immer mal wieder leergefegt ist, musste ein Zuhause für jetzt insgesamt 500 Hühner her, die nun täglich knapp ebensoviele Eier legen. Die jungen Hühner noch etwas weniger und kleinere (die gibts in herrlichen Kilopacks, bei denen einem schon rein optisch das Herz aufgeht), aber für den vollen Kühlschrank reicht es jetzt.

Ob es wirklich genug Menschen gibt, die nicht nur über schlechte Lebensmittel klagen und bereit sind, für mehr Qualität zu zahlen, stand anfangs in den Sternen. Wer aber einmal den Eiern aus Oettersdorf verfallen ist, bleibt es. Das Gelbe vom Ei ist bei dem Ganzen nicht nur Gerede... selbst wenn ich die Eier weisschaumig rühren will beim Backen, setzt sich das Gelbe vom Ei noch durch:) Und das ist gut so und all den Bemühungen ums Ei zu verdanken, die sich Jörgen Quaas und seine Frau Karin machen.

Es beginnt bei der Auswahl der Hühner, die aus artgerechter Haltung stammen, nicht mit genmanipuliertem Futter gefüttert wurden und die dann in Oettersdorf perfekte Bedingungen finden:  knapp 7000 Quadratmeter Wiese, freier  Auslauf, wöchentlicher Wechsel des Standortes  und damit gesündere Böden ohne Verschlammung, genfreies Futter und artgerechte Haltung... all das sorgt für gesunde Tiere, Böden, Eier und nachfolgend Fleisch.
Die Hühner ziehen im Alter von 18 bis 20 Wochen für ca. 1 Jahr im Hühnermobil ein, sobald neue Hühner Einzug halten, werden in mehreren Etappen die bisherigen Tiere abgegeben und können weiter verwertet werden.

Ein Hühnermobil fühlt sich für Hühner vermutlich wie ein Einfamilienhaus an... genug Platz,  Lüftung, immer Frischwasser...und dazu öffnet und schließt sich die Behausung noch genau zu Ruhe- und Wachzeiten, sodass alle immer sicher aufgehoben sind.
(Mehr Infos findet man übrigens auf der Website.)

All das macht sich am Ende bezahlt und man kann mit gutem Gewissen (das übrigens beim Bestellen der Flächen fürs Futter anfängt) ein wirklich gesundes und hochwertiges Produkt verkaufen. Wem also demnächst mal die Eier ausgehen, der sollte die Eier aus Oettersdorf probieren.
Der Kühlschrank ist 24/7 zugänglich, der Zugang ist schräg gegenüber der Kirche...die Hühner weisen euch auf Schildern den Weg:)

Demnächst wird auch der Hofladen fertig und Eierlikör, Nudeln und weitere selbstgemachte Produkte finden etwas mehr Platz. Die Nudeln werden in Bayern aus den Eiern des Hühnermobils hergestellt und sind wie hausgemacht. Probiert es aus... glücklich essen beginnt tatsächlich schon lange vor dem Herd.

Und anbei natürlich ein Rezept, bei dem wirklich frische Eier alles andere als unwichtig sind: Melone mit Zabaione (perfekt für den Sommer).
Die Zabaione ist so unvergleichlich gut, dass wir sie, als wir sie das erste Mal probiert haben, gleich so aus der Schüssel gelöffelt haben. Und noch dazu geht sie wieselflink und ohne viel Hexerei...
Lasst es euch schmecken!!


...und denen danach

...steht die Zeit still.
Und dann braucht man Hilfe.

...und gibt ein paar Menschen, bei denen dir unweigerlich das Herz aufgeht, wenn du mit ihnen zu tun hast und wenn irgendwer helfen kann, dann sie.

Das, was sie zu sagen hat, muss gehört werden, weil es so vielen Menschen zumindest für einen Moment das Herz leichter werden lassen wird und ihr Leben einen kleinen Schritt weiter gehen lässt.

Julia kennt sich aus. Das klingt großartig, ist aber eher traurig, denn sie kennt sich auch persönlich aus mit dem Thema Verluste in der Schwangerschaft. Ihr selbst ist es passiert und wie das manchmal so ist... die schlimmsten Momente im Leben ergeben oft im Nachhinein einen Sinn. Vielleicht wäre alles auch ohne diese Verluste genau so gekommen, aber so sehr man sich bemühen mag... ohne dieselbe Ohnmacht, denselben Schmerz, dieselbe Leere im Bauch wird man nur annähernd ermessen können, was in Müttern und Vätern vor sich gehen mag. Allein das Wort Sternenkind treibt mir die Tränen in die Augen, auch wenn es ein wirklich tröstliches Bild ist.

Egal, in welchem Stadium des Eltern-Werdens ein Paar ein solcher Verlust ereilt... es ist ein Meilenstein, der das Leben wie eine Kerbe auf immer begleiten wird. Wer klug genug ist, akzeptiert möglichst früh, dass jedes Kind, das auf die Welt will, Teil der Familie ist und bleiben wird. Wenn Oma stirbt, gehört sie ebenso weiterhin zur Familie, warum sollte das bei einem Kind nicht so sein, auch, wenn es vielleicht das Licht der Welt nie lebend erblickt hat. Wer das nicht akzeptieren kann, verhindert für sich selbst die Chance auf Heilung, denn wie will man für sich selbst Frieden finden, wenn der einzige Platz für dieses Wesen der Friedhof bleibt (und schlimmeres), anstatt im Herzen, genau dort, wo jedes andere Familienmitglied auch zu finden ist.

"Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon."
Die Dinge zu begreifen, scheint hier fast unmöglich... allein das Wissen, dass da ein Mensch geht, mit dem man unsagbar viel vor hatte, den man kennenlernen wollte, liebt, ggf. ohne ihn nur ein einziges Mal gesehen zu haben...

Es tun sich so viele Ebenen des Verarbeitens auf, weil selbst das, was als Laune der Natur abgetan sein könnte, mit Sicherheit viel mehr als nur das ist.
Da die richtigen Worte zu finden, zu erkennen, was zu tun ist, was den Schmerz verarbeiten hilft, was Klarheit bringt und vor allem über die erste Zeit hinweg, ist von so existentieller Bedeutung, dass die Arbeit von Julia nicht hoch genug zu schätzen ist. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die Dunkelziffer sein mag... wieviele Menschen in meinem Umfeld Kinder verloren haben, Kinder, von denen sie wussten, manche, die in so frühen Stadien der Schwangerschaft gingen, dass man selbst es nur geahnt hat oder Kinder, die bereits das Licht der Welt erblickten, aber einfach nicht bleiben wollten. Irgendwie wird über alles gesprochen... den Herzinfarkt von Opa Karl, den Unfall vom Metzger, sogar die Demenz von Anna's Tante... aber tote Kinder...

Ich habe Fotos gesehen von unglaublich engagierten Fotografen, die ehrenamtlich zur Verfügung stehen, um auf Wunsch von Eltern deren tote Kinder zu fotografieren... damit wenigstens etwas bleibt, wenn die Leere kommt nach dem ersten Schock. Da gibt es Frauen, die Mütter durch Geburten begleiten, von denen klar ist, dass das Kind nie leben wird, die mühevoll Babynestchen nähen, in denen das Baby begraben werden kann und aus demselben Stoff Sternchen, die die Eltern behalten können.

Und es gibt die Julias dieser Welt, die sich der Wunden annehmen und versuchen, die Scherben wieder zusammenzufügen, damit es weitergehen kann... sich weiterzuleben lohnt, die Angst vergeht, Schuld relativiert wird, eine Familie wieder zusammenwächst, Väter hören, dass auch sie trauern dürfen und sich vielleicht doch noch der Wunsch nach einem Kind erfüllt.

Julia ist Ergotherapeutin in Auma. Das Thema, das sie umtreibt, ist ihr eigenes, auch, wenn Zeit ins Land gegangen ist seither. Es gibt Kinder in ihrem Leben und alles hat sich gefügt. Die Wunden haben ihre Zeit gebraucht und haben am Ende genau dahin geführt, wo sie Gutes bewirken können... nämlich mitten in der Ausbildung zur KairosTherapeutin zu einer Spezialisierung auf Verluste in der Schwangerschaft. Wer mag respekt- und verständnisvoller damit umgehen als jemand, der weiss, wovon er redet...

Und jeder, der Julia kennengelernt hat weiß, dass es mehr als das ist, weil mit ihr vieles möglich ist... trauern, solange es dauert, weinen, voller Angst sein... und oft führt die Suche zu viel tiefergehendem Wissen und irgendwann dahin, dass man akzeptieren kann, dass die Dinge sind wie sie sind. Es gibt nicht viele Anlaufstellen für Mütter (Väter... die sind ein Thema. Ein schwieriges, denn die trauern in der Regel anders und da Julia nunmal nur die Erfahrung aus Frauensicht kennt, hat sich auf Frauen spezialisiert... es ist an der Zeit, dass sich auch hier mehr tut.) und jeder Weg nach Auma lohnt sich.

(Er geistert mir die ganze Zeit im Kopf herum der Gedanke...Nena, ja, die mit der Musik, hat eine wunderbare Art mit dem Verlust ihres Kindes umzugehen... für sie ist er einfach ein Teil der Familie und wird immer mit genannt, wenn es darum geht, wieviele Kinder sie hat. Wenn man ihr zuhört, mag man glauben, dass es eine gute Idee ist, die Dinge so zu sehen.)

Ich wollte so vieles schreiben, Julia tausend Fragen stellen... aber irgendwie gibt es keine Worte, die die Sache ausreichend beschreiben. Wer Facebook-Nutzer ist, sollte dort nach Julia Berger suchen und mitlesen... vielleicht muss man Julia ja auch überreden zu bloggen...oder so... Es hat mich zutiefst beeindruckt, immer wieder von ihr zu lesen, ansonsten hätte es diesen Post hier nicht gegeben. Und ich hoffe inständigst, dass ihn genau die lesen, die gerade nur wenig Trost finden können. Also gebt ihn weiter... mit dem Kontakt zu Julia, an die ich für einen zweiten Beitrag in der nächsten Zeit übergebe... für ihre Sicht der Dinge. Sie muss schreiben, was mein leeres Hirn jetzt gerade nicht mehr kann... sie hat Literaturtipps, Tipps für Papas, natürlich ihren Kontakt und sicher noch das eine oder andere zu ergänzen.

Mich hat das zu schreiben sehr bewegt und ich bin sehr froh, dass es die Julias dieser Welt gibt und ich eine davon kenne.

Und... heute ist ein guter Tag. Einer von Julias Söhnen hat Geburtstag. Es geht um ihn.Und in Gedanken um die, die nicht mit dabei sind.


Angemerkt

Julia hat das Wort:

Liebe Elke es ist an der Zeit, das Thema aus der Ecke der Verschwiegenheit zu holen... ich danke dir für deinen Artikel und deine ergreifenden Worte. Wir brauchen diese Öffentlichkeit.... es hilft betroffenen Müttern schon zu wissen , sie sind nicht allein mit ihrem schweren Schicksal.
Ihnen einen Weg aufzuzeigen, damit das Leben wieder leichter wird....die Trauer sich wandeln darf....das ist mein Ziel. Der Weg der eigenen Trauer ist individuell auf der ganzen Linie... wie lang das dauert werde ich oft gefragt... es ist ähnlich wie mit unserem Leben... da wissen wir auch nicht wie lang es dauert... und wir geben unser Bestes und leben es täglich aufs Neue... mit allen Auf's und Ab's.

Meine Arbeit ist eine begleitende und wissende Arbeit.
Ich selbst habe 2 Söhne still geboren (2006/2010) und nach diesen Geburten händeringend nach Hilfe gesucht... Sie jedoch leider nicht gefunden.
Heute bin ich diejenige die diese Hilfe anbietet...
Ich habe in der Praxis eine Spezialsprechstunde etabliert. Hier biete ich betroffenen Müttern therapeutische Hilfen an... diese hier nun im Detail zu erläutern würde den Rahmen sprengen... nur soviel sei gesagt ich sehe meine Klienten immer ganzheitlich.

Trauer zeigt sich vielfältig und kann und auch diverse körperliche Beschwerdebilder hervorrufen.
Im Aufnahmegespräch besprechen wir sowohl körperliche als auch seelische Beschwerden und erarbeiten einen gemeinsamen Plan damit das Leben wieder heller wird...
Auch Müttern die noch nicht an dem Punkt sind sich aktiv Hilfe zu holen stehe ich gern mit Informationen zur Seite... machmal benötigt man einen Literaturempfehlung, Adressen für eine Selbsthilfegruppe oder eine Idee für ein passendes Trauerritual. Am Anfang steht immer Mut, Mut etwas zu sagen, Mut den Schmerz zuzulassen, Mut Hilfen zu suchen...

Ich wünsche allen betroffen Müttern ,Vätern, Familien den Mut und die Kraft
Ihren eigenen heilsamen Trauerweg zu gehen,
und das am Ende dieses Weges ein Lächeln auf ihren Gesichtern und Dankbarkeit und Akzeptanz in ihren Herzen zu finden ist.

Julia Berger


So  erfrischt sich die Welt

Immer noch sind Ferien, wir stecken mitten in einem richtig schönen Sommer und man braucht eigentlich nichts außer leckerer Erfrischung.

Und schon haben wir sie für euch... die ersten leckeren Rezepte zum Trinken, gerade rechtzeitig zum Wochenende und zum Urlaubsbeginn der Bergmänner.
Und wie immer... traut euch, zu experimentieren und abzuwandeln.

Wenn ihr lecker trinken wollt, beibt euch gerade nur Selbermachen, denn Bergmanns machen sich auf nach Südafrika... mit dem Auftrag im Gepäck, auch dort nach leckeren Getränkideen zu suchen.

Und für alle, die ebenfalls unterwegs sind oder gute Ideen im eigenen Fundus haben:
her mit euren tollen Erfrischungen für tolle Sommerfeste, lange Nächte zu zweit, Kinderpartys oder einfach nur zwischendurch.
(Kommentarfunktion nutzen oder per Mail an e2grafik@email.de)


Eine Kurze Lange Reise

...hat Nelly aus Freiberg unternommen. Als ich erfuhr, dass sie das tun wird, war klar, dass hier etwas dazu stehen muss. Nicht nur, weil es wie eine der spannendsten Varianten klang, seine Ferien zu verbringen, sondern weil ich ungemein gespannt war, was diese Reise so bringen wird.

Und... genaugenommen hatte ich noch nie davon gehört, bin mir aber spätestens seit Nellys Text in meinem Mailpostfach lag sicher, dass der eine oder andere sich auch schlau machen wird, zumal das Gute in dem Fall recht nah liegt, nämlich in Sachsen...
Deshalb... seid verzaubert und dir Nelly danke für den wunderbaren Text.

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Heyy,

ich heiße Nelly und bin 15 Jahre alt.

Ich hatte nie so richtig Lust am Jugendweiheprogramm oder der Konfirmation teilzunehmen. Das hat irgendwie nicht zu mir gepasst.

Durch Zufall bin ich dann auf die ,,Drachinzeit“ gestoßen. Dies ist eine andere Möglichkeit den Eintritt ins Erwachsenleben mit verschiedenen Ritualen zu gestalten. Als ich das Wort ,,Drachinzeit“ gehört habe, wusste ich erst einmal nichts damit anzufangen. Deshalb war ich bei einem Vortrag, in dem alles erklärt wurde. Ich war von Anfang an begeistert- Richtig Feuer und Flamme. Also haben meine Eltern mich dort ganz schnell angemeldet, denn die Gruppe der Mädchen ist relativ klein und ich wollte unbedingt dabei sein. Ungefähr 3 Monate vor dem Beginn der Drachinzeit gab es ein Vortreffen. Das heißt, alle Mädchen die dort mitmachen, treffen sich, bringen ihre Familie mit und lernen sich kennen. Das war sehr schön und auch sehr emotional. In einer wunderbaren Runde haben alle von sich erzählt, die Eltern konnten sagen was sich in Ihrem Leben durch uns Kinder verändert hat, was sie sich für uns wünschen- auch in Bezug auf das Abenteuer Drachinzeit. Es war von Anfang an wunderbares, vertrautes und offenes Verhältnis zwischen allen- Irgendwie eine total sichere und geschützte Atmosphäre. Wir 8 Mädchen haben uns schon auf den  ersten Blick mega gut verstanden und hatten auch an diesem Tag schon richtig viel Spaß zusammen.

Dann rückte der Tag immer näher an dem wir in unser Abenteuer starten konnten. Vorab gab es Informationen was wir alles benötigen. Verbracht haben wir diese Zeit in  Klewado- einer wunderbaren Idylle in der Nähe von Freiberg. 

Als wir in unsere Drachinzeit gestartet sind, waren alle mega aufgeregt und gespannt, was uns erwartet. 

Wir haben in Zelten geschlafen, jeden Tag zusammen gekocht, bastelten Traumfänger, bemalten uns mit Henna Farben, haben ein Schwitzhüttenritual gemacht und noch vieles mehr. 

Es gab aber auch etwas, wozu man viel Mut braucht… Das ist die Solozeit!  Das bedeutet  24 Stunden alleine in der Natur, ausgestattet mit reichlich Wasser, 1 Apfel, 1 Banane und 2 Zwiebäckchen. Das ist nicht viel, aber ich habe bis auf die Getränke alles wieder mit zurück gebracht. Irgendwie brauchte mein Körper in dieser Zeit keine Nahrung…

Zwei Tage vorher sucht man sich einen Platz im Wald aus, der einem gut gefällt, wo für einen die Energie stimmt und man sich sicher fühlt...Mein Platz war in einem kleinen Wäldchen, gut entfernt von unserem Lager.

Beim Start in die Solozeit, wurden uns am Morgen Ängste  genommen ,Tipps gegeben und darüber gesprochen, für was wir diese Zeit nutzen wollen ,vieles erklärt –zum Beispiel wie man seine Plane aufbaut… Denn ein Zelt gibt’s nicht. Am Abend macht man ein paar wunderbare Rituale und dann geht`s auch schon los. 

Wir wurden einzeln los geschickt, ich bin an meinen ausgewählten Platz gegangen und habe in Ruhe meinen Schlafplatz eingerichtet und es mir gemütlich gemacht. Und dann war ich auch müde und habe mich schlafen gelegt. Es ist am Anfang schon komisch, denn man hört jedes kleinste Geräusch, aber daran gewöhnt man sich. Ich wusste schnell wann es einfach nur die Äste waren die knackten, die Blätter die raschelten, oder ob es einfach nur der Wind war.

In der Solozeit hat man auch einfach mal Zeit für sich, ist weg von dem ganzen Alltagsstress und macht sich auch mal Gedanken, worüber man sonst nie nachdenkt. Ich war ganz bei mir…Also es ist eine mega geile Erfahrung und wenn man das alles geschafft hat ist man sooo stolz auf sich. In der ganzen Woche haben wir auch unseren Lebenslauf mit einem Faden in der Natur hingelegt, wichtige Ereignisse mit Naturmaterialien markiert, jeder wie er wollte und was für ihn wichtig war.  Darüber haben wir dann auch gesprochen und uns damit immer mal wieder  beschäftigt. 

Es ging auch um das Thema Liebe, um Frau sein, Frau werden,… Wir konnten alles fragen was uns interessiert. 

Der Abschluss war ein gemeinsamer Grillabend mit den Eltern, auf die wir und natürlich auch wieder sehr gefreut hatten. Meine Eltern waren schon erstaunt, was in der Woche mit mir passiert ist.

Irgendwie habe ich stärker, reifer und selbstbewusster gewirkt.

Und das bin ich auch…..

Ich fand die Zeit, die wir dort hatten, richtig cool. Es war spannend, wir hatten viel Zeit für uns, und wir haben viele neue Freundschaften geknüpft.

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Übrigens:
www.natur-zeit-raum.de

 


Auf mehr Realitätssinn im Leben

Gerade sind neue Rezepte auf den Blog gewandert, die im Laufe der Woche erscheinen werden und beim Korrekturlesen ist schlichtweg klargeworden, dass es hier kein 100% richtig oder falsch gibt (zumal weder Doreen noch ich immer 100% an Vorgegebenem hängen).
Da ist der Ofen, der bei jedem anders tickt (... die aktuellen Rezepte sind noch dazu GRILLrezepte... das absolute Fiasko, weil hier noch ein paar Unbekannte hinzukommen...), dem einen sind schon 2 EL Zucker zuviel, aber er traut sich nicht, seine Freiheit zu nutzen und diese einfach zu reduzieren... der nächste hat keine Form mit genau 22cm Durchmesser (habt Ihr je ein Lineal genommen, um eine Kuchenfom zu messen???)...

Es gibt also nichts, woran ich mich messen könnte, ausser dem gesunden Menschenverstand.
Schaut euch allein das Beitragfoto an... den einen begeistert das Legere, der mag es, wenn die Kochform einfach so aussieht, wie sie aus dem Ofen kommt, der nächste würde schön a la Foodblog gestylte Bilder mit Schieferplatten, Blumenwiese und romantischem Oma-Geschirr erwarten und fragt sich, ob wir verrückt sind... Und gibt nur 3 Sterne, weil das alles doch recht lieblos ist.

Dass er es genauso aus dem Ofen holen wird, unser Omageschirr (wenn wir es denn nutzen würde) eh nicht hätte und es auch NUR darauf ankommt, dass das Rezept toll ist, vergisst sich schnell. Auch, dass er wahrscheinlich nicht genau weiß, ob im die Kombination der Zutataen wirklich gefallen wird, das Rezept gelingt und, und, und..

Und schon sind wir beim Grundproblem... wir nutzen ein riesiges Lager an Infos, Internet genannt, und können nicht damit umgehen.
Wir begreifen nicht, dass es trotzdem Menschen sind, die da Infos einpflegen, dass Internet nicht vergisst und auch Infos bereit hält, die schon Jahre alt sind.... dass Fremde Dinge zu bestimmten Sachverhalten hinterlassen dürfen, die mit der Wahrheit so wenig zu tun haben, dass man manchmal weinen könnte...

Es ist mein tägliches to do, Sinn und Unsinn von Aktionen im Internet im jeweiligen Zusammenhang zu beurteilen und Kunden nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten, aber eigentlich kann ich nur sagen, dass es keine Regeln gibt und ich gerade jetzt erst wieder froh bin, dass dieser Blog weitestgehend von Menschen gelesen wird, die es machen, wie wenn man zu einem Buch greift... wenn es mich interessiert, lese ich es, wenn nicht, lege ich es beiseite. Wie soll jemand etwas schreiben, herstellen, erdenken... und damit alle Menschen gleichzeitig glücklich machen?

Und was warum begreift niemand, dass beispielsweise auch Bewertungen im Internet nur weiterhelfen, wenn sie so sachlich wie nur möglich sind... Was nutzt es mir zu lesen, dass da jemand seine Kartoffelreibe zurückgegeben hat, weil sie zu groß für seine Küche ist, ein Essen nicht wie erwartet geschmeckt hat (weiß ich, was er erwartet hat?) oder ein Stück Kuchen zu groß oder klein war (mal ehrlich.... mein Freund lacht sich tot, wenn er meine Portion auf dem Teller hat und fragt, wann es endlich losgeht... hier mit zu groß oder klein zu agieren wäre der Diskusssion gleichzusetzen, ob nun Pekinesen oder Wolfshunde die RICHTIGEN Hunde wären...)

Warum versucht einhergehend mit der großen Freiheit, überall seine Meinungen zu hinterlassen, niemand mehr den Sinn seines Tuns zu prüfen... also ist es sachdienlich, was ich da berichte oder so individuell, dass jeder ein falsches Bild von der Sache bekommt... macht es Sinn, hier Persönliches zu schreiben oder sollte man die Zeit der anderen respektieren und sie nicht mit Meinungen über alles zumüllen... und nicht zuletzt: ist es respektvoll, was ich da tue und wenn ich wirklich etwas zu sagen habe und das Glück habe, ein Gegenüber vorzufinden... warum suche ich kein Gespräch?

Mir persönlich purzeln täglich so viele Dinge, die ich verarbeiten muss, auf den virtuellen Schreibtisch, dass es mir so viel Zeit meines Lebens klaut, die ich gar nicht habe. Ich habe keinen wirklichen Ansprechpartner, kann nicht relativieren, was richtig und falsch ist, sehe Dinge, die nur Show sind...

Und genau das ist es, was krank macht, weil es diese Welt Stück für Stück unfassbarer wird...

Also bitte versteht das, was wir hier schreiben, einfach als das, was es ist... ein tolles Rezept (ob es euch gelingt, weiß man nicht, auch wir haben sie vorher oft mehrmals gebacken), eine Idee, eine Anregung... nehmt es mit, wenn es euer Leben bereichert oder klickt einfach auf den Knopf, der euch ins wahre Leben zurückbringt und kuschelt mit eurem Hund, geht mit euren Kindern baden oder legt euch einfach mal in die Wiese und tut gar nix.