Monat: Oktober 2019

eigentlich...

Es sind viele ins Grübeln gekommen seit letztem Sonntag... eigentlich fragt man sich, wie es da so weit hatte kommen können...

Was bleibt, ist immer weniger die Frage, welche Partei die richtige ist, schon jetzt zeichnet sich ab, das da keine Entscheidung die wirklich richtige war. Immer mehr Menschen dämmert es, dass die Frage nicht mehr rein politisch abgelegt werden darf, sondern eine menschliche ist... die des Miteinanders und der eigenen Wünsche, wie und in welchem Umfeld man leben möchte.

Gut, dass in diesem Kontext bereits das Fest in Zeulenroda (zu dem es übrigens im Frühjahr ein weiteres geben wird... ganz einfach, weil es schön war und eine Stadt bunt bleiben will) nicht vornehmlich eines gegen die AFD war, sondern eines, das zeigen sollte, wie Leben ist.
Miteinander, voller Gelassenheit, ohne Vorurteile.

Im Nachgang gab es böse Kommentare zum Video, das auf YouTube Beachtung findet... so mancher schafft es aber, im Gespräch dann doch zu bemerken, dass es nicht nur Trennendes gibt und es die Tatsache, dass die Grenzen verschmelzen und keiner mehr richtig und dauerhaft das vertritt, wofür er gestern noch einzutreten schien, eine Positionierung schwer machen und eigentlich Gespräche unmöglich.
Dabei sind sie das einzige, was uns gerade noch bleibt... zu erforschen, wo das Thema jedes einzelnen ist und daran zu arbeiten, dass das hier für uns wieder Heimat wird, in der jeder gern lebt. Und das ohne nachweisen zu müssen, dass man ein guter Deutscher ist... ein guter Mensch zu sein, reicht völlig aus.
Gut, wenn es da Menschen gibt, die hinterfragen. Auf beiden Seiten, neugierig und so vorurteilsfrei wie möglich.

Aus dem Herzen gesprochen haben mir da zwei Herren, die mittlerweile jeder irgendwoher kennt (auch gerade frisch veröffentlicht... wie sehr das Thema doch beschäftigt):

Und irgendwie wird Heimat zum Thema...  ein Wort, mit dem ich persönlich nicht viel anfangen kann, weil ich es eher mit dem Zuhause habe...
Aber prompt wird auf Facebook ein Video wieder hervorgeholt, das eigentlich die Antwort ist. Die Antwort darauf, was es wert ist, gelebt und vor allem auch geschätzt zu werden.

Die Süddeutsche hat im letzten Jahr in ihrer Thüringen-Reihe in Stelzendorf gedreht. Ohne Kommentar hier die beiden Videos, die abgesehen von wundervollen Bildern, einem liebevollen Blick auf das Thema und klugen Worten von Doreen genau das fasst, was wir zu verlieren bereit waren am letzten Sonntag und tatsächlich verlieren werden, wenn wir uns weiter mit populistischem Geschwätz und fehlender Empathie blind für das machen, was wir haben und eigentlich nur pfleglich behandeln müssten. Jeder für sich und vielleicht ganz unpolitisch menschlich.

Doreen Bergmann über Ihre Heimat Thüringen

"Mein Lebensplan war: Ich wollte ins Ausland gehen, auf keinen Fall in meinem Heimatdorf mit vier Kindern sitzen und Torten backen. Aber Thüringen ist wirklich mein Zuhause."

Gepostet von Süddeutsche Zeitung am Mittwoch, 12. Dezember 2018

 

Brombeerzeit

Es war ein aufreibenes Wochenende, das sicher einigen von uns die Erkenntnis gebracht hat, in einer  Welt zu leben, die sie sich so nicht wünschen.
Auch im Kleinen.

Auch keine Lösung aber gut für die Seele... backen.
Um es mit Doreens Worten zu sagen: "Wenn du  Zucker und Liebe   brauchst..."

Rausgekommen sind richtig seelenverwöhnende Eclairs mit DEN Früchten der Saison.
Und nein, bis auf die Früchte sind sie keine Vitaminbombe und  ganz sicher nicht zuckerfrei (also ebenso politisch unkorrekt wie SUV fahren oder in den Urlaub fliegen...die Energiebilanz, ihr erinnert euch...) ... aber es sind ECLAIRS.
Wie unvernünftig, sich auf einen süßen Genuss zu freuen und dann all das wegzulassen, was Geschmack trägt bzw. manchmal einfach die Seele braucht. Es sind eh nur  16 kleine Eclairs und jede Sünde wert.

Wer also mal richtig übertreiben will, traut sich  an Brandteig und Creme... und am besten alle auf einmal essen... die Brombeeren gären recht fix, wenn sie zu lange liegen:) Ersetzbar sind sie auch durch Himbeeren oder Heidelbeeren... bei letzteren wird die Farbe grandios, allerdings fehlt die Säure der Früchte und die Eclairs werden mächtig süss.

...für ein schönes Leben

Seit unserer Rückkehr glüht der Backofen...endlich wieder:)

Und ein Projekt in dieser sehr bewegten Woche liegt mir besonders am Herzen. Ich habe versucht, es bereits vor unserer Reise ins Rollen zu bringen und zwischenzeitlich haben sich viele ambitionierte Mitstreiter gefunden, denen ein Leben wichtig ist, das von Miteinander, Vorurteilsfreiheit und Menschlichkeit geprägt ist.

Deshalb werden wir das Familienfest am 25.10. auf dem Tuchmarkt in Zeulenroda mit leckeren Bäckereien aus unserer Küche bunt machen und mit all denen feiern, für die ein offenes, herzliches Miteinander selbstverständlich ist.

In unserer Backstube backen Menschen, denen Genuss, gute Qualität, Respekt und eine familiäre Arbeitsatmosphäre wichtig sind. Nicht wichtig ist, woher der einzelne kommt, jeder von uns profitiert von den Erfahrungen des anderen.
Das Ergebnis dieser Teamarbeit begeistert täglich viele unsere Gäste immer wieder aufs Neue und sollte Grund genug sein, es uns nachzumachen.

Toleranz und weltoffenes Denken sollte gefeiert werden. Besucht und deshalb am Freitag ab 14 Uhr auf dem Tuchmarkt in Zeulenroda und zeigt damit, dass nur im Miteinander Zukunft möglich ist.
Wir freuen uns auf euch.

Nachtrag 25.10.:

Danke an alle, die da waren...

...und voller Ideen

Auszeit im Herbst...  wir kommen aus einem Land zurück, in dem die Zeit langsamer fließt, die Menschen menschlicher sind, das Musik ist. Natürlich ist das nicht alles, deshalb gibt es demnächst noch ein paar ausführliche Einblicke...

Für die, die unsere Leckereien vermisst haben, sind wir ab übermorgen wieder da...mit neuem Elan, großartigen Ideen und voller Lust aufs Backen.
Die Woche bringt dementsprechend Trubel: unser Backkalender geht in die letzte Runde, wir sind Teil des Familienfestes für ein buntes Zeulenroda am Freitag und die Thüringer Backzeit prämiert ihre Gewinner für den Backwettbewerb: wir sind Ehrenmitglied in der Jury. Welche Ehre...

Und für euch hier ein Stück Südafrika in Form südafrikanischer Milchtörtchen. Die sind einfach so lecker, dass man kaum aufhören kann. Die Süße wird gemildert durch frische Früchte, am besten welche mit viel Säure.

Lasst es euch schmecken.

…in meinem realen Leben
Manchmal ist einem selbst nicht bewusst, was man für tolle Menschen im Umfeld hat.
Mir ist warm ums Herz geworden bei so viel Herzensgüte und Aufmerksamkeit.

Ich bin kein Freund von kopieren und teilen, es hat so viel von Kettenbrief. Aber was ich wunderbar fände wäre, wenn ihr das hier vielen Menschen in eurem Umfeld zeigt oder mal einfach nicht annehmt, dass es allen gut geht, die auf eine kurz dahingesagte Frage, wie es geht, antworten… passt schon. Manchmal passt’s halt nicht.

Sicher hält jedes Gespräch ab von dem, was man eigentlich tun wollte, aber mal ehrlich… was kann so wichtig sein, dass man nicht mehr wahrnimmt, wie gut es einem womöglich gerade selbst geht und was man jemandem anders geben könnte.

In dem Sinne… seid warmherzig, besonders in dieser Zeit und wartet vielleicht nicht bis Weihnachten, weil man’s da so macht.
Und danke Corinna…  mir ist sehr zu Herzen gegegangen, was du  da so unerwartet auf Facebook veröffentlicht hast. Du bist großartig.
(Post von Corinna anbei)

PS: Wisst ihr, was Bilddatenbanken zum Thema ZUHÖREN ausspucken? Menschen, die telefonieren. Corinna meint den Küchentisch, ein Tee, eine heiße Schokolade, ein Wein… und Zeit…


Nicht zuletzt aus aktuellem Anlass in einer immer kälter werdenden Welt (damit ist nicht das Wetter gemeint): Meine Tür ist immer offen, der Kaffee oder die Kekse das Wohnzimmer ist (fast) immer warm. Wenn einer meiner Freunde/Bekannten reden möchte, ist er/sie immer ❤️lich WILLKOMMEN! Es ist nicht gut, alleine zu leiden!!! Ich habe Getränke im Kühlschrank, immer Kaffee im Haus, auch etwas Essbares oder den Pizza Service.? Du bist ❤️lich WILLKOMMEN – IMMER!!! Ich möchte gern, dass mindestens eine Person diese Nachricht kopiert und auch postet (nicht teilen). Ich versuche zu zeigen, dass immer jemand zuhört… Leider schauen doch viele nur noch auf sich und sind voller Neid und Intoleranz gegenüber ihren Mitmenschen!