Monat: Februar 2020

nach dem Landleben

Es hat mich beschäftigt, verwirrt und belustigt, denn ich habe einmal quergelesen… geschaut, was die Außenwahrnehmung zum Thema so sagt.

Es ist vielfältig, aber unterm Strich mit einem Satz zu fassen… es ist nicht, was es ist und schon gar nicht das, was Landlust und Co. so zeigen, auch wenn ich die sobald ich sie in die Hände bekomme, sehr gern durchblättere… allerdings immer mit der Frage, Raum es bei mir zu Hause auf Teufel komm raus nicht so aussehen mag, wie dort gezeigt… meine Kuchen nicht aus dem Ofen kommen und neben nett drapierten auf shabby gemachten Leinentüchern landen, die Katze nicht dauernd faul auf schön exakt gestapelten Holzbergen in der Sonne chillt, sondern sich super dreckig am Küchenfenster  reibt und wenn man sie in dem Zustand nicht reinlassen will, den Fensterrahmen malträtiert, weil sie weiß, dass das hilft und in meinem Garten kein riesiges gesundes Landgemüse zwischen gerade frisch von meinem Mann direkt für mich gebauten Blumenkübeln wuchert und man verschlungenen Pfade zwischen Bienenweide und Kräuterschnecke ohne Erfolg sucht.

Stattdessen von den Hunden niedergewalzte Wiese, der Hof voller Holz, das noch gespalten werden muss, immer wieder Bauholz, weil ein altes Bauernhaus nie richtig fertig wird, die Sommerküche seit 2 Jahren nur in Planung, stattdessen Teile der Sommerküche für andere im Hof, die noch eingebaut werden müssen… Das mit der Bienenweide sind Wildkräutermischungen, die mehr oder weniger funktionieren… eher weniger, weil man dafür natürlich den speziell dafür gemachten Rasen haben müsste… aber wir lassen Wachsen, was wächst, auch wenn das nicht alle glücklich macht, die an unserem Haus vorbeilaufen…

Ich mag es wuchernd… das ist auch das, was für mich Landleben bedeutet… wuchernde, ursprüngliche Fülle, die ich mir allerdings erkämpfen muss. Die Stockrosen dümpelten 3 Jahre, bevor sie anfingen zu blühen… natürlich dann alle in der Farbe, die ich eigentlich nicht wollte… die Bauernrose brauchte 3 Jahre, bis sie sich wild wuchernd ans Haus schmiegte und nun tapfer ein halbes Jahr lang Blüten trägt… Von den Dingen im Haus ganz zu schweigen… es braucht seine Zeit.
Ikea könnte man, aber hat im Handumdrehen dieselbe Massenware im Haus und die ganze Landlust ist dahin… es braucht Geduld, das richtige Stück Möbel zur rechten Zeit, am besten mit Leben… allerdings ist es dann wenig mit pflegeleichten Oberflächen und Schüben, die raus und rein gleiten wie auf Butter… (Es sei denn, man hat das Glück, einen Mann mit Werkstatt zu haben, die dann zwar sein zweites Zuhause wird, aber Küchenschränke zur Folge hat, die aussehen, als wären sie in der Küche gewachsen und funktionieren wie Küche 2.0…. aber wie gesagt… Glück und Geduld. Und wenn man das dann hat, freut man sich ein Loch in den Bauch… jeden Tag wieder. Und es dauert bis zum nächsten Teil. Länger. Aber bis dahin kann man ja beim Ikea ein paar Bilderrahmen kaufen und  hinstellen?)

Das ist also so ein Ding mit dem Landleben… doch nicht ganz so, wie gezeigt, aber eigentlich viel schöner, wenn man es leben mag. Ich  erinnere mich an meinen ersten Tag auf dem Lande. Glücklicherweise mitten im August, es war also sonnig, grün und üppig… Kaffee im wild wuchernden Garten…alles so chaotisch wie die Umzugskisten überall… aber ich habe das Gefühl gehabt, endlich angekommen zu sein. Zwar mit Zuviel, aber das würde sich schon ausdünnen. (Darum kämpfe ich noch heute… es ist eigentlich das einzige, was ich vermisse…. weniger.)

Und es ist das, was Menschen aufs Land zieht, wie ich gelesen habe… das Weniger, fehlende Erreichbarkeit, Übersicht, keine Überfremdung, weniger Konsumzwang… Aber nur temporär, Heimat sei eh in die Tasche packbar und austauschbar… Vielleicht ist das ja aber ein Teil des Problems. man kommt nicht an, wenn man es sich selbst nicht gönnt, anzukommen. Auch auf dem Lande nicht und schon gar nicht in 1 Woche Urlaub, einer Woche fasten… einer Woche, in denen man beschließt, alles zu ändern, was spätestens auf der Rückfahrt beim Halt am ersten Mc Donalds Schnee von gestern ist…

Naja, die DriveIns gibt es mittlerweile ja auch dorfnah, aber keine 3 Bäcker, bei denen ich mir die jeweils bevorzugte Backware kaufe, das Kino spielt eben nur einen Film am Abend (aber es spielt noch… herrlich) und ich kann mich am nächsten Tag mit der Freundin darüber austauschen, weil die denselben gesehen hat…

Das mit der Landliebe ist eine der letzten Sehnsüchte in unserer übervollen Welt, eigentlich fast wie ein bisschen Utopia. Aber standhalten kann es als Konzept oftmals nur als Speckgürtel nahe der großen Städte, weil man da schön nah an allem ist, was Leben mittlerweile so ausmacht aber parallel Entspannung verspricht angesichts irrsinniger Mieten und fehlenden Raumes… Sobald es wirklich ländlich wird, keine alternativen Lebenskonzepte winken sondern einfach nur Land, wie es nun mal ist, wird es schwieriger.

Man muss es mögen, dass der eine oder andere Luxus ein wenig Aufwand macht… muss  es nicht (jedes luxuriöse Haus kann auch auf dem Lande stehen), aber wer das haben will, weshalb er Landlust verspürt, der sollte ihn in Kauf nehmen… ursprünglich geht nun mal nur, wenn man es auch lebt… nur wenn nicht jeder Raum Heizung hat, macht Omas dicke Decke Sinn, ein Frühstück im Grünen ist kein Brunch auf der Teakholzveranda direkt an der Küche und Landkuchen, den ich schnell beim Fleischer als Mitnahmeartikel in der Plastikbox einsammle (natürlich die kleinen Stücken wie bei Oma damals, vermutlich am Ende nur eineinhalb richtige Kuchenstücken groß… aber Sehnsucht macht ja vielleicht auch satt), ist noch lange nicht selber gerührt, gerochen, mit Ungeduld erwartet.

Scheinbaren Freiraum auf dem Land muss man sich gönnen… den hat nur der, der Dinge loslassen und schauen kann, was da kommt… Es braucht weniger Ansprüche, mehr Träume, mehr Geduld, Kreativität und Herzenswärme, will man auf dem Lande wirklich zufrieden mit dem eigenen Leben sein. Also eigentlich viel mehr, als man so oberflächlich betrachtet dem Dorfbewohner so zutrauen mag. Wenn ich mich umsehe, entstehen für entschleunigungswillige Besucher wirkliche Oasen und regelmäßig verlieren viele davon ihr Herz auf dem Lande. Nach dem Besuch wird das Abo der Landlust abgeschlossen (vergessend, dass der eigene Garten auf Balkonien ist und das Brotrezept im Steinbackofen wirklich schmecken würde… aber wer hat den noch) und die Stadtwohnung mit einer Landküche veredelt.

Was bleibt, ist wieder Sehnsucht… nach Freiraum, Sternenhimmel in der Nacht, an dem man wirklich Sterne sieht, weil keine Straßenbeleuchtung alles viel zu hell macht, nach dieser absoluten Ruhe ohne ständiges unterbewusst wahrgenommenes Geräuschkonzert, nach einer großen Küche, in der noch alle zusammenkommen, um den Kuchen frisch aus dem Ofen zu genießen und einem Hund, der unterm Tisch hockt und die Krümel aufschleckt… ein bisschen davon wäre möglich, auch anderswo, vermutlich. Mit ein paar Abstrichen hier und da, ein wenig Zeit, die man hätte, wenn man nicht immer dabei oder in sein wollen würde und so weiter… und wenn man nicht glauben würde, man könne sich das Landleben einfach so erkaufen.

Ich habe skurriles gefunden auf meiner Suche nach dem, was Landleben so sehr zum Sehnsuchtsort macht:  das gibt es findige Startups, die klug genug sind zu wissen, dass Landleben für Städter Grenzen hat… Da wird man IP-Gärtner….ja, genauso, wie es das Wort vermuten lässt… Gärtner im Internet. Vermutlich ist es ernst gemeint, was da geschrieben steht und macht verständlich, weshalb eine reale Woche auf dem Land mit Tieren, Selbstgeerntetem, etwas weniger Komfort, viel frischer Luft und sozialen Kontakten mittlerweile oftmals bereits lange vor der Saison ausgebucht ist:

(es folgt ein Zitat entnommen der Website www.ipgarten.de):
Selbst gärtnern & volle Kontrolle
Familie Lustig hatte sich einen bunt gemischten Gemüsegarten ganz alleine zusammengestellt, und es hatte sich in jeder Hinsicht gelohnt! Der Gemüseertrag aus ihrer eigenen IPGarten-Parzelle „Lieblingsgarten“ war größer als ihre Investition, und sie hatten zudem viel Freude beim Online-Gärtnern. Gerne beschäftigten sie sich 3x pro Woche für jeweils 5 Minuten mit dem Hegen & Pflegen ihres Gartens. Sie bezahlten für ein Jahr monatlich 33,25 Euro + Zusatzleistungen von insgesamt ca. 38 Euro.
Durch die zusätzlichen gärtnerischen Dienstleistungen, konnten sie den Ertrag ihrer Parzelle steigern. Außerdem gewannen sie umfangreiches Gärtnerwissen.

(Gibts als App. Was sonst. Damit auch nix verkommt, wenn ihr nach Schweden fahrt, um in 5 Tagen geführter Tour Survival zu machen.)

Hm… na dann… raus mit euch für 5 Minuten… es bleiben euch nur noch 2 weitere Male mit je 5 Minuten für perfektes Landlustfeeling. Da hat ja mal jemand Humor gehabt und das getan, was sich so wunderbar verkaufen lässt… ein gutes Gewissen und ein wenig gestillte Sehnsucht mit genug Luft für weitere Apps, die die nächste Sehnsucht stillen.

Was bleibt, ist Sehnsucht.
Und wer es wirklich durchzieht, den erwartet Glück. Und Dinge, die das Leben weniger an einem vorbeirauschen lassen, weil sie langsamer sind, intensiver, mit etwas mehr Mühe erarbeitet und auf das beschränkt, was einem wirklich wichtig ist. Nicht so hochglänzend, aber echt schön unvollkommen.
(Natürlich ist klar, dass das ganze noch vielschichtiger ist… aber irgendwo müssen die Gedanken ja beginnen.)

Es ist draußen wirklich kein Traumwetter, aber schlecht wäre auch das falsche Wort. Genaugenommen sieht es von drinnen schlimmer aus, als es draußen ist, zumindest, wenn man eine Mütze hat, die man tief ins Gesicht ziehen kann, genug Stand, um nicht weggeweht zu werden und dabei trotzdem nicht zuviel an… denn es ist recht warm.

Ich habe ja meist gute Laune, sobald ich die Hunde nehme und einfach durch den Wald stapfe, am liebsten bei Regen, weil man da herrlich allein sein kann. Aber heute war es von Anfang an toll. Alle waren chillig drauf, die Tiere haben es vorgezogen, bis weit nach Mittag alle möglichen Schlafpositionen zu testen, der Rest der Familie chillte jeder auf seine Art und ich konnte den Vormittag mit viel Kaffee und Buch faul dahinleben. Man hat nicht immer diese Ruhe. Vielleicht wirkt auch das Grau da draußen etwas wie ein Schleier, der Gelassenheit über alles legt, weil man die Welt an solchen Tagen gottseidank eh nicht ändern muss ( außer nett zu sich und zueinander sein natürlich).

Mitten in diesen schönen Tag kam eine Mail von einer guten Freundin mit folgendem Link:
>>hier klicken und hören:), ruhig beim Lesen (und mehr davon…)…

Und meine Antwortmail brachte mich auf den Gedanken, wie schon jetzt die nächste Woche toll werden wird, weil ich mich erinnern kann an dieses Wohlfühlen: ich werde jeden Moment, an dem ich mich wohl fühle aufschreiben… 1 Woche wird machbar sein… und dann immer, wenn irgendwas querliest, ein Ding von dem tun, was auf diesem Zettel steht.

Meine Mail hatte übrigens folgenden Inhalt:

…grauer, kuschliger Sonntag, Hunde schlafen nach stürmischem, gutgelaunten Spaziergang, Ofen bullert, Kerze brennt und Puddingtörtchen backen im Ofen, Buch wartet.

Dem ist wenig hinzuzufügen. macht es euch schön und genießt auch solche Tage.
Rezept für die Puddingtörtchen? Morgen?

Nachtrag:
Hier nun das Rezept für die Abwandlung der portugiesischen Puddingtörtchen… mir war der Pudding einfach zu süss und da man aus zu viel süss maximal viel weniger süss machen könnte, ich aber kein ganzes Dorf mit Pudding versorgen wollte, kam der Griff zum Kakao, was am Ende sogar die besseren Törtchen brachte… Also entweder spart man am Rezept am Zucker und macht helle Puddingtörtchen oder belässt es bei der Menge und bäckt Kakao-Puddingtörtchen, die viel gehaltvoller schmecken.

Und so geht es:

...Bücher

Mit den ersten E-Readern kamen auch die ersten Zweifel auf, wie lange das Buch wohl noch durchhalten würde...

Keiner hätte damals wohl unterschrieben, dass es die E-Reader waren, die viel eher fraglich werden würden, denn das Buch hält sich und statt e-Reader haben Podcast und Hörbuch den nicht-papiernen Markt  belegt.
Vielleicht ticken wir ja bei Büchern noch ebenso, wie wir verträumte Augen bekommen, wenn wir eine Backstube betreten und es nach wirklich frisch Gebackenem riecht oder an Weihnachten wichtig ist, dass die Dinge unser Zuhause schmücken, die es immer schon taten oder immer mehr Menschen sich nach Ursprünglichem sehnen und deshalb wieder gärtnern, nähen, stricken...?

Sollte das alles auf Kindheitserfahrungen beruhen, werden viele dieser Dinge es in den kommenden Jahren verschwinden, weil sie weder gepflegt (oftmals ist hier die Zeit eine Ausrede, was nur begrenzt stimmt, wenn man ehrlich zu sich selbst ist... da kommt eher  das Ausgelaugtsein durch die Fülle der Dinge um uns herum als Grund infrage) noch als Lebensweise weitergegeben werden.
Die, die Traditionen weitergeben könnten, ziehen ins  Pflegeheim, sobald sie alt genug sind, manche Dinge nicht mehr allein zu können, anstatt wir nachdenken, dass es für die ganze Familie vielleicht sogar einfacher würde, dieses Konzept zu überdenken... Geschichten gehen verloren, weil sie keiner mehr erzählen oder hören kann...

Und vieles ist einfach nicht mehr IN. Absurderweise bezahlen Menschen für Coachings, in denen grundlegende Dinge getan werden, die den Kopf frei machen sollen... die  allerdings ganz schlicht zum Alltag gehören könnten, wenn sie nur nicht so gnadenlos unmodern wären, sodass nur das Siegel Gesundheit, Burn Out Prävention oder ein Influencer sie noch alltagstauglich machen.
Holz hacken, eine Wiese sensen (die vom alten Nachbarn, der die Sense im Schuppen hat, aber nicht mehr sensen kann?), Kräuter selber anbauen, anstatt sie im Kräutertopf zu kaufen, der eh nach 4 Wochen dahin ist, im Wald spazieren gehen, ohne dass das WALDBADEN heisst und wir sogar kapieren, dass wir auch ohne Coach riechen könnten, über Moos laufen oder einen Baum umarmen... Die Ratgeber sind voll davon, die Hilfsmittel vielfältig und gut  im Angebot... aber da bleiben viele ABER.

Wir sind wie wir sind und vielleicht ist dieses leichte Verwirrtsein ja gut für Dinge wie die Bücher, die uns dann doch immer wieder ohne großesTamtam erden und deshalb bleiben dürfen, was sie sind.

Denn wer wird nicht spätestens dann schwach, wenn er in einem Bücherladen sitzt, einen Stapel Bücher um sich, aus dem er entscheiden darf/muss, welche mit nach Hause wandern... Man nimmt immer eine kleine andere Welt mit nach Hause, egal, ob es ein technischer Ratgeber ist, ein Kochbuch, etwas Lebensweises, ein erholsamer Kitschroman oder ein Kinderbuch, mit dem man sich zusammen mit den Kindern am Abend oder an verregneten Tagen zusammenkuscheln und vorlesen kann. Wenn ich es schaffe, nicht schon vor dem Bett halb  eingeschlafen zu sein und rechtzeitig das Bett mit Buch erreiche, dann fühlt sich das immer wie eine kleine Auszeit an und Schäfchenzählen erübrigt sich komplett... Gibt es das eigentlich als Einschlaftipp? (Nein... ich habe eben gegoogelt...gibt es nicht oder zu wenig...)

Wie Bücher sogar nachhaltig werden...
Von einer wunderbaren Idee, sich Bücher immer wieder zulegen zu können, aber nicht das Problem zu haben, die, bei denen einmalige Nutzung genügt, nicht wegwerfen zu können, habe ich gestern gehört.
(Ein Gedanke anbei: ich habe noch nie jemanden getroffen, der ohne weiteres Bücher wegwerfen kann... wie sich das als Wert erhält, sollte man erforschen und auf vielen anderen Gebieten einsetzen!!)

In Mülsen (bei Zwickau) wandern Bücher in einen Bücherwagen... sozusagen eine Bibliothek ohne Verleihregeln. Die einzige Regel ist  die Freude am Buch. Man kann sie dort lesen, mitnehmen, weiterverschenken, wieder zurückbringen, weitere dazulegen... und mit Menschen einen Schwatz halten, die eben auch da sind...
Das wird nicht zuletzt an der gnadenlos romantische Lage des Bücherwagens liegen, wie man auf den Fotos sieht... Und trotzdem braucht es jemanden, der sich die Mühe macht, für andere Bücherregale zu bauen, sich um einen Standort zu kümmern  und ab und an auch die Zeit nimmt, mit denen, die den Wagen nutzen, ein Gespräch zuführen... für nichts außer der Freude an der Idee.

Vereinzelt gibt es auch Bushäusschen mit Buchangebot, das Wartende nutzen können und viele Geschäfte haben Büchertruhen, in die Bücher wandern, die ein neues Zuhause suchen. Ein bisschen weniger Wegwerfmentalität, die uns allen gut tut.

PS:
Noch mehr Nachhaltiges...

Kürzlich habe ich von Supermärkten gelesen, in denen Beutel zur Verfügung stehen, in die man seine Einkäufe packen kann, wenn man seinen vergessen hat. Also Stoffbeutel, die weniger den Anspruch haben, stylisch zu sein, als die Einkäufe gut nach Hause zu bringen und an Ständern am Eingang der Märkte stehen.  An diesen hängt man dann beim nächsten Einkauf den Beutel zurück oder vielleicht auch einen, der eh übrig ist und allen ist geholfen:))...

 

Ein Hoch auf den verrückten Geschmack

Es gibt sie:
den Tag des Milchkaffees
den Schokoladenüberzugtag
den Tag der Vollmilchschokolade
den Tag der schokolierten Kirschen
den Tag des English Toffee
den Tag des Schokoladenkuchens
den Tag der heißen Schokolade
den Schokoladen-Karamell-Tag
den WhiteDay (in Japan im März anstelle des Valentinstages, an dem weiße Schokolade geschenkt wird)
usw.

Man sucht den "Verursacher" natürlich in den USA, vermutlich  bei einem amerikanischen FoodBlogger, der damit seinen Spaß gehabt haben dürfte. Ob die Minzschokolade nun ihrer angeblich verdauungsfördernden Wirkung wegen oder in Hinblick auf frischen Atem auch oft in Kaffeehäusern in Form der bekannten quadratischen Täfelchen gereicht wird, sei dahingestellt... man mag Minzschokolade oder man mag sie nicht. Dazwischen läuft wenig.

Aber prinzipiell ist es ja auch egal... ein Hoch auf die Schokolade!!
Doreen hatte gestern die Ehre, für ein kurzes Interview befragt zu werden... man vermutete natürlich sicher einen Minzschokoladen-Fan in einer Patisserie. Und es gibt sie auch dann und  wann... die Minztorte (viel öfter aber frische Minze in den verschiedensten Tortencremes), so richtig mit Schokolade. Und vielleicht gibt es die auch heute, aber es braucht keiner Angst zu haben, dass Doreen vorher zuviel davon kostet... sie mag Minzschokolade nämlich nicht, wie man im Interview herausfand. Gut für alle, die auf  diese Mischung aus bitterer Schokolade und frischem Minzgeschmack stehen und für die so mehr übrig bleibt.

Und weil der Tag der Minzschokolade bei mir ganz andere Assoziationen hervorruft, nämlich sofortigen Heißhunger, gab‘s gleich gestern nach dem Interview von Doreen noch eine abendliche Backorgie zu Hause.
Wie gut, dass besagte Minztäfelchen ab und an so gut versteckt sind (im Gegensatz zu Bergmanns isst hier die ganze Familie ganz gern Minzschoki) , dass ich immer noch eine Packung finden kann... und los gings. Noch dazu hatte ich vom Sommer selbstgemachten Minzsirup im Regal (danke, liebe Isa... jetzt sieht er nicht mal nur wundervoll aus, sondern bekommt seine Chance).
Herausgekommen sind wunderbar leckere Minztaler aus Schokoteig mit einer dicken Schicht gefrorener Minzsahne.
Den ersten Bissen davon gabs um Mitternacht:))

Wie immer... macht's euch nicht so schwer. Packt den Teig in Formen, die ihr so habt, egal ob Papierförmchen, Silikonformen oder auf ein Blech (und schneidet sie nach dem Backen in Stücke)... Am Ende ist es ganz und gar egal, welche Form der leckere Schokoladenteig mit Minzschoki bekommt.
Ist der gebacken, kümmert man sich um den Minz-Frischkäse-Guss als Zwischenschicht und die Minzsahne. Beides in Schichten in Silikonförmchen (die von den mittlerweile abgekühlten Schokoküchlein?) füllen und frosten. Kurz vor dem Essen aus dem Tiefkühler holen und über die Schokoküchlein geben, leicht antauen lassen, damit der Geschmack maximale Chancen bekommt. Das Ganze schmeckt genausogut, wenn ihr die gefrorenen Zutaten einfach neben dem Küchlein serviert und sie dazugegessen werden.

  Und schon beginnt der glücklichste Moment des Tages...
Das Rezept findet ihr gleich hier, die Schoko-Minz-Torte von Doreen wandert im Laufe der Woche in die Rezeptsammlung.

Das Frauendingens

Noch ist es nicht ganz so weit, aber wenn einen nicht gerade der Sturm umfegt, fühlt es sich lau an und überall wachsen die ersten Frühblüher. Wer Doreen kennt, dem braucht man nicht erzählen, dass bei ihr gleich nach Weihnachten der Winter vorbei ist und sie nur mit einer Ladung an Frühblühern auf den Tischen die Zeit übersteht, die dann wirklich noch vergehen muss, bis die ersten Hühnchen an die Zweige dürfen.

Ein wenig Pippi Langstrumpf im Sinne von "ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt..." läuft da, aber am Ende ist es Nestbau. Schön kuschlig und möglichst weit weg von den Dingen, die einem den Tag vermiesen. Ich kenne eine Menge Frauen, die tausend kleine Dinge tun, in der Hoffnung, dass sich alle wohl fühlen, man ankommen kann und gerne bleibt. Nicht selten gehen dafür freie Tage drauf, halbe Nächte oder geht es mit Vollgas durch  den Tag... das alles für das gute Gefühl, ein wunderbares Zuhause zu haben.

Frauen sind empathisch (meistens), emotional intelligenter als ihre männlichen Zeitgenossen und stellen sich öfter mal der Sache halber in die zweite Reihe... Hauptsache, die Dinge funktionieren.

Und meistens... sind sie sogar absolut glücklich damit, weil das einfach das ist, was sie besonders macht, das Leben rund, sie zu einem Teil des Ganzen. Denn meistens ist es gar nicht schlecht, dass SIE darüber nachsinnt, wie man das Igelkind, dass da heute im Schuppen rumkroch, gut über den Winter bringt und sogar bereit ist, Nachtschichten zu schieben, falls das Igelchen doch aller 2h Futter braucht, während ER nicht überhört hat, dass der Nachbar da gerade was von kaputtem Blinklicht gesagt hat und nicht darauf hofft, dass sich das schon von allein geben wird.

Aber ganz so einfach ist das alles am Ende ja doch nicht mit den Unterschieden.
Ich hab mich irgendwann in den letzten Wochen gefragt, wann es passiert ist, dass wir Frauenquoten brauchen, dass Frauen manchmal das Gefühl haben müssen, weniger WERT (in Zahlen leider oft) zu sein, die frauentypischen Aufgaben weniger geschätzt werden als die, die Männer erfüllen und Kinder großziehen mittlerweile zum absoluten Problem für Frauen wird. Da werden junge Frauen nicht eingestellt, weil sie Kinder bekommen könnten, auch wenn sie das gerade eben noch gar nicht wollen... Frauen, die bereits ihre Kinder haben, sind eine noch größere Zeitbombe, es sei denn, die Kinder sind aus dem  Gröbsten raus. Und was stellt man an mit der Zeit dazwischen? Man könnte Hausfrau und Mutter sein, bei mehreren Kindern durchaus ein Fulltimejob, aber Hausfrau im Lebenslauf stehen zu haben ist dann auch wieder kontraproduktiv, abgesehen davon, dass man es mögen muss, ständig den Hausfrauenjob als vollwertigen Job zu verteidigen.

Wann haben wir also begonnen, das, was eigentlich perfekt eingerichtet ist im Leben, zum Problem werden zu lassen anstatt  zu genießen, dass Männer und Frauen einfach verschieden sind und sich ergänzen können... War das, als Frauen bemerkt haben, dass auch sie bei Dingen gut sind, die eigentlich Männer tun? Warum ist das aber nicht auch umgekehrt so passiert? Weil man als Mann manche Dinge nicht tut, ohne sein Gesicht zu verlieren?

Gab es irgendwann einen Punkt, an dem mehr Frauen in Männerdomainen einsteigen wollten als umgekehrt und wurde irgendwann das Thema Macht zum Problem? Wie gehen Frauen und Männer mit Macht um, welchen Stellenwert hat sie für beide und könnte das der Schlüssel für alle Gleichberechtigungsdiskussionen sein, die irgendwie im 21.Jhd. nur gnadenlos vearaltet sind? Sollte nicht jeder sein können, was er will, unabhängig davon, ob er rosa Strampler trug oder blaue... jeder einfach dafür da sein, was er als Mensch am besten kann?? Es gibt noch Kategorien, in denen wir eigentlich in unserer modernen Welt aufhören sollten zu denken. Das wäre doch mal ein ebenso wichtiges Thema wie die Klimabilanz meines Einkaufs vom Samstag (dazu an andere Stelle einmal ein paar Worte), aber wir denken überhaupt nicht drüber nach?

Viele der Frauen um mich herum haben das Glück, dass dieses Frau/Mann-Thema eigentlich nur für Frozzeleien herhalten muss, sie ansonsten einfach Partner ihrer Männer sind.  Damit das zur Normalität wird, sollten wir vielleicht anstatt weitere Geschlechterrollen zu definieren, um niemanden auf den Schlips zu treten, diese Rollen für nicht mehr oder weniger nutzen, als sie gut sind... nämlich Frauen einfach Frauennamen zu geben und Männern eben andere... Es sollte egal sein, ob Frauen in Männerrollen leben, Männer mit Männern, Frauen als Männer, Frauen mal mehr Macht haben als Männer oder ein Mann ein schlimmeres Weichei ist, als irgendeine Frau (und damit auch sicher irgendwem gut tut), der Mann die Kinder erzieht oder die Frau es großartig findet, zu Hause für eine große Familie aus Familienmitgliedern und vielleicht ein paar Freunden da zu sein, wir unser  Generationenproblem lösen anstatt uns von dem ausbremsen zulassen, was ganz bestimmt so ganz am Anfang nicht so gedacht war...

Also freuen wir uns doch einfach, dass wir verschieden sind, als Männer, Frauen, Menschen und das Leben dadurch bunt und ein Stück leichter wird...
Da das aber nicht heißen muss, dass man nicht auch mal danke sagen kann und jeden mal so richtig heftig feiern darf (Thüringen hat ja da sogar den Kindern noch einen Tag extra geschenkt), feiern wir doch demnächst am Frauentag mal alle Muttis, Omas, Freundinnen, Kolleginnen... Ich erinnere mich, dass meine Mutti am Frauentag immer mit den ersten gerade so dem Winter abgezwackten Schneeglöckchen nach Hause ging, die ihre Schüler ihr stolz mitbrachten... jedes Jahr wieder und irgendwie ist es schön, dass dieser Tag die Jahre überdauert hat und Frauen ihn immer öfter zu einem besonderen Tag machen.

Wir konnten diesen Tag gar nicht wirklich ignorieren, unabhängig von den Gedanken, wann und warum es überhaupt zu dieser Geschlechterdiskussion gekommen ist. Bei Doreen sind alle Tische bereits jetzt ausgebucht, aber wir haben noch einen ultimativen Tipp für diesen Tag. In Chursdorf lädt Petra Rocktaeschel zu einer Frauentagsfeier ein... Die Nr.20 hat nur Platz für maximal 16 Personen (wir haben HIER berichtet), es ist zu vermuten, dass es kein Fehler ist, sich zügig zu entscheiden...

Und wir hoffen mal einfach, dass Themen, die einfach mittlerweile wirklich nicht mehr in unsere Zeit gehören, sich Stück für Stück zumindest dort  aus unserem Leben verabschieden, wo es Religion oder Traditionen nicht ein ganzes Stück schwieriger machen.