Monat: August 2020

Die Pátisserie Bergmann wird 10

Dieses verrückte Jahr mit all seinen Besonderheiten ist auch eines für die Patisserie Bergmann.
10 Jahre sind ins Land gegangen und ein kleiner Geheimtipp wurde zum Wallfahrtsort für Tortenverliebte...

Nicht ohne Probleme... welche, die man miterleben konnte, als plötzlich (nicht zuletzt aufgrund der Präsenz in den Medien) jeder zu jeder Zeit in Stelzendorf sein wollte und es für alle zuviel wurde, weil Besinnlichkeit und Genuss nur selten gut zu Masse passt.
Und vermutlich unendlich viele, die man hinter all dem Verzaubernden nicht sehen kann. Allein die erste Zeit ohne Ofen, ohne komfortable Backstube und zuletzt auch ohne die Erfahrung, wie aus der Passion zum Backen ein Ort werden soll, der besonders ist.

Von außen gesehen gibt es einige Orte, an denen es sehr leckere Dinge gibt, die es aber trotz vieler guter Ideen nicht schaffen, entsprechend wahrgenommen zu werden. Von aussen gesehen macht das Besondere ein langsam gewachsenes, aber sehr persönliches Gesamtkonzept aus. Die Patisserie ist wie ein Kleid, das nur Doreen passt.
Natürlich kann man all die köstlichen Dinge auch selbst backen (Rückschläge eingeschlossen... jedes Handwerk braucht  eben seine Zeit), aber man wird nie eine zweite Patisserie zu Leben erwecken können, wenn man nicht Doreen Bergmann ist, auch wenn man jede der Torten ebenso backen könnte.

Das hat zu tun mit ihrer Art, die Dinge zu sehen, dem, was ihr wichtig ist, woran sie denkt, was sie lebt. Da sind die Zutaten, die nicht irgendwelche sind... das hört sich jetzt banal an, aber wer einmal ein wenig hinter die Kulissen schauen darf, findet IMMER frisches (schmackhaftes) Obst, tolles Geschirr, gute Schokolade, frische Milch, Zutaten in einer Vielfalt, die erst so die Geschmacksvarianten ergeben können.

Hinzu kommt Erfahrung, die es irgendwann möglich macht zu erspüren, was die Birnen, die am Morgen jemand unbestellt vor die Tür stellt, in einem Kuchen besonders werden lässt... Einfach mal Birnenkuchen ist  halt nicht und wenn, dann hat auch der irgendeinen kleinen Teil Besonderheit an sich... einfach das, was nur mit Liebe zum Tun zustande kommt... weil es einem wichtig ist, dass jede Zutat sich entfalten kann und jeder Gast immer wieder neu überrascht wird.

Und da ist auch der Ort.. mit all den Kleinigkeiten...Pflanzen, den vielen Gelegenheiten, schön zu sitzen, sich aufzuhalten... die Vielfalt fürs Auge..

Es kommt also vieles zusammen, am Ende lässt es sich zusammenfassen mit dem Satz,der typisch für Doreen ist und heute so wie sicher auch schon damals, als wir uns noch gar nicht kannten, gilt:

"Wenn du Zucker und Liebe brauchst..."

Ein wenig mehr über die Herkunft all dieser schönen Dinge und Zutaten, die eng mit all dem, was die Patisserie ausmacht, zusammenhängen, erfahrt ihr mit den 10 Rezepten zu den 10 Jahren Patisserie.
Heute die erste Lieblingstorte...Cassis...

Zugegeben, man muss sich ein wenig hineindenken und braucht genau das, was backen ist: Hingabe und etwas Zeit.
Und vielleicht zeige die 10 Lieblingstorten am Ende auch genau das, was dieses Handwerk ausmacht...die Mühe, den Aufwand, die Zeit...die am Ende das ergeben, was diesen Ort und all das Süße einzigartig machen.

Danke Doreen, dass es dich gibt:)

Zu schön für Kuchen
Das gibts tatsächlich… eigentlich wollten wir ja mal wieder etwas backen und euch neben der ganzen Backbuchschreiberei (da wird auch gebacken, aber das wandert ja direkt ins Buch?) eine schöne Idee liefern.

Aber so ist es, wenn man einen Plan hat… das Leben hat einen anderen. Zweimal lief es schief, einmal davon war es zu erwarten… Nachts beim Backen  um 24 Uhr noch über 20 Grad, tagsüber stehende Luft und knapp 30 im Schatten… das ist weder was für Hunde noch für Kuchen mit Creme. Hätte man wissen können.

Die Hundstage dauern an und weil das einfach zu schön ist, lassen wir den Hund den ganzen Tag unterm Tisch im Kühlen und machen aus dem Kuchen, der nichtmal im Tiefkühler wirklich fest wurde, eben etwas anderes…

Und eigentlich beginnt genau da wieder das, was für uns backen ist… es macht keinen Sinn, zu hadern oder den ganzen guten Kram auf den Kompost zu bringen… manchmal ist der Kuchen ja vielleicht auch nur noch nicht fertig und unser scheinbares Endprodukt nur ein Zwischenstadium?

Also Teig, Creme und Guss getrennt und erstmal leicht frustriert in den Kühlschrank gepackt… aber ein paar Momente später in der Hängematte hatten die Gedanken genug Zeit zu schaukeln und sich neu zu sortieren und es ist ein wirklich schönes Gebäck entstanden.

Da es aber ist, wie es ist… nämlich viel zu warm… gibt es hier nichtmal ein Foto davon, weil alles auch in neuer Version davonschmilzt und nicht schön aussieht…
Aus einer Keksschnitte mit Creme und Guss wurde ein Keks aus Keks… Verwunderlich viel Keks,  da ich Keks nicht sonderlich mag. Doreen sagt dazu…JEDER mag Kekse, Kekse nicht zu mögen sei wie Welpen nicht zu mögen… Damit hatte sie mich natürlich, aber zu ändern ist es nicht. Ich mag keine Kekse… eher Waffeln, aber Kekse…naja.

ABER ich mag Kekse aus Keks… das Zeugs ist vermutlich reichhaltig wie Sahnetorte ( beides pro Stück), aber wahnsinnig lecker… und… wer Keks nicht mag…außer mir… macht Cakepops draus… auch oberlecker.

Nun bleibt nur, euch zu versprechen, dass sobald die erste Lücke im Temperaturhoch ist, der Keks aus Keks hier gepostet wird. Von mir aus kann das zwar gern noch ein wenig dauern, denn dieser Sommer fühlt sich an wie Freibadsommer aus der Kindheit. Davon konnte man ja auch nicht genug haben.

Aber wie man wieder mal sieht… das mit den Plänen ist so ein Ding, die haben ihre eigenen Regeln. Also macht besser nicht so viele davon… Pläne und Träume sind übrigens was anderes… sondern lasst euch ab und an ein wenig überraschen. Genauso wird es übrigens auch mit dem Backbuch sein… wir backen so, dass immer auch etwas anderes entstehen kann oder nicht alles tierisch ernst genommen werden muss (naja… Mehl vergessen ist vielleicht doof, aber ich hatte kürzlich ganze Eier da drin, wo nur Eigelb rein sollte… Zucker und Eier wegwerfen kam nicht infrage…also blieben sie drin. Und das Ergebnis war wie es sein sollte… manchmal lohnt sich etwas Risiko.).

Ich habe in einem Interwiev gelesen, dass man, wenn man etwas tut, besser nicht im Voraus darüber nachsinnt, was in welchem Fall passieren würde… Man interpretiert die Dinge aus der Erfahrung heraus, Neues kann einem nicht in den Sinn kommen, weil man das ja als Möglichkeit gar nicht kennt… Also lebt man immer im Kreis das Leben Anderer oder die Erfahrungen, die andere für die einzig wahren halten… Neues kann halt nur auf Nebenwegen entstehen,,, also traut euch. manchmal gibts plötzlich Kekse, die ihr nun doch mögt oder noch viel Größeres, Überwältigenderes…

Wer diesen Beitrag heute noch liest… wir haben auf Facebook eine grossartige Doku verlinkt (weil’s eben auch mehr als nur in Thüringen schön ist) die heute Abend auf ARTE läuft. Wie anders Leben doch sein kann, wenn man sich traut.

Aber weil neben den Hundstagen auch noch Feierlaune bei Doreen ist, gibt es ab nächster Woche Stück für Stück einige von Doreens Lieblingstorten zum nachbacken… genau 10 Stück, denn Doreen feiert 10jähriges… dazu aber später mehr…

Habts weiter sommerlich  herrlich und seid gespannt aus das, was da noch kommt?