Monat: Februar 2021

am Tag danach

...danach ist ja bekanntlich auch immer gleich davor... was übrigens ganz nebenbei die Wertigkeit von Dingen auch ganz kräftig neu sortiert und das Thema Zeit , also die Frage davor oder danach gleich mit🙃 Damit kommen wir ja dann gleich gar nicht zurecht, wenn danach auch gleich davor ist und der Gedanke linear verlaufenden Zeitdenkens ins Wanken gerät... aber das soll gerade ja nicht das Thema sein.

Wir haben uns schön eingeruckelt ins Corona-Leben und das letzte Fitzelchen Hoffnung auf menschlichen Verstand rückt jeden Tag in etwas weitere Entfernung. Das letzte Jahr... ja, so viel ist es jetzt schon fast... hat uns eine Menge gekostet... nicht nur Geld. Aber einige wenige Dinge, brauchen wir uns nichtmal schönzureden, sondern die sind sogar ganz schön... Entweder ist meine Wahrnehmung schon stark ermattet oder bis auf die üblichen Rabattsprünge von 14% am 14. hat sich der Valentin in diesem Jahr stark zurückgehalten... entweder ich habe sie nur nicht gesehen, oder es gab sie nicht... die #starkalsPaar-Parolen, die so schön ins Schema passen würden. Nur ein paar Herzchen im Supermarkt und die eine oder andere Blume mehr im Einkaufskorb.

Es kann aber gut sein, dass wir nur schon so sehr drin sind im virtuellen Leben, dass es uns da nicht mehr so stark auffällt zwischen den sich gegenseitig jagenden Werbeparolen und im richtigen Leben da draußen gibt sich ja gerade eh kaum jemand Mühe, etwas an den Mann oder die Frau zu bringen... Schwer zu sagen, wer da wo was wahrnimmt, also wird es reduziert. Dabei hätten sie uns vermutlich sogar gut getan, ein paar Herzchen mehr, denn es ist frisch geworden um die Ohren. 5 Millionen Menschen mit Depressionen, habe ich kürzlich gelesen... ob das in-Corona-Zahl ist, weiß man nicht genau. Aber die Sache mit den Zahlen... Grippe gibt's ja dieses Jahr auch nicht, vielleicht ist Depression bei positivem Corona-Test ja auch Corona. Was nix dran ändert, dass es manchmal mächtig ungemütlich ist im Miteinander und da kommt dann doch ein liebevoller Tag ganz recht.

Also haben wir uns auch mal dran gemacht an die Herzen und es zwar nicht geschafft, alles rechtzeitig online zu stellen (Sonne und Schnee draussen gingen vor), aber das dürfte aus mehrerlei Gründen ein kleineres Problem sein. Einerseits geht Liebe immer, ihr könnt also alles jeden Tag machen (nur mit dem Punsch muss man sich ggf. beeilen, denn die angesagte andauernde Kälte hat einen Mutanten geschickt, der sich stark nach frühlingshaften Temperaturen anfühlt. Die Wettervorhersage ist gerade ähnlich unberechenbar wie der Virus... mag man den Gerüchten glauben, hat 5G (an das wir uns auch so schön gewöhnt haben so ganz nebenbei, wenn wir schonmal beim Gewöhnen sind... und mit so einem tollen Partnervertrag mit 5G ja auch verständlich😬) da so seinen Anteil, weil nunmal das einenge und an dem anderen im Wege steht... sprich die Weitergabe von Signalen. jetzt kommen wir aber vom hundertsten ins Tausende... eigentlich ging es ja um die Nutzbarkeit liebevoller Lebensmittel über den Valentinstag hinaus...

Die Fotos haben wir wenigstens schon auf Instagram und Facebook landen lassen... da sind wir manchmal deutlich schneller als hier beim langen Text. Es lohnt sich also, da ab und an mal zu schauen. Es gab Herzen aus Sandteig, welche aus Mandelknusper und aus Eiskonfekt... dazu dann den wirklich leckeren Punsch... UND... die Erkenntnis, dass es mal wieder nicht für alles ein Rezept geben muss und Freestyle irgendwie unser Ding ist. Vielleicht können wir euch ja Stück für Stück da auch infizieren... es macht die Dinge einfacher...wie im richtigen Leben eben auch.

Hier also dann die Erklärungen zu unseren herzerwärmenden Ideen, die Fotos drunter in der Galerie.

Herzen aus Eiskonfekt
Das Rezept zum Konfekt steht bereits in der Rezeptliste und im vorhergehenden Blogbeitrag... Eiskonfektmasse einfach in irgendeine beliebige Silikonform mit Herzen füllen... nicht zu groß, sonst wird’s viel im Mund... Dann ab nach draußen, wenn’s so kalt ist wie im Moment (-12 gerade) oder eben in den Tiefkühler... Rausholen, wenn alles schön fest ist und dann etwas Zeit geben. Wie dir Herzen rosa/weiß werden, verraten wir in der Osterbeilage vom Backbuch, das demnächst in die Neuauflage geht.

Sandteigherzen
Nehmt ein beliebiges Rezept für Sandteig, dazu Lebensmittelfarbe (die es mittlerweile auch für jeden gibt (www.eatarainbow.de... keine Werbung, nur unbezahlter guter Tipp) Und schon wird‘s rosa. Ab in den Spritzbeutel damit und herzig auf‘s Blech.

Herzen aus Mandelcrunch
Mandelstifte oder gehackte Mandeln mit geschmolzener Schoki/Kuvertüre, gehackten Kokoschips und/oder gehackten Keksen/Amarettinis vermengen. Gewürze und weitere Zutaten (gehackte Trockenfrüchte, Reiscrispies, Haferflocken, Schokoldenstücken...) je nach Lust und Laune dazu und alla ab in eine Herzform. Kurz fest werden lassen und ab  in ein kleines Kästchen zum Verschenken, in die Brotdose, neben die Kaffeetasse... Wer mag, streicht die noch halbwegs flüssige Masse auf vorher vorbereitete dünne Herzen aus Schokolade (oder eben auch gekaufte) und verfeinert diese damit.

Fruchtpunsch
Wer gerade etwas länger draußen unterwegs ist, wird den Punsch als Stimmungsaufheller schätzen lernen... nicht wegen des Rums, der optional rein kann, mehr wegen der die Laune hebenden Wärme.
Auch hier geht alles, muss aber nicht... ein roter, nicht zu süßer Saft (z.B. Apfel mit Brombeere... hier ruhig auch Brombeeren in Apfelsaft erhitzen und dann ggf. durch ein Sieb geben) bildet die Basis. Aufgekocht, mit etwas Wasser gestreckt und durch einen Kräuter-oder Früchtetee eurer Wahl (bei uns Himbeertee... Teebeutel in den heißen Saft hängen) ergänzt, fehlt dann nur für den Wohlgeschmack etwas Himbeersirup (oder eben ein anderer, den ihr bestenfalls im letzten Sommer vorsorglich gekocht habt🙃), brauner Zucker oder etwas Honig, etwas Zitrone oder Orangensaft, ein paar Früchte (bei uns Himbeeren) und für die Erwachsenen ein wärmefördernder Schuss Rum 🙃 Dann ab damit in die Thermoskanne und raus gehts...

Croisants & Co.
Gefüllte Croissants (geschmolzene Schoki aufstreichen, Karamell und zerstoßene Amarettini drauf oder griechischer Yoghurt, Karamell, Bananen und Amarettini)... zusammenrollen, mit Eigelb bestreichen und ab in den Ofen... UND/ODER... den fertige Croissantteig in Kerzform ausstechen und mit Eigelb bestrichen mit in den Croissants in den Ofen geben. Die fertigen Herzen werden vor dem Servieren gestapelt... zwischen sie griechischer Joghurt mit Karamell oder Honig, etwas Crunch (Amarattini, Kokosraspel oder Kokoschips...) und einer Handvoll Blaubeeren oder Schokochips... Tut einfach auch hier, was eure Küche hergibt:)

So, das waren sie... die liebevollen kulinarischen Gesten des unter dem Stern der Liebe stehenden letzten Wochenendes🙃 Das nächste Wochenende kommt ja ganz bestimmt und nachher ist ja vorher... also zumindest gut aufheben, die Tipps und nicht zögern, zu experimentieren... deshalb gab es diesmal keine Mengenangaben... WIeviel wovon ist allein geschmacksabhängig und hat mit dem Gelingen so rein gar nix zu tun... Also traut euch und vielleicht kommt ja auch mal jemand, der es einfach nur verdient hat, in den Genuss einer dieser Ideen. Eine wunderschöne Woche für euch und genießt den letzten Schnee. wer weiß, ob VOR dem nächsten Schnee diesmal vielleicht dann doch wieder länger dauert oder der Frühling noch einer kurzen weiteren Schneephase die Chance gibt.

Erinnerungen und Liebevolles

Das können wir wohl gerade alle gebrauchen... Liebevolles. Und in diesem Jahr wird wohl auch der Valentinstag weniger kommerziell als eher selbstgemacht ausfallen... was ja sehr viel für sich hat. Vielleicht "bleibt es" mangels Gelegenheiten zum Weggehen oder anderen "großartigen" Gesten einfach bei einem liebevollen unspektakulären, dafür aber kuschligen Frühstück (gottseidank ist ja auch Sonntag) oder einem eisigen Spaziergang mit einem warmen Punsch in der Thermosflasche und ein paar Herzkeksen in der Tasche?

Es braucht nicht viel, um zu zeigen, dass man geliebt wird und wenn dieses MUSS wegfällt, bleibt eben das, was ist... das, was man wirklich will und leisten kann. Auch schön.

Bei mir haben die herzigen Gedanken in Kombination mit den zweistelligen Minusgraden zu einem Klassiker geführt, der irgendwie vergessen war, aber so stark in meinen Erinnerungen drin, dass ich nicht nur den Geschmack nach Jahren immer noch spüren kann, sondern auch das Gefühl, wenn kühle Schokolade auf der Zunge zerfließt... so mancher ahnt es an dieser Stelle und erinnert sich an bunte Förmchen voller kühler, cremiger Schoki: Eiskonfekt.

Zugegeben... das Ganze ist recht süß... das ist auch der Grund, weshalb es wohl seltener im Einkaufskorb landet. Und selbermachen kam mir bisher nie in den Sinn... weshalb eigentlich? Man braucht gar nicht viele Zutaten und kann wunderbar experimentieren. Und heraus kommt ein Stapel Kindheitserinnerungen, die nicht mal unbedingt in den bunten Metallförmchen landen müssen (so schön sie sind... aber es gibt auch schöne kleine Papierförmchen als Alternative oder man macht es eben ganz ohne...)

Die Basis des Ganzen besteht aus Schokolade, Puderzucker und Kokosfett, mit Letzterem kann ich mich nicht wirklich anfreunden... egal bei welcher Gelegenheit. Ich mag den Geschmack einfach nicht. Also gab es die erste Testreihe mit einer Ersatzlösung: Kokosöl. Der Geschmack von Kokosöl bleibt, je nachdem, welche weiteren Zutaten man hinzufügt... also mit Kakao wird's etwas unterschwelliger, bei hellen Versionen ohne weitere starke Gewürze ist Kokos immer dabei. Aber ich liebe diese Version und habe in den letzten Tagen mächtig herumprobiert... Richtig viel Schokolade und Kakao und Zimtcrispies, weiss mit weisser Kuvertüre, Kardamom und Zimt UND... rosa/weiss mit Fruchtpulver.

Die ersten Versuche landeten noch in kleinen Pralinenförmchen, die nächsten in Silikon. Dass draussen gerade eh Eiszeit ist, hat der Sache geholfen, weil vom Gießen des Konfekts bis zum Festwerden vor der Tür nur 5 Minuten vergangen sind und schon waren sie knüppelhart und gut aus den Formen lösbar. Also deutlich ein Winterrezept.

Eigentlich war das Ganze ja für unser Osterrezeptheft gedacht, aber weil in 2 Tagen Valetinstag ist und eben dieser wunderbar knackige Winter, hier für euch schon einmal das Rezept für die dunklen Eiskonfektpralinen. Ob gefüllt oder nicht, solltet ihr bei der Wahl eurer Förmchen entscheiden. Ich hatte Herzformen da, die gefüllt werden konnten, also wanderten Zimtcrispies nicht nur in die Schokoladenmasse, sondern auch noch als Füllung in das fertige Konfekt. Entscheidet einfach selbst, was passt. Ersetzt die Zimtcrispies, lasst sie weg, füll, oder füllt nicht... Das Rezept für die rosa/weißen Eiskonfektpralinen mit Fruchtpuder findet ihr dann im Osterrezeptheftchen:)

Und schon geht es los mit der Erinnerungstour in die Kindheit:))