Über festliche Marathons
Noch fällt es schwer zu glauben, in 6 Wochen ist Weihnachten.

Jedes Jahr aufs Neue bringt uns diese Erkenntnis ins Zweifeln über die Eile, mit der unser Leben vergeht, darüber, dass das Jahr wieder herum ist, ohne dass wir eines der Vorhaben von Silvester nur annähernd angehen konnten oder dass die wunderbarste Zeit des Jahres (welche auch immer das ist...wenn es Weihnachten ist, hat man an dieser Stelle Glück) schon wieder einmal vorbei ist.

Aber anstatt an dieser Stelle das einzig Richtige zu tun... nämlich diesmal langsamer zu machen, begeben wir uns so richtig schön in den Stress des Jahres (mich überkommt der schon allein beim Schreiben der Anzahl der Wochen bis es wieder soweit ist) und bedauern nicht selten so ganz heimlich, dass man dem Zauber, den diese Zeit in der Kindheit hatte, irgendwie hinterherrennt.

Doreen hat mir heute von ihrer letzten Woche berichtet: neben dem normalen Tagesgeschäft 5 Pralinenkurse, ein Brotbackkurs, ein Backkurs mit dem Kinderballett Kess, ein Kindergeburtstag ohne Fahrer fürs Kind dorthin, ein Brunch, ein Fotoshooting, ein Tanzstunden-Abschlussball (die Karten 50km weiter weg in einem Fussballstadion) und als ob das alles nicht genügen wäre, Erkältung und Fieber. Am kommenden Wochenende ist Adventsmarkt, wenn nur ein Bruchteil der Gäste vom letzten Jahr kommen, wird es brechend voll und nur mit viel Liebe zu den Dingen, die man tut, kann man sich ein wenig vom Zauber der Vorweihnachtszeit erhalten.

Da Weihnachten Geschenkezeit ist, gab es auch bei mir Jahre, in denen Weihnachten im Bett endete, weil man einfach durch war mit der Kraft und Weihnachtsgefühl einzupacken und zu verschicken, hat dann doch nicht ganz gereicht. Also gab es zumindest in einem Jahr Plan B und er hat wunderbar funktioniert. Genau 1 Woche vor Weihnachten gab es kein einziges Paket mehr, außer denen, die mit Weihnachtsgeschenken hier eintrudelten, für die dann endlich Zeit war (manchmal schon etwas knapp... ja, die Leute, die sich 1 Woche vor Weihnachten auf den Weg machen, gibts ebenso wie die, die im Oktober alles bereits verpackt im Schrank liegen haben... und es hat den Vorteil, dass man nichts verstecken muss:))).
Zeit zum Backen, Zeit für Kerzen, Weihnachtsmusik und die Freude auf dieses Gefühl, das jeder irgendwie aus der Kindheit mit sich nimmt und was diese Zeit so besonders macht.

Und ganz leise gibt es in diesem Jahr zumindest den Wunsch, nicht wie ein Formel 1-Fahrer durch die Adventszeit zu rasen. Ganz genau genommen müsste ich mir einen meiner Adventskalender nehmen, den manche nun seit Jahren kaufen. Es gibt sie mittlerweile für Abenteurer, Familien, Fitte oder einfach nur als Zitatesammlung... so richtig gern mag ich die abenteuerlichen Varianten. Aber natürlich nur rein theoretisch, denn mitten in der Adventskalenderzeit stecke ich noch im Geschenkerummel für andere. Und dabei habe ich ein paar Favoriten, die die Adventszeit ganz sicher zu einem riesigen Spaß machen. Die Adventskalender enthalten nämlich keinen einzigen Krümel Schokolade...für Süßes ist Doreen zuständig... sondern Aufgaben (selbstverständlich welche, die die Adventszeit verschönen sollten), die man zusammen erfüllt. Und wenn ich es schaffen würde, nur ein Viertel der Aufgaben, die, von denen ich immer gern wüsste, wie sie ausgehen, auch selbst zu machen, wäre meine diesjährige Adventszeit eine ziemlich besondere...

Sie hätte alles... den Duft von damals, Abenteuer, Genuss, Überraschungen, Lichterglanz und Erinnerungen.
Mir war vor Schreiben des Beitrages nicht so ganz klar, wie man diesem Kreislauf an jährlichem Stress entgehen könnte... aber vermutlich ist die Idee, die sich so beim Schreiben entwickelt hat, gar keine so schlechte.
Die diesjährige Adventszeit scheint gerettet und wenn ich es jetzt noch schaffen würde, all die, denen ich gern etwas schenken mag zu fragen, was sie am liebsten mögen und nicht immer noch einer Versuchung, die mir während der Adventszeit so begegnet nachzugehen und ständig "nachzubessern", gäbe es die Chance auf eine wirklich wunderbare Adventszeit mit vielen Kerzen (von denen ich mehr als genau weiss, wie man schöne macht und ausserdem ja gute Kontakte in ein tolles Kerzencafe habe), tollen Bäckereien (ein Rezept gibt es dann gleich noch hier), jeden Tag das Weihnachtsoratorium, bis meine Familie um Gnade bittet und ein ganz klein wenig Weihnachtsdeko.

Das hat sich bereits geändert... es muss weder jedes Jahr die Modefarbe am Weihnachtsbaum hängen (ach... der ist ja auch noch ein Thema... wusstet ihr, dass der in manchen Ländern an der Decke hängt? Für Familien mit Tieren durchaus ein lohnenwerter Gedanke, wir haben es ausprobiert.) noch alle Deko, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hat, herausgekramt werden... sicher habe ich erst vor ein paar Tagen die erste Dekozeitung wieder aus der Hand gelegt und doch ein wenig neidisch auf perfekt inszenierten Weihnachtsglanz geschaut...
Aber solange wir alle um den Küchentisch sitzen, der Ofen knistert und der Glühwein duftet, kommt es nun wirklich nicht darauf an, ob nun der neueste Adventskranz draussen an der Tür hängt, nur damit alle außer mir sehen, dass ich vorbereitet bin.


Ich wünsche euch schräge Gedanken zum Thema... wer weiss, vielleicht bleibt  "anders machen" ja in diesem Jahr nicht nur ein Wunsch sondern wird zum puren Genuss. Wir werden hier berichten, wie es uns ergeht.

Und für alle, die aus dem T-Shirt in die Weihnachtszeit hüpfen mögen... am Wochenende glitzert die Patisserie in Stelzendorf im Adventszauber. Nicht vergessen... es gibt Weihnachtsdüfte... also Augen zu und den Duft genießen, sobald ihr die Patisserie betretet (mit etwas Glück gibts auch ein paar der Adventskalender dort...)!

Und...ach ja... das erste Plätzchenrezept:))


1 Kommentar

  1. Herzliche Glückwünsche zu 10 Jahre Patisserie Bergmann.
    Wie wunderbar, dass ich Sie in dieser Zeit immer mal besuchen und die Köstlichkeiten genießen konnte.
    Vielen Dank für diesen schönen Ort zum Genießen und Wohlfühlen.
    Alles Gute für Sie mit Ihrem Team und Ihrer Familie.
    Herzlichst Martina

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