Jaffa-Liebe

Backen ist experimentell. Oft.
Es ist nicht so einfach mit den Dingen, die in den Ofen wandern dürfen.
Vorher gibt es da Tagträumereien, in denen Zutaten gedanklich gemixt werden, Backbücher, Zeitschriften mit den neuesten Trends oder das Rezeptbuch von Oma (manchmal eher verwirrend statt klärend, weil die Möglichkeiten wachsen) und wieder Gedanken. Oft tagelang und an jedem Ort.

Selbst wenn die Idee steht, ist der Weg zum Teil noch lang, denn es kann viel schief gehen. Backen ist manchmal ein wenig wie ein Ding aus dem Chemiebaukasten, denn nicht alles, was da aus einer Form kommt, bleibt in Form. Und da ist man noch nicht einmal beim Geschmack, denn was in Einzelteilen unglaublich lecker daherkommt, wird im Miteinander manchmal einfach nicht das Feuerwerk oder ihr seid der einzige Mensch, der dank der tagelang aufgebauten freudigen Erwartung dem Ganzen Gutes abgewinnen kann...

Folglich ist meine Familie, die das Drama kennt, manchmal leicht desinteressiert.
Lange Rede kurzer Sinn... JaffaCakes sollten aufgehübscht werden. Ich denke seit Wochen darüber nach.
Dank der Entscheidung, immer  nur in Minimengen zu testen, war der erste Versuch in Nullkommanichts gegessen... zwar kommentarlos, aber weg. Wahrscheinlich fiel dabei gar nicht so auf, dass das Thema Form alles andere als gelöst war. Dafür war der Geschmack sensationell.
Und so bekam die Version Kuchen im Glas ihren Auftritt, nicht nur, weil ich mir da keine Gedanken um Kühlzeiten (manchmal sind die schwer auszuhalten, was dem Ganzen nicht unbedingt zuträglich ist) machen muss, sondern auch, weil man herrlich sehen kann, was drin ist.

Und genau darum ging es diesmal, denn ich liebe JaffaCakes... allerdings hat die Liebe einen Knacks bekommen, seit sie entweder immer süßer werden oder mein Geschmack sich geändert hat. Es ist immer wieder toll, sie zu essen... bis zum ersten Biss. Dann ist da einfach zu viel Zucker, kaum Geschmack und eigentlich bleibt nur die Konsistenz, die wirklich etwas hat.

Gut, die musste ich hergeben bei diesem Rezept, denn das schön Knackige der Schokolade leidet leicht, dafür erwartet euch ein Feuerwerk an Geschmack. Ich bin begeistert. Viel Frucht, schön sauer und trotzdem süß, Creme, ein bisschen Knack und gerade genug Teig.

Also besorgt euch einen Schachtel Jaffas und probiert es aus... kaum Backzeit und spätestens beim zweiten Versuch auch vom Ablauf her ein Kinderspiel.

Bleibt zu hoffen, dass ich gleich aus dem Kauderwelsch der Zutaten schlau werde, denn die Zettel, auf denen ich die möglichen Kombinationen notiere, sind doch recht kriminalistisch zu behandeln. Abgesehen davon, dass man nur an den Zutaten erahnen kann, um welches Backwerk es geht (klar... wie soll man vorher wissen, wie das Ganze heisst?), ist die Sache mit der Menge manchmal so ein Ding... denn mitten im Backen verändern sich Notwendigkeiten:))
Ich habe den aktuellen Zutatenplan in die Galerie zu den fertigen Küchein gepackt... so sieht es immer aus.
(Ganze Stapel an Zutatenversionen schlummern noch in der Tiefe des Schreibtisches...vermutlich lohnt sich beiden meisten der Aufwand der Entschlüsselung nicht, besser neu denken...)

Und wenn jetzt jemand auf die Idee kommt zu fragen, ob es nicht einfacher wäre, nach Rezept zu backen...
Vielleicht, aber abgesehen davon, dass auch Rezepte Urheberschutz haben (wie Fotos) und wir euch gleich nur Buchtipps geben könnten, ist es mehr als spannend, wenn ein Teil Torte auf den Grill wandert, ein Kuchenteig mit einer völlig neuen Creme kombiniert wird oder statt einer XXL-Torte alles in XS auf den Tisch kommt, weil auch das den Geschmack verändert.

Habt Spass mit den Jaffas, sie taugen bestens für ein Picknick (dann Gläser nicht zu voll füllen und nach dem Erkalten Deckel drauf), als Dessert nach dem Grillen oder gut gekühlt als erfrischendes Dessert... irgendwie soll es warm werden.
Ein schönes Wochenende euch allen!

(PS: JaffaCake = Softcake...)

 


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