Nicht mein MP

#nichtmeinMP hat uns ja erst am Ende der Woche eingeholt und den Tag mächtig vernieseln lassen, auch vorher schon ging es bewegt zu.

Und natürlich haben wir überlegt, ob es dazu einen Text gibt oder nicht, aber ringsherum gibt es zu viele Stellen, an denen nur der Text kommt "da halte ich mich lieber raus", als dass das sinnvoll wäre.
Natürlich macht es Sinn, sich dem Guten zuzuwenden, das auch zu sehen und wir sind die ersten, die diesem Trend folgen,was aber einfach nicht heißen darf, dass man von allem um sich herum keine Notiz nimmt. Es geht nämlich beim "das Gute Sehen" nicht um wegschauen, sondern entscheiden, welcher Sache man seine Kraft und Aufmerksamkeit gibt.

Wegschauen geht spätestens dann nicht mehr, wenn es nicht mehr um einzelne Vorkommnisse geht, sondern wenn Dinge zur Grundhaltung werden. Dann sollte man zumindest sein Plätzchen (schöne Doppeldeutigkeit... die gibt es an diesem Wochenende natürlich auch noch... keine Sorge...) suchen. Und das tun wir dann mal.

Erstes Thema... Pandemien. Sagen wir es so... das Thema ist weder nur in die Welt gesetzt, noch nicht existent, allerdings befremdet die übliche Panikmache... Ist das das Einzige, was uns noch hinter dem Ofen vorlocken kann? Seltsamerweise hat es das diesmal gar nicht, ich habe den Eindruck, dass die Medien mächtig geschaufelt, die meisten Menschen aber gelassen weitergelebt haben. Vielleicht hätte ja sinnvolles Reagieren statt Horrorszenarien lange vor realen Ereignissen auch gereicht... eigentlich das, was immer die beste Reaktion ist, schon im Kleinen. Aber möglicherweise erreicht man damit niemanden mehr.
Ich habe ein Zitat gelesen... "Viren sind Glücksspieler, sie verändern ihr Erbgut zufällig und schauen, wohin das führt... " Mit der Erkenntnis fällt Panikmache praktisch aus und sollte Vernunft die Oberhand gewinnen... wann denken wir darüber nach?

(Vielleicht lagen auch zu viele mit Grippe oder Magen/Darm flach, um überhaupt ansprechbar zu sein. Gottseidank war das ja aber dieses Jahr mal nicht dran. Kluges Marketing wechselt ab, um Aufmerksamkeit zu generieren. Und noch ein Thema... Essen...  Hier gabs für den aufmerksamen Betrachter verschiedene "Lern"anlässe und u.a. dieses Zitat "Enzyme gehören ja auch irgendwie in den Körper, also sind sie ja im Herstellungsprozess von Brot gar nicht so tragisch." Aufatmen beim Laborleiter, der sich einem blauäugigen Reporter gegenüber sah. Halleluja)

Und als ob das alles nicht genüge, tritt die tragische Person des neuen MP in unser Leben...
Gestriger Stand vielerorts: "...es ist irgendwie alles in die Hose gegangen, aber vielleicht sind die Menschen ja wach geworden."
Glaube ich schlichtweg nicht. Egal, wie die Sache am Ende glattgebügelt wird, es ist möglich, dass in einer Demokratie eine Partei, die offensichtlich nicht die erste Wahl des Volkes war, den MP stellt. Und das nur durch gezielte Manipulation. Dass diese offen stattfand (und eine Partei, die es nicht wert ist, überhaupt gehört zu werden, sich noch damit rühmen darf, ja "ehrlich" gewesen zu sein) ist doppelt tragisch. Erkenntnis der meisten von uns: es lohnt sich eh nicht, denn egal, was man tut (wählt, meint, äußert), man tut das Falsche.

Dem kann ich irgendwie zustimmen, aber die Sache hat mehrere Seiten. Ich habe selten öfter den Gedanken gehört, dass das Leben hier immer weniger lebenswert wird. Das Problem ist allerdings, dass wir tatsächlich so denkfaul geworden sind, dass wir dem Ganzen wie einem Theaterstück zuschauen. Wieso hört man vermehrt die zu Anfang angedeutete Meinung "ich halte mich hier lieber raus und wende mich dem zu, was noch schön ist", statt dort, wo nicht klar ist, wohin das führt, den Mund aufzumachen. Ich bin eigentlich ein zutiefst unpolitischer Mensch, was nicht für Doreen zutrifft, die ein Kämpferherz ist, aber dem zuzusehen, macht völlig fassungslos. Ich habe mir immer nicht vorstellen können, wieso Menschen in einer Stadt wie Weimar nicht gewusst haben wollten, was in Buchenwald vor sich geht, aber ich habe schon Menschen gesehen, denen man das wirklich abnimmt. Und wenn man genau hinschaut, passieren bei den derzeitigen Machtverhältnissen ähnliche Dinge... Ich sehe da einen Haufen unehrlicher Menschen, die sich nicht mehr dessen bewusst sind, wofür sie jeder einmal im eigenen Wahlkampf gestanden haben und die sich hinter Mehrheiten verstecken. Auf der anderen Seite stehen Menschen, die den Spielchen hilflos zusehen und sich immer amöbenhafter dem jeweils kleineren Übel zuwenden. Alles andere verblasst im Nebel und guckt sich weg in der Fülle des Altages 2.0

Wenn man sich jetzt nicht irgendwann die Zeit nimmt nachzudenken, auch einen Schritt weiter und dann zu entscheiden, welcher Auffassung man vertritt, werden wir schneller, als uns lieb ist glauben, wovon wir nie für möglich gehalten haben, dass wir das jemals glauben werden. Es ist wie mit den rosa Hemden in den Kaufhäusern. Vor 10 Jahren hätte jeder Mann unterschrieben, dass er die nie tragen würde... Tausende Modelle und Influencer später hält man sie für trendig. Ganz einfach. Habt ihr mal überlegt, weshalb nicht wenige in der Generation U20 AFD-afin sind? Wie kann das passieren? (Tausende Sprüche und falsche Entscheidungen später? Es gab Zeiten, da nannte man das Propaganda, jetzt kommt das Ganze feiner verpackt daher.)

Und ist dieses Wahlergebnis auch eine Klatsche für die, die bisher ihre Spielchen betrieben haben, so ist es auch die Erkenntnis, dass nichts und niemandem mehr zu trauen ist, egal, wie am Ende repariert wird. Und diese Erkenntnis bleibt längst nicht mehr im Politischen stecken sondern hat uns alle auf sehr privatem Gebiet erreicht, weil diese Art zu agieren irgendwie ÜBLICH geworden ist.

Das Fazit dieser Woche ist neben Fassungslosigkeit eigentlich nur die Erkenntnis, endlich das zu nutzen, was uns zur höchstentwickelten Spezies macht. Wir können und sollten beobachten und Schlüsse ziehen, vergleichen, werten, entscheiden. Jeder für sich und unabhängig von dem, was so eine Statistik oder Schlagzeile vorschreibt. Spätestens wenn wir das nicht mehr tun, haben wir alle zusammen ein mächtiges Problem.

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