AUS DER KÜCHE

Damit nichts bleibt, wie es ist

Hat euch dieser Satz jetzt einen Haufen Bauchschmerzen gemacht? Dabei ist er eigentlich genaugenommen das, was uns mit Vorfreude und Spannung erfüllen sollte... so ein klein wenig wie die Vorfreude auf Weihnachten?

Die meisten Dinge fühlen sich so an, wie man sie bewertet... wer also Angst vor (unvermeidlicher) Veränderung hat, wird sich schlecht fühlen, wenn er sowas liest. Wer ein klein wenig zurückblickt und merkt, dass Veränderungen oftmals zu sehr guten Entscheidungen geführt haben, kann das lesen und zumindest akzeptieren, dass es so ist, ohne sich schlecht zu fühlen.

Ganz eigentlich hat dieser Satz heute auch erst einmal weniger mit euch als mit mir zu tun und soll erklären, warum es die letzten Wochen etwas ruhig war.
Der Blog hat sich ein wenig verändert und ist mittlerweile eine One-Frau-Show. Das war er zwar vom Schreiben und Fotos machen her schon immer, nun aber stammen 100% Rezepte und Inhalte nur noch von mir. (In den Rezepten sind im Übrigen die Ideengeber mittlerweile immer genau gekennzeichnet... Rezepte unterliegen wie auch Bilder dem Urheberrecht... was in der privaten Verwendung natürlich keine Rolle spielt, ich aber hier gern transparent handhabe.)

Was den Zeitfundus noch etwas enger gemacht hat, ist, dass sich gerade alles stärker auf das konzentriert, was den Blog mittlerweile zu einem großen Teil ausmacht... die Rezeptentwicklung, aktuell für den Altenburger Safran.

Weil ich mittlerweile immer weniger damit umgehen kann, wie sich das Miteinander von Menschen entwickelt, kam es zum nächsten Projekt, das die Arbeit am Blog eingeschränkt hat...  gemeinsam mit der wunderbaren Grit Börner von BauchfeelingsBauchfeelings ist ein Kalender entstanden, der in kleinen, machbaren und oft sogar unterhaltsamen Schritten ein Jahr voller Veränderung möglich macht... Veränderungen, die einen selbst betreffen und hoffentlich für ein irgendwann wieder angenehmeres Miteinander sorgen.

Mich umgeben immer öfter Menschen, die Mitgefühl und Empathie vorgeben, um sich selbst damit besser zu fühlen, um sich auf Social Media präsentieren zu können, um sich stärker zu fühlen, als sie sind... wie auch immer. Unsere Wertvorstellungen scheinen sich in den letzten beiden Jahren extrem ins ICH verlagert zu haben... aber nicht ins ICH, um an sich selbst zu wachsen, um das, was man selbst für sich gelernt hat, im Miteinander umzusetzen und einen freundlicheren, einfühlsamen Umgang zu pflegen, sondern um Bauchnabelschau zu betreiben.

Dass mich das stört, macht für mich selber so wenig Sinn und zieht sinnlose Kraft, dass Grit und ich irgendwann beschlossen haben, denjenigen, denen es wirklich darum geht, für sich selbst ein entspannteres und glücklicheres Leben führen zu wollen, das an die Hand zu geben, was uns für uns selbst auch sinnvoll und machbar erscheint. Insofern teilen wir einfach, was auch wir selbst tun.
Man kann damit niemanden beeindrucken und das, was man damit tun kann, taugt nur wenig, um sich zu präsentieren, aber wenn eines hoffentlich passiert, dann ist es das, dass man selbstverständlicher mit dem umgehen kann, was das eigene Leben ist... es annehmen kann, das verändern, was zu sehr belastet und erst einmal zumindest sehen, wo es klemmt. Das Leben ist Veränderung... daran führt auch mit diesem Kalenderprojekt nichts vorbei.
Der daraus enstandene Kalender ist jetzt erhältlich... ich werde ihm morgen einen extra Beitrag widmen, sodass ihr einen besseren Eindruck davon bekommen könnt.

Das zweite Projekt, das ich bisher meist auf Instagram geparkt habe, ist der Altenburger Safran. Auch dazu muss es einen separaten Blogbeitrag geben... die Geschichte ist zu spannend und interessant, als dass man sie so in drei Sätzen abhandeln könnte. Eine mehr oder minder spontane Idee hat dazu geführt, dass ich jetzt das tun kann, was ich gerade eben unglaublich gern mag... Rezepte entwickeln. Das heisst, es gibt einfach nichts ausser Zutaten und einer groben Idee, die dann zu etwas Leckerem führen soll. Keine Rezeptvorlage bis auf das Wissen, wie man eben einen Teig machen kann oder wie Creme standhaft bleibt... alles andere... also die Kombination von Aromen, die Art des Backwerkes etc... muss sich entwickeln.

Meine ganze Familie leidet ein wenig unter dem ständig gefüllten Ofen und wenn jetzt jemand unsere Küche betritt, führt der erste Weg an den Ofen... er ist wirklich das Zentrum dieses Hauses geworden. So fluffig, wie das jetzt klingt, ist es allerdings nicht immer. Alle Gedanken drehen sich nur um das eine... du wachst auf mit dem Gedanken, welche Frucht, denn nun eigentlich wirklich gut zu Version x passt oder wie du die Creme fest bekommst, ohne dass es Gelatine braucht, du Pudding rühren musst oder das Ganze backen... Nicht umsonst gibt es Backbücher.... das Ganze ist wirkliche Arbeit, wenn etwas Besonderes entstehen soll.

Der Vorteil an der Sache ist der, dass ich ein wunderbares Gewürz als Haupbestandteil habe... den Safran. Und wenn ich nicht gebacken habe, habe ich gehofft, dass die Safranzwiebeln, die im August ins Beet gewandert sind, zu Krokussen werden. Im September war es dann soweit... es war überwältigend und gleichzeitig ehrfurchterregend, weil man begreift, wieviel Arbeit nötig ist, um eine bemerkenswerte Menge dieses Gewürzes zu ernten.

Die Safranbäckerei geht noch ein Weilchen weiter... so wie es scheint, gibt es nicht sehr viele Backwaren, die mit Safran gedacht sind. Die orientalische Küche hat da zwar deutlich mehr Rezepte parat, aber dass der Safran wirklich geschmacklich die Nr. 1 in einem Rezept wird, ist selten. Also eine riesige Spielweise für Ideen, wobei der Safran die Regeln bestimmt und manchmal ganz schön zickig ist... naja, darf er... bei dem Wert und dem Glück, das er verströmt 🙂
Safran ist nämlich wirklich ein Gewürz, das die Stimmung beeinflusst... warum auch immer... bei mir schafft er es in jedem Fall:)

Und so verrinnt die Zeit und meistens schaffen es die neuen Ideen nur noch auf Instagram. Facebook ist etwas vernachlässigt, nicht zuletzt wegen des dort herrschenden Umgangstones, der allerdings auch im realen Leben rauher geworden ist. Ich versuche deshalb, den Weg dazwischen zu nutzen, hinterlasse hier nicht jede Begegnung, die mir Kopfzerbrechen bereitet, als Beitrag, weil es einfach sinnvoller ist, die Dinge positiv sehen zu können. Man kann tatsächlich nur ernten, was man sät.

Deshalb seid ihr also etwas zu kurz gekommen hier... vielleicht war es auch die gute Jahreszeit, in der es einiges draussen zu tun gab. Meine ersten Kürbisse sind geerntet (Kürbis ist ja etwas, vomit man ganze Backbücher füllen könnte:)) und die Beete fürs nächste Jahr werden gerade gebaut. Wenn mich dieses Jahr eines gelehrt hat, dann ist es, dass selber ernten glücklich macht. Es macht mich frei vom Gedanken, ich müsse Dinge auf Vorrat kaufen, macht mich kreativer, weil ich das nutze, was gerade so da ist und noch dazu weht es immer etwas frischen Wind um den Kopf.

Der kommt übrigens auch zustande, wenn man so exzessiv bäckt, wie das gerade der Fall ist und immer wieder Reste entstehen. Petra Herrmann von „Obers trifft Sahne“ hat ja ein Kochbuch zum Thema Resteessen geschrieben... dasselbe würde sich fürs Backen ebenso empfehlen. Die letzte Woche war voll von Rezepten, die als Resteverwertung entstanden sind... ein Gewürzkuchen (in zwei Versionen zum Füllen) aus den Resten von Gewürzplätzchen und ein Kuchen aus den Resten eines Maulwurfskuchens.

Letzterer wandert hier gleich als Rezept dazu, zu den beiden anderen gelangt ihr, wenn ihr auf diesen Link klickt:
> GEWÜRZKUCHEN

Und sonst... ich werde versuchen, wieder öfter den einen oder anderen Gedanken hier zu hinterlassen. Ein Weilchen war der klitzekleine Ansatz da, den Blog komplett zum Backblog werden zu lassen... aber das wäre einfach zu schade, weil es doch noch etwas mehr zu erzählen gibt. Also bleibt soweit alles erst einmal wie es ist und morgen landet hier die Geschichte zum Kalender, der ja vielleicht auch euer Leben ein wenig in Schwung bringen könnte.)

Und dann? Gibts Weihnachtsbäckerei... demnächst.
Aber erst einmal warten Workshops zum Thema Schokolade auf dem Berghof Weckersdorf auf mich, von denen ihr dann hoffentlich auch in Form der Rezepte profitieren könnt:)

Und hier...der Maulwurfskuchenrest, der zum Schokokuchen (kleine Form, 18cm) mit Zitronentrüffelcreme und Schokomousse wurde.
Es ist doch irgendwie schön, wieder hier zu sein, merke ich gerade:)

 

Und ein SOS

Er ist ein Stückchen her... der letzte schlimme Backunfall. Das kann aber gut auch daran liegen, dass ich nicht mehr so schnell bereit bin, etwas mit dem Etikett „schiefgelaufen“ zu versehen. Wenn man sich darauf spezialisiert, neue Rezepte zu erdenken, wie es dieser Blog tut, dann passieren schon einmal Dinge, die man so nicht vorhersehen konnte, weil man  experimentiert und versucht, eine Idee umzusetzen.

In jedem Fall passieren manchmal Dinge, die so nicht geplant waren, die sich aber dank Übung und etwas Erfahrung meist irgendwie retten lassen. Meist enden diese Versuche dann eben nicht hier auf dem Blog und bleiben „einzigartig“🙃, aber selten sind sie so gar nicht genießbar, was wirklich der Erfahrung zu verdanken ist. Oftmals ist man eh zu kritisch... um mein Herz so richtig hüpfen zu lassen, muss es dann schon irgendwie ein Aromenfeuerwerk geben oder es gelingt, wirklich schöne Konsistenzen zu vereinen, auch wenn das die Testesser hier oft viel weniger eng sehen:)

Gestern war mal wieder so ein besonderer Tag und der Herbst und ein vorangegangener  Aufräumtag haben dafür gesorgt, dass herrliche Tarteletts in Windeseile den Ofen verlassen haben. Der Aufräumtag sorgte dafür, dass die Ankerkraut-Gewürze griffbereit standen, der Herbst für die Äpfel als Zutat. Eigentlich sollten nur ins geplante Walnussmus Ankerkräuter  (Ankerkraut Gebrannte Mandel), aber als da plötzlich Streuselteig die erste Wahl war und Ankerkraut Streuselkuchengewürz dabei hat und die Äpfel vom letzten Rezept mit Gewürzkaramell (Ankerkraut Apfelkuchen) so lecker waren, wurde aus dem Ganzen eine Ankerkrautparty.

Das Ergebnis seht ihr hier gleich unten als leckeres Herbstrezept. Besonders toll... die vielen Aromen, der sehr schön mürbe Keksteig, der irgendwie nach doppeltem Backen aus den Streuseln wird sowie die schön fruchtigen Äpfel. Deshalb ist es eines DER Rezepte, die wirklich meine persönlichen Lieblinge sind.

Weil gerade viel von Ankerkraut die Rede ist... viele kennen vermutlich die Gewürzmischungen vor allem vom Kochen. Ich bin grundsätzlich kein richtiger Fan von fertigen Mischungen. Ganz klar... wenn man sich in sie verliebt, schmeckt schnell alles irgendwie leicht gleich. Aber Mischungen haben auch so ihre Vorteile... wer nicht zu oft bäckt, hat viele verschiedene Gewürze zusammen zur Verfügung, die so vermutlich nicht in eurem Gewürzregal stehen. Und... einfach mal so wild zu probieren und selber zu mischen, ist auch nicht jedermanns Ding... insofern sind die Mischungen eine gute Hilfe und die, die hier in den kleinen Tarteletts gelandet sind, sind wirklich zu gut und haben sie sehr besonders gemacht. Ganz sicher werden die nachgefüllt, wenn sie mal aufgebraucht sind... Ankerkraut bietet für die meisten Mischungen Nachfüllpacks an.

Und mit der Vermutung, dass es Mischungen schwer machen, Neues zu kreieren, steht schon fast die Challenge an, mich selbst zu widerlegen und zu schauen, wieviel Veränderung mit denselben Gewürzen möglich ist, ohne dass man das Gefühl hat, dasselbe zu essen.
Ihr werdet sehen, wie es ausgeht... ich vermerke Ankerkraut dort, wo es drin ist, dazu in Klammern die enthaltenen Gewürze für die, die gern selbermischen wollen. Mich haben die Mischungen in dem Fall sehr glücklich gemacht, (was übrigens einfach nur eine glückselige Feststellung ist, keine bezahlte Werbung🙃).

Der Backunfall, der am Ende doch hin und wieder passieren kann und zu diesem Post führte, hat mich aber vor ein  paar Tagen dann doch auch auf eine Idee gebracht... den Backnotruf. Meine Nachbarin hatte sich in eine Torte aus dem Backbuch verliebt, die ursprünglich die Geburtstagstorte für meine Mama war. Die war wirklich super lecker und in meiner Erinnerung auch nicht unschaffbar mit einem großen Fest im Nacken. Am Ende ist es aber so, wie es immer ist, wenn man will, dass etwas gelingt und man mehrere Baustellen gleichzeitig bedienen will... es geht irgendwas schief und fehlen einem Zeit, Geduld, die richtige Idee und wenn es arg kommt auch noch eine Zutat, weil die in einer schief gegangenen Creme steckt. In dem Fall gab es den ganz privaten Backnotruf und am Ende die gelungene Torte, die ihr hier seht.


Und mit der Rettungsaktion kam mir der Gedanke, euch für die Rezepte, die hier auf Blog stehen, den BACKNOTRUF zur Verfügung zu stellen. Solltet ihr beim Backen eines der Rezepte aus den Büchern oder des Blogs ein Problem bekommen, könnt ihr... unverbindlich... Kontakt per Instagram oder E-Mail aufnehmen. Natürlich kann es sein, dass ein Backnotruf nachts 1 Uhr niemanden hier weckt, aber solange ich in irgendeiner Form online bin, werde ich versuchen, euch einen Rat zukommen zu lassen. Ihr klickt dazu einfach auf das Instagram-Symbol auf der Startseite oben links und schreibt mir eine Nachricht oder schickt eine Mail an e2grafik@email.de.

Im Fall der schönen Brombeertorte war es übrigens nur eine Creme, bei der die Gelatine gemacht hat, was sie wollte... alles kein schwierig zu lösendes Problem, wie die fertige Torte zeigt.
Ich bin gespannt, ob demnächst die ersten Notrufe eingehen und ihr euch so vielleicht auch an Rezepte traut, die euch nicht ganz so geheuer sind, weil ihr Sorge habt, dass irgendetwas nicht gelingen könnte.

In dem Sinne hier aber erst einmal das neueste Rezept aus der Experimentierküche🙃... lasst es euch schmecken und traut euch, den Notruf zu nutzen🙃

Du bist mitten im Backen, die Gäste stehen gefühlt schon in der Tür und die Creme für die Torte, die auch noch fest werden muss, verwandelt sich in ein Klümpchenmeer?

Oder das Rezept, das du gern backen würdest "verlangt" einen Schokoboden und du weißt genau, dass einer deiner Gäste, die du sehr magst, Schokokuchen nicht ausstehen kann? Die richtige Idee, wodurch du ihn ersetzen kannst, kommt dir aber nicht und du kannst auch nicht einschätzen, ob irgendein beliebiger Teig für dein Vorhaben geeignet ist?

Dann und wann gibt es Momente, da ist alles so schön geplant und löst sich dann in Luft auf. So ganz aus dem Nichts und irgendwie immer unvorbereitet. Sollte das jetzt beim Backen eines der Rezepte passieren, die du hier auf dem Blog findest, kannst du jetzt auf den Backnotruf vertrauen.

Voraussetzung: ich bin gerade online und es betrifft vorrangig die Rezepte, die du hier findest. Da die, die genauso gekennzeichnet sind (ab demnächst auch mit einem extra *), von mir erdacht sind, wird es sicher immer irgendeine Idee geben, wie dein Problem gelöst werden kann... welches Obst auch noch passen könnte, weil die Himbeeren gerade aus sind, wie man die krisselige Creme rettet oder was eben den Schokoteig ersetzt, ohne dass der Kuchen darunter leidet.

Tue folgendes, wenn du ein Problem hast und Hilfe brauchen könntest:
1. klicke auf das Instagram-Symbol (Startseite oben links) und schreib mich auf dem Instagram-Kanal an
2. kein Instagram? Sende eine schnelle Mail an e2grafik@email.de
3. nutze das untenstehende Formular für dein Problem

Ich versuche dir gern zu helfen, sofern mich deine Anfrage erreicht. Natürlich gibt es keinen 24/7-Support, aber mit etwas Glück erreicht mich deine Frage rechtzeitig und ich kann dir weiterhelfen.

Die Hilfe ist für dich natürlich  kostenfrei, weil es mir wichtig ist, dass du dich mit den Rezepten wohl fühlst und du gern immer mal wieder etwas Neues probierst. Ausserdem gibt es keine 100%ige Garantie, dass sichnicht auch einmal der Fehlerteufel beim Rezeptschreiben einschleicht und dann ist Nachfragen nicht nur für dich gut:)

 

Ziegenkäse aus Langenbach

Weil es ungesund ist (hier in mehrerlei Weise), nicht auch mal den Blick etwas weiter schweifen zu lassen, gab es kürzlich einen kleinen Sprung über die Landesgrenzen nach Sachsen... die lieben Ziegenkäsemenschen haben mich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich zwar gefühlt ins übernächste Dorf kutschiert wurde, aber dennoch nicht mehr in Thüringen bin.

Ist mir aber egal wie immer, wenn es etwas Schönes zu erzählen gibt. Bisher landete immer Ziegenkäse aus Langenbach als Geschenk in unserem Kühlschrank, diesmal hatte ich mich dann mir Lara verabredet und es gab eine schöne Samstagsmorgenfahrt zu den Ziegen.
Dass Ziegenwürste toll sind, war klar... manchmal verirrt sich auch davon eine in unseren Kühlschrank, weil jemand geschlachtet hat und teilen wollte🙃. Ziegenkäse ist für mich aber eher eine Kindheitserinnerung... man wächst nicht ohne Ziegenkäse auf, wenn man in Altenburg geboren ist. Allerdings hatte das immer ein lachendes und ein weinendes Auge, denn aus irgendeinem Grund gab es lange bevor der Käse länger liegen konnte, bereits mehrere Brote davon zum Abendessen.
Altenburger Ziegenkäse im Frühstadium ist aber krümelig und nicht cremig wie Camembert. Also hieß es immer hoffen, dass man das Stück Käse bekam, dass schon „gut durch“ und cremig war. An den richtigen Ziegengeschmack erinnere ich mich gar nicht, weil es wie bei vielen anderen Käsearten ist... erst mit dem Alter kommt der intensive Geschmack, den man bei Ziege schon mögen muss.
(Den Altenburger Ziegenkäse listen mittlerweile übrigens einige Supermarktketten.)

So fällt dann in Langenbach die Entscheidung auch nicht sehr schwer und neben einigen in Würzöl eingelegten Versionen (lecker!) wandert Weichkäse und junger Frischkäse in die Einkaufstüte. Der Plan: backen mit Ziegenkäse.

Was vorerst nur eine vage Idee ist, wird in der Umsetzung schwieriger. Es gab Törtchen mit dunklem Boden, einer Creme aus Mascarpone und Ziegenfrischkäse und Früchten... nicht schlecht, aber irgendwie nicht so, dass das Rezept viele mögen würden.
(Lara hat es gemocht und mich erst gestern danach gefragt... allerdings wandern die Rezeptkritzeleien von NAJA-Versuchen meist nicht im Rezeptheft, sodass ich gar nicht mehr recht weiß, wie das genau war. Für die, die es versuchen wollen... es war sehr sicher ein Schokoteig, dazu die Creme aus Frischkäse mit einem anderen Träger wie Creme fraiche oder geschlagener Sahne und ein Fruchtpüree aus Pfirsichen oder ein Holundergelee... da versagt aber die Erinnerung:)... sorry, liebe Lara.)
Ein paar Versuche später mitten in der wirklich heißen Phase des Sommers zog dann aber die Eismaschine bei uns ein und in ihr landete als eines der ersten Rezepte Ziegenkäseeis.

Und was soll ich sagen... als Eis ist das Ganze einfach wunderbar. Und da ich gerade eben drin war im Altenburger-Safran-Projekt, entstand in dieser Sommernacht gleich noch Biereis (auch sehr toll), Safraneis und ein Quark-Honig-Salz-Eis... (eben wegen Altenburger Ziegenkäse, Safran und Schwarzbier...).  und egal, welche der Sorten man zum Ziegenfrischkäseeis packt... es schmeckt wirklich wunderbar. Durch die Sahne und wirklich gut dosierte Verwendung von Ziegenfrischkäse (dem aus Langenbach) und die Kombi mit Früchten oder einer zweiten Sorte, schmeckt das Eis ziemlich fabelhaft. Es bekommt die unbedingte Empfehlung.

Naja, und wenn man nicht unbedingt darauf aus ist, Süßes auf den Tisch zu bekommen, ist man in Langenbach eh richtig.

Es gibt unendlich viele Versionen Ziegenkäse in allerlei leckeren Kombis... auch für Ziegenkäseanfänger geeignet, denn immer dazu gibt‘s auch einen guten fachlichen Rat, wenn man den haben will.
Es ist noch ein wenig wie bei Oma... ins Lädchen passen nur so ungefähr 3 Menschen und man nimmt sich Zeit. Zeit zu schauen, sich empfehlen und leider auch unendlich verführen lassen, weil sich allein die Worte schon sehr lecker anhören.
Wer also einmal etwas Neues probieren will oder eh schon Ziegenliebhaber ist... der Käse aus Langenbach bekommt unsere unbedingte Empfehlung und ihr hier schnell die Zutaten für‘s Ziegenfrischkäseeis... (das Safraneis war auch oberlecker, aber das Rezept muss noch hinter verschlossenen Türen bleiben...). Serviert dazu Pfirsiche oder eine zweite Sorte Eis, die nicht zu sauer ist. Gut denkbar: Karamell, Vanille, Nuss, Schoko...


Langenbacher Ziegenkäse
Michael Meißgeier | Hofkäserei | Winterseite 51 | 07919 Langenbach | 036645-21300
geöffnet: freitags und samstags

...und Herzhüpfmomente

Herzhüpfmoment 1:
Backförmchen kaufen:) Ich kaufe sie ja mittlerweile oft bei Ebay Kleinanzeigen, damit die Spontankäufe der Frauen, die ebenso schockverliebt Pläne machen, sobald sie Backformen sehen, die sie letztlich nie brauchen, wenigstens noch einen Sinn machen...
Gerade zu mir unterwegs: zuckersüße Tarteletteförmchen aus Silikon. Die aus Metall werden zu Deko und ich bin unendlich gespannt, was aus den neuen Formen so alles rauskommt. Auch noch in der Warteschleife... die Papierförmchen vom Bild. Ich fülle dann immer den Warenkorb und weil mich regelmässig die Endsumme schockt, sortiere ich so aus. Nicht jedes Gebäck braucht buntes Papier drumherum, aber cremige Füllungen ohne Gelatine oder Sachen für unterwegs sind gut darin aufgehoben. Die Papierförmchen aus der letzten Lieferung warten noch auf die beste Rezeptidee und werden ganz sicher hier demnächst auftauchen.

Herzhüpfmoment 2:
Unerwartetes & Zufälle...
Uns plagen ja gerade ein wenig die Wetterkapriolen, die hier dazu geführt haben, dass es seit Tagen schwülwarm ist. Am Freitag gab es fast tropenverdächtige 98% Luftfeuchte, was fast alles davonschmelzen lässt.

Unsere schönen Trüffel waren die Leidtragenden... naja, nur fast, weil sie statt zur Kugel gerollt (und in der Hand zerflossen) in eisgekühlte Schokohalbkugeln wandern durften und wirklich überaus lecker waren. Dazu kam, dass man sie nur im Tiefkühler heil lagern konnte, was dazu führte, dass wir entdecken durften, dass sie eisgekühlt als Eiskonfekt auch sehr cool sind... Das wäre uns ansonsten nie im Leben aufgefallen.

Was uns mal wieder deutlich gezeigt hat, dass die Zufälle im Leben so manches Mal etwas Gutes haben. Und auch der Hefeteig produzierte am Wochenende unentwegt Unvorhergesehenes. Das Roggenbrot floss wie der süße Brei noch beim Backen über den Rand der Form (was meine Familie freute, weil das zu viel leckerer Kruste führte, die sich am Rand der Backform und auf dem Backrost bildete) und auch der süße Hefeteig für die Safran-Hefeschnecken mit Birnen-Walnuss-Füllung entschloss sich dazu, sich übermässig breit zu machen.

So kam es, dass am Sonntagabend noch ein weiteres Projekt anstand: übrigen Hefeteig verarbeiten.
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[An der Stelle übrigens das Thema Hefeteig... viel sanfte Wärme, kein Zug... ansonsten ist Hefeteig ein Kinderspiel. Traut euch einfach. Mehl + Hefe, handwarme Flüssigkeit dazu und alles schön gehen lassen. Manche stellen ihn bei 50 Grad in den Backofen, ich selbst packe die Schüssel in die Mikrowelle... (natürlich nicht im Betrieb!) Dann den gut gegangenen Teig nochmal schön durchkneten und weiterverarbeiten (und am besten vor dem Backen nochmal kurz im Ofen ruhen lassen).]
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Der Plan, einfach eine Puddingschnecke zu machen, uferte ein bisschen aus, weil aus dem Pudding eine Creme Patisserie mit Rum und Frischkäse wurde und die Verarbeitung den Umweg über einen Hefezopf nahm:) Zwischenzeitlich führte das zu einem undefinierbaren Gemisch aus Hefeteig und Creme, das (in der Wärme immer grösser und luftiger wurde und ganz sicher kein Zopf) nur dank meines schlechten Gewissens der guten Zutaten wegen, nicht auf dem Kompost landete.
In einem letzten verzweifelten Versuche wurde dann das Creme-Teig-Gemisch noch einmal ausgerollt, in Streifen geschnitten und zu Schnecken gerollt. Die entwickelten sich auf dem Blech rasant schnell zu den wunderhübschesten Hefeschnecken, die ich jemals gesehen habe:)) Und die haben so geduftet, dass mich allein der Gedanke, sie könnten nach dem Backen nicht gut schmecken, traurig gemacht hat.

 


Nach dem Backen (nicht zu lange, nur bis sie leicht gebräunt waren) Entwarnung und das nächste Problem... der Bedarf an Backwaren für diesen Tag war durch (es war auch schon 10 Uhr abends) und an kosten nicht mehr zu denken. Also wanderten die Prachtexemplare kurzentschlossen in den Tiefkühler.

Da habe ich sie heute wieder rausgeholt, um sie für die liebe Tina, die schon oft als Tester herhalten musste, gut angetaut für ein paar Minuten aufzubacken und sie mit flüssigem Salzkaramell zu krönen.
Und ich kann euch sagen... die Verzweiflungstat, die dem Kompost näher war als dem Tisch, hat sich gelohnt... es sind die himmlischsten Hefeschnecken der Welt geworden und obwohl es eigentlich noch kein Safranrezept hier gibt vor der Safranstory, werde ich heute doch schonmal ein Rezept verraten. Wer es sehr strukturiert mag, den wird das Rezept dem Wahnsinn nahe bringen... wer gut aushält, dass gut Ding manchmal Weile hat, arbeitet nach dem Blätterteigprinzip (viele Schichten) und hofft das Beste... und wird belohnt mit fluffig-leckeren Hefeteilchen, die noch dazu wunderhübsch aussehen. 🙂

Hier dann das Rezept... die Versuche, den widerspenstigen Teig in den Griff zu bekommen, reduziere ich auf ein paar Handgriffe. Wichtig ist, dass der Teig schön marmoriert aussieht, wenn er das letzte Mal ausgerollt wird. Dann bekommen die Schnecken auch ihre schöne Optik... notfalls einmal mehr zusammenfalten (Blätterteig..::) und erst dann weitermachen.
Alle anderen Safranrezepte sind in der Endspurtphase und die Safranstory kommt.:)