AUS DER KÜCHE (Page 16)

Ein bisschen Feenstaub

Hier findet man ihn gleich zweifach...den Feenstaub. Regentin ist die Backfee, aber ohne Blumenfee wäre halt alles nur halb so schön.

Und dass wir es mit Blumen haben, sollte schon lange kein Geheimnis mehr sein. Fast jede unserer Leckereien bekommt ihren letzten Schliff durch etwas, was entweder bei uns im Garten wächst oder zumindest saisonal typisch ist.
[Übrigens wurde gerade unsere Quitte von ihrer üppigen Last befreit und man kann sich auf Leckeres mit Quitten freuen.. in der Pâtisserie und hier auf dem Blog.]

Jeder, der zu uns kommt, begegnet lange vor den herrlichen Torten den Zauberwerken von Simone, unserer Blumenfee. Mindestens viermal im Jahr hat sie eine wunderschöne Idee für die Außendeko.
Was sie für diesen Herbst so alles gezaubert hat, seht ihr hier.
Und wer keine Blumenfee hat, freut sich an den Bildern...
Und... danke Simone!


Gugl-Liebe
Auch, wenn es für eine Backstube alles andere als ökonomisch ist (so ein kleiner Kerl blockiert den Ofen für fast eine Stunde...), tun wir natürlich das, was uns ausmacht...
unsere Priorität gilt der Lust am Essen und wir lieben ganz eindeutig Gugl.

Und natürlich nicht nur wir, denn es hat sich rumgesprochen, dass immer mal ein Gugl in unser tägliches Angebot kullert und es gibt Gäste, die sind genausso süchtig wie wir nach dem Kuchen, den Oma noch immer fleißig in den Muckefuck (oder Blümchenkaffee, Ersatzkaffee oder den, den wir als Kinder auch immer bekamen...) getaucht hat.
So ganz ist aber nicht alles wie früher, denn viele kennen diesen Kuchen auch noch mit Trockenfrüchten und die ursprüngliche thüringische Version kam oft sogar mit Kartoffeln daher.
Und dann ist da ja noch der Aschkuchen, der aber wie der Gugl derselbe Rührkuchen ist, den wir so lieben. In einem tiefen Gefäß/Napf gebacken, wurde er von Oma so genannt und in nicht wenigen Familien in Thüringen hört man das noch heute so.
Lange Rede, kurzer Sinn... so ein gerührter Gugl-Asch-Kuchen wird sogar stylisch und geht noch viel schneller als der große Bruder, wenn man ihn in kleine Mini-Gugl-Förmchen packt. Unser Mini-Gugl-Lieblingsrezept an anderer Stelle, für heute unserer großer Liebling, der Vanille-Gugl.
Ebenso gelingsicher wie lecker und auf den Fotos zu sehen:
Rotweingugl, Nougatgugl, Eierlikörgugl

Aber hier nun endlich der Lieblings-Vanille-Gugl:


 Von Äpfeln, Familie und dem alten Land
Eigentlich wollten wir unterwegs sein in diesem sonnigen Herbst... unterwegs in meine und die Vergangenheit meiner Großeltern, die nicht unbeträchtlich ein Grund dafür ist, dass Ihr jetzt so lecker genießen könnt in Stelzendorf.

Opa erntet noch mit 88 Äpfel, egal wie hoch der Baum ist, Oma hat mir eine nicht totzukriegende Liebe zu allem, was lecker ist, vererbt, beigebracht, sie schätzen gelehrt... wer weiß. Wichtig nur, sie dauert an und ist der Grund für Backbücher im Bett, nur ein freies Wochenende im Monat, immer ein wenig zu wenig Zeit für die Kinder und vor allem aber unbändiges Glück an jedem Tag in meiner Backstube.

Zurück zu den Äpfeln... denn die werden hier noch eine große Rolle spielen. Apfelzeit und Altes Land gehören für mich zusammen und wenn Oma sich nicht just in diesem perfekten Herbst auf ein Kräftemessen mit einem LKW eingelassen hätte, hätten wir den perfektesten Apfelstrudel eingepackt und wären mit der ganzen Familie dorthin gefahren. Apfelstrudel unter Apfelbäumen, den Wind um die Nase wehen lassen, Bäckereien besuchen (man lernt ja nie aus), in Hofläden regionale Produkte finden...

Da das nun alles verschoben werden muss, bleibt der Apfelstrudel, den es natürlich gab und dessen Rezept ich gern mit euch teilen werde.
Nix mit Strudel- oder gar Blätterteig, sondern Mürbeteig muss es bei dieser Variante sein. Opa kommt aus dem Sudetenland, da macht man das so und natürlich habe ich von Oma genau das gelernt. Probiert es aus, in der Pâtisserie war der Strudel in Windeseile ausverkauft... aber ab sofort gibt es ja den eigenen:)

Viel Spaß beim Backen... und wenn euch mal das Fernweh packt... ab ins Alte Land!