ORTE

...und ein bisschen back to the routs


Dieser Blogpost wird Teil der Blogparade der Thüringer Bloggergemeinschaft von @thueringenbloggt in Kopperation mit @thueringen_entdecken.de.
Es geht geht um Entdeckungen in Thüringen. Ich habe mich nicht sehr weit auf den Weg machen müssen, um jemanden zu entdecken, der es mehr als wert ist, auch von euch entdeckt zu werden und dabei ein Stück Vergangenheit gefunden:)


Ich habe einen Termin, der eigentlich keiner ist, denn hier auf dem Dorf ticken die Uhren anders. Man kommt, wenn man kommt, geht oft durch offene Türen und fühlt sich selten wie Besuch. So geht es auch mir, als ich das große Tor vor mir herschiebe und mich darauf freue, was Heike mir zeigen will.

Heike Stephan lebt mit Hund Richard im alten Pfarrhaus von Löhma (so ziemlich am Ende von Thüringen... oder am Anfang??) und macht Kunst. Es ist ihrem offenen Haus und ihrem Leben mit Klaus Renft (Renft Combo) zu verdanken, dass sie hier jeder kennt. Nicht sicher bin ich mir, ob alle wirklich wissen, was für Schätze in diesem alten Haus zu finden sind.
Schon im Garten begegnet einem überall Kunst... nicht verwunderlich, weil viele der Dinge für genau diesen gemacht sind. Im Gartenhaus liegen noch Skulpturen, die frisch aus der Gießerei in Wurzbach kommen und auf den Feinschliff warten. Einige davon stehen schon in aktuellen Ausstellungen oder warten auf die Abholung durch Käufer, die die feinsinnige Art zu gestalten, die alle Arbeiten von Heike gemein haben, lieben.

Es ist schwer zu sagen, was Heikes wirkliche Ambition ist... sicher würde sie mir die Druckgrafik nennen, vielleicht auch nicht. Ich habe sie vergessen, das zu fragen, aber eigentlich ist das auch egal. Ob Drucktechniken, die dreidimensionale Arbeit an ihren Skulpturen, das Schreiben oder ihre Handarbeiten... es ist immer Heikes besonderer Zugang zu Worten, die irgendwo mitschwingen.

Ich werde begrüßt von einem überschwänglichen großen Hund, der mich zwar erst nach ein paar Minuten toll findet, uns aber keine Minute allein lässt in der Werkstatt. Heike holt das heraus, was sie mir zeigen wollte, woran sie seit vielen Monaten (2 Winter) bereits arbeitet und was jetzt  irgendwann fertig sein wird... wenn sich herausstellt, ob die beiden Flächen, die noch mit einem gedanklichen Fragezeichen versehen sind, nun noch Gestaltung brauchen oder bleiben dürfen, wie sie sind.

Das, was sich vor mir ausbreitet, fühlt sich an, als hätte Heike ein Märchenbuch geöffnet und beginnt, ein Märchen aus 1000 und einer Nacht zu lesen. Heikes Handarbeiten sind um vieles farbintensiver als ihre großen Grafiken und die Fülle an Farben, aus denen die Decke besteht, die ausgebreitet vor mir liegt, fühlt sich an wie Kindheit. Die Decke steckt voller Farbe, Formen, Figuren und Geschichten und es fühlt sich seltsam an, Heikes Grafiken, die da vor einem an der Wand hängen, sauber gestickt auf der flauschig weichen Wolle wiederzufinden. Ich stehe vor einer Handarbeit, die ich zwar von mit der Maschine bestickten Stoffen kenne, die mich aber in dieser Kombination völlig fasziniert... ganz abgesehen vom Inhalt.

Muster, Linien, Ornamente, Figuren und Texte tummeln sich auf dem wild bunten Untergrund, inspiriert vom französischen Dichter Lautréamont und den "Gesängen des Maldoror", der früh starb und Vorbild für viele Surrealisten ist, sowie ihren eigenen Texten.
Worte sind das, was Heikes Werk von jeher prägt... die den Untergrund für viele Arbeiten bilden oder sinntragend im Zentrum der Gestaltung stehen. Schrift ist überall... eigentlich auch überall im Raum, in den Gesprächen, den Plänen, Gedanken. Alles trifft sich am Ende im Wort.
Und dabei beginnt es oft sehr schlicht, nämlich mit einer Sache, die entsteht, wenn der Tag um ist, der Kopf zu leer für große Taten.


So, wie die Decke sich auch erst zu dem entwickelt hat, was sie jetzt wird, wartet beispielsweise dieses gestrickte Quadrat auf das, was da kommt. Der erste Schritt ist gemacht... es gibt eine vage Ahnung davon, was irgendwann zusammenfinden soll... nämlich die Lithografie, die auf der Strickerei liegt.
Schon hier treffen sich wieder Handarbeit, bildende Kunst und Musik... anzunehmen ist, dass da die Literatur nicht fern ist. Und so schwingt im Raum immer irgendetwas von allem... steht Heike vor ihren Drucken, zeigt mir dazu Fotos von Skulpturen, die gerade in einer Ausstellung sind und sinnt darüber nach, ob es möglich ist, mit Computertechnik die Welt ihrer Bilder dreidimensional zu betreten... vielleicht umrahmt mit einer Lesung, also dem gesprochenen Wort.

Und Lautréamont, der wartet in seinen Texten auf der Decke darauf, dass sich ein Komponist findet, der in seiner eigenen Art das zu vertonen weiß, was schon in den Stickereien eine völlig neue Seite zeigt.

Ich bin hingerissen, wie viel Vision sich mir hier auftut, wie sich die Künste gegenseitig stützen und bereichern und das eine aus dem anderen entsteht. Einfach nur so. Und es erinnert mich daran, dass es mir manchmal fehlt, mich dieser Art zu empfinden und sich auszudrücken hinzugeben. Im Moment stehen die Farben im Keller... vermutlich nehmen sie es mir eh schon übel, dass ich sie seit Jahren keines Blickes würdige... und die Leinwände auf dem Boden. Und nein... es ist nicht die Zeit, die mich hindert, es sind einfach andere Dinge, die meine Kraft binden und es gibt Momemte, da macht es mich traurig, dass ich hier sitze und auf den Tasten herumklappere, anstatt mir die Zeit zu nehmen, selbst mal wieder etwas entstehen zu lassen... einfach so aus mir heraus, weil Bilder das sind, was sicherlich auch Fotos könnten, würden wir sie nicht zu Tausenden in Wolken lagern und schon beim Gedanken daran, ein bestimmtes suchen zu wollen, Stress verursachen. Bilder haben einen Platz, sie drängen sich nicht auf, sind still ganz einfach da und begleiten das Leben... und... bei jedem habe ich den Moment vor Augen, in dem sie entstanden. Ich weiß, wie es sich angefühlt hat, wie es war, die dritte Farbschicht in eine unkenntliche Pampe verdorben zu haben, aus der dann am nächsten Tag mit etwas Abstand doch noch genau das wurde, was eben diese Pampe gebraucht hatte... die Traurigkeit, Melancholie oder Freude sind einfach schwupps wieder da, wenn ich sie ansehe...

Vielleicht liegt es daran, dass zwar auch Fotografieren ein Prozess ist, allerdings ein viel kürzerer, der gar nicht so viele Emotionen binden kann, wie Kunst, die viel vielschichtiger in ihrer Entstehung war. Noch heute ist in mir das Gefühl, nachts in der Straßenbahn zu sitzen, zufrieden mit nach Verdünnung riechenden Händen, die genau nach einer Woche dann endlich nicht mehr rabenschwarz waren, wenn der nächste Termin in der Tiefdruckwerkstatt anstand. Zu sehen, wie im Prozeß das zum Bild und greifbar wird, was man in sich fühlt, ist so intensiv, dass es sich einprägt.

Genau das finde ich in Heikes Werkstatt wieder, ihre Drucke erinnern mich an damals und lassen so ein ganz klein wenig Wehmut aufkommen... aber es ist ja nicht aus der Welt... denn wenn man will und nicht gerade Projektarbeit angesagt ist, kann man Heike anfragen, um bei ihr zu arbeiten. Kann man einen kleinen Blick erhaschen in die Welt des Tiefdruckes.

Nachdem ich die Decke fast weggestreichelt habe mit den Fingern (es fühlt sich wirklich unfassbar an... diese feinen Stickereien auf der weichen Wolle), bringt mich Heike zu den Skulpturen im Gartenhäuschen, die auf die nächste Runde warten. Heike ist immer wieder Arbeitsgast in der Heinrichshütte in Wurzbach, die der normale Besucher zum Schaugießen betritt. Immer wieder arbeitet sie selbst oder mit Gruppen dort. Ich selbst war vor 3 Jahren einmal mit dabei (wir haben auch darüber geschrieben hier auf dem Blog) und es sind wunderbare Bilder entstanden, die einen entführen in die Welt unserer Großväter... in traditionellem Eisenguss entsteht dort Kunst, die jetzt im Gartenhäuschen darauf wartet, versäubert und aufgestellt zu werden, um dann hoffentlich genau den richtigen Platz in einem Garten finden zu können. Hier die Bilder von damals... sie zeigen auch Arbeiten von Heike.

Als ich mich mit all den Bildern im Kopf auf den Heimweg mache, frage ich mich, ob auch nur irgendwer hier eine Ahnung hat, wie produktiv es hinter den Mauern des alten Pfarrhauses zugeht, welche Fülle und Überraschungen es dort zu finden gibt. Es gibt unfassbar viel Interessantes zu finden, im wirklich kleinsten Winkel Thüringens. Und ich bin irgendwie stolz darauf, das heute alles so nah erlebt zu haben. Und vielleicht ist der Weg in den Keller und auf den Boden ja doch demnächst mal wieder drin... und wenn es einfach nur dafür ist, wieder einmal einen Ankerpunkt in meinen Erinnerungen zu setzen, einen, der jedes Bild ist, das Umzüge, Meinungswechsel oder auch manchmal Platzmangel (oder das Verleihen, wenn jemand ein Bild für eine Zeit bei sich haben mochte... eines hängt noch bei meinen Eltern... und eigentlich kann es gut ihnen gehören, weil die Erinnerung, die mit ihm in Verbindung steht, ja hier geblieben ist:) überstanden hat.

Heike Stephan

seit 1985 bildende Künstlerin, freischaffend - Mitglied des VBK Th., BBK

1989 Idee und Organisation der Mauergalerie (East Side Galerie) in Berlin, 3 Jahre Dozentin an der Universität der Künste in Berlin
Ausstellungen bis 2021:  Suhl, Weimar, Dresden, Berlin, Malta, New York, Washington, Basel, Karlsbad, Bonn, Leipzig, Erfurt,
Schleiz, Pößneck...
Kunstbücher im Besitz der Bayrischen Staatsbibliothek München, Berliner Landesbibliothek, Deutsches Literaturarchiv in Marbach,
Edition Galerie auf Zeit, Berlin, Schloß Burgk Schleiz, Anna Amalia Bibliothek in Weimar,
Aktuelle Ausstellungen:
bis 15. 8. 2021 in der Galerie im Malzhaus, 24. 9. - 6. 11. 2021 Galerie im Bürgerhaus in Zella Mehlis,
ab 14. Oktober 2021 in der Galerie in Bad Langensalza,
Symposien
zum Erlernen der Druckkunst finden jährlich statt.
Anmeldungen nach Absprache.

Kontakt
heike.e.m.stephan@gmail.com
Tel. 03663 420549

 

 

Rhabarbertörtchen und warum es so Toll ist, schöne Erinnerungen zu haben

Rhabarber ist für mich so volle Pulle Kindheitserinnerungen. Als Kompott (gibt's den Begriff überhaupt noch oder ist heute alles Dessert??) mag ich Rhabarber immer noch nicht... aber dafür umso mehr beim Backen und in Getränken... Rhabarberlimo ist der Hit und ich kaufe sogar im Winter Rhabarbersaft dafür. Ein bissel Grenadine dazu und Wasser und schon ist das Frühlingsgefühl fertig.:)
Dieses Jahr bin ich so schlau, Rhabarber einzufrieren, schön in kleinen Portionen, damit der nächste Winter nicht zu sehnsüchtig wird. Seit hier so oft gebacken wird, werden Tiefkühlschränke immer wesentlicher... Zum Rhabarber, den es in meiner Kindheit als besagtes, doch recht saures Kompott gab, das auch mit Vanillesoße (abgesehen davon, dass es optisch unschön ist) nicht besser wurde, weil die Süße der Vanillesoße das Saure nur noch schlimmer gemacht hat, gehört die Erinnerung an großartige Frühjahrsferien, die wir immer in Thüringen ganz einsam in einer Hütte auf einem Berg in Leutenberg verbracht haben. Die waren so toll, dass sie sogar in den ärgsten Teeniejahren immer noch schön waren. Im Baum sitzen und Bücher lesen, den Zügen zuschauen, die unten im Tal mit Holzstämmen beladen wurden oder auf den gegenüberliegenden Hängen Rehe beobachten... morgens von den Vögeln geweckt werden, Wasser aus einer Pumpe holen und die Brötchen im Tal vom Bäcker, bei dem man noch anstehen musste. Alles ohne Eile.

Und da gab es neben Rhabarber, Löwenzahnhonig und den Brötchen noch Salat. Auf dem Berg hatte Gärtner Jahn sein Domizil und mehrmals in der Woche Ferien sind wir ein paar Meter den Berg herabgestiegen, um Gärtner Jahn zu besuchen und Salat zu holen... irgendwie habe ich 60 Pfennig im Kopf. Ob das wahr ist... wer weiß. Aber danach gab es frisch geernten Salat mit Kartoffeln und Ei... Alles wirklich Lieblingserinnerungen.
(Damals habe ich auch gelernt, was ein Schock ist... nein nicht der Schreck, sondern 5 Dutzend...(5x12) gleichartiger Dinge... also 60 Stück. Ob Gärtner heute noch so rechnen?)

Und deshalb gab's am Wochenende neben dem guten Gefühl der Frühlingserinnerungen etwas mit Rhabarber und heute eine Fahrt in die Gärtnerei Bähr nach Saalburg. Ich mag es, wie dort gegärtnert wird... weniger der Mode entsprechend als vielmehr so, dass ein Nutzgarten entstehen kann, der gleichzeitig schön zum Leben ist. Man sieht das schon, wenn man die Gärtnerei betritt und verlässt diese nicht ohne eine Unzahl an guten Tipps und Inspirationen. Ich habe das erste Mal nun wirklich Salat geordert, weil ich es leid bin, dass Salat immer zum Teil auf dem Kompost landet, weil die Packungsgröße nicht immer meinem Bedarf entsprechen kann und einzeln nunmal nicht geht... (was cool wäre... so, wie ich mir Möhren auch lose kaufen kann, würde ich das mit Pflücksalat auch gern tun).
Auf viele der Ideen wäre ich gar nicht von allein gekommen und das Heranziehen der Pflanzen wäre mir zu mühsam gewesen. Wer gerade unser Bad betritt, weiß, wovon ich rede... da wachsen im Schneckentempo Chilies, Paprikas und Tomaten, um irgendwann in Bigpacks zu wandern... an der Stelle weiß ich die Mühe, die in einer Gärtnerei steckt, sehr zu schätzen. Aber mehr zu dieser Gärtnerei demnächst... Die Fotos sind schon in der Kiste... das war der schöne Nebeneffekt der heutigen Fahrt dorthin. Für mich ist es in jedem Fall ein Besuch, den man machen sollte, wenn man voller Fragezeichen in seinem noch unbestellten Garten steht...

In jedem Fall sorgen meine Kindheitserinnerungen, also diese völlig unspektakulären Urlaube mit Gummistiefeln und alten Hosen, für die schönsten Gefühlen jetzt. Immer, wenn ich in den Wald gehe, sind sie da, wenn ich Salat kaufe oder eben Rhabarber esse... Das würde ich mal als ein ausgesprochen cooles Aufwand-Nutzen-Verhältnis bezeichnen:))) Ich hoffe sehr, dass mir das bei meinem Kind ebenso gelungen ist, die sich heute einen Haufen Kräuter bestellt hat (natürlich auch mit den coolsten Tipps) und vielleicht so einiges davon wieder weitergeben kann, was genaugenommen ihr Uropa mal mit seiner Kleingartenparzelle begonnen hat, in dem meine Lieblingserinnerungen die Hollywoodschaukel und die Himbeerhecke sind. Naja, vielleicht auch noch die Limo vom Fass in der Kantine des Kleingartenvereins, Roster, meine Schaukel, Erdbeeren ernten, riesige Sträuße Astern, die mein Opa am Wochenende immer zu uns nach Hause brachte, mein Meerschwein, dass dort mal gründlich Auslauf auf der Miniwiese bekam... Gott, es gab schon viel richtig Schönes!

So... genug frühlingserinnert... anbei das Rezept für wirklich leckere Törtchen, die sehr freesyle entstanden sind... die Schorle habe ich beim Wochenendeinkauf entdeckt, nachdem schon Rhabarber im Korb lag. Warum sollte Schorle nicht ebensogut wie Sekt in einer Creme sein... und wie man sieht... sie ist es... dazu ein bissel Schoki und viel Frucht und fertig ist der Genuss. Nehmt euch etwas Zeit für's Ganze, es ist gut, wenn alles in Ruhe gelieren kann. Wer es nicht so mit Gelatine hat, nimmt für's Fruchtmus Stärke, für die Creme Sahnesteif und füllt alles in Gläser... da muss nicht alles so arg fest werden. Statt Fruchtspiegel gibt es eben wieder Fruchtmus obenauf und schon kommt man auch ohne Gelatine ans Ziel.

Macht es euch schön, wir stecken mitten in der wunderbarsten Zeit des Jahres und es wäre doch dumm, wenn man das erst wieder bemerkt, wenn sie rum ist...

Zurück zu den Wurzeln

...sind wir gestern gelangt. Ein wenig spontan und durch Zufall... und es hat erinnert an den Grund, aus dem die gesamte BlogIdee eigentlich entstanden ist.

Wir fanden, dass wir es doch unverschämt gut haben, hier zu leben... dass es tolle Orte und Angebote gibt, Menschen mit grossartigen Ideen und viel Einsatz für eine Herzensangelegenheit. Und wir fanden auch, dass diese "kleinen" Angebote es manchmal sehr schwer haben, wahrgenommenzu werden, weil es vielleicht nicht das Ding derer ist, laut zu klappern oder weil sie es einfach nicht schaffen zu klappern, weil die Zeit fehlt im Alltag.

Also sollte ein Ort her, an dem sich alles zusammenfügt... all das Romantische, etwas Abgelegene, Genussvolle, Besondere... mit von der Partie war damals bereits Britta Lautenschläger vom Berghof, die sich jedes Jahr, seit ich sie kenne, Tolles einfallen lässt, um ihre Gäste zu verwöhnen. Mittlerweile läuft die Website so gut,  dass sie wunderbar ausgebucht sind, aber es war harte Arbeit und Zeit nötig.  So geht es vielen. Vieles gibt sich durch gute Netzwerke weiter.. dass man sich unterstützt statt einander den Erfolg zu neiden und sich gut ergänzt.

Gut, dass irgendwann mit Doreen ein zweiter Startschuss für das Blogprojekt kam und wir mittlerweile wunderbar bunt unterwegs sind. Im Moment überlegen wir wirklich, ob es nicht an der Zeit ist (gerade jetzt, wo Reisen eher Heimat bedeutet), den schönen Orten und Angeboten zum Thema Reise etwas mehr ExtraRaum zu geben. Allerdings benötigt es dazu die Infos, wo sich die tollen Angebote verstecken... wir werden die Ohren offen halten, für das, was uns zugetragen wird und in den kommenden Tagen entscheiden.

Gestern allerdings fiel mir einer dieser Ort praktisch vor die Füße und ich war spontan zu Gast in Zeulenroda auf dem Kastanienhof. Als Einstellgelegenheit für Pferde war mir der Hof bereits ein Begriff, aber ich hatte keine Vorstellung davon, wieviel Idylle in Zeulenroda zu finden ist:)

Mandy Kirchner führt den Kastanienhof und ergänzt damit das Angebot der Übernachtungsmöglichkeiten um eine Version zwischen Ferienwohnung und Hotel. Ein- bis Dreibettzimmer, eine Küche, Aufenthaltsmöglichkeiten und ein Frühstücksraum machen eigentlich jede Art von Urlaub möglich. Und wer feiern will, ist auch gleich wunderbar aufgehoben... im Frühstücksraum ist mehr als genug Platz, draussen  gibt es genug Möglichkeiten, sich die Füße zu vertreten und wer es abends nicht nach Hause schafft, bleibt einfach und verlängert das Ganze bis zum Frühstück.

Im Moment ist das alles zwar nicht ganz so einfach, aber da nicht alle Gastronomie wieder geöffnet hat, kann man sich den Kastanienhof gut auch als Möglichkeit für eine kleine Hochzeitsfeier (ob grün, silber oder gold...egal) im engsten Kreis oder die Konfirmation mit Eltern, Oma und Opa zusammen vorstellen... und wer weiss... die Dinge ändern sich ja täglich... vielleicht ist bald ja  auch wieder mehr möglich, als wir gerade zu hoffen wagen...

Urlaub in jedem Fall... und wer keine Lust auf langes Studieren von Reiseempfehlungen hat, bleibt einfach im Lande. Ich kann mich an immer wiederkehrende Reiturlaube erinnern, mehr hat es eine Zeitlang bei uns nicht gebraucht. Und genau das hat der Kastanienhof zu bieten: Pferde in jeder Größe mit der Gelegenheit, am Abend reiten zu können.
Sogar das eigene Pferd kann mit auf die Reise gehen und findet einen Platz auf einer der Weiden.

Mich hat besonders die romantische Lage verzaubert... natürlich ist es jetzt gerade auch besonders schön draussen... ihr seht es in der Galerie. Also unbedingt rauf auf den Zettel mit dem Kastanienhof, sofern ihr auf Urlaub pur mit ein klein wenig Hotelfeeling steht... die perfekte Mischung zwischen den großen Häusern der Region und den vielen Ferienwohnungen.

Kontakt:
Mandy Kirchner
www.pension-kastanienhof.info
036628-83280

Und wer noch mehr solcher Orte kennt, die es wert sind, für ein paar sponate Tage gebucht zu werden, auch wenn gerade viele Entscheidungen noch mit Fragezeichen versehen werden, kann uns natürlich einen Tipp geben...

in Chursdorf Nr.20

Es ist Montag...
Eigentlich ist es ja wie immer, nur ein Tag nach dem letzten und ebenso gut, wie ich ihn mir mache.
Aber da ist das Wort muss... (ein weiteres Thema für einen Beitrag), denn aus dem heutigen freiwilligen MUSS (weil ich einenTermin vereinbart hatte...freiwillig wie gesagt) wurde ein DARF...

Ich durfte ein wirklich schönen Ort kennenlernen (danke liebe Doreen, für den wunderbaren Tipp... aber du wusstest ja vorher, dass es schön werden würde:))), jemanden treffen, den ich zwar um einige Ecken schon hätte kennenlernen können, weil es viele gemeinsame Menschen in unseren Leben gibt (die Welt ist immer wieder unheimlich klein...), aber manchmal muss es eben erst an der Zeit sein.

Und das war es heute. Chursdorf Nr.20 war das Ziel, das Haus mit den roten Fenstern und Petra, eine Frau mit einer schönen Idee und einem Geheimtipp für die richtigen Menschen. Und es war vom ersten Moment an schön, warm und herzlich. Wer wie ich dem Charme alter Bauernhäuser verfallen ist, der möchte sich einfach hinsetzen und schauen, sich satt sehen. Gut, dass die Kamera dabei ist und ich schauen darf, ohne erklären zu müssen. 🙂 Wo man auch hinschaut, gibt es etwas zu entdecken... nette Sprüche, Blumen, alte Möbel (liebevoll zusammengestellt, sodass man glauben mag, sie wären füreinander gemacht) Omas alter Herd, die Räume in dem Zustand liebevoll erhalten, in dem sie gebaut wurden... also tiefe Decken (über 1.70m muss mal wohl ab und an den Kopf einziehen, aber dafür nicht unsinnig heizen...), eine alte Garderobe, Gardinen, die aus der Truhe meiner Großeltern stammen könnten...und das alles gepaart mit hochmodernen Geräten, einem glitzernden Kronleuchter (mein Gott,wie schön:)), allerlei Dekokrimskrams, gemütlichen Sitzecken, alten und neuen Öfen und im Obergeschoss ein Schlafparadies.

Schön wie aus der Style-Zeitschrift und doch nicht nachzumachen persönlicher. Ich habe es so genossen, zu schauen und da zu sein.
Weniger ist mehr, was eigentlich der Grundgedanke in Petras Leben und bei den Entscheidungen über Dinge, die ins Haus einziehen durften ist, wird hier zu purer Fülle, obwohl es nichts gibt, was es nicht wirklich braucht, kein überflüssiger technischer Schnickschnack, stattdessen Dinge, die Wohlfühlen garantieren und nicht nur Eindruck machen, keine auf Shabby getrimmte Küchenzeile, dafür viele kleine geniale Ideen ... Was da ist, hatte oft bereits ein Leben oder macht wirklich Sinn.

Und warum wir euch heute hier den Mund wässrig machen (hatte ich den Kuchen erwähnt, den Petra extra gebacken hatte??): dieser schöne Ort kann genutzt werden für Genusserlebnisse: für Firmenfeiern, einen Abend mit Freunden,  einen wunderbaren Kaffeeklatsch unter Mädels... oder für ein Whisky Tasting... der Herr des Hauses verwahrt Schätze..::)
Und da nach einem solchen Tasting keiner mehr fahren will, wird das Obergeschoss interessant... Duschen, eine große (neu-alte) Badewanne mit Füßen, eine Sauna, kuschlige Betten wie aus einer anderen Zeit garantieren, dass ihr euch morgens beim Aufwachen weiterhin wie im Himmel fühlt.

Ob man bereits mittags beginnen mag zu genießen, über Nacht bleiben will, mit oder ohne Whisky, es Kuchen und Torte geben wird oder besser eine Suppe, die Terasse zum Grillen vorbereitet wird, kann vereinbart werden. Einzige Bedingung: gute Laune spätestens ab der Haustür  und ein umsichtiger Umgang mit einem liebevoll hergerichteten Ort (was eigentlich selbstverständlich sein sollte).

Danke, liebe Petra für den Vormittag, das dicke Kuchenpaket (schon allein der ist ein Grund, ein regelmäßiges Kaffeekränzchen in Haus Nr.20 einzuführen, liebe Mädels...), die schönen Gespräche und all die Herzlichkeit. Ich bin mir sicher, dass die richtigen Menschen zu euch finden werden und sich ebenso verlieben werden wie wir (Doreen ist es ja schon).
Das Organisatorische zum Schluss:
Location buchbar bis max. 16 Personen
Ihr erreicht Petra Rocktäschel hier:
Chursdorf Nr.20| 0151 - 614 364 33
rocktaeschelpetra@gmail.com

Eine Kurze Lange Reise

...hat Nelly aus Freiberg unternommen. Als ich erfuhr, dass sie das tun wird, war klar, dass hier etwas dazu stehen muss. Nicht nur, weil es wie eine der spannendsten Varianten klang, seine Ferien zu verbringen, sondern weil ich ungemein gespannt war, was diese Reise so bringen wird.

Und... genaugenommen hatte ich noch nie davon gehört, bin mir aber spätestens seit Nellys Text in meinem Mailpostfach lag sicher, dass der eine oder andere sich auch schlau machen wird, zumal das Gute in dem Fall recht nah liegt, nämlich in Sachsen...
Deshalb... seid verzaubert und dir Nelly danke für den wunderbaren Text.

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Heyy,

ich heiße Nelly und bin 15 Jahre alt.

Ich hatte nie so richtig Lust am Jugendweiheprogramm oder der Konfirmation teilzunehmen. Das hat irgendwie nicht zu mir gepasst.

Durch Zufall bin ich dann auf die ,,Drachinzeit“ gestoßen. Dies ist eine andere Möglichkeit den Eintritt ins Erwachsenleben mit verschiedenen Ritualen zu gestalten. Als ich das Wort ,,Drachinzeit“ gehört habe, wusste ich erst einmal nichts damit anzufangen. Deshalb war ich bei einem Vortrag, in dem alles erklärt wurde. Ich war von Anfang an begeistert- Richtig Feuer und Flamme. Also haben meine Eltern mich dort ganz schnell angemeldet, denn die Gruppe der Mädchen ist relativ klein und ich wollte unbedingt dabei sein. Ungefähr 3 Monate vor dem Beginn der Drachinzeit gab es ein Vortreffen. Das heißt, alle Mädchen die dort mitmachen, treffen sich, bringen ihre Familie mit und lernen sich kennen. Das war sehr schön und auch sehr emotional. In einer wunderbaren Runde haben alle von sich erzählt, die Eltern konnten sagen was sich in Ihrem Leben durch uns Kinder verändert hat, was sie sich für uns wünschen- auch in Bezug auf das Abenteuer Drachinzeit. Es war von Anfang an wunderbares, vertrautes und offenes Verhältnis zwischen allen- Irgendwie eine total sichere und geschützte Atmosphäre. Wir 8 Mädchen haben uns schon auf den  ersten Blick mega gut verstanden und hatten auch an diesem Tag schon richtig viel Spaß zusammen.

Dann rückte der Tag immer näher an dem wir in unser Abenteuer starten konnten. Vorab gab es Informationen was wir alles benötigen. Verbracht haben wir diese Zeit in  Klewado- einer wunderbaren Idylle in der Nähe von Freiberg. 

Als wir in unsere Drachinzeit gestartet sind, waren alle mega aufgeregt und gespannt, was uns erwartet. 

Wir haben in Zelten geschlafen, jeden Tag zusammen gekocht, bastelten Traumfänger, bemalten uns mit Henna Farben, haben ein Schwitzhüttenritual gemacht und noch vieles mehr. 

Es gab aber auch etwas, wozu man viel Mut braucht… Das ist die Solozeit!  Das bedeutet  24 Stunden alleine in der Natur, ausgestattet mit reichlich Wasser, 1 Apfel, 1 Banane und 2 Zwiebäckchen. Das ist nicht viel, aber ich habe bis auf die Getränke alles wieder mit zurück gebracht. Irgendwie brauchte mein Körper in dieser Zeit keine Nahrung…

Zwei Tage vorher sucht man sich einen Platz im Wald aus, der einem gut gefällt, wo für einen die Energie stimmt und man sich sicher fühlt...Mein Platz war in einem kleinen Wäldchen, gut entfernt von unserem Lager.

Beim Start in die Solozeit, wurden uns am Morgen Ängste  genommen ,Tipps gegeben und darüber gesprochen, für was wir diese Zeit nutzen wollen ,vieles erklärt –zum Beispiel wie man seine Plane aufbaut… Denn ein Zelt gibt’s nicht. Am Abend macht man ein paar wunderbare Rituale und dann geht`s auch schon los. 

Wir wurden einzeln los geschickt, ich bin an meinen ausgewählten Platz gegangen und habe in Ruhe meinen Schlafplatz eingerichtet und es mir gemütlich gemacht. Und dann war ich auch müde und habe mich schlafen gelegt. Es ist am Anfang schon komisch, denn man hört jedes kleinste Geräusch, aber daran gewöhnt man sich. Ich wusste schnell wann es einfach nur die Äste waren die knackten, die Blätter die raschelten, oder ob es einfach nur der Wind war.

In der Solozeit hat man auch einfach mal Zeit für sich, ist weg von dem ganzen Alltagsstress und macht sich auch mal Gedanken, worüber man sonst nie nachdenkt. Ich war ganz bei mir…Also es ist eine mega geile Erfahrung und wenn man das alles geschafft hat ist man sooo stolz auf sich. In der ganzen Woche haben wir auch unseren Lebenslauf mit einem Faden in der Natur hingelegt, wichtige Ereignisse mit Naturmaterialien markiert, jeder wie er wollte und was für ihn wichtig war.  Darüber haben wir dann auch gesprochen und uns damit immer mal wieder  beschäftigt. 

Es ging auch um das Thema Liebe, um Frau sein, Frau werden,… Wir konnten alles fragen was uns interessiert. 

Der Abschluss war ein gemeinsamer Grillabend mit den Eltern, auf die wir und natürlich auch wieder sehr gefreut hatten. Meine Eltern waren schon erstaunt, was in der Woche mit mir passiert ist.

Irgendwie habe ich stärker, reifer und selbstbewusster gewirkt.

Und das bin ich auch…..

Ich fand die Zeit, die wir dort hatten, richtig cool. Es war spannend, wir hatten viel Zeit für uns, und wir haben viele neue Freundschaften geknüpft.

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Übrigens:
www.natur-zeit-raum.de