QUERBEET

Das Montagsdilemma

Es ist Montag und wenn wir nicht schon grundsätzlich den Montag für einen blöden Tag halten würden (fragt mal rum, was der blödeste Tag der Woche ist... ich glaube, der Montag siegt um Längen), könnte er doch glatt ein guter Montag werden.

Ich selbst habe Lust auf den Tag, halte es eher mit guten und weniger guten Tagen... je nachdem, wie man sich auch fühlt. Aber ob der Montag oder Freitag heißt, spielt maximal eine Rolle, wenn es bestimmte Rituale zu festen Tagen gibt (sieht die Freitagnacht > >hier). Es macht wenig Sinn, einen Tag von vorn herein als schlecht anzusehen, weil man ihm abspricht, gut werden zu können. Man hat keine Lust drauf, tut sich schwer, aktiv zu werden und sehnt sich danach, dass er vorbei ist... wenn man bedenkt, dass das dann fast 1/7 des Jahres ist, das man von vorn herein nicht mag, dann scheint es klug, es mit einem Coach zu halten, dessen Newsletter gestern ins Mailpostfach geflattert ist.

Wer also dieses typische (erlernte durch ständige Wiederholung, ohne dass jeder Montag blöd gewesen sein muss) Montagsloch hat, sollte es mit positiven Worten versuchen... statt diesen Tag mit Negativworten (Druck, Stress, Langeweile, Ablehnung, Versagensangst...) zu verbinden und tut gut daran, den Montag zum glorreichen Anfang einer tollen Woche zu machen. JEDER Tag hat etwas Gutes und was hält uns davon ab, eben bevorzugt das zu sehen:

... den Weg zur Arbeit an Feldern entlang, an deren Rändern jetzt der Mohn wie verrückt blüht
... das, was sich vielleicht doch bewegen lässt auf Arbeit
... die Option, jemandem zu begegnen, der euer Leben in eine völlig neue Richtung bringt (warum nicht??? 50/50... besser als jede Lotto-Quote)
... das Treffen mit einer Freundin auf ein Eis nach der Arbeit
... jeder Montagsmoment mit der Familie
... der längste Tag des Jahres und vielleicht spontan ein Grillabend (ein paar Würstchen oder Gemüse auf den Grill zu packen geht auch montags spontan)

Die Liste ist fortsetzbar. Wem hier nix einfällt, der geht einen Schritt zurück und schreibt sich heute nur die Momente auf, die gut waren... und freut sich dann ab nächster Woche drauf🙃 (manchen Dingen muss man etwas Zeit geben).

Das Montagsprinzip funktioniert übrigens IMMER... für ganz fiese Tage: Lieblingswort oder etwas Mut machendes auf die Hand schreiben wie ein Mantra... dann nimmt man es mit in den Tag und kann sich selbst besser erinnern und aus der Denkschleife holen.

(Dass das Ganze wirklich Einstellungssache ist... was nicht heißen soll, dass Wochenenden nunmal toll sind und mehr Verpflichtungen nicht immer das Leben leichter machen... beweisen die vielen Menschen, bei denen Montag Sonntag ist, weil sie sonntags gearbeitet haben oder euer eigenes Leben... haben sich da die bevorzugten Tage nicht auch geändert? Ich hatte eine Zeitlang eher Probleme mit dem Sonntag... weil er eben das Ende vom Wochenende war... Das einzige, was man davon hat, sind ZWEI blöde Tage und das ohne Grund...)🙃

Damit ihr euch erinnern könnt, dass der Montag der Anfang von ALLEM ist (so wie jeder Tag), hier drei Poster, die ihr euch ausdrucken könnt... pappt sie an die Wand, den Kühlschrank, legt euch das Blatt ins Auto... wo auch immer ihr die Erinnerung daran braucht, dass es immer auch das positive Gegenteil gibt, ihr eben nur hinsehen müsst.)

Habt eine spannende Sommerwoche... das halbe Jahr ist fast vorbei. Zeit für gute Gefühle!!

 

Fräulein Tortenglück besucht das Dorf

Eine Frau mit einem wunderschönen Namen (zu diesem hört sie auch noch gern auf Jana Wentzlaff und kommt aus Leipzig, aber unter Fräulein Tortenglück findet man sie vermutlich mittlerweile schneller) besucht die Patisserie Bergmann, um Landluft und einfach mal nichts zu genießen... fast nichts, wenn man vom Backen und dem einen oder anderen Gespräch absieht🙃

Nichts geht besser hier auf dem Thüringer Land, zumindest, wenn man es schafft, so oft wie möglich das Wort MUSS zu vergessen, weil nämlich dann, mit etwas Luft um der Nase, wieder so einiges geht. Einfach mal da sein fällt uns schwer, weil das nicht ins ergebnisorientierte Leben passt, bei dem nur 1+irgendwas einen Mehrwert ergibt. Dabei hat‘s wirklich schon Pippi Langstrumpf gewusst, dass Beine und Seele baumeln lassen vermutlich 100mal Glücksgefühl ergibt.

Wenn man dann das Glück hat, jemanden zu treffen, dessen Leben so viele Parallelen hat und der dieselbe Leidenschaft für Süßkram hat, dann sind zwei großartige Tage so gut wie sicher... Tage zum Backen auf fremdem Terrain (ein bisschen holprig, weil eben nix dort ist, wo man es sonst zu Hause suchen würde), einfach mal die Seele baumeln lassen und vermutlich sehen, dass tortenverliebte Gäste überall die selben Sternchen in den Augen haben.

Fräulein Tortenglück kann auch Brot, aber die Torten haben ihr das Herz geklaut und waren nicht schon immer das, was sie für immer machen wollte... aber es kommt eben, wie es kommt. Und nun klingelt ununterbrochen auch in der Landauszeit das Telefon und die glücklichen Bräute, die ja jetzt wieder feiern können, versuchen, einen Termin bei ihr zu ergattern. Und sie haben ja nicht Unrecht, denn der Sommer ist kurz und eine Hochzeitstorte nicht mal so nebenbei gemacht. Also jongliert sich Fräulein Tortenglück zwischen Brombeeren, Waschmaschinen-Bedien-Anleitungen für die zuhause gebliebenen Kinder, Gesprächen mit Doreen und dem Alltagskram eines Cafés, der sich dank Smartphone eben auch  nach Stelzendorf verirrt, durch den Tag und bäckt ganz nebenbei Torte.

Schön an solchen Gelegenheiten ist die Chance, querzudenken, weil der andere Dinge anders handhabt, andere Vorlieben hat, sein Angebot vielleicht komplett anders strukturiert hat. Manchmal  braucht es solche Tage, um ein Stück von der eigenen Gleichförmigkeit abzuweichen und sich selbst auch wieder mit neuen Ideen überraschen zu können.
Von außen gesehen mag das alles den schön rosa Farbton von Fräulein Tortenglücks Schürze haben, aber jeden Tag wieder Menschen mit Torten zu überraschen, die nunmal meist rund sind, Schichten haben, aus Teig und Füllung bestehen... und dann jahrelang die Gäste doch immer wieder aufs Neue überraschen sollen, ist an manchen Tagen schwere Arbeit. Da ein wenig Inspiration mit nach Hause zu nehmen, ist für beide Seiten gut.

Und... wer weiß, dass Doreen so fast jedes Backbuch in ihrem Fundus hat, das in den letzten Jahren erschienen ist, der ahnt, dass man sich auch in den Stapeln an Büchern in den Regalen verlieren kann und mit den zwei Tagen nicht sonderlich gut hinkommt.
Jana nimmt’s pragmatisch und entscheidet sich für ein Lieblingsbackbuch von Doreen und es gibt (wie das meist so ist nicht ganz ans Original gehalten🙃) Brombeer-Baiser-Torte nach Annik.

Wir werden euch das Rezept natürlich hierher packen, es passt wunderbar zum Sommer... Vielleicht wäre es nicht unklug, den ganz heißen Teil Sommer abzuwarten, weil sie so ganz nebenbei nicht gemacht ist. Sie braucht auch etwas Zeit zum Kühlen, am besten über Nacht.

Es klingt doch schon fast ein wenig grandios... Frau Tortenglück bäckt in der Patisserie Bergmann eine Torte von Anik... 🙃 Schaut mal, wie es euch mit dem Rezept ergeht. Wie die Torte aussehen kann, sehr ihr auf dem Bild... aber ihr wisst ja... alles kann, nix muss🙃

Es gibt so Tage....

...da weiß man, warum dieser Blog einfach nicht nur ein Backblog ist und es auch nicht werden darf. Schön die Backerei, aber Seelenfutter kann auch anderes sein.

Freitag Nacht ist meine Lieblingsnacht. In der Abizeit gab’s da immer Gartenparty, später im Studium lange Nächte am Strand mit dem Obstwein, für den wir unter der Woche die Früchte in der Fabrik mit verarbeitet haben (und tapfer ignoriert, was da alles drin war... ) um uns dann genau den auch leisten zu können für die Strandnacht😀

Jetzt mag ich die Aussicht auf Freiheiten, die man sich nehmen könnte, das Fehlen von Dingen, die unbedingt noch werden müssen (weil morgen einfach auch noch Zeit ist)... wenn dann alle schon schlafen, gibts Lieblingsprogramm... die Talkshows auf den Dritten, die noch wirklich Talk sind... die, mit Gästen, die etwas zu sagen haben... mit Humor, Hingabe, Respekt und wirklichem Interesse für sein Gegenüber. Ich mag diese unspektakuläre, fast altmodische Art zu kommunizieren... keiner drängt sich in den Mittelpunkt, jede Geschichte ist besonders... man zappt nie, selbst wenn der Gesprächspartmer eigentlich nicht so das Thema hat, was einem nahe geht.

Gestern gab‘s einen Vogelwart, der nicht halb so einsam auf seiner einsamen Insel war, wie man anfangs dachte, die schrillbunte Gloria von Thurn und Taxis, Sahra Wagenknecht, die jetzt Bücher schreibt, für die man vermutlich auch politisch Mitte sein kann und trotzdem etwas aus ihnen mitnimmt und .... völlig verrückt... Daniel Schmidt, der durch einen Unfall sein  Kurzzeitgedächtnis  verloren hat. Er lebt jeden Tag von Null.. mit allen Überraschungen, Ängsten, Unsicherheiten... und ist so warmherzig freundlich, dass man ihm stundenlang zuhören mag. Den ironisch-komischen Part übernimmt der russische Schriftsteller Wladimir Kaminer...

Ich fühle mich höchst unterhalten, inspiriert, berührt und ein ganzes Stück demütiger. Das macht sie... die Freitagnacht. Und weil nachts die Dinge langsamer sind, schaffe ich es nicht zum Ausknopf  (...wann wird sich irgendwer um die kaputte Fernbedienung kümmern??). Hätten wir jetzt ein smartHome, würde vermutlich die Vernetzung dafür sorgen, dass meine smarte Mitbewohnerin sich kümmert und mich glatt um den bewegendsten Beitrag der Nacht bringen...

Ich verlinke euch den Beitrag in der NDR Mediathek... Der Tod des offensichtlich sehr bekannten Youtubers Real Life Guy ist komplett an mir vorbei gegangen, ebenso wie seine Geschichte oder gar sein YouTubeKanal. Der Beitrag steckt so voller Glück, Spaß, Leben, Tragik, Schmerz, Angst und Mut, dass man gar nicht so recht weiß, wohin mit den Gefühlen... Glücklicherweise konnten zwei Filmemacher Philipp mehrere Wochen begleiten , eine bewegende Geschichte aufzeichnen, die Mut macht und zeigen, wie junge Menschen mit dem Thema Tod umgehen. Für Philipp ist diese Doku ein sehr warmherziges, kurzweiliges Zeugnis dessen, was er für andere war. Man kann nur hoffen, dass er Teile davon selbst noch sehen konnte.
Der Beitrag ( HIER der LINK zur Mediathek) hat sie komplett besonders gemacht... diese Nacht...

Übrigens eine Nacht nach einem großartigen Tag mit Freundschaft, Menschen, die nicht ständig im Leben und doch irgendwie dazugehörend sind und diesem schönen leichten Sommergefühl... Egal, wer und welche Geschichte an diesem Tag ins Haus trudelte war voller ehrlichem Interesse für die Menschen um sich herum... auch in dem Wissen, dass nur das das Leben besonders macht und mich selbst Stück für Stück zu dem macht, was ich sein könnte...🙃 Glück zu finden bedeutet wohl auch, immer wieder dazuzulernen, sich zu verändern, neu zu finden. Wer glaubt, fertig zu sein, verpasst das Beste.

Habt ein tolles Wochenende mit guten Begegnungen.

Überholen ohne einzuholen

Das betrifft diesmal die Beiträge... dieser hier wird drei Überholen, die entweder noch nicht zuende gedacht waren oder denen einfach das genau richtige Bild fehlte. Einer, der mir wirklich am Herzen lag entstand vorletzten Sonntag, als so richtig sanft (das zumindest hier) regnete und sich draußen alles so wunderbar anfühlte, dass man am liebsten gar nicht aufgehört hätte, im Regen zu laufen.
Das erinnert mich an ein Zitat:

„Ich mag Menschen, die lächeln, wenn es regnet.“

Nach genau so einem Bild habe ich dann auch gesucht, denn ich hatte natürlich keine Kamera mit im Regen mit zwei Hunden im Wald... manchmal hindert die ja aber auch mächtig daran, das, was gerade ist, zu genießen, weil man es in hundert Fotos festzuhalten versucht. Also gabs tolle Gefühle, aber kein Bild und für euch keinen -veröffentlichten- Beitrag, nur einen, der hier im Archiv dümpelt. Vielleicht kommt er ja noch oder er war einfach nur da, um mir klarzumachen, wie toll dieser verregnete Sonntag war.

Heute war’s nicht verregnet... ganz im Gegenteil. Es fühlt sich plötzlich an wie mitten im Sommer, was ja auch nicht ganz unrichtig ist... der längste Tag des Jahres steht an demnächst. Alles ist leicht, die Menschen sind gut gelaunt und in meinem Kopf spukt ein Sirup herum, den ich kürzlich als Beiwerk zu schönen Dessertgläsern bestellt habe... MaiTai. (Wer uns auf Instagram folgt, hat das Foto gesehen).  Einfach aus Neugier... es gab zwei Sorten Sirup unsortiert... ganz tief drin wollte ich glaube ich PinaColada, aber der MaiTai wollte zu mir.

Umd was soll ich sagen... besser kann es nicht laufen. Orangenlikör, Rum und Zitrone gehen wirklich ein sehr leckeres Bündnis ein und weil so zwischendrin am Tag und bei der Wärme keine Backorgie drin ist, musste alles ohne backen funktionieren. Die Wahl fiel auf Amarettini, auf die ich schon ein Weilchen Appetit hatte, Kokosöl und weiße Schoki und fertig war der Knusperboden. bestenfalls sollte das Ganze für eine Geburtstagstorte taugen, weil am Wochenende ein ganz besonderer Mensch Geburtstag hat.

Alles fix verrührt und in den Froster gesteckt, gerade lang genug, um die Törtchen leicht angefrostet heil aus dem Förmchen holen zu können, als bei uns Feierabend war. Und so wie sie auf den Tisch kamen, waren sie weg, die leckeren Teilchen... das letzte hab ich gerade so abbekommen, es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass das Kosten an mir vorbeigegangen wäre🙃  Sie waren also ganz fix weg... aber da der Geburtstagstortentest durchaus zufriedenstellend ausgegangen ist, gibt es ja die Option auf mehr. Nur der Boden wird dann ein andere werden.

Für euch bis jetzt erst einmal die kleine Törtchenversion mit einer großen Ladung Sommergefühle...  Hier liegt jetzt auch das Sommergrillbuch... ihr erinnert euch... es gibt unter den Rezepten hier auf dem Blog dazu sogar eine extra Kategorie... Mal sehen, was uns dieses Jahr neues dazu einfällt.

Genießt den Sommer und die kurzen Nächte voller guter Gerüche, Froschgequake. Spechtgeklopfe und Entengeschnatter... Und... mehr als eine halbe Stunde brauchen die Törtchen  nicht... wer also spontan Lust bekommt..🙃

Rhabarbertörtchen und warum es so Toll ist, schöne Erinnerungen zu haben

Rhabarber ist für mich so volle Pulle Kindheitserinnerungen. Als Kompott (gibt's den Begriff überhaupt noch oder ist heute alles Dessert??) mag ich Rhabarber immer noch nicht... aber dafür umso mehr beim Backen und in Getränken... Rhabarberlimo ist der Hit und ich kaufe sogar im Winter Rhabarbersaft dafür. Ein bissel Grenadine dazu und Wasser und schon ist das Frühlingsgefühl fertig.:)
Dieses Jahr bin ich so schlau, Rhabarber einzufrieren, schön in kleinen Portionen, damit der nächste Winter nicht zu sehnsüchtig wird. Seit hier so oft gebacken wird, werden Tiefkühlschränke immer wesentlicher... Zum Rhabarber, den es in meiner Kindheit als besagtes, doch recht saures Kompott gab, das auch mit Vanillesoße (abgesehen davon, dass es optisch unschön ist) nicht besser wurde, weil die Süße der Vanillesoße das Saure nur noch schlimmer gemacht hat, gehört die Erinnerung an großartige Frühjahrsferien, die wir immer in Thüringen ganz einsam in einer Hütte auf einem Berg in Leutenberg verbracht haben. Die waren so toll, dass sie sogar in den ärgsten Teeniejahren immer noch schön waren. Im Baum sitzen und Bücher lesen, den Zügen zuschauen, die unten im Tal mit Holzstämmen beladen wurden oder auf den gegenüberliegenden Hängen Rehe beobachten... morgens von den Vögeln geweckt werden, Wasser aus einer Pumpe holen und die Brötchen im Tal vom Bäcker, bei dem man noch anstehen musste. Alles ohne Eile.

Und da gab es neben Rhabarber, Löwenzahnhonig und den Brötchen noch Salat. Auf dem Berg hatte Gärtner Jahn sein Domizil und mehrmals in der Woche Ferien sind wir ein paar Meter den Berg herabgestiegen, um Gärtner Jahn zu besuchen und Salat zu holen... irgendwie habe ich 60 Pfennig im Kopf. Ob das wahr ist... wer weiß. Aber danach gab es frisch geernten Salat mit Kartoffeln und Ei... Alles wirklich Lieblingserinnerungen.
(Damals habe ich auch gelernt, was ein Schock ist... nein nicht der Schreck, sondern 5 Dutzend...(5x12) gleichartiger Dinge... also 60 Stück. Ob Gärtner heute noch so rechnen?)

Und deshalb gab's am Wochenende neben dem guten Gefühl der Frühlingserinnerungen etwas mit Rhabarber und heute eine Fahrt in die Gärtnerei Bähr nach Saalburg. Ich mag es, wie dort gegärtnert wird... weniger der Mode entsprechend als vielmehr so, dass ein Nutzgarten entstehen kann, der gleichzeitig schön zum Leben ist. Man sieht das schon, wenn man die Gärtnerei betritt und verlässt diese nicht ohne eine Unzahl an guten Tipps und Inspirationen. Ich habe das erste Mal nun wirklich Salat geordert, weil ich es leid bin, dass Salat immer zum Teil auf dem Kompost landet, weil die Packungsgröße nicht immer meinem Bedarf entsprechen kann und einzeln nunmal nicht geht... (was cool wäre... so, wie ich mir Möhren auch lose kaufen kann, würde ich das mit Pflücksalat auch gern tun).
Auf viele der Ideen wäre ich gar nicht von allein gekommen und das Heranziehen der Pflanzen wäre mir zu mühsam gewesen. Wer gerade unser Bad betritt, weiß, wovon ich rede... da wachsen im Schneckentempo Chilies, Paprikas und Tomaten, um irgendwann in Bigpacks zu wandern... an der Stelle weiß ich die Mühe, die in einer Gärtnerei steckt, sehr zu schätzen. Aber mehr zu dieser Gärtnerei demnächst... Die Fotos sind schon in der Kiste... das war der schöne Nebeneffekt der heutigen Fahrt dorthin. Für mich ist es in jedem Fall ein Besuch, den man machen sollte, wenn man voller Fragezeichen in seinem noch unbestellten Garten steht...

In jedem Fall sorgen meine Kindheitserinnerungen, also diese völlig unspektakulären Urlaube mit Gummistiefeln und alten Hosen, für die schönsten Gefühlen jetzt. Immer, wenn ich in den Wald gehe, sind sie da, wenn ich Salat kaufe oder eben Rhabarber esse... Das würde ich mal als ein ausgesprochen cooles Aufwand-Nutzen-Verhältnis bezeichnen:))) Ich hoffe sehr, dass mir das bei meinem Kind ebenso gelungen ist, die sich heute einen Haufen Kräuter bestellt hat (natürlich auch mit den coolsten Tipps) und vielleicht so einiges davon wieder weitergeben kann, was genaugenommen ihr Uropa mal mit seiner Kleingartenparzelle begonnen hat, in dem meine Lieblingserinnerungen die Hollywoodschaukel und die Himbeerhecke sind. Naja, vielleicht auch noch die Limo vom Fass in der Kantine des Kleingartenvereins, Roster, meine Schaukel, Erdbeeren ernten, riesige Sträuße Astern, die mein Opa am Wochenende immer zu uns nach Hause brachte, mein Meerschwein, dass dort mal gründlich Auslauf auf der Miniwiese bekam... Gott, es gab schon viel richtig Schönes!

So... genug frühlingserinnert... anbei das Rezept für wirklich leckere Törtchen, die sehr freesyle entstanden sind... die Schorle habe ich beim Wochenendeinkauf entdeckt, nachdem schon Rhabarber im Korb lag. Warum sollte Schorle nicht ebensogut wie Sekt in einer Creme sein... und wie man sieht... sie ist es... dazu ein bissel Schoki und viel Frucht und fertig ist der Genuss. Nehmt euch etwas Zeit für's Ganze, es ist gut, wenn alles in Ruhe gelieren kann. Wer es nicht so mit Gelatine hat, nimmt für's Fruchtmus Stärke, für die Creme Sahnesteif und füllt alles in Gläser... da muss nicht alles so arg fest werden. Statt Fruchtspiegel gibt es eben wieder Fruchtmus obenauf und schon kommt man auch ohne Gelatine ans Ziel.

Macht es euch schön, wir stecken mitten in der wunderbarsten Zeit des Jahres und es wäre doch dumm, wenn man das erst wieder bemerkt, wenn sie rum ist...