REZEPT DABEI

...oder die Magie einer Nacht

In einer so orientierungslosen Zeit wie der, die wir gerade haben, explodiert das Parallelleben in den sozialen Netzwerken. Aus 8h täglicher Nutzung des Smartphones wurden 10... Das ist fast die Hälfte des Tages, die wir fast nicht in der Lage sein werden, uns mit uns selbst zu beschäftigen... zu schauen, was mich selbst ausmacht, mich bewegt, mich berührt... wo meine Stärken und Schwächen sind, wonach ich mich sehne und was meine Träume sind. Und selbst, wenn ich mir derer bewusst bin, habe ich entweder zu wenig Zeit, mich ihnen zu widmen oder ich lande gegebenenfalls wieder in den sozialen Medien, dann alles, was wir tun, scheint sich in irgendeiner Weise dort zu sammeln.

Sei es, um mich selbst zu optimieren, um ins Bild zu passen oder dann wiederum, um das Ergebnis meiner Selbstoptimierung dem prüfenden Finger nach oben oder einem Herz zur Verfügung zu stellen. Immer im Sinne eines Lebens, das wir uns aus dem Internet geborgt haben, Fürs eigene bleibt ja auch zu wenig Raum.

Um wahrgenommen zu werden, müssen wir sein, wie man zu sein hat, nur die wenigsten finden den Mut, sich tagtäglich zu bemühen und dabei vergebens auf den scheinbaren Lohn warten zu müssen, weil sie sich nicht dem anschließen, was gängig ist. Da kauft man ggf. lieber schnell mal ein paar tausend Follower für wenig Geld in der durchaus nachvollziehbaren Hoffnung, endlich wahrgenommen zu werden und befindet sich dennoch immer noch und immer wieder in derselben Schleife der Selbstoptimierung nach einem System, das schwer fassbar und schon gar nicht beeinflussbar ist. Und das 10 Stunden am Tag.

Sucht euch doch einfach einmal euer Lieblingsthema und gönnt euch eine Stunde auf Google, Instagram, Facebook, Pinterest oder wo auch immer. Ihr werdet sehen, dass es alles schon gibt... vermutlich kommt ihr entweder zu der Erkenntnis, dass viele viel besser sind als ihr oder ihr zweifelt am Verstand der Menschheit, wenn ihr seht, wie wenig manchmal nötig ist, um gesehen zu werden und ihr fragt euch am Ende verständlicherweise... wo passe ich da noch rein?

Am besten immer noch nirgendwo (auch wenn es schwer fällt), glaube ich. Die wenigen Menschen, die ich als wirklich glücklich und zufrieden kennengelernt habe, messen sich fast nie an etwas anderem, als an ihren eigenen Wünschen und Ansichten. Sie gehen einen Weg, der sich langsam formt, Ziele gibt es eigentlich keine genauen.
Das Ziel ist, wenn man es so betrachten will, eigentlich immer nur das, einen Schritt weiter zu gehen und das, woran einem liegt, noch ein Stückchen reicher zu machen, sich selbst mit schönen Momenten, in denen Dinge gelingen und zufrieden machen, zu füllen.

Sie kommen nicht auf die Idee, sich an anderen zu messen oder den eigenen Wert dadurch zu bestimmen, was andere einem spiegeln. In der Regel ist ihnen Zuspruch dann etwas wert, wenn die Dinge, die sie schaffen, anderen Hilfe sind oder Freude machen, sie also die Welt auf eine stille Weise bereichern. Sie reichen nichts genau dort herum, wo Zuspruch erwartet werden kann, einem recht stabilen Kreis von Menschen, die ohnehin immer Zuspruch liefern. Lieber setzen sie sich dem Sturm ihrer eigenen Bewertung aus, genießen für sich selbst oder gehen eben weiter, wenn’s mal nix zu genießen gab.

Das ist für mich menschliche Weiterentwicklung und der tägliche kleine Kampf, den jeder für sich führt... und wenn er es sich traut, dann fernab von einer Bewertung, die gemessen wird an dem, was man so macht. Stellt euch vor, ihr habt einen für eure Maßstäbe wirklich großen Schritt getan, etwas gewagt oder probiert und seid dann nicht mehr in der Lage, genau diesen Mut zu genießen, weil es wichtig ist, was die da draußen dazu sagen... Eben auch die, die keinen Like hinterlassen, gar Zweifel säen oder auch einen gedankenlosen Like, der nett gemeint, aber einfach völlig nutzlos ist.

Oder ihr habt eine grandiose Idee, aber nicht die richtige App auf dem Smartphone, die die Bilder genau so filtert, wie man sie gerade gern sieht... Man wird euch nicht sehen und das nur, weil ihr vergessen habt, den „Designkontext“ mit ins Boot zu holen und eure Idee so zu pimpen, dass sie gern gesehen wird.

Diese 10 Stunden online am Tag bedeuten also genaugenommen nicht nur, dass sie euch fernhalten von den Abenteuern da draußen, dem Gefühl, was ihr selbst seid und den Träumen, die entstehen, wenn man seinen Gedanken freien Lauf lassen kann. Sie bedeuten auch, dass man sich unwillkürlich das Korsett anderer anzieht, sich so das Leben der anderen borgt, nur überhaupt wahrgenommen zu werden. Dabei vergessen wir uns selbst, verlieren den Boden unter den Füßen und vergessen, dass leben eigentlich heißt, sich zu trauen, den ganz eigenen Weg zu gehen... den, der euch selbst glücklich macht, der euer Herz hüpfen lassen kann, auch wenn es keiner merkt. Was gibt es mehr zu holen, als das eigene, hüpfende Herz. Ohne Erwartungen an andere, dass die dich toll finden und das allen mitteilen, die dich ggf. gar nicht kennen.
(Denkt man allein an die Statusmeldungen auf WhatsApp.... schaltet sie mal einen Tag aus und genießt, wie wenig Ballast ihr ins Leben geschoben bekommt, ohne dass ihr darum gebeten habt.)

Glücklich und zufrieden sind die, die noch die Fähigkeit haben, mit sich selbst und dem, was sie erschaffen, für sich zufrieden zu sein... ohne in den Meßbecher anderer hüpfen zu müssen. Und ganz nebenbei... nur so kann auch das Besondere entstehen. Besonders kann nicht sein, was sich ständig wiederholt oder sich am Staunen Dritter orientiert.

Also traut euch, besonders zu sein, euch für euch selbst mehr zu freuen, als sich freuen zu lassen. Der wahre Schatz liegt außerhalb der 10 Stunden... den ruhigen nachts, in dem euch ein Einfall kommt und euch Tolles gelingt, den Momenten draußen, wenn ihr im Sturm spazieren geht, es euch den ganzen Kopf durchpustet und die Gedanken klar sind wie selten und in denen, in denen ihr einfach zufrieden seid... mit euch und eurer ganz kleinen persönlichen Welt.
Ich wünschte mir manchmal, man würde sich häufiger Zeit nehmen, sie geschehen zu lassen🙃

In einem solchen Moment sind übrigens die kleinen Törtchen entstanden, zu denen ich hier das Rezept anfüge. Nachts, ohne Plan und ohne den Wunsch nach Staunen. Sie hätten ebenso jämmerlich schiefgehen können... geschmacklich wie optisch, denn mein Backprinzip ist nach wie vor Trial and Error.
Schön geworden sind sie mehr aus Zufall... weil sie nur aus praktischen Gründen in der Form gelandet sind, die sie eben so toll machen (wie der Mohn, der immer tolle Bilder macht, weil er so schön grafisch aussieht.)
Aber eben das alles macht die Törtchen nicht toller und ich glaube, man muss mehr Gespür dafür entwickeln, was von dem, was man sieht, wirklich gut ist. Deshalb bin ich sehr froh, dass die wenigen Menschen, die meine Rezepte mögen, sich zwar begeistern lassen, wenn etwas toll aussieht, aber schon interessiert sind, wie das alles schmeckt, denn um nichts anderes geht es. Um Intensität, Aromen, Konsistenzen. Weniger um das tolle Foto, das schöne Geschirr, die ausgefallene Gabel, die Decke von Oma oder eine Tortenplatte, die nichts dazu beiträgt, was das Ganze in eurem Mund macht.

Und genau deshalb gibt es hier das Rezept für euch, denn die Törtchen, die zufällig wirklich sehr schön aussehen, schmecken auch genauso. Man muss sie sich auf der Zunge zergehen lassen und alle Schichten zusammen essen... nur dann sind sie, was sie sein können...
Und für mich waren sie einer der Momente, die besonders sind... so ganz ohne Plan und mit Leichtigkeit sind sie Stück für Stück in die Form gehüpft... ohne das auch nur im Ansatz klar war, was daraus wird... bis auf zwei Komponenten: Eierlikör und Mohn.

Alles andere war die Magie kurz vor Mitternacht. Irgendwann einmal. Und das war es eigentlich auch... der Moment, als sie plötzlich fertig waren, alles funktioniert hatte und sie sogar noch schmeckten. Dem bleibt nichts hinzuzufügen... weder Likes, noch Herzchen. Naja, vielleicht doch: euer Herzhüpfen, wenn ihr sie gebacken habt und glücklich seid.

Lasst es euch schmecken!

 

Menschen und Pausen im Leben

Ich weiß nicht, ob meine Cookies (diesmal nicht die gebackenen, aber das bringt mich auf die Idee, euch hier und heute ein schönes Rezept reinzupacken🙃) verursachen, dass ich gerade überflutet werde mit den verschiedensten Ansätzen, mir ein gutes Jahr zu verschaffen... immer natürlich vorausgesetzt, ich nutze einen der Vorschläge für ein Coaching zur Persönlichkeitsentwicklung...

Gerade Anfang des Jahres taucht man in einem Sumpf von Angeboten für Coachings unter, derer man sich schwer erwehren kann, klickt man einmal das eine oder andere an...
Mit etwas Glück geht vermutlich das eine oder andere Abo für einen preisgesenkten (nur heute 1200 Euro kostenden Kurs) über die Theke, weil man sich besonders jetzt gerade bemüßigt fühlt, doch endlich irgendwas zu tun. Jetzt, da alles neu beginnt, alles neu geordnet und getan werden kann....

Ich weiß nicht, wie es euch so geht, aber die letzten beiden Jahre haben so ihre Spuren hinterlassen... in jeder Form. Mein Glaube daran, was Menschen vorantreibt, hat ziemliche Beulen bekommen, was allerdings am Ende wie so oft sein Gutes hat. So sehr mich natürlich solche Angebote auch triggern (wer will nicht sein glücklichstes Leben führen??), so sehr setzen sie mich aber auch unter Druck, es JETZT und genauso zu tun, wie es die verschiedensten Coachings so vorschlagen.

Abgesehen davon, dass man sie nicht alles bewältigen kann, sie selten da abholen, wo du gerade stehst und sie schon alle irgendwie ein sehr eng gefasstes Bild vom erfolgreichen glücklichen Menschen zeichnen, haben die meisten ein gemeinsames Problem.... sie halten mich in der virtuellen Welt gefangen... in Gruppen, Foren, Zoom-Meetings. Und aus keinem gehe ich mit der Kraft heraus, die es mir möglich macht, die nächsten Schritte einfach nach meinem Gutdünken zu gehen.

Ich hatte kürzlich ein wirklich gutes Zoom-Meeting, das mich inspiriert hat und das ich, auch weil es ohne Kommentare ablief, als ausgesprochen angenehm empfand. Es hätte auch einfach so bleiben dürfen und vermutlich hätte ich die mir danach zugesandte Aufzeichnung sogar noch einmal angesehen, wären nicht an den Folgetagen Unmassen am Mails, neuen Einladungen, Erinnerungen, Vorschlägen bei mir eingetrudelt, die mich sehr in Versuchung führen, meine Mail dort abzumelden und das gute gegen ein mieses Gefühl zu tauschen. Ich bin weder der Typ, der sich in Foren bewegt, noch gern in Diskussionen auf Social Media in Auseinandersetzungen verstrickt wird, die mich am Ende davon wegbringen, was ich eigentlich wollte... einen Schritt in die richtige Richtung gehen.

Was mir wirklich hilft, wenn das Leben gerade mal eine Pause einlegt (oder ich?), neu durchgeatmet werden muss und irgendwie die Richtung justiert, sind also weniger die Selbstperformer-Programme als vielmehr der Austausch mit realen  Menschen, die bereits in meinem Umfeld sind und die seltsamerweise die Themen genauso aufnehmen, wie sie für mein Denken gerade wichtig sind. Mag sein, dass das durch die Art, Fragen zu stellen, passiert, dadurch, dass man von sich genau in der Weise berichtet, die den anderen dazu bewegt, genau das von sich zu geben, was mein Thema ist oder vielleicht lässt das Leben sinnvollerweise zur rechten Zeit die richtigen Menschen wieder in dein Leben, die du bis dahin weniger kontaktiert hast.

Und genau hier liegt eigentlich das, was das Thema ist... die Cookies... verschenkt mehr Cookies im realen Leben... hinterlasst eure Spuren bei Menschen aus Fleisch und Blut, die sich freuen, nach einem Weilchen wieder von euch zu hören... die sich echt interessieren, deinen nächsten Schritt beklatschen, weil sie dich mögen, nicht, weil du ihr nächstes Coaching buchst.... die irgendetwas mit dir verbindet, das für dein Leben wichtig ist und womit du wirklich die Chance hast, erfüllt zu sein.

Meine letzten Wochen haben mir mindestens 4 Menschen (wieder) ins Leben gespült, mit denen es entweder demnächst Pläne geben wird bzw. die unbewusst die Richtung meines Denkens bestätigt haben.... also nicht MICH... denn es braucht Menschen, die dich mit Ideen, Visionen und Verständnis voranbringen, keine, die dir huldigen, sich toll finden und dein Ego puschen. Das musst du schon selbst und das Ganze nennt sich Selbstliebe... allerdings ist es etwas oldscool geworden, sich einfach so halbwegs okay zu finden, ohne sich von außen der ständigen Bewunderung anderer zu bedienen.

Ideen, die dich den nächsten Schritt machen lassen, dir Herzhüpfmomente bescheren, ohne, dass du auf Großartigkeit hoffst oder darauf, dass dir das Außen spiegelt, wie toll du doch bist.... Menschen, die dich darin unterstützen, sind dein größter Schatz, weil sie immer irgendetwas für dich bereit halten, was dein Denken in die richtige Richtung lenken könnte. Alle anderen landen früher oder später recht zuverlässig im Tagebuch deines Lebens, ohne jemals wieder aufzutauchen.

Meine Coaches in diesem Jahr wissen es vermutlich gar nicht, dass sie es sind, aber sie alle haben eine Menge gut bei mir, egal, ob sie mir auf einem Weg, der mir ein paar blaue Flecken verschafft hat, Klarheit gebracht haben, über ein tolles Angebot der Zusammenarbeit oder einfach über eine lapidare Anmerkung.

So wird im Prinzip jeder Mensch in deinem Leben so bedeutsam wie jedes der derzeit umgehenden Lebenscoachings, von denen du nur mit viel Glück das erwischen wirst, was wirklich den Reichtum in den Leben bringt, den du dir wünschst. (Wer wählt schon das, was erst einmal unangenehm erscheint... im richtigen Leben gehört aber genau das auch dazu.)

In dem Sinne... verteilt Cookies, wo immer es euch wichtig erscheint (gern auch die realen🙃) und legt ab und an nach. Sie werden es euch danken, wenn das Leben einmal Pause macht.
( >HIER übrigens noch ein Kalender_2022... auf A4 Ausdrucken, in einen Rahmen packen und dran halten:))

Ein bisschen Weihnachtsmagie

Wahrscheinlich fühlen wir sie alle so langsam.
Man hat an alle gedacht, denen man an Weihnachten eine Freude machen will... und freut sich bestenfalls bis es soweit ist, selbst fast ein Loch in den Bauch, weil man weiß, wie sehr die Augen leuchten werden.

Überall duftet es nach Weihnachten... nach dieser Mischung aus  gebrannten Mandeln, Glühwein, Räucherkerzen  und Tannengrün, nach der man sich das ganze Jahr manchmal leise sehnt, aber den Geruch unmöglich beschreiben kann. Vielleicht ist es ja auch immer Kindheit, die man wiedererkennt.

Alles wird sanfter und ein klein wenig nachsichtiger, wenn man es schafft, sich dem Stress zu entziehen, den die Erwartungen machen können, die man so ans Fest stellt.

Ich habe alles so weit wie möglich entkrampft. Kein Braten... nur unkompliziertes Lieblingsessen, Zeit für  Weihnachtsfilme voller Glitzer und Kitsch, weihnachtliche Playlists hoch und runter, lange Spaziergänge mit den Hunden.... der Baum ist ein Rettungsakt, weil er so klein ist, dass er vermutlich im Schredder gelandet wäre, weil ihn keiner will. Aber er steht schon... einfach weil es egal ist, ob ich draußen immer an ihm vorbeilaufe und brav warte, bis es mir die Tradition erlaubt, ihn reinzuholen oder es gleich tue.
(Eine Freundin hat zu ihrem gesagt... er wäre so teuer gewesen, dass sie ihn allein deshalb schon aufstellen muss, damit man ihn ausreichend genießen kann🙃),
Jetzt steht er also da und ich schaffe es tatsächlich, mal eine Woche VOR Weihnachten mit Weihnachtsgefühlen zu beginnen:

Noch heute startet auch die sweet bakery mit den ersten Briefen samt Rezeptheft an die, die sich 6 Monate süße Rezeptpost gegönnt bzw. sie verschenkt haben. Es fühlt sich toll an. Ich freu mich drauf, die Mädels (vielleicht kommt ja irgendwann auch mal ein Mann dazu🙃) mit schönen Bäckereien und liebevoller Post zu überraschen... allein das macht mich schon glücklich.
Das ebenso wie der Gedanke an das Gesicht meiner Tochter, wenn sie ihr Weihnachtspaket öffnet, das meines Papas, wenn er merkt, dass ich dieses Jahr den seit Jahren versprochenen Kalender endlich mal gemacht habe, an das meiner Mama, die ihr nächstes Gartenjahr mit mir verbringen wird und an das Aufatmen meines Freundes, dessen Badewannenbuchstapel dieses Jahr mal nicht weiter bis ins Unermessliche wachsen wird, weil er einfach weniger Zeit hat oder mir zu viele lesenswerte  Bücher zum Verschenken unterkommen.🤣

Und wenn ich mir jetzt noch etwas wünschen könnte, wäre es vermutlich, dass sich dieses Gefühl breit macht in einer Welt, die gerade eben davon infiziert scheint, einander schlechte Gefühle zu machen, indem man einander nicht zuhört und jede Gelegenheit nutzt, das, was man schon lange mal sagen wollte, ungefragt jemandem an den Kopf zu werfen, egal, ob der vielleicht eine ganz andere Frage gestellt oder ganz andere Meinung geäußert hat oder sogar ins Gespräch kommen wollte.

Jeder hält sich für den, mit der richtigen Meinung, auch wenn es gar nicht um eine solche geht, sondern nur darum, miteinander zu leben.
Ich bin es leid, beschimpft und eingeordnet zu werden, weil mir schlicht verloren geht, dass es wichtigeres im Leben geht, als sich mit von außen vorgeschrieben Themen zu beschäftigen und zu versuchen, sich irgendwem anzuschließen oder so zu sein, wie es (irgend)ein Umfeld erwartet.

. Wenn es diese Weihnachtszeit schafft, uns ein klein wenig wieder spüren zu lassen, was jedem von uns eigentlich wesentlich und bedeutsam für das eigene Leben ist und wir uns erinnern, dass der andere dasselbe Recht hat, wird es eine wundervolle Zeit mit der Chance auf ein gutes neues Jahr.

(PS... wie passend soeben parallel hier via Social Media ein wunderbarer Song )

Ein klein wenig adventliches Wohlfühlen hier.... dieses schöne Granatapfeldessert eignet sich toll für eine festliche Zeit und ist leicht gemacht.... ich wünsche euch einen wunderbaren 4. Advent.

Adventskalender für Keksverrückte

Mindestens 6 Sorten Keks... das war die Aufgabe. So wird der Kalender am Ende mit je 4 gleichen Keksen gefüllt sein... gut, wenn man sie mag, weil man mehr davon bekommt und noch besser, wenn mal einer dabei ist, der nicht so recht passt... den kann man dann getrost verschenken und sich auf den nächsten Tag freuen.

Mich stresst das Thema Adventskalender immer leicht. Man könnte die reichliche Auswahl im Handel nutzen, mehr Geld als für das eigentliche Weihnachtsgeschenk dafür ausgeben und am Ende doch mindestens 12 Dinge haben, die man eigentlich nie wollte... oder man macht sich eben die Mühe (liegt auch ab und an daneben, aber man hat es versucht:))...
Allein, sich die Mühe zu machen, ist doch schon mehr wert, als der ganze Kalender. Und wer es einmal getan hat, weiß dann jeden, den er geschenkt bekommt, mehr als nur zu schätzen...

Also hieß es dieses Jahr kurz vor der Angst (aus den üblichen Zeit-Wegrenn-Problemen und auch, damit alles in 24 Tagen noch halbwegs frisch ist, weil ich nicht in Etappen liefern wollte und die 24 eben 24 Tage liegt) 6 verpackbare, nach längerem Liegen noch gut schmeckende Rezepte herauskramen und MiniPlätzchen backen.

3 der Rezepte findet ihr schon hier auf dem Blog, ich habe sie nur in die richtige Form gebracht... also so groß, dass sie in die kleinen Kartonboxen passten.
*Nutellacrispies → Rezept HIER
in kleinen Silikonförmchen (Sterne, Halbkugeln) gebacken
*Baumkuchenkugeln →Rezept HIER
*Kokosmakronen →Rezept HIER (Zitronenmarzipan durch MORE NUTRITION STRACCIATELLA ersetzt, was mein Kind sehr liebt, die die Kekse bekommen wird und sich übrigens auch ganz gut für Quark, Müsli und Co. eignet)

Wenn alles gebacken ist, die Kekse halbwegs luftdicht verpacken und ab damit in kleine Boxen oder jede andere Verpackungsidee:) Als alles verpackt war, blieb mir nur ein dickes Uff....:). Aber eben auch diese dicke Portion Glück, die man verspürt, wenn man sich mal wieder nicht gedrückt hat, die Mühe nicht scheut und sich auf die Augen desjenigen freut, der das Ganze bekommt...
Ein gekaufter Adventskalender hätte vermutlich eher immer ein etwas schales Gefühl dabei gehabt. Jetzt ist er ein Stück Kindheit, weil er an meine Tochter geht, die einfach immer irgendwie (mal mehr oder weniger pünktlich... sorry:)) einen solchen bekam und uns beiden das Gefühl von Vorweihnachtszeit erhält. 🙂


Die noch fehlenden Rezepte nun hier... die Sonnenkekse sind als Sonnenblumenkekse eine Idee von @ZoraKlipp, die diese als Familienrezept bäckt... danke für die Idee:) Alle anderen sind ein wilder Mischmasch aus meinen eigenen Rezepten.

Und ein SOS

Er ist ein Stückchen her... der letzte schlimme Backunfall. Das kann aber gut auch daran liegen, dass ich nicht mehr so schnell bereit bin, etwas mit dem Etikett „schiefgelaufen“ zu versehen. Wenn man sich darauf spezialisiert, neue Rezepte zu erdenken, wie es dieser Blog tut, dann passieren schon einmal Dinge, die man so nicht vorhersehen konnte, weil man  experimentiert und versucht, eine Idee umzusetzen.

In jedem Fall passieren manchmal Dinge, die so nicht geplant waren, die sich aber dank Übung und etwas Erfahrung meist irgendwie retten lassen. Meist enden diese Versuche dann eben nicht hier auf dem Blog und bleiben „einzigartig“🙃, aber selten sind sie so gar nicht genießbar, was wirklich der Erfahrung zu verdanken ist. Oftmals ist man eh zu kritisch... um mein Herz so richtig hüpfen zu lassen, muss es dann schon irgendwie ein Aromenfeuerwerk geben oder es gelingt, wirklich schöne Konsistenzen zu vereinen, auch wenn das die Testesser hier oft viel weniger eng sehen:)

Gestern war mal wieder so ein besonderer Tag und der Herbst und ein vorangegangener  Aufräumtag haben dafür gesorgt, dass herrliche Tarteletts in Windeseile den Ofen verlassen haben. Der Aufräumtag sorgte dafür, dass die Ankerkraut-Gewürze griffbereit standen, der Herbst für die Äpfel als Zutat. Eigentlich sollten nur ins geplante Walnussmus Ankerkräuter  (Ankerkraut Gebrannte Mandel), aber als da plötzlich Streuselteig die erste Wahl war und Ankerkraut Streuselkuchengewürz dabei hat und die Äpfel vom letzten Rezept mit Gewürzkaramell (Ankerkraut Apfelkuchen) so lecker waren, wurde aus dem Ganzen eine Ankerkrautparty.

Das Ergebnis seht ihr hier gleich unten als leckeres Herbstrezept. Besonders toll... die vielen Aromen, der sehr schön mürbe Keksteig, der irgendwie nach doppeltem Backen aus den Streuseln wird sowie die schön fruchtigen Äpfel. Deshalb ist es eines DER Rezepte, die wirklich meine persönlichen Lieblinge sind.

Weil gerade viel von Ankerkraut die Rede ist... viele kennen vermutlich die Gewürzmischungen vor allem vom Kochen. Ich bin grundsätzlich kein richtiger Fan von fertigen Mischungen. Ganz klar... wenn man sich in sie verliebt, schmeckt schnell alles irgendwie leicht gleich. Aber Mischungen haben auch so ihre Vorteile... wer nicht zu oft bäckt, hat viele verschiedene Gewürze zusammen zur Verfügung, die so vermutlich nicht in eurem Gewürzregal stehen. Und... einfach mal so wild zu probieren und selber zu mischen, ist auch nicht jedermanns Ding... insofern sind die Mischungen eine gute Hilfe und die, die hier in den kleinen Tarteletts gelandet sind, sind wirklich zu gut und haben sie sehr besonders gemacht. Ganz sicher werden die nachgefüllt, wenn sie mal aufgebraucht sind... Ankerkraut bietet für die meisten Mischungen Nachfüllpacks an.

Und mit der Vermutung, dass es Mischungen schwer machen, Neues zu kreieren, steht schon fast die Challenge an, mich selbst zu widerlegen und zu schauen, wieviel Veränderung mit denselben Gewürzen möglich ist, ohne dass man das Gefühl hat, dasselbe zu essen.
Ihr werdet sehen, wie es ausgeht... ich vermerke Ankerkraut dort, wo es drin ist, dazu in Klammern die enthaltenen Gewürze für die, die gern selbermischen wollen. Mich haben die Mischungen in dem Fall sehr glücklich gemacht, (was übrigens einfach nur eine glückselige Feststellung ist, keine bezahlte Werbung🙃).

Der Backunfall, der am Ende doch hin und wieder passieren kann und zu diesem Post führte, hat mich aber vor ein  paar Tagen dann doch auch auf eine Idee gebracht... den Backnotruf. Meine Nachbarin hatte sich in eine Torte aus dem Backbuch verliebt, die ursprünglich die Geburtstagstorte für meine Mama war. Die war wirklich super lecker und in meiner Erinnerung auch nicht unschaffbar mit einem großen Fest im Nacken. Am Ende ist es aber so, wie es immer ist, wenn man will, dass etwas gelingt und man mehrere Baustellen gleichzeitig bedienen will... es geht irgendwas schief und fehlen einem Zeit, Geduld, die richtige Idee und wenn es arg kommt auch noch eine Zutat, weil die in einer schief gegangenen Creme steckt. In dem Fall gab es den ganz privaten Backnotruf und am Ende die gelungene Torte, die ihr hier seht.


Und mit der Rettungsaktion kam mir der Gedanke, euch für die Rezepte, die hier auf Blog stehen, den BACKNOTRUF zur Verfügung zu stellen. Solltet ihr beim Backen eines der Rezepte aus den Büchern oder des Blogs ein Problem bekommen, könnt ihr... unverbindlich... Kontakt per Instagram oder E-Mail aufnehmen. Natürlich kann es sein, dass ein Backnotruf nachts 1 Uhr niemanden hier weckt, aber solange ich in irgendeiner Form online bin, werde ich versuchen, euch einen Rat zukommen zu lassen. Ihr klickt dazu einfach auf das Instagram-Symbol auf der Startseite oben links und schreibt mir eine Nachricht oder schickt eine Mail an e2grafik@email.de.

Im Fall der schönen Brombeertorte war es übrigens nur eine Creme, bei der die Gelatine gemacht hat, was sie wollte... alles kein schwierig zu lösendes Problem, wie die fertige Torte zeigt.
Ich bin gespannt, ob demnächst die ersten Notrufe eingehen und ihr euch so vielleicht auch an Rezepte traut, die euch nicht ganz so geheuer sind, weil ihr Sorge habt, dass irgendetwas nicht gelingen könnte.

In dem Sinne hier aber erst einmal das neueste Rezept aus der Experimentierküche🙃... lasst es euch schmecken und traut euch, den Notruf zu nutzen🙃