REZEPT DABEI

und ein paar Entdeckungen

Die Haupterkenntnis des Wochenendes... zu den Klassikern, die man in der Schule (seit es die nicht mehr klassisch gibt, gehört es ja dank einiger Eltern sogar schon dazu) zu lesen bekommt, sollte unbedingt Pippi Langstrumpf gehören. Zumindest, falls man lesen nicht für eine asoziale Sache hält, was leider einige Kommentare, die mir so auf sozialen Medien dazwischengeflutscht sind, glauben lassen. Da gibt es tatsächlich ernst gemeintes Stirnrunzeln und Fragezeichen im Gesicht, wenn man nach Büchern fragt oder jemand, der liest, wird zum Nerd. Meine Gedanken, was da so an koommunikativem Gegenüber übrigbleibt, erspare ich euch lieber an der Stelle.

Allerdings kam mir der Gedanke schon früher, bevor ich es so ganz plastisch vor Augen geführt bekam... die Welt (ich weiss nicht, ob es der Internetturbo dank Corona nur noch unterstützt hat oder es schon ein Weilchen unbemerkt so ist) kann zu einem erschreckend großen Teil bereits ohne Bücher.
Und das vor allem auch in Generationen, die demnächst selbst Kinder erziehen werden (Kinderbücher allein werden nicht reichen... bekanntlich lernen Kinder von Erwachsenen und sehen sehr wohl, womit sich diese beschäftigen.) Ein ganz wertungsfreier Gedanke (zunächst... weil ich es mangels Beispielen nicht relativieren kann): stellt euch vor, was zu den Einrichtungsgegenständen einer ersten Wohnung gerade ausziehender Kinder gehört... die Wohnbeispiele kommen natürlich von Instagram... irgendwie.
Da haben die großen Dekorierer und Raumausstatter (so ganz verstaubt hießen sie früher... jetzt sind es Ikea, Depot, Skandeko...) als Reichweitenoptimierung die Influencer entdeckt, die wunderbar zeigen, wie man beispielsweise mit Depot wohnt (nachzuschauen auf dem Depot-Blog). Nicht, dass das nicht das erste, ganz fein unterschwellige Druckmittel ist, dass mich dazu bringt, auf Instagram nachzuschauen, wie die Influencer so ihre Bilderrahmen arrangieren, um dann dieselbe Menge und Größe zu ordern... Vielmehr irritiert, dass das, was noch vor 15 oder 20 Jahren jedem, der umziehen wollte, die ersten grauen Haare beschert hat, scheinbar komplett eliminiert ist... die Bücherkisten (die nie einer schleppen wollte... aber sortiere mal Bücher aus und wirf sie vielleicht gar in die Papiertonne... so viel schlechtes Gewissen schafft keine Plastiktüte, die ich aus dem Supermarkt nach Hause schleppe) und in der Folge die Bücherregale... die gibts noch... aber heute füllt man sie mit Kakteen aus Keramik und Leuchtobjekten.

Und wo bleiben die gemütlichen Sonntage im Bett oder auf dem Sofa mit einem Buch, der erst endet, wenn das Buch leergesaugt ist und es natürlich keine nächste Folge gibt, weil dieser verdammte Autor einfach Zeit braucht, den Nachfolger zu schreiben oder es gar nicht vor hat?
Das, was weder E-Books noch E-Reader geschafft haben (seid ihr schonmal mit einem e-Reader ins Bett gegangen und habt versucht, Buch-Stimmung zu bekommen? Das ist schwer und maximal für den Urlaub zu empfehlen.), machen jetzt TikTok, Reels und natürlich Podcasts... (dazu ein späterer Post... Podcasts gab es kürzlich als Selbsttest..::). Sie entsprechen einfach den neuen Konsumgewohnheiten... schnell abrufbar, austauschbar, zu Massen auf dem Markt und wenn man ein Abo hat, kein Kostenfaktor... Was irgendwie cool wäre, könnte man es als Ergänzung sehen, aber es ist schwer vorstellbar, wie Kinder in I-Pad-Klassen mit einem Spotify-Abo zu Hause je noch zum Buch finden sollen. Und vermutlich bewahrheitet sich dann, was meine Oma noch wusste... was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Oder kann man die Liebe zum Buch irgendwann später noch entdecken?

Dass sich das Thema Buch verändert hat, seit man sich bei der Gründung eines Haushaltes nicht mehr den gesamten Brockhaus zulegen muss, um einen Plan von der Welt zu haben, ist unbestritten und auch sinnvoll bei einer sich so schnell verändernden Welt und dem Verschwinden von Grenzen (in und ausserhalb des Kopfes). Aber die Tasse Tee verschwindet doch auch nicht still und leise und auch wenn man es dreist Urban Outdoor nennt, damit es IN ist und man es machen darf... auch der Reiz des Draussenseins erhält sich...also diese kleinen Auszeiten sind etwas, was man als Mensch braucht, um irgendwie wieder in Kontakt zu sich selbst zu kommen bei all dieser Geschwindigkeit.

Und mal ehrlich... wenn ich etwas benennen müsste, was mir gerade eben wirklich fehlt, dann würde ich so eine Buchmesse wirklich dazuzählen. Und sich die Zeit zu nehmen, in einem Buchladen zu stöbern ist doch gleichzusetzen mit einem Besuch im Kino oder einem Besuch in einem Cafe? Wenn ich mir vorstelle, dass das dann doch altmodisch werden könnte, dann geht uns gerade ein wesentliches Stück Mensch sein verloren. Und mir fällt wenig ein, wie man das verhindern könnte... ausser, dass man diesen Zauber als Kind erleben und sich erhalten kann.

Und ich bin froh, dass es dann Orte (und die Menschen, die sie schaffen) gibt wie die, von denen wir schon berichtet haben... der kleine Bücherwagen in Mülsen... ich sammle noch heute die Bücher, die ich wie einen Sonntagsfilm (der mir die Sonntags-Wollweich-Laune macht, aber nicht unbedingt für eine Wiederholung taugt) lese und die dann einfach übrig sind für den nächsten Leser... die staple ich hier und gebe sie irgendwann dort hin. In der Hoffnung, dass irgendwer eines davon in die Hand nimmt und bestenfalls bei gutem Wetter gleich draussen vor dem Wagen unter Obstbäumen mit einer Limonade in der Hand anfängt zu schmökern (ja... das taugt dann schon fast wieder für eine Story bei Instagram:) und so richtig glücklich ist.

ABER... eigentlich war Pippi Langstrumpf ja das Thema... da war der kleine Umweg doch mal wieder etwas länger:) Die Pippi... die hat so viel Klugheit in sich, dass sie gut zu den Philosphen unseres Jahrhunderts gehören könnte. Erinnert sich der eine oder andere an den Spruch: "Das haben wir noch nie probiert. Also geht es sicher."? Den sollten wir uns echt auf die Handinnenfläche schreiben... täglich neu. Wie oft denkt man, dass man etwas nicht kann... allerdings ohne es jemals probiert zu haben...

Wie kommt man zur Annahme, man müsse ein Spezialist sein, um etwas tun zu können... und das in den Zeiten von Social Media, in denen jeder sich zum Coach und Fachwissenden selbst ernennen kann? Gibt es Menschen, denen das leicht fällt, weil sie einfach erkannt haben, dass selten wirklich Tiefgreifendes erwartet wird oder vieles schon gar nicht mehr nachvollziehbar ist, wenn es darum geht, ob etwas richtig oder falsch ist? Und daneben gibt es die, die eine gute Idee haben, sich wirklich mit Themen beschäftigen und noch immer zweifeln, ob sie das laut sagen dürfen und dann noch in der Verbindung mit der Aussage...ICH KANN DAS? So einen Menschen habe ich getroffen am Wochenende... jemanden, der das kann, was er gerade tut und just beim Ausprobieren gemerkt hat... hoppla, ich kann das ja wirklich und die Pippi samt ihrer Sprüche in ihr Leben geholt hat, was Vieles doch gleich doppelt so fluffig macht...
Über Pippi und Andrea schreiben wir demnächst auch noch mehr (die Liste der geplanten Posts wird langsam lang:).

Lange Rede kurzer Sinn... die Entdeckung des Wochenendes... man kann mit Sicherheit allerlei Dinge und immer, wenn man zu schnell dabei ist sich zu fragen, ob man das wirklich kann, sollte Pippi ran und man sich selbst fragen, wieso man glaubt, etwas nicht zu können, was man doch noch gar nicht probiert hat. Es gibt nicht viel Gründe, die dich dann noch davon abhalten sollten, dich zu trauen:))

Naja... und es gab natürlich den nächsten Gugl. Gugl Nr.3 entstammt einem Buch. Ich habe wie so oft verliebt stundenlang in einem Buch geblättert, das ich wirklich seeehr mag. Dabei hatte ich es erst sogar versehentlich  in der englischen Version bestellt und dann gottseidank in einem hellen Moment gemerkt, dass mir die Umrechnerei der Mengen etc. einfach den Zauber des Durchblätterns und inspirieren Lassens nehmen würde und es nochmal in deutsch geordert :)).
Yotam Ottolenghi erdenkt Rezepte, die so sinnlich sind, dass allein das Backen schon ein Großteil des Genusses ist. Es wird nie rein auf Optik gebacken (obgleich die Ergebnisse total toll aussehen, aber eben nie aufgepimpt), sondern drin spielt die Musik...

Rausgekommen ist am Ende ein Gugl, der seine Anleihen aus mehreren Rezepten des Buches hat und noch ein paar Zutaten mehr.
Als er dann gut ausgekühlt vor mir stand und der Guss so lecker war, dass ich ihn am liebsten sofort so ganz ohne Kuchen gelöffelt hätte, stand fest, dass es einer der tollen werden würde... einer, der es hierher auf den Blog schaffen würde (im Gegensatz zu denen, die in der Nacht vorher den Ofen verlassen hatten und irgendwie nur so halb gut waren... gut, dass meine Familie tapfer auch die Versuche auffuttert, die nicht so der Hit sind:))

Dann genießt es... wir googeln uns diese Woche tapfer weiter durch die Gugl-Welt... je länger man sich damit befasst, desto mehr ist möglich. Aber wenn es besonders werden soll, kommt man nicht daran vorbei, sich an besonderen Zutaten zu versuchen. Man kann ja klein anfangen... der Vorrat an besonderen Dingen und das Gefühl dafür, wann man was wie kombinieren kann, kommt mit der Zeit. (Man darf nur nicht davon ausgehen, dass man bäckt und alles schmeckt. Die Ausfallquote wird höher mit dem Grad des Experimentes:)) Damit es nicht zu weh tut... einfach kleine Mengen backen. Törtchen, Minigugl, einen Backrahmen anschaffen... einfach kleinschrumpfen und schauen, was funktioniert und was man einfach besser lässt.)

 

 

Wir haben heute den Zupfkuchen in eine Guglform gepackt und in den Gugl des Tages verwandelt. Das hat nicht ganz unwesentlich damit zu tun, dass wir gerade für Alina von den Unstrut-Lamas (ihr erinnert euch? ihr erinnert euch?) einen Lieblingskuchen erdenken, der eigentlich schon da ist... aber vielleicht kann man da ja noch was machen?
Thema ist der Russische Zupfkuchen... man findet ihn eigentlich überall nur so, wie er ist... aber irgendwie ein wenig Pfiff schadet ja nie. Eine Version mit Tonkabohne ruht gerade im Tiefkühler, weil die nächste Version dieselbe überholt hat und alles auf einmal nicht essbar war.
Version 2 kam mit Rhabarber daher... der erste, der dieses Jahr in der Gemüsetheke lag... ich konnte nicht widerstehen...
Der Zupfkuchen mit Rhabarber war toll... eigentlich... wenn man ihn nicht zu früh aus der Form hätte holen wollen, weil Gäste vor der Tür standen, die gleich hätten kosten können ( die bekamen dafür Gugl Nr.1... den mit Nuss) UND der Rhabarber auch nach ausreichender Kühlung keine Probleme gemacht hätte.

Kurz... der schöne Zupfkuchen floss vor sich hin... direkt auf ein Blech, wo ich ihm nochmal Backzeit gegönnt habe, aber es mir erspart habe, euch ein Foto von dem herrlichen süßen Brei zu machen, der zwar köstlich geschmeckt hat, aber furchtbar aussah.

Mit der Erkenntnis, den Rhabarber vielleicht doch nicht zu unterschätzen, ging es heute an eine Guglversion, da die ja auch Thema ist... und... diesmal hat alles funktioniert. Im Rezept findet ihr die Minizupfgugl mit Rhabarber... Am besten nicht lange überlegen und reingefuttert damit. Minigugl neigen dazu, schneller trocken zu werden.

Und wem das mal wieder alles zu viel Experiment ist, der sucht sich das Rezept für einen Zupfkuchen nach Omas Art, packt einen Teil Teig in die Miniguglförmchen und drückt ihn gut an... darauf kommt der Quark und eine letzte Schicht Teig, wenn man mag als Streusel oder aber als glatter Boden. Ihr seht auf dem Foto beide Zupfgugl... mit und ohne Rhabarber... sie nehmen sich optisch nicht viel, haben aber einen ganz anderen Teig. Der originale Zufpkuchen-Gugl ist etwas krosser und knusprig, der mit Rhabarber ist weicher, weil der Teig ein Brownieteig ist.

Jetzt habt ihr die Qual der Wahl... wer keine Miniguglform hat oder es klein nicht mag, verdoppelt die Zutaten und bäckt einen normal großen Gugl.

Wir und die anderen

Irgendwann war das mal so. Man hat mal wieder was backen wollen und hat dazu in die Sammlung der Backbücher oder Backzeitschriften gegriffen, geschaut, worauf der Magen so Lust hat und was der Anlass ggf. hergibt... und hat gemacht.

Mal war das Ergebnis toll, mal nicht so... ob man sich einfach was anderes vorgestellt hatte oder das Rezept nicht funktioniert hat, spielte auch keine so richtige Rolle, weil es in dem Stadium einfach auch nicht wichtig war zu verstehen, warum manche Dinge wie sind... deshalb gibt ja Rezepte. Dass das manchmal fatal werden kann, dazu später...

Auf jeden Fall gab es vor kurzem eines dieser Telefongespräche, das so oft zu einem Post führt bei uns und es fiel der schöne Begriff GUGL GOOGELN. Und schon war sie geboren... die Idee, Gugl einfach mal zu googeln und entweder genauso nachzubacken (man lernt ja auch nie aus) oder minimal mit einem persönlichen Touch zu versehen.

#guglgoogeln
Und genau das tun wir jetzt... zur Freude meiner Familie, die sich zwar immer über die vielen kleinteiligen Leckereien freut, aber manchmal einfach nur einen Rührkuchen will. Den bekommt sie jetzt. Öfter. Wir gucken ab bei anderen und teilen dann das Ergebnis dessen, was in unserer Backschüssel passiert ist, mit euch. Da wir längst nicht mehr rein nach Rezept backen und es eh nicht so mit den exakten Mengen haben (vieles muss auch wirklich gekostet und spontan entschieden werden🙃), ist das mal etwas ganz anderes. Kopf aus, Küchenmaschine an.

Zuerst passiert ist ist die NR.1... ein Nussgugl


Der war von Haus aus schon etwas besonders, weil die Zutaten sicher dem einen oder anderen gewöhnungsbedürftig erscheinen. Das Rezept stammt grundlegend aus dem Backbuch von Ankerkraut, Ich habe das wunderbare Set von Gewürzen samt Buch der lieben Doreen zu verdanken, die schon bei dem Gedanken, wie ich beim Auspacken hüpfe, tagelang unruhig war. Was nach dem Hüpfen passiert ist... ich habe alles wieder schön eingepackt und sorgsam tagelang nur ein und ausgepackt... einfach weil es so schön war🙃 Mittlerweile stehen die Gewürze ganz normal auf dem Schrank, die Geschenkverpackung ist zum Regal geworden und den Versuch, alles beim Alten zu belassen, unternehme ich nur noch beim Öffnen der Gläser... die Banderolen werden vorsichtig abgelöst und wieder drangeheftet, sodass man im Liegen kaum sieht, dass das eine oder andere Gewürzglas schon leerer wird🙃

Naja... und dann ist da ja noch das Buch, das man tausendmal blättern kann, ohne dass es hässlicher wird oder gar leer. Es hat klugerweise (für die Ankerkrautler) deutlich mehr Gewürze in den Rezepten, als mein Starterset hatte, das heißt, ich bin immer mal wieder auf Ankerkraut unterwegs, um die wirklich besonderen Mischungen dann doch noch zu erstehen. Die Mischung für den Gugl hatte das Set dabei... Muskatnuss.
Ja, ich war auch erst vorsichtig bei der Dosierung... allerdings merkt man beim Kosten des Teiges schnell, dass es nur entweder-oder gibt. Entweder man vertraut auf das Rezept und wirft wirklich 2 TL Muskat rein oder hat einen Gugl wie hundert andere. Und da direkt neben mir vom backen vorher noch ein Rest Skyr im Becher neben mir stand, der diese Woche sicher schlecht geworden wäre, habe ich den spontan gleich mit in die Rührschüssel gegeben (darüber sollten wir auch mal schreiben... Schüssel ist nicht gleich Schüssel. Ich verwende gerade viel Emaillegeschirr zum Zubereiten... da, wo jede andere Schüssel das Abwaschen zur Herausforderung macht, machen es einem die Emaillesachen einfach nur leicht und verderben einem nicht die Lust... aber mehr dazu wirklich mal in einem extra Post).

Der Kuchen wanderte in den Ofen und zum Abkühlen ins Kalte, genau richtig, um sich 2h später total vorbereitet zu fühlen, als spontan Gäste im Garten standen, die die Sonne rausgetrieben hatte. Der Geschmackstest wurde also auf gleich verschoben und das Nachdenken darüber, was am besten auf den Kuchen kommt, erledigte sich spontan aus Zeitgründen. Es wurde statt Puderzucker eine dicke Schicht Nougat... ohne alles, nur eben richtig schön dick. So, dass man nicht überlegen muss, welches Stück man sich aussuchen will, weil alle schön dick überzogen waren.

Noch ein Foto gemacht... für den Fall, dass der Kuchen wirklich toll schmeckt und er hier für euch aufgeschrieben werden soll. Dass das weise war, zeigt sich kurz darauf, denn er war 15min nach dem Anschnitt einfach weg. Das erübrigt die Frage, ob die Ankerkrautler ein gutes Rezept entwickelt haben und auch die, ob die zusätzlichen Zutaten, die so nebenbei mit hineingerieten, auch gut waren. Ja und ja... 🙃

Der Kuchen ist superfix gemacht, die meisten Zutaten hat man wirklich da und wer Ankerkraut nicht zuhause hat, nimmt einfach Muskat, so wie es im Gewürzregal steht. Aus Skyr kann auch Frischkäse werden oder Kefir, sicher auch Buttermilch und Joghurt. Wäre etwas anderes fast alle gewesen, hätte ich auch etwas anderes genommen. Nur Quark nimmt dem Kuchen das Fluffige, mein Bauchgefühl würde da nein sagen.

Das Rezept füge ich ganz unten an und packe es mit in die Rezeptübersicht... Fünf Sternchen für Muskat und Nüsse im Gugl und unsere absolute Empfehlung (für den Gugl und Ankerkraut ganz allgemein... übrigens unbezahlte Werbung an dieser Stelle... wir empfehlen nur etwas, was unserer Bäckerei einfach gut tut und wir selber nutzen. Es gibt in jedem Fall aber immer Alternativen, auf die wir auch verweisen, aber da der Gugl abgeguckt ist, sollte der Verweis auf das AnkerkrautBackbuch auch sein... schon allein der Fairness wegen.).

 MIT REZEPT ODER OHNE?
Ich hatte es zu Beginn erwähnt... die Frage, inwieweit man sich auf Anleitungen/Rezepte verlässt und was das ggf. nach sich zieht...

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass das man zunehmend für annähernd jede Tätigkeit eine Anleitung oder irgendein Tool findet. Was passiert ist, dass man die Dinge nur noch begrenzt versteht (verstehen muss), was aber parallel bedeutet, dass man bei Fragen hilflos wird. Oftmals wollen Verkäufer gar nicht, dass man ein Produkt versteht, weil dadurch sehr schnell Abhängigkeiten entstehen... wenn sie kaputt gehen, wenn man nur den EINEN Kundendienst konsultieren kann oder nur die Ersatzteile in einer bestimmten Spezifikation funktionieren, die man mit etwas Pech auch nur dann einbauen kann, wenn man sich auf der Website eines Anbieters registriert.. und so weiter.

Man erlebt das eigentlich fast täglich auf jedem Gebiet... was mache ich mit dem Sauerteigansatz von Anbieter A... funktioniert der genauso wie der, den Oma immer selbergemacht hat oder der aus der anderen Tüte... war das derselbe Anbieter, der nur ein neues Design hat oder ein anderer und auch die Verwendung ist anders? Ist es nicht der Sauerteig, dann ist es das Hundefutter, das ich bei vielen Anbietern in 18 oder 15kg-Säcken kaufen kann (also am Ende vermutlich oftmals dasselbe)... aber erst nach einem stundenlangen Onlinemarathon tue, weil jeder Anbieter die Angaben der wichtigsten Inhaltsstoffe anders notiert, weil jeder andere Futtermengen empfiehlt und, und, und...

Mir geht mein gesunder Menschenverstand manchmal etwas flöten und damit die Frage, worauf es mir eigentlich ankommt. Deshalb vielleicht aus Selbstschutz auch der Drang, Dinge selberzumachen, nicht alles bestellen 0der kaufen zu müssen oder zu verstehen, was was ist... Wisst ihr z.B. etwas mit Glukose anzufangen, wenn ihr in einem Rezept drüberstolpert? Oder könnt ihr die ggf. von allein einem Rezept hinzufügen, weil euch das sinnvoll erscheint (wie mir der Skyr beim Gugl), einfach weil ihr wisst, was sie bewirkt und wie man sie selbermachen kann??
(Glukose eignet sich für bestimmte Verwendungen gut, weil sie Gärung positiv beeinflusst... ist eine coole Zutat beim Pralinenmachen... ist einsetzbar bei Unverträglichkeiten oder als geschmacksneutraler Ersatz für Ahornsirup etc... UND... entsteht aus Wasser und Dextrose, wenn man beides zusammen zu Sirup kocht... dauert ca.15min und man hat einen Vorrat, der 2 Monate hält).

Das Ganze nur als ein Beispiel dafür, dass das reine Befolgen von Anleitungen, Tools und Rezepten nur dann schlau ist, wenn es schlauer macht... man also dahinterschaut, um es beim nächsten Mal vielleicht auf die eigene Art und Weise hinzubekommen oder zu merken, dass man etwas gar nicht braucht, weil man einen Weg B oder C kennt... dazu muss man aber eben wissen, worum es bei der Sache geht, die einen gerade beschäftigt. Für mich ist das ganz klar nach dem heutigen Gugl die Erkenntnis, dass Muskatnuss mit ins Labor meiner Backzutaten (im Kopf) kommt und wenn es sich das nächste Mal beim Backen richtig anfühlt, mit auf die Zutatenliste. Und wer weiß, was das dann so gibt... ich vermute, in Käsekuchen ist Muskat auch ein Genuss... (und schon ist sie da, die neue...vage... Idee🙃) Ihr werdet sehen, was daraus wird... nach unserem #guglgoogeln Experiment.

Und hier das Rezept zum Gugl Nr.1:

Dieses Rezept ist ein gutes Beispiel dafür, dass aus nicht ganz durchdachten Rezeptideen dann doch etwas Superleckeres werden kann...

Ganz ursprünglich sollte eine Art Lemoncurd direkt zu kleinen Gugls werden... schön frisch, gelb glänzend, nach Zitronen duftend... Teil des Ganzen: der gerade neu erstandene Lemoncello. Leider wurde selbst im Tiefkühler kein festes Küchlein aus der Zitronenmasse, was dazu führte, dass der Inhalt aller Förmchen am Ende komplett wieder in die Schüssel wanderte und neu überdacht werden musste.

Das Ergebnis dann doch die erhoffte Konsistenz und frische Säure direkt auf süßem Streuselboden... Streuselkuchen 2.0.
Gleich frisch auf dem Ofen fließen, wie man sieht, die Küchlein noch wunderbar auseinander und lassen sich wie ein Dessert essen... am nächsten Tag sind sie schön schnittfest und formstabil. Für jeden also etwas.

Wenn jedes Fiasko am Ende so ausgeht und man für den Mut, weiterzumachen, belohnt wird, dann lohnt es sich doch mehr als genug, nicht alles sofort zu den Hühnern zu geben. Und... genau dieser eigentlich total schief gelaufene Kuchen wurde um vieles besser als der Ursprungsplan. Also weg mit allen Vorurteilen und dem Gedanken, beim Backen müsste alles grammgenau zugehen. Ein wenig Gefühl für das, was Zutaten im Ofen machen reicht und schon kann aus einer sehr flüssigen Creme im zweiten Anlauf der gewünschte Streuselgugl werden:))

am Tag danach

...danach ist ja bekanntlich auch immer gleich davor... was übrigens ganz nebenbei die Wertigkeit von Dingen auch ganz kräftig neu sortiert und das Thema Zeit , also die Frage davor oder danach gleich mit🙃 Damit kommen wir ja dann gleich gar nicht zurecht, wenn danach auch gleich davor ist und der Gedanke linear verlaufenden Zeitdenkens ins Wanken gerät... aber das soll gerade ja nicht das Thema sein.

Wir haben uns schön eingeruckelt ins Corona-Leben und das letzte Fitzelchen Hoffnung auf menschlichen Verstand rückt jeden Tag in etwas weitere Entfernung. Das letzte Jahr... ja, so viel ist es jetzt schon fast... hat uns eine Menge gekostet... nicht nur Geld. Aber einige wenige Dinge, brauchen wir uns nichtmal schönzureden, sondern die sind sogar ganz schön... Entweder ist meine Wahrnehmung schon stark ermattet oder bis auf die üblichen Rabattsprünge von 14% am 14. hat sich der Valentin in diesem Jahr stark zurückgehalten... entweder ich habe sie nur nicht gesehen, oder es gab sie nicht... die #starkalsPaar-Parolen, die so schön ins Schema passen würden. Nur ein paar Herzchen im Supermarkt und die eine oder andere Blume mehr im Einkaufskorb.

Es kann aber gut sein, dass wir nur schon so sehr drin sind im virtuellen Leben, dass es uns da nicht mehr so stark auffällt zwischen den sich gegenseitig jagenden Werbeparolen und im richtigen Leben da draußen gibt sich ja gerade eh kaum jemand Mühe, etwas an den Mann oder die Frau zu bringen... Schwer zu sagen, wer da wo was wahrnimmt, also wird es reduziert. Dabei hätten sie uns vermutlich sogar gut getan, ein paar Herzchen mehr, denn es ist frisch geworden um die Ohren. 5 Millionen Menschen mit Depressionen, habe ich kürzlich gelesen... ob das in-Corona-Zahl ist, weiß man nicht genau. Aber die Sache mit den Zahlen... Grippe gibt's ja dieses Jahr auch nicht, vielleicht ist Depression bei positivem Corona-Test ja auch Corona. Was nix dran ändert, dass es manchmal mächtig ungemütlich ist im Miteinander und da kommt dann doch ein liebevoller Tag ganz recht.

Also haben wir uns auch mal dran gemacht an die Herzen und es zwar nicht geschafft, alles rechtzeitig online zu stellen (Sonne und Schnee draussen gingen vor), aber das dürfte aus mehrerlei Gründen ein kleineres Problem sein. Einerseits geht Liebe immer, ihr könnt also alles jeden Tag machen (nur mit dem Punsch muss man sich ggf. beeilen, denn die angesagte andauernde Kälte hat einen Mutanten geschickt, der sich stark nach frühlingshaften Temperaturen anfühlt. Die Wettervorhersage ist gerade ähnlich unberechenbar wie der Virus... mag man den Gerüchten glauben, hat 5G (an das wir uns auch so schön gewöhnt haben so ganz nebenbei, wenn wir schonmal beim Gewöhnen sind... und mit so einem tollen Partnervertrag mit 5G ja auch verständlich😬) da so seinen Anteil, weil nunmal das einenge und an dem anderen im Wege steht... sprich die Weitergabe von Signalen. jetzt kommen wir aber vom hundertsten ins Tausende... eigentlich ging es ja um die Nutzbarkeit liebevoller Lebensmittel über den Valentinstag hinaus...

Die Fotos haben wir wenigstens schon auf Instagram und Facebook landen lassen... da sind wir manchmal deutlich schneller als hier beim langen Text. Es lohnt sich also, da ab und an mal zu schauen. Es gab Herzen aus Sandteig, welche aus Mandelknusper und aus Eiskonfekt... dazu dann den wirklich leckeren Punsch... UND... die Erkenntnis, dass es mal wieder nicht für alles ein Rezept geben muss und Freestyle irgendwie unser Ding ist. Vielleicht können wir euch ja Stück für Stück da auch infizieren... es macht die Dinge einfacher...wie im richtigen Leben eben auch.

Hier also dann die Erklärungen zu unseren herzerwärmenden Ideen, die Fotos drunter in der Galerie.

Herzen aus Eiskonfekt
Das Rezept zum Konfekt steht bereits in der Rezeptliste und im vorhergehenden Blogbeitrag... Eiskonfektmasse einfach in irgendeine beliebige Silikonform mit Herzen füllen... nicht zu groß, sonst wird’s viel im Mund... Dann ab nach draußen, wenn’s so kalt ist wie im Moment (-12 gerade) oder eben in den Tiefkühler... Rausholen, wenn alles schön fest ist und dann etwas Zeit geben. Wie dir Herzen rosa/weiß werden, verraten wir in der Osterbeilage vom Backbuch, das demnächst in die Neuauflage geht.

Sandteigherzen
Nehmt ein beliebiges Rezept für Sandteig, dazu Lebensmittelfarbe (die es mittlerweile auch für jeden gibt (www.eatarainbow.de... keine Werbung, nur unbezahlter guter Tipp) Und schon wird‘s rosa. Ab in den Spritzbeutel damit und herzig auf‘s Blech.

Herzen aus Mandelcrunch
Mandelstifte oder gehackte Mandeln mit geschmolzener Schoki/Kuvertüre, gehackten Kokoschips und/oder gehackten Keksen/Amarettinis vermengen. Gewürze und weitere Zutaten (gehackte Trockenfrüchte, Reiscrispies, Haferflocken, Schokoldenstücken...) je nach Lust und Laune dazu und alla ab in eine Herzform. Kurz fest werden lassen und ab  in ein kleines Kästchen zum Verschenken, in die Brotdose, neben die Kaffeetasse... Wer mag, streicht die noch halbwegs flüssige Masse auf vorher vorbereitete dünne Herzen aus Schokolade (oder eben auch gekaufte) und verfeinert diese damit.

Fruchtpunsch
Wer gerade etwas länger draußen unterwegs ist, wird den Punsch als Stimmungsaufheller schätzen lernen... nicht wegen des Rums, der optional rein kann, mehr wegen der die Laune hebenden Wärme.
Auch hier geht alles, muss aber nicht... ein roter, nicht zu süßer Saft (z.B. Apfel mit Brombeere... hier ruhig auch Brombeeren in Apfelsaft erhitzen und dann ggf. durch ein Sieb geben) bildet die Basis. Aufgekocht, mit etwas Wasser gestreckt und durch einen Kräuter-oder Früchtetee eurer Wahl (bei uns Himbeertee... Teebeutel in den heißen Saft hängen) ergänzt, fehlt dann nur für den Wohlgeschmack etwas Himbeersirup (oder eben ein anderer, den ihr bestenfalls im letzten Sommer vorsorglich gekocht habt🙃), brauner Zucker oder etwas Honig, etwas Zitrone oder Orangensaft, ein paar Früchte (bei uns Himbeeren) und für die Erwachsenen ein wärmefördernder Schuss Rum 🙃 Dann ab damit in die Thermoskanne und raus gehts...

Croisants & Co.
Gefüllte Croissants (geschmolzene Schoki aufstreichen, Karamell und zerstoßene Amarettini drauf oder griechischer Yoghurt, Karamell, Bananen und Amarettini)... zusammenrollen, mit Eigelb bestreichen und ab in den Ofen... UND/ODER... den fertige Croissantteig in Kerzform ausstechen und mit Eigelb bestrichen mit in den Croissants in den Ofen geben. Die fertigen Herzen werden vor dem Servieren gestapelt... zwischen sie griechischer Joghurt mit Karamell oder Honig, etwas Crunch (Amarattini, Kokosraspel oder Kokoschips...) und einer Handvoll Blaubeeren oder Schokochips... Tut einfach auch hier, was eure Küche hergibt:)

So, das waren sie... die liebevollen kulinarischen Gesten des unter dem Stern der Liebe stehenden letzten Wochenendes🙃 Das nächste Wochenende kommt ja ganz bestimmt und nachher ist ja vorher... also zumindest gut aufheben, die Tipps und nicht zögern, zu experimentieren... deshalb gab es diesmal keine Mengenangaben... WIeviel wovon ist allein geschmacksabhängig und hat mit dem Gelingen so rein gar nix zu tun... Also traut euch und vielleicht kommt ja auch mal jemand, der es einfach nur verdient hat, in den Genuss einer dieser Ideen. Eine wunderschöne Woche für euch und genießt den letzten Schnee. wer weiß, ob VOR dem nächsten Schnee diesmal vielleicht dann doch wieder länger dauert oder der Frühling noch einer kurzen weiteren Schneephase die Chance gibt.