SAFRAN

Kleines Glück für Väter

Damit der freie Tag nicht in der Küche vergeht, hier ein ziemlich schnelles Rezept für eine kleine Leckerei, die zumindest hier der Mann im Haus als Dessert zu schätzen wüsste.
2 Männer als Vorkoster heute fanden das Glas mit Mousse sehr lecker.
Der Tag sorgte mit viel zu warmen Temperaturen dafür, dass die Gläser vor dem Kosten noch im Tiefkühler landeten, auch wenn das nicht so geplant war.
Und wie das eben so ist... am Ende war das genau richtig... man kann einen kurzen (etwa 1h?) Aufenthalt im Tiefkühler vor dem Essen nur empfehlen.

Wie Tonka und Safran gemeinsam in einem Dessert landen?
Man kann sich nicht entscheiden zwischen den Lieblingsgeschmäckern, die man gerade hat...
Tonkabohne bekommt Kakao und Rum zur Seite, der Safran darf pur bleiben.
Alles in allem braucht man maximal eine halbe Stunde ohne Kühlzeiten für alles und schiefgehen ist fast nicht möglich.
Und... macht genug davon und esst fleißig mit, liebe Mamas.😀

...eher mehr statt weniger?

Wir sind ja eh schon seit Ewigkeiten die Vertreter von MEHR statt WENIGER... also Butter statt Margarine, Quark statt Magerquark, Zucker statt Erythrit (Habt ihr gewusst, dass Hundebesitzer mit verfressenen Hunden diese in Gefahr bringen, wenn die sich mal wieder den Kuchen klauen, obwohl man eigentlich mittlerweile alles hundesicher  wegräumt? Schon kleine Mengen des Zuckerersatzes reichen, um keinen Dieb mehr im Hause zu haben. Von herkömmlichen Lebensmitteln weiß man in der Regel, was sie bewirken...aber von der ganzen Riege der Ersatzstoffe??) ...und so weiter.

Wir sind also keine Ersetzer oder Sparer an einer Stelle, an der es keinen Sinn macht. Zugegeben... wenn ich irgendwas Tolles aus dem Ofen hole, dann tatsächlich mit jemandem teilen möchte, den ich mag und dann die einzige Frage vor dem NEIn DANKE ist, ob Magerquark drin ist, dann macht mich das traurig.

Traurig für den anderen und auch prinzipiell. Selbstoptimierung hat uns ganz schön weit gebracht... wir sind stolz darauf, in die Hosen unserer Kinder zu passen, müssen uns nicht peinlich berührt abwenden, wenn wir nicht wissen, wo man die besten veganen Aufstriche bekommt und grillen natürlich Tofu. Alles im Sinne des guten Lebens, vergessend, dass Genuss zur Seelenhygiene gehört, ich mich sicher gut fühle, 10 kg weniger als noch vor einem halben Jahr zu wiegen, aber der Preis ein hoher ist. Denn dem Hochgefühl steht trotzdem entgegen, dass ich die kleinen Sünden mag und auch die Unsinnigkeit, die Dinge nicht mehr gegeneinander abzuwägen.

Was macht es für einen Sinn, sich mühevoll stundenlang in die Küche zu stellen und tolle Sachen zu zaubern, wenn ich die mit Ersatzsachen vollstopfe? Mal ehrlich... kennt ihr viele Menschen, die voller Genuss Vollkornnudeln essen? Ich habe erst kürzlich erlebt, das mich jemand, als ich ihm einen veganen Brotaufstrich (als Ersatz für das verpönte, meistverkaufte Haselnusscremeprodukt) empfahl, der aus nur 4 Zutaten bestand, tatsächlich fragte, ob das Zeugs alles regional wäre... Wie bitte soll das gehen? Vegan und regional sein, schmecken wie das ungesunde Original... jeder Pflanzendrink gehört unter solchen Gesichtspunkten auf die rote Liste... Soja, Reis... vielleicht schafft's das Klima irgendwann dahin, dass das im Garten wächst, aber bisher...

Also lange Rede kurzer Sinn... fangen wir doch endlich mal wieder das an zu tun, weshalb wir auf der Erde sind... unser Leben zu genießen.

ALLE LEBEWESEN AUSSER DEM MENSCHEN WISSEN, DASS DER HAUPTZWECK DES LEBENS DARIN BESTEHT, ES ZU GENIEßEN.
SAMUEL BUTLER

Einfach das tun, was auch drin steckt im gutem Essen... dem Körper das geben, was er in Maßen (und manchmal halt auch richtigen Augenblick)  gut verwerten kann und noch dazu unsere Seele pimpt. Zu Seele pimpen sollte irgendwann hoffentlich auch wieder gehören, sich nicht instagramlike verhalten zu haben, sondern einfach so zu essen, als wäre ich bei Oma zu Besuch. Warum gibt es denn diese ganzen Omarezepte... weil wir sie lieben und uns nach Aromen, Gerüchen und deren Konsistenzen sehnen. Und wenn ich den Aufwand des Backens betreibe, sollte ich mir dann nicht auch etwas gönnen und nicht wieder auf der Bremse stehen? Auch Seelenkost ist gesundes Essen.

Im Sinne desselben sind wir nun schon ein paar Tage übrigens unterwegs... dem der besonderen Aromen. Der Safran hat es in unser Herz geschafft... im Kopf  haben wir ihn alle im Zusammenhang mit Farbe... Es gibt da Backpulver mit Safran... (Safran steht dort in der Zutatenliste ganz hinten... was das bedeutet, weiß man sicher), aber ansonsten ist es für die, die nicht orientalisch kochen, eher Neuland. Auch wir mussten erstmal kosten und sehen, was Safran worin macht... erste Erkenntnis: Safran scheint die Fülle zu lieben. Ein kleines Safrantörtchen schafft es heute hier auf den Blog... aber nicht das mit Quark, sondern das mit Mascarpone. Das mit Quark war nicht übel... das mit Mascarpone hat dem teuren Gewürz aber viel, viel eher entsprochen und war unglaublich lecker. Ob es wirklich grundsätzlich so ist, kann man so schnell nicht sagen... wir müssen und herantasten an mögliche Kombinationen.

Dass uns das in die orientalische Küche führen wird, ist klar und vermutlich wird die das Experiment Gugl demnächst ablösen (nicht, dass es dann keine Gugl mehr gibt🙃). Aber um da backen zu wollen, fängt das an, wovor ich mich schon ein Weilchen drücke... es müssen ein paar Gewürze her. Mit Kardamom, mit dem es ja hier so einige Rezepte gibt, verträgt sich Safran perfekt. Er mag Birnen, offensichtlich auch Mango... und... Sahniges🙃 Deshalb hier heute ein Safrantörtchen, bei dem Sahniges und Fruchtiges eine Rolle spielen. Die Frucht sollte erst im Törtchen landen, aber irgendwann galt es zu entscheiden, ob mehr Gelatine im Fruchtmus das Mus nicht kaputt machen würde... aber ohne Gelatine kein Törtchen. Es blieb am Ende bei minimal Gelatine und der Frucht als Beilage (übrigens ein Weg, den man immer in Betracht ziehen kann, wenn man mit einer Zutat und deren Festigkeit Probleme hat...), einer wie sich herausstellt ohnehin besserer Entscheidung. Aber das konnte man vorher nicht wissen...

Also hier dann für euch der volle Genuss von Safran, Mascarpone und einem Fruchtmus aus Mango und Rhabarber. Dadurch, dass die Frucht nicht mit auf’s Törtchen und fest werden muss, ist es ein wirklich gut nachzubackendes Rezept und optisch wirklich sehr hübsch... was allerdings der nette Nebeneffekt ist. Kürzlich sagte jemand, Patisserie wäre einfach die Gelegenheit, schöne Deko zu machen. Aber was soll ich mit mühevoller Deko, die entweder so mächtig ist, dass man sie auf dem Teller liegen lässt oder so aufwändig, dass ich graue Haare dabei bekomme... Patisserie kann vor allem eines... das Spiel zwischen feinen Aromen und Konsistenzen.
Da beginnt es doch eigentlich spannend zu werden. Und wenn dann die Optik dazukommt... dann ist das wirkliche Patisserie. Eine, die die Überraschung erst beim Essen entstehen lassen, weil ein einfaches Küchlein plötzlich ein unglaubliches Inneres bekommt oder die Glasur nicht einfach nur irgendeine war, die dem Trend entsprechend aussieht, sondern dem Backwerk das I-Tüpfelchen in Konsisten  und Geschmack aufsetzt.
Also doch vielleicht eher von innen nach außen. So ein bisschen wie im richtigen Leben... da entpuppen sich auch sehr oft die unscheinbaren Dinge als Wunder.

In dem Sinne... probiert euch mal aus am Thema Safran... wer langsam und vorsichtig antesten will, versucht es ja vielleicht mit dem Eis... das wandert auch in die Rezeptübersicht und ist eigentlich purer Safrangeschmack, sodass man gut entscheiden kann, ob man den mag oder nicht so sehr. Wir jedenfalls sind begeistert davon, wie sich das Thema entwickelt.