In Memoriam

Larry Tesler, dem Erfinder der Zwischenablage. Kopiert, eingesetzt, Arbeit gespart: copy & paste.
Er hatte in den 70er Jahren im kalifornischen Palo Alto den genialen Einfall, der uns allen noch heute das Leben leicht macht und von Apple salonfähig gemacht wurde.

Und trotzdem ist nichts so gut wie das Original...

Das brachte uns auf die Idee, dass copy & paste so ein wirklich gutes Thema ist und nicht nur im virtuellen Lebe.n durchaus vereinfachend wirkt, wenn auch nicht immer zur Freude aller Beteiligten. Wer kreativ unterwegs ist, egal ob im Handwerklichen, beim Texten, Fotografieren, Ideen erdenken... der wird das kennen. Man arbeitet an etwas, setzt sich gegen allerlei Vorbehalte durch, bleibt dran, kämpft gegen Zweifel und die eigenen Ansprüche. Wenn man lang genug durchhält (manchmal aber auch einfach so... in einem genialen Moment), begeistert man dann plötzlich irgendwann mit seiner Idee, seinem Produkt... Und da tauchen sie auf... die copy-and-paster.

Man hat dann eigentlich nur zwei Möglichkeiten... allen erzählen, dass man der erste war (...der man aber ganz sicher eh nicht war, denn das Fahrrad kann nicht zweimal erfunden werden und meistens wissen wir nur nicht, dass jemand vor uns schonmal dasselbe gedacht hat. Meine alte Nachbarin hat immer gesagt...das hatten wir alles früher schonmal.:)) oder man besinnt sich ganz schnell wieder auf das, was man gut kann...nämlich Ideen haben.
Das ist es nämlich, was copy-and-paste ausmacht... man braucht etwas, was man kopieren kann und die, die das erdenken.

Also seid stolz darauf, wenn euch eine Idee geklaut wird... eine zeitlang haben eine Freundin und ich immer darauf gewartet, dass unsere Copy-und-Paster aktiv wurden, weil wir wussten, dass wir eine Idee gehabt hatten, die auch ihnen gefallen wird. Ärgern hat nix gebracht, also haben wir uns auf das konzentriert, was wir am besten konnten... entspannt weiterdenken, neues tun und stolz sein, dass unsere Idee mal wieder gut genug war, um geklaut zu werden.

Und genauso halte ich es noch immer. Genaugenommen ist jedes Foto aus einer Bilddatenbank, das man nutzt, Ideenklau und das, was man damit macht, nur eine Art Kopie... Wichtig ist also, was man daraus macht und wenn es gut ist, dann hat copy-and-paste ja sogar einen Sinn gehabt und inspiriert:) Und was ist schlimm daran, inspirierend zu sein...? Man sollte sich nicht fürchten müssen, Ideen in die Welt zu tragen, beginnen, sich abzusichern (was ohnenhin nie wirklich gelingen kann, wenn man nicht will, dass man sich mehr mit Absicherung beschäftigt als mit der Sache, die man gut kann) und sich selbst auf den Füßen zu stehen.
Wenn ihr wirklich gut seid, dann bleiben sie eh besonders und nicht wirklich klaubar...

Liebt es, mit copy-and-paste zu leben, wie es auch dessen Erfinder gemacht hat und gebt etwas von dem, was euch mit einer Idee glücklich macht, an den ab, der sie gehabt hat... also spendiert denen, die ihre Fotos in Datenbanken kostenlos zur Verfügung stellen, einen Kaffee, erwähnt Quellen wenn möglich und versucht, bei all dem ihr selbst zu sein.

Dann ist das neu erfundene Fahrrad dann ja vielleicht doch möglich und aus copy-and-paste wird etwas ganz und gar Neues:)

In dem Sinne...tobt euch kreativ aus an einem Rezept, das auch irgendwie geklaut ist:), denn wir haben die gute alte Eierschecke von Oma verwendet und mit dem wundervollen Karamellguss in abgewandelter Form der Tarte tartin abgeschaut. Herausgekommen sind fluffig leichte Küchlein, die unkompliziert gebacken sind und eigentlich immer gelingen sollten, es sei denn, man hat nicht genug Geduld, sie abkühlen zu lassen... Es wäre uns eine Ehre, würdet ihr sie immer wieder machen wollen. Ein Hoch auf den copy-and-paste-Erfinder Larry.

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