... für den Gedankenschubser

Wir haben heute die Wahl und man kann nur hoffen, dass sich, egal, wie die Mehrheit entscheidet, sich die Mehrheit an Coco Chanels Worte erinnert.
Ich habe lange überlegt, ob ich das hier schreibe, aber in den letzten Tagen gab es immer wieder Berichte, die sich auch mit meinen Erfahrungen decken. Wir haben die Wahl, aber vermutlich bis heute weiß ein nicht unwesentlicher Teil Erwachsener nicht, wie er sich entscheiden soll.

Wie auch, wenn man sich zwischen Übeln entscheiden muss und... dass keiner die Tatsache,, dass offiziell 25% der Wahlberechtigten noch unentschlossen sind, ernst nimmt. Stattdessen stellen sich Politiker, die Bundeskanzler werden wollen, hin und erklären, dass man bestimmte Parteien nicht wählen solle, weil man selbst mit ihnen nix zu tun haben wolle... es handelte sich dabei im Übrigen nicht um die AfD, auch wenn man das hier gleich denken wolle.

Aber geht es am Ende nicht darum, was für uns alle gut wäre, darum, ein Ziel zu haben, das für alle gleichermassen gut ist und weniger darum, was ein einzelner Politiker nicht will? Was für ein Kindergarten... nein... mit dem will ich nicht spielen?

Das Gefühl, die Wahl zu haben, haben vermutlich so wie ich ohnehin die wenigsten.
Es ist ein wenig wie Schrottwichteln... man weiß nicht, was man bekommt und wenn ja, dann irgendwas, was andere aus gutem Grund nicht wollten... ob ich es will... keine Ahnung.

Die, die groß genug sind, haben sich nicht mit Ruhm bekleckert, kleine Diverslinge haben keine wirkliche Chance, ihre Gedanken zum Tragen zu bringen, weil das Ende der Fahnenstange in schönen und weniger schönen Farbkombis endet. Mal ehrlich... möchtet ihr mit einem Nachbarn, den ihr nicht mögt, zusammensitzen und beschließen, wie euer beider Grundstücke aussehen sollen? Oder wie soll eine Suppe gelingen, in die mehrere Köche sich komplett ausschließende Komponenten werfen? Und wie will man sich einigen, wann diese fertig ist?

Dass all diese Szenarien völlig sinnfrei sind, ist zumindest denen, die es schon länger mit Coco halten, aufgegangen. Einen Plan B gibt es nicht. Ehrlich gesagt bedürfte ein eventueller Plan B auch Mut, Optimismus und gegenseitige Achtung. Für mich hieße ein Plan B, die Dinge, die für die Mehrheit der Menschen von unbedingter Bedeutung sind, auf einen sinnvollen gemeinsamen Nenner zu bringen OHNE persönlichen Nutzen daraus ziehen zu können. Das hieße... ich hätte die Wahl, einem Menschen oder einer Partei mein Vertrauen zu schenken, der versteht, dass jeder Mensch andere Bedürfnisse hat und er mit einer Wahl die Verpflichtung, diese grundlegend sicherzustellen... ob das Lebenskonzept dieser Menschen für mich in diesem Fall nachvollziehbar ist, sollte keine Rolle spielen.

Und... all die Dinge, die sich nicht grundlegend regeln lassen, sind vielleicht ja auch schlichtweg überreguliert und haben ihren Zweck in purer Sucht nach Macht?

Leben und leben lassen... das wäre aus meiner Sicht ein wunderbares Konzept für ein... dann vielleicht ja auch endlich verantwortungsbewusstes Miteinander, bei dem sich auch keiner mehr hinter sinnlosen Regularien verstecken kann, keiner sein Grundanliegen darin sieht, besser als der andere zu sein und seinem Leben nur Wert gibt, wenn andere ihn wertvoll machen.

Insofern... es gab hunderte Küchentischgespräche in den letzten Wochen... geendet haben alle in großer Ratlosigkeit, um nicht zu sagen, Mutlosigkeit. Und die Verantwortung dafür  hat zuallererst jeder Einzelne von uns auf dem Tisch... Ein bisschen weniger Bauchnabelschau und mehr Sympathie und vor allem Ehrlichkeit für die um uns herum wäre hilfreich. Solange es uns im Kleinen schon nur um uns selbst geht (leider immer noch die Mehrheit der Menschen), kann man fast nicht erwarten, dass diese Menschen, gelangen sie an mehr Befugnisse, dieses Bedürfnis noch entwickeln. Das Ergebnis haben wir heute als nicht zu lösende Gleichung vor uns.

Wenn ich mir eines wünschen könnte, dann wäre es zumindest ein Ausrufezeichen, das jeder wahrnimmt und nicht morgen schon wieder zwischen Kleinkram... persönlicher wie politischer Natur... verschwindet. Wenn wir eines nicht abgeben können, dann ist es jeden Tag wieder eine ganz persönliche Verantwortung, die aber eben auch heißt, klar zu sagen, wo man steht und das alles dann auch mit Leben zu füllen.

Und sollte das Ganze heute mächtig in die Hose gehen, dann haben wir vielleicht ja dann wenigstens genug Zeit, diese Lektion zu lernen. Auch wieder jeder für uns und in seinem eigenen kleinen Umkreis, nicht nur am Wahltag.

Machen wir das Beste daraus...🙃

 

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