...Bücher

Mit den ersten E-Readern kamen auch die ersten Zweifel auf, wie lange das Buch wohl noch durchhalten würde...

Keiner hätte damals wohl unterschrieben, dass es die E-Reader waren, die viel eher fraglich werden würden, denn das Buch hält sich und statt e-Reader haben Podcast und Hörbuch den nicht-papiernen Markt  belegt.
Vielleicht ticken wir ja bei Büchern noch ebenso, wie wir verträumte Augen bekommen, wenn wir eine Backstube betreten und es nach wirklich frisch Gebackenem riecht oder an Weihnachten wichtig ist, dass die Dinge unser Zuhause schmücken, die es immer schon taten oder immer mehr Menschen sich nach Ursprünglichem sehnen und deshalb wieder gärtnern, nähen, stricken...?

Sollte das alles auf Kindheitserfahrungen beruhen, werden viele dieser Dinge es in den kommenden Jahren verschwinden, weil sie weder gepflegt (oftmals ist hier die Zeit eine Ausrede, was nur begrenzt stimmt, wenn man ehrlich zu sich selbst ist... da kommt eher  das Ausgelaugtsein durch die Fülle der Dinge um uns herum als Grund infrage) noch als Lebensweise weitergegeben werden.
Die, die Traditionen weitergeben könnten, ziehen ins  Pflegeheim, sobald sie alt genug sind, manche Dinge nicht mehr allein zu können, anstatt wir nachdenken, dass es für die ganze Familie vielleicht sogar einfacher würde, dieses Konzept zu überdenken... Geschichten gehen verloren, weil sie keiner mehr erzählen oder hören kann...

Und vieles ist einfach nicht mehr IN. Absurderweise bezahlen Menschen für Coachings, in denen grundlegende Dinge getan werden, die den Kopf frei machen sollen... die  allerdings ganz schlicht zum Alltag gehören könnten, wenn sie nur nicht so gnadenlos unmodern wären, sodass nur das Siegel Gesundheit, Burn Out Prävention oder ein Influencer sie noch alltagstauglich machen.
Holz hacken, eine Wiese sensen (die vom alten Nachbarn, der die Sense im Schuppen hat, aber nicht mehr sensen kann?), Kräuter selber anbauen, anstatt sie im Kräutertopf zu kaufen, der eh nach 4 Wochen dahin ist, im Wald spazieren gehen, ohne dass das WALDBADEN heisst und wir sogar kapieren, dass wir auch ohne Coach riechen könnten, über Moos laufen oder einen Baum umarmen... Die Ratgeber sind voll davon, die Hilfsmittel vielfältig und gut  im Angebot... aber da bleiben viele ABER.

Wir sind wie wir sind und vielleicht ist dieses leichte Verwirrtsein ja gut für Dinge wie die Bücher, die uns dann doch immer wieder ohne großesTamtam erden und deshalb bleiben dürfen, was sie sind.

Denn wer wird nicht spätestens dann schwach, wenn er in einem Bücherladen sitzt, einen Stapel Bücher um sich, aus dem er entscheiden darf/muss, welche mit nach Hause wandern... Man nimmt immer eine kleine andere Welt mit nach Hause, egal, ob es ein technischer Ratgeber ist, ein Kochbuch, etwas Lebensweises, ein erholsamer Kitschroman oder ein Kinderbuch, mit dem man sich zusammen mit den Kindern am Abend oder an verregneten Tagen zusammenkuscheln und vorlesen kann. Wenn ich es schaffe, nicht schon vor dem Bett halb  eingeschlafen zu sein und rechtzeitig das Bett mit Buch erreiche, dann fühlt sich das immer wie eine kleine Auszeit an und Schäfchenzählen erübrigt sich komplett... Gibt es das eigentlich als Einschlaftipp? (Nein... ich habe eben gegoogelt...gibt es nicht oder zu wenig...)

Wie Bücher sogar nachhaltig werden...
Von einer wunderbaren Idee, sich Bücher immer wieder zulegen zu können, aber nicht das Problem zu haben, die, bei denen einmalige Nutzung genügt, nicht wegwerfen zu können, habe ich gestern gehört.
(Ein Gedanke anbei: ich habe noch nie jemanden getroffen, der ohne weiteres Bücher wegwerfen kann... wie sich das als Wert erhält, sollte man erforschen und auf vielen anderen Gebieten einsetzen!!)

In Mülsen (bei Zwickau) wandern Bücher in einen Bücherwagen... sozusagen eine Bibliothek ohne Verleihregeln. Die einzige Regel ist  die Freude am Buch. Man kann sie dort lesen, mitnehmen, weiterverschenken, wieder zurückbringen, weitere dazulegen... und mit Menschen einen Schwatz halten, die eben auch da sind...
Das wird nicht zuletzt an der gnadenlos romantische Lage des Bücherwagens liegen, wie man auf den Fotos sieht... Und trotzdem braucht es jemanden, der sich die Mühe macht, für andere Bücherregale zu bauen, sich um einen Standort zu kümmern  und ab und an auch die Zeit nimmt, mit denen, die den Wagen nutzen, ein Gespräch zuführen... für nichts außer der Freude an der Idee.

Vereinzelt gibt es auch Bushäusschen mit Buchangebot, das Wartende nutzen können und viele Geschäfte haben Büchertruhen, in die Bücher wandern, die ein neues Zuhause suchen. Ein bisschen weniger Wegwerfmentalität, die uns allen gut tut.

PS:
Noch mehr Nachhaltiges...

Kürzlich habe ich von Supermärkten gelesen, in denen Beutel zur Verfügung stehen, in die man seine Einkäufe packen kann, wenn man seinen vergessen hat. Also Stoffbeutel, die weniger den Anspruch haben, stylisch zu sein, als die Einkäufe gut nach Hause zu bringen und an Ständern am Eingang der Märkte stehen.  An diesen hängt man dann beim nächsten Einkauf den Beutel zurück oder vielleicht auch einen, der eh übrig ist und allen ist geholfen:))...

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

siebzehn − 15 =