Was mit will, kommt rein...
Mitten im kopfbefreiten Kochboxtesten landet meine Lieblingsbackform in meinen Händen... uralt, aus Keramik und schon mit einigen Schrammen versehen. Die ersten Kuchen rochen dann beim Backen auch noch kräftig nach Dachboden (schmeckten aber gottseidank nicht so), aber mittlerweile hat sie sich akklimatisiert.

Mitten im Herbst, der nun nicht mehr schönzureden ist, habe ich diese Form in der Hand und das Bedürfnis, einen wunderbaren Gugl zu backen, der irgendwie zu diesem Herbsttag passt... Weißweingugl ist schnell im Kopf und zwecks Inspiration das Internet befragt... vielleicht gibt's da noch eine Idee, die mir noch gar nicht gekommen ist... Google spuckt Thüringen-verzaubert.de aus und ich lande auf unserem eigenen Blog. 🙃 Den Weißweingugl gibts nämlich als Backmischung. Also Griff zum Bewährten, denn das Rezept war wirklich superlecker. Aber satt vom reinen Kochen nach Rezept passiert gottseidank mitten im Backen das, was einfach nur dann passiert, wenn man sich treiben lässt und dieses Flow-Ding passieren darf.

Da liegen im Garten noch die restlichen Äpfel vom Mosten und Apfelgelee würde ich eh gern machen. Nur braucht der wiederum einen Grund, denn bei Nicht-Frühstückern wird der auch schnell mal schlecht, ehe er gegessen werden kann. Da kommt der Gugl gerade recht... ob Apfel zum süßen Gugl passt? Keine Ahnung... aber es fühlt sich gut an... also ran an die Äpfel und den Gelee.

Und weil später dann noch Walnüsse ins Spiel kommen und der Weißwein eh geöffnet ist, passiert es, dass der Kuchen auch noch Nüsse im Teig bekommt und Weißweincreme den Apfelgelee bedecken darf. Damit ist dann zwar die schöne Guglform aus dem Rennen, weil die sich für die Creme nicht wirklich gut eignet... aber mein Magen freut sich schon so unbändig auf den Kuchen und ich kann die Finger nicht vom Teig lassen.

Dieses Gefühl hat mir die letzten Tage einfach nur gefehlt. Dieses Treiben lassen und sehen, was sich entwickelt und worauf mein Magen Lust hat. Nicht wenige glauben übrigens, dass der Körper eine Art Selbstregularium hat und man verstärkt auf Dinge aus ist, die der Körper gerade auch braucht (gilt natürlich für einen halbwegs sinnvollen Lebensstil, nicht das Bier um 10 Uhr morgens...).
Sicherhalbsweise schaltet sich der Kopf ein und warnt, das mit der Creme zu lasch anzugehen... da ist Alkohol drin und da ist es mit der Festigkeit immer so eine Sache der Zeit, es sei denn, man erhöht den Anteil Gelatine, was ich nicht wollte. Also Kuchen ausgekühlt, Apfelgelee auch und dann die zu gelieren beginnende Creme auf den Kuchen und ab damit zur Nachtruhe in den Kühlschrank. Morgens dann unter normalen Zimmertemperaturen etwas ankommen lassen (kalt schmeckt man nur wenig vom Aroma) und der Sonntagskuchen war perfekt mitten am Sonntag startbereit.

Und was soll ich sagen... meine kuchengeplagte Familie schien leise begeistert, gabelte ihn gleich direkt vom großen Kuchenteller weg und empfahl ihn sogar zufällig hereinschneienden Freunden zum Probieren.... also offensichtlich hatte es funktioniert... das Ding mit den Nüssen, dem Apfelgelee und der Creme. Und mein testgeplagtes Gehirn hatte seine verdiente Auszeit. Hier also wieder, sicher zum unzähligsten Male unser Rat... nehmt nicht alles zu bitterernst, erweitert und verändert unsere Rezepte so, wie es euch gefällt... macht eures draus und backt euch glücklich.

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