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Die Tage dazwischen

Inmitten tausender andere Dinge, die einen manchmal seltsam abwesend werden lassen, ist es Sommer geworden. Erst, hat es uns wieder plötzlich überrollt und weder Mensch noch Tier konnten so richtig aushalten, was passiert.  Jetzt mittendrin ist Pause... wohltuend.

Wohltuend aus mehrerlei Gründen... der Kopf kocht nicht bei jedem Gedanken, den Körper strengt nicht jeder Schritt an und... nix muss, alles kann. Denn nur, wer wirklich will, muss sich jetzt gerade Ziele setzen, alle anderen dürfen sie vertagen... auf die Tage danach, ohne grau und nass. Wir haben beschlossen, es schön zu finden. Ruhiger sein zu können, nicht zu müssen, den Tag nach einem Rhythmus gestalten zu dürfen, der zu den Aufgaben passt und nicht schon früh 8 Uhr alles abgearbeitet haben zu müssen, was man sonst nur schwitznass oder gar nicht schafft. Und nicht nur in uns ist Ruhe eingekehrt... auch draussen. Es ist ein bisschen, als wäre eine Glocke über alles gestülpt, die den Tag abdämpft. Die Natur bekommt wieder Luft (und unser gerade umgesetzte Baum ist doch noch gerettet... juhu!!) und dankt es uns mit einer wirklich erholsamen Atmosphäre. Durch die Wiesen laufen bringt einem gleichzeitig eine Kneippkur ein, die Blumen für die Küche fallen einem förmlich in die Hände, weil es überall Bunt gibt und schöner, langsamer Landregen sorgt dafür, dass nicht nur die Seele zur Ruhe kommt (also Regen-Einschlaf-App abschalten, Fenster auf und entspannen:))

Es ist vielleicht nicht das, was man sich von Ende Juni erhofft, aber gefühlt dasselbe, als würde ich mich ein paar Tage von der Welt abmelden... von den Dingen, die zu tun sind, den sozialen Medien, den Aufgaben... Natürlich liegen die ebenso an wie an jedem anderen Tag, aber dadurch, dass manches einfach nicht geht, haben wir fast wieder ein paar Tage Pause gewonnen. Warum man sich ein wenig schwer damit tut, wenn draussen das Leben wie verrückt läuft, man dabei sein und nichts verpassen will, bleibt ein Ding für sich. Alles einfach mal sein lassen, wie es ist und sich zu fragen, warum man eigentlich glaubt, dass muss, was muss... das scheint den wenigsten mühelos zu gelingen.

Nun hat sich eben die Wetterfee erbarmt und ein schönen, leicht vor sich hintröpfelnden Regen und kühlere Temperaturen geschickt
Und im Kopf und überhaupt ist Platz für all das dazwischen... Ich kann plötzlich wieder atmen und fühle mich nicht mehr wie 100, wenn ich eine Ladung Sand vom Auto schippe. Davor, mit den Hunden draußen herumzurennen, gruselt es mich manchmal leise und ich überlege, ob ich schnell in eine Regenpause springe und es "hinter mich bringe". Was für ein Unsinn, denn wie letzten Jahre gezeigt haben, war kein einziger Spaziergang je blöd und es ist anzunehmen, dass es auch diese (nassen) nicht werden würden.

Also Stiefel an, raus und den Regen einfach auf den Kopf rieseln lassen.
Die Hundeleine quietscht jedesmal, wenn der Große mit seinen dicken Pfoten drauftritt, am hüfthohen Rapsfeld entlang fühlt es sich kurz nach Kneippkur an, weil von jetzt auf nachher alles bis zur Körpermitte komplett durchgeweicht ist und das Wasser an den Hosen herunter in die Stiefel läuft. Jetzt schmatzt es bei jedem Schritt:) Als ich es geschafft habe, nicht mehr über Wetter nachzudenken, bleibt Luft dafür zu sehen, wie schön alles um mich herum aussieht und welches unglaubliche Glück es ist, solche Momente zu haben.

Es ist so wenig, was sich immer am schönsten anfühlt... vielleicht, weil man überrascht ist, dass es gar keine Mühe bereitet hat, diesen Moment erleben zu können oder man (eigentlich) genau das Gegenteil erwartet hat? Heißt das nicht auch, dass wir uns einen Haufen dieser kleinen Glückshüpfer verdrücken mit Annahmen, die eben nur Annahmen sind und in Wirklichkeit auch ganz anders sein können, eben weil jeder Moment, jeder Mensch und jede Konstellation anders ist? Dann nehmen wir doch einfach mal an, dass alles irgendwie in Ordnung so ist, wie es ist (also auch ein paar graue Tage nicht schlecht sind) und Grauzonen deutlich was haben:)) Und nebenbei relativiert sich auch vieles andere.

Machts euch einfach schön, mit dem was ist, denn zwischen Schwarz und Weiss... inmitten der grauen Zeit, hockt ja vielleicht das, worauf es eigentlich ankommt und weil nicht so perfekt plan- und machbar, sind es vielleicht die kleinen Momente, die mehr Beachtung finden.
Ich mag es, in Ruhe da draussen zu sein, ohne vor zu viel (Sonne, Eiseskälte, zu viele Menschen...) wegrennen zu müssen und freu mich auf das Gefühl, vermutlich doch pitschnass vom Erdbeerfeld zu kommen, auch wenn mich der Gedanke eben doch leise gruselt. Aber die Gefühle, die einem danach erwarten sind um Längen besser als jeder perfekt durchgetaktete Sommertag oder schnell mal reingestopfte Kurzurlaub oder was immer man auch macht, um den Sommer aus vollen Zügen "zu genießen".

Achso...verregnete Tage bringen natürlich auch Zeit für ein paar Dinge mit sich... in unserem Fall waren es kleine grüne Köstlichkeiten, die aus dem Ofen gepurzelt sind, weil ich ungemein Appetit auf diese Kokosriegel hatte, bei denen es vor allem die Kombi aus knackiger Schokolade und weichem, saftigen Inneren sind, die einen schon beim gedanken daran hungrig machen... Riegel gabs nicht und die Schoki aussen wird erfahrungsgemäss beim nachgemachten Riegel eben doch nicht so wie beim Original... also gab es keinen Versuch, Riegel zu produzieren, dafür aber Schoko-Kokos-Muffins in der Miniversion. Das Rezept packen wir gleich hier rein... ihr solltet sie in Papierförmchen packen, weil sie ggf. zu feucht sind, um gut zu halten, wenn man sie aus einer anderen Form kippt. Und... sie sollten klein sein, weil sie doch sehr nahrhaft sind. (Ich vermute auch, sie schmecken einfach besser, wenn sie klein sind.) Bei uns ist am Ende Kokoslikör drin gelandet... ersetzt den ruhig durch Kokossirup, wenn ihr den nicht mögt.

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