zum Rezept springen

Wir und die anderen

Irgendwann war das mal so. Man hat mal wieder was backen wollen und hat dazu in die Sammlung der Backbücher oder Backzeitschriften gegriffen, geschaut, worauf der Magen so Lust hat und was der Anlass ggf. hergibt... und hat gemacht.

Mal war das Ergebnis toll, mal nicht so... ob man sich einfach was anderes vorgestellt hatte oder das Rezept nicht funktioniert hat, spielte auch keine so richtige Rolle, weil es in dem Stadium einfach auch nicht wichtig war zu verstehen, warum manche Dinge wie sind... deshalb gibt ja Rezepte. Dass das manchmal fatal werden kann, dazu später...

Auf jeden Fall gab es vor kurzem eines dieser Telefongespräche, das so oft zu einem Post führt bei uns und es fiel der schöne Begriff GUGL GOOGELN. Und schon war sie geboren... die Idee, Gugl einfach mal zu googeln und entweder genauso nachzubacken (man lernt ja auch nie aus) oder minimal mit einem persönlichen Touch zu versehen.

#guglgoogeln
Und genau das tun wir jetzt... zur Freude meiner Familie, die sich zwar immer über die vielen kleinteiligen Leckereien freut, aber manchmal einfach nur einen Rührkuchen will. Den bekommt sie jetzt. Öfter. Wir gucken ab bei anderen und teilen dann das Ergebnis dessen, was in unserer Backschüssel passiert ist, mit euch. Da wir längst nicht mehr rein nach Rezept backen und es eh nicht so mit den exakten Mengen haben (vieles muss auch wirklich gekostet und spontan entschieden werden🙃), ist das mal etwas ganz anderes. Kopf aus, Küchenmaschine an.

Zuerst passiert ist ist die NR.1... ein Nussgugl


Der war von Haus aus schon etwas besonders, weil die Zutaten sicher dem einen oder anderen gewöhnungsbedürftig erscheinen. Das Rezept stammt grundlegend aus dem Backbuch von Ankerkraut, Ich habe das wunderbare Set von Gewürzen samt Buch der lieben Doreen zu verdanken, die schon bei dem Gedanken, wie ich beim Auspacken hüpfe, tagelang unruhig war. Was nach dem Hüpfen passiert ist... ich habe alles wieder schön eingepackt und sorgsam tagelang nur ein und ausgepackt... einfach weil es so schön war🙃 Mittlerweile stehen die Gewürze ganz normal auf dem Schrank, die Geschenkverpackung ist zum Regal geworden und den Versuch, alles beim Alten zu belassen, unternehme ich nur noch beim Öffnen der Gläser... die Banderolen werden vorsichtig abgelöst und wieder drangeheftet, sodass man im Liegen kaum sieht, dass das eine oder andere Gewürzglas schon leerer wird🙃

Naja... und dann ist da ja noch das Buch, das man tausendmal blättern kann, ohne dass es hässlicher wird oder gar leer. Es hat klugerweise (für die Ankerkrautler) deutlich mehr Gewürze in den Rezepten, als mein Starterset hatte, das heißt, ich bin immer mal wieder auf Ankerkraut unterwegs, um die wirklich besonderen Mischungen dann doch noch zu erstehen. Die Mischung für den Gugl hatte das Set dabei... Muskatnuss.
Ja, ich war auch erst vorsichtig bei der Dosierung... allerdings merkt man beim Kosten des Teiges schnell, dass es nur entweder-oder gibt. Entweder man vertraut auf das Rezept und wirft wirklich 2 TL Muskat rein oder hat einen Gugl wie hundert andere. Und da direkt neben mir vom backen vorher noch ein Rest Skyr im Becher neben mir stand, der diese Woche sicher schlecht geworden wäre, habe ich den spontan gleich mit in die Rührschüssel gegeben (darüber sollten wir auch mal schreiben... Schüssel ist nicht gleich Schüssel. Ich verwende gerade viel Emaillegeschirr zum Zubereiten... da, wo jede andere Schüssel das Abwaschen zur Herausforderung macht, machen es einem die Emaillesachen einfach nur leicht und verderben einem nicht die Lust... aber mehr dazu wirklich mal in einem extra Post).

Der Kuchen wanderte in den Ofen und zum Abkühlen ins Kalte, genau richtig, um sich 2h später total vorbereitet zu fühlen, als spontan Gäste im Garten standen, die die Sonne rausgetrieben hatte. Der Geschmackstest wurde also auf gleich verschoben und das Nachdenken darüber, was am besten auf den Kuchen kommt, erledigte sich spontan aus Zeitgründen. Es wurde statt Puderzucker eine dicke Schicht Nougat... ohne alles, nur eben richtig schön dick. So, dass man nicht überlegen muss, welches Stück man sich aussuchen will, weil alle schön dick überzogen waren.

Noch ein Foto gemacht... für den Fall, dass der Kuchen wirklich toll schmeckt und er hier für euch aufgeschrieben werden soll. Dass das weise war, zeigt sich kurz darauf, denn er war 15min nach dem Anschnitt einfach weg. Das erübrigt die Frage, ob die Ankerkrautler ein gutes Rezept entwickelt haben und auch die, ob die zusätzlichen Zutaten, die so nebenbei mit hineingerieten, auch gut waren. Ja und ja... 🙃

Der Kuchen ist superfix gemacht, die meisten Zutaten hat man wirklich da und wer Ankerkraut nicht zuhause hat, nimmt einfach Muskat, so wie es im Gewürzregal steht. Aus Skyr kann auch Frischkäse werden oder Kefir, sicher auch Buttermilch und Joghurt. Wäre etwas anderes fast alle gewesen, hätte ich auch etwas anderes genommen. Nur Quark nimmt dem Kuchen das Fluffige, mein Bauchgefühl würde da nein sagen.

Das Rezept füge ich ganz unten an und packe es mit in die Rezeptübersicht... Fünf Sternchen für Muskat und Nüsse im Gugl und unsere absolute Empfehlung (für den Gugl und Ankerkraut ganz allgemein... übrigens unbezahlte Werbung an dieser Stelle... wir empfehlen nur etwas, was unserer Bäckerei einfach gut tut und wir selber nutzen. Es gibt in jedem Fall aber immer Alternativen, auf die wir auch verweisen, aber da der Gugl abgeguckt ist, sollte der Verweis auf das AnkerkrautBackbuch auch sein... schon allein der Fairness wegen.).

 MIT REZEPT ODER OHNE?
Ich hatte es zu Beginn erwähnt... die Frage, inwieweit man sich auf Anleitungen/Rezepte verlässt und was das ggf. nach sich zieht...

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass das man zunehmend für annähernd jede Tätigkeit eine Anleitung oder irgendein Tool findet. Was passiert ist, dass man die Dinge nur noch begrenzt versteht (verstehen muss), was aber parallel bedeutet, dass man bei Fragen hilflos wird. Oftmals wollen Verkäufer gar nicht, dass man ein Produkt versteht, weil dadurch sehr schnell Abhängigkeiten entstehen... wenn sie kaputt gehen, wenn man nur den EINEN Kundendienst konsultieren kann oder nur die Ersatzteile in einer bestimmten Spezifikation funktionieren, die man mit etwas Pech auch nur dann einbauen kann, wenn man sich auf der Website eines Anbieters registriert.. und so weiter.

Man erlebt das eigentlich fast täglich auf jedem Gebiet... was mache ich mit dem Sauerteigansatz von Anbieter A... funktioniert der genauso wie der, den Oma immer selbergemacht hat oder der aus der anderen Tüte... war das derselbe Anbieter, der nur ein neues Design hat oder ein anderer und auch die Verwendung ist anders? Ist es nicht der Sauerteig, dann ist es das Hundefutter, das ich bei vielen Anbietern in 18 oder 15kg-Säcken kaufen kann (also am Ende vermutlich oftmals dasselbe)... aber erst nach einem stundenlangen Onlinemarathon tue, weil jeder Anbieter die Angaben der wichtigsten Inhaltsstoffe anders notiert, weil jeder andere Futtermengen empfiehlt und, und, und...

Mir geht mein gesunder Menschenverstand manchmal etwas flöten und damit die Frage, worauf es mir eigentlich ankommt. Deshalb vielleicht aus Selbstschutz auch der Drang, Dinge selberzumachen, nicht alles bestellen 0der kaufen zu müssen oder zu verstehen, was was ist... Wisst ihr z.B. etwas mit Glukose anzufangen, wenn ihr in einem Rezept drüberstolpert? Oder könnt ihr die ggf. von allein einem Rezept hinzufügen, weil euch das sinnvoll erscheint (wie mir der Skyr beim Gugl), einfach weil ihr wisst, was sie bewirkt und wie man sie selbermachen kann??
(Glukose eignet sich für bestimmte Verwendungen gut, weil sie Gärung positiv beeinflusst... ist eine coole Zutat beim Pralinenmachen... ist einsetzbar bei Unverträglichkeiten oder als geschmacksneutraler Ersatz für Ahornsirup etc... UND... entsteht aus Wasser und Dextrose, wenn man beides zusammen zu Sirup kocht... dauert ca.15min und man hat einen Vorrat, der 2 Monate hält).

Das Ganze nur als ein Beispiel dafür, dass das reine Befolgen von Anleitungen, Tools und Rezepten nur dann schlau ist, wenn es schlauer macht... man also dahinterschaut, um es beim nächsten Mal vielleicht auf die eigene Art und Weise hinzubekommen oder zu merken, dass man etwas gar nicht braucht, weil man einen Weg B oder C kennt... dazu muss man aber eben wissen, worum es bei der Sache geht, die einen gerade beschäftigt. Für mich ist das ganz klar nach dem heutigen Gugl die Erkenntnis, dass Muskatnuss mit ins Labor meiner Backzutaten (im Kopf) kommt und wenn es sich das nächste Mal beim Backen richtig anfühlt, mit auf die Zutatenliste. Und wer weiß, was das dann so gibt... ich vermute, in Käsekuchen ist Muskat auch ein Genuss... (und schon ist sie da, die neue...vage... Idee🙃) Ihr werdet sehen, was daraus wird... nach unserem #guglgoogeln Experiment.

Und hier das Rezept zum Gugl Nr.1:

...weitersagen (share this)

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