Ohne Stress
Das war es an diesem zweiten Tag... relativ stresslos, aber vermutlich, weil Samstag war. Ich hielt mich an den Rat meines Freundes... gut lesen, dann tun... also Zutaten zusammengesucht und los ging es: Mais und Kartoffelsalat.
Die Maiskolben waren riesig, alles sehr frisch und qualitativ toll... meine Familie voller Vorfreude, weil es wirklich gut roch,.. nach frisch geriebener Limettenschale. Die Maiskolben in der Pfanne hatten eine wunderbar gelb-braune Farbe, die Zutaten des Kartoffelsalates waren zu dem Zeitpunkt leider schon in Creme fraiche ertrunken... lecker, aber optisch kein Highlight.

Die übliche Kochzeit... 45 Minuten... also muss Hello Fresh-Tag dann doch immer einer sein, an dem 45 Minuten drin sind. Richtig gute Spaghetti mit selbergemachter Tomatensoße aus frischen Tomaten dauern bei uns maximal 20 Minuten... Zeit einsparen ist also definitiv bei Hello Fresh nicht das Thema. Vermutlich meint man im Werbeversprechen auch eher den Einkauf... den ich doch aber trotzdem habe, weil mein Leben irgendwie aus mehr als dieser einen Mahlzeit besteht (wäre ja vielleicht DIE Idee für Hello Fresh... das Ganztagsmenü inkl. Pausenbrote... geht bestimmt...😳).

Es läuft also vorerst gut im Vergleich zu Tag 1, ich überlege dennoch die ganze Zeit, warum sich kein wirkliches Wohlgefühl breitmacht... zu viel Vorurteile? Dann eben mal anders gedacht... was habe ich davon... Ja... alles sehr frisch, die Zutaten sind wirklich 1A, besser als im Supermarkt oft.
In der Zubereitung kann ich wenig Plus gegenüber einem herkömmlichen Rezept von Blogs oder Rezeptdatenbanken oder auch einem Kochbuch entdecken. Ich muss lesen, was die von mir wollen... immer wieder Zwischenschritte gehen. Bei einem Rezept klappt es besser als beim anderen.

Und was die Frage stresslos betrifft... ja... die Kiste für drei Tage entspannt mich halbwegs... zumindest, weil es draußen so kalt ist, dass die Zutaten für 3 Tage frisch bleiben können und ich es tatsächlich an drei aufeinanderfolgenden Tagen schaffe, sie zu kochen.
Ich vermute, einen Tag Pause könnte man sich im Sinne der Zutaten nicht leisten. (Kann man sich oftmals im Supermarkt natürlich auch nicht,.. aber da macht sich längst die Erkenntnis breit, dass öfter kleine Mengen kaufen die bessere Entscheidung ist... Man mag glauben, das wäre nicht ganz systemlos wegen der zu erwartenden Beikäufe... na, egal...) Aber eigentlich soll meine Kiste ja Überfluss in meiner Köche verhindern... Hier muss man sich also ganz mächtig kultivieren oder einfach nur 2 Tagesportionen bestellen... Aber dafür Paketdienst, Verpackung... in Kauf nehmen?

Bleibt der Stesslosfaktor Einkauf prinzipiell... ich hasse es, einzukaufen und noch mehr, mir am Wochenende Gedanken darüber zu machen, was ich an den nächsten Tagen essen will. Das fiel an diesem Wochenende weg... hurra. Und es war das, was mir so gute Laune beim Erhalt des Paketes gemacht hat.
Aber da ich nunmal ein Mensch bin, der schnell vergisst, was er die Tage zuvor gemacht hat, scheine ich vergessen zu haben, dass ich mir diese Gedanken natürlich auch bei Hello Fresh machen muss... nur eben VOR der Bestellung. Und zur Entspannung tragen die eintrudelnden Mails... noch 24h bis zur nächsten Bestellung... auch nicht bei. Also nix mit Plus.

Gut... Wohlgefühl begrenzt, mal sehen, was das Essen an Tag 2 schafft...
Maiskolben mit Kartoffelsalat

Ich mag Kartoffelsalat, Maiskolben abknabbern hat mich hingegen noch nie gereizt und der Abend wird zeigen, dass das nicht unbegründet ist. Sie sehen toll aus, auf einigen Stellen des Maiskolbens landet auch die tolle Limettenbutter... aber 20g Butter für zwei große Kolben sind doch einfach zu wenig... ich hätte zubuttern sollen... die Butter statt des Öls in die Pfanne werfen sollen und sie fett darin braten... war nicht vorgesehen... zu teuer für die Zutaten des Gerichts?? Und die Knabberei ist dann doch mehr Zeitvertreib denn essen... ich bin froh, dass der Kartoffelsalat wirklich reichlich ausfällt und die Lücken im Magen füllt, die der Maiskolben hinterlässt, Mein Freund hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits dem Experiment ergeben und mäkelt nicht mehr wegen der Menge.... der Geruch hatte ihm auch richtig Appetit gemacht.

Und noch eines wird mir klar... einfach mal auf ein Rezept klicken, das cool klingt und sich dieses Gericht ins Haus holen, ist unklug. Zutaten lesen und schauen, wie sie zum eigenen Essverhalten passen, ist wirklich ratsam. Das heißt, auch hier verliert ganz eindeutig der Stressless-Faktor. Ansonsten wird es wie Schulspeisung: man schaut, was es gibt und wenn’s nicht ist, dann weg damit auf den Biomüll. Aber das war ja nicht Sinn der Sache, schon gar nicht, bei 45min Zubereitungszeit.

Also Tag 2 erfolgreich geschafft, es sah nicht mehr aus wie ein Schlachtfeld, der Abfall in einigen Teilen vollkommen unsinnig (aber dazu am Ende der 3 Tage), aber doch in Maßen. Kartoffelsalat landete dann doch noch im Biomüll, weil keiner Kartoffelsalat ohne alles essen wollte... aber Kühlschrank war tabu... es war ja Hello Fresh-Tag. Im Restaurant bestellt man sich dann auch nicht schnell mal noch ein Rührei dazu.

Wie ist das eigentlich mit Ei... Eipulver? Das ist eine Frage, die mir gerade in den Kopf schießt und was ich herausfinden werde bis zum nächsten Post... ebenso: was ist, wenn ich mich vertue in der Bestellung. Onlinebestellungen darf man zurücksenden und bekommt den Preis erstattet. Geht das bei HelloFresh und fliegt dann der ganze Kram auch in den Müll? Muss er ja eigentlich...

Ich fürchte, man darf am Ende sich nicht so genau hinsehen, wenn es um Werbeversprechen geht. Nach dem Essen gibts dann noch schnell ein Stück vom frisch gebackenen Kuchen...  Äpfel gesammelt und gemostet, dann Gelee gekocht... ja, viel mehr Aufwand, als wenn ich den Saft (selbst Bio) kaufen würde... aber eben auch mehr Lust am Machen und Zufriedenheit, weil man sich um sich gekümmert hat.

Vielleicht haben sich meine Prioritäten mitten im Landleben verschoben, aber ich kann den scheinbar ökologisch wertvollen und gesunden Versuchen, hip zu sein, immer weniger abgewinnen und tendiere dazu, wirklich handmade zu leben... soweit das in ein normales Leben passt.

Das ist übrigens leichter als man denkt, man muss sich eigentlich nur darauf einlassen und Lust drauf entwickeln. Vor ein paar Jahren noch habe ich Flüssigseife in Spendern genutzt, die natürlich nach der Nutzung in den Müll flogen... manchmal nachgefüllt... aber auch da bleibt ja nur Müll. Also was soll das Umweltversprechen an der Stelle... Irgendwann saß dann jemand bei uns am Tisch, der Seifen herstellt. Seifen, die wie ein Kräutergarten rochen... Auch die Hände rochen noch stundenlang frisch und wenn sie einmal rundgewaschen waren, liegen sie angenehm in der Hand und Händewaschen wird ein wirklich tolles Ding.

Seitdem gab es nie wieder Flüssigseife, statt dessen immer wieder Neugier, wenn mal eine neue Seife ins Haus kommt, die übrigens auch viel länger hält. Und meist gibts ein paar Seifen mehr, die dann verschenkt werden...

Wir sollten uns Zeit nehmen, unser Leben an der einen oder anderen Stelle wirklich etwas klüger zu gestalten... vielleicht ist es das, weshalb ich diesen ganzen Test mache.

Heute Abend gibts Tortellini... ich bin mir nicht sicher, ob sie satt machen und habe vorsorglich eine weitere Packung gekauft. Eigentlich würde ich versuchen, sie selber zu machen, aber dafür reicht gerade die Zeit dann doch nicht... ich bin gespannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei × zwei =