...nicht nur, wenn's schnell gehen muss

Muss man der Mensch dafür sein oder kann man es lernen? Die Frage werden sich vermutlich alle beantworten können, die mit der "smart"Version Freestyle in Form unseres Backbuches konfrontiert werden.

Jeder, der das liest denkt sich jetzt sicher... sind die nicht bald mal damit fertig? Ja... fast... immer noch fast, denn es sind unzählige Überarbeitungen nötig, die man einem fertigen Buch überhaupt nicht ansieht. Da wir alles selbst machen...
*also Rezept denken
*verliebt in die Idee sein
*backen
*glücklich damit sein oder verwerfen und später neu backen
*in jedem Fall Fotos machen... bevor gegessen wird (egal, wie es schmeckt), weil aufgegessen ist dann eben aufgegessen
*dann überlegen, wie das mit den Mengen und überhaupt den Zutaten war
*das alles auf einem Zettel notieren, der auf den Stapel wandert, in dem auch welche schlummern, die keinen Hinweis darauf enthalten, was daraus wird
*später erschrocken feststellen, dass man das alles eigentlich ordentlich ins Backheft notieren wollte, ggf. auch posten und nix mehr findet... ebenso die Fotos, die sinnvollerweise irgendwie sortiert und beschriftet werden müssen
*und wenn das alles geschafft ist und entschieden, dass das Rezept ins Buch darf, muss es ins vorher in langen Stunden erdachte und immer wieder verworfene und neu gemachte Layout gepackt werden
*das wiederum durchläuft dann mehrere Durchgänge des Sortierens, Prüfens auf richtige Schriften, Schriftgrößen, Farben, Bearbeitens der Fotos und natürlich wieder Rezept Lesens, weil sich immer wieder Rezepte vermischen, Zutaten irgendwie abhanden gekommen sind oder die Arbeitsschritte nicht wirklich verstehen lassen und umgeschrieben werden müssen

Vermutlich ist das nur ein kleiner Teil dessen, was passiert, denn manches vergisst sich dann doch besser im Sinne schöner Erinnerungen:) Aber es erklärt, warum Freestyle und warum sich das Ganze immer wieder ein paar Tage verschiebt.

Und eigentlich sollte jetzt gerade mal der Kopf auf Null sein und kein neues Rezept eine Rolle spielen, aber dann rutscht Mittagshunger in den Tag und schon landet das nächste Küchlein im Ofen, weil alles mit Quark so herrlich fluffig lecker ist und die Seele so schön streichelt wie eine heiße Milch mitten in der Nacht als Kind, wenn man schlecht geträumt hat.
Und wenn dann ein Ast mit Birnen im Garten liegt und im Kühlschrank der letzte Rest Johannisbeeren darauf wartet, nicht schlecht zu werden, dann wird es eben Quark mit allem, was da so an Herbstfrüchten ins Haus gewandert ist und dem, was weg muss. Und es war lecker, wirklich.

Und weil's nur Mittagspause war, musste es noch dazu schnell gehen. Tat es alles. Quarkmischung gerührt, Früchte geraspelt und gemischt, was sonst noch so da war und ab in den Ofen... Das ist das, was im Backbuch, das nun wirklich fertig ist und probegedruckt werden darf (auch wenn der Einband gestern doch nochmal auf den Prüfstand gerutscht ist), mit Freestyle gemeint ist... man nimmt, was man hat und macht ggf. mit dem, was man aus bereits gebackenen Kuchen kennt, etwas Neues draus... weils weg muss, weil man irre Lust drauf hat oder auch mal nur aus Neugier... mit Glück freut man sich am Ende über das, was man da gemacht hat.

Natürlich gibt es Zutatenlisten, aber wer will schon sagen, ob die Birnen, die da im Garten lagen, in Kombination mit den übriggebliebenen Äpfeln und den Johannisberren samt Physalis Zucker brauchen oder nicht? Ob es sinnvoll ist, etwas Vanillezucker oder ein Gewürz hinzuzugeben? Hier einfach dem eigenen Geschmack zu vertrauen macht das Backen nicht nur einfacher, sondern auch überraschender und faszinierender. Man hat immer Lust auf mehr...

Hier aber erste einmal das wunderbare Quark-Herbstfrucht-Rezept... es geht wirklich wunderbar schnell. Ein bisschen warten lohnt sich, wenn man die Küchlein heil aus der Form bringen will, weil Quark direkt aus dem Ofen einfach nur wegfließt, aber lauwarm sollte man sie dennoch probieren... Am Tag danach sind sie fester (und auch noch lecker!), deshalb gibt es bei uns oft nur die kleinen Förmchen... dann sind sie weg, bevor sie fest werden können.
Lasst es euch schmecken und nutzt an Früchten, was so da ist. Bei uns haben sich übrigens noch ein paar Edelebereschen vom Moster dazwischengeschmuggelt... die Säure der Früchte macht sich wunderbar in Kombi mit dem süßen Quarkteig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

17 − 3 =