Wie misst man Kartoffeln in CO2

Ich bin kein Freund von CO2 als Maßeinheit, auch wenn das gerade IN ist und inflationär benutzt wird. Es ist, als würden wir ohne ökologischen Fußabdruck nicht begreifen können, dass es Dinge gibt, die unnötig sind. Es geht wie immer ums dabei sein...
Genaugenommen geht es aber um viel mehr und schon gar nicht Fussabdrücke, sondern schon allein darum, dass wir uns breiter machen auf dieser Erde, als man eigentlich sollte. Es ist, als würden wir permanent quer im Bett liegen, nur dass wir den nicht sehen, dem wir da dank Platzmangel den Schlaf rauben. Den Schlaf rauben, weil unser Übermaß Hunger verursacht... unsere Landwirtschaft sich so verändert, dass wir die Welt kaputt machen, Menschen hungern, obwohl ihre Länder Lebensmittel produzieren...halt nur nicht für sie und ihnen noch dazu die Gelegenheit genommen wird, selbst für sich zu sorgen... und über Tiere, die leiden und wiederum die Welt leiden lassen, ist da noch gar nicht geredet...

Egal in welcher Richtung man das Ganze betrachtet... auch ohne CO2-Fussabdrücke dürfte dem Letzten klar sein, dass wir das, was wir wirklich brauchen, etwas großräumiger betrachten müssen und Entscheidungen vielschichtiger sind, als wir es wirklich wahrnehmen. Vielleicht wäre genau das auch die Aufgabe der Schule... eine Generation zu erziehen,  die ihre Entscheidungen daran misst, was global und in vielerlei Zusammenhängen gesehen sinnvoll ist... Kinder also dazu zu befähigen zu entscheiden,  was sie konsumieren und was es bedeutet, wenn sie es tun. Nur so können wir das richtige Maß finden.

Vielleicht würde man dann an den Punkt kommen, zu überlegen, ob man sich für die Tomate aus Spanien entscheidet oder einfach wartet, bis sie hier auch wächst... ob man Avocados isst, nur weil es gerade in ist oder sie einfach auf die Liste der Dinge setzt, die man nur ab und an mal isst, weil sie unabhäng vom weiten Weg bis hierher unglaubliche Probleme verursachen... da, wo sie wachsen, also dort beispielsweise das Wasser knapp wird und alle Böden in Mitleidenschaft gezogen werden... Ist es das wirklich in jedem Fall wert?

In diesem Zusammenhang hat arte kürzlich ein interessantes Experiment ausgestrahlt... es ging darum, wie ich meinen Bedarf an landwirtschaftlicher Nutzfläche verringern kann, ohne mich riesig einschränken zu müssen und in zweiter Linie... wie kann es gelingen, ganzheitlicher zu denken und die Essgewohnheiten so umzustellen, dass Umwelt, Tiere und Erzeuger wieder eine faire Chance bekommen. Also das, was uns gerade jeden Tag entgegenschreit, aber irgendwie nur eine Worthülse zu sein scheint: für einander da sein. Für die Welt, in der wir nun einmal alle leben.

Einfach wieder klüger werden, Zusammenhänge begreifen, hinterfragen, neugieriger und kritischer werden... Und ganz nebenbei kommen auch Familien wieder ins Gespräch, denkt man quer und füreinander, Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dafür braucht's kein Friday für Future.

Ich kann sie sehr empfehlen...die 91min Gedankenanstoß: Anders Essen: das Experiment.
(hier auf arte.tv)

Und richtig gut wegkommen beim Experiment, das wird niemanden wundern, Obst und Gemüse direkt vor der Tür. In unseren Backofen kommt deshalb heute eines der Lieblingsgemüse der Deutschen: Kartoffeln... eigentlich der Alleskönner in Suppen, als Beilage, in Kuchen, Salaten,Waffeln...

Schaut in die Rezepte (Aus dem Ofen...) und probiert das wunderbare Kartoffelbrot oder verwandelt den gewohnten Guglhupf mit ein paar Kartoffeln in eine wunderbar saftige Angelegenheit. Toll, wenn die Kids kochen... Kartoffeln in den Waffelteig geben... so wird der hungrigste Teenie satt und mit Salat, einem coolen Dressing und nach Lust auch Käse ist ein Abendessen perfekt.

Wir sollten uns einfach öfter fragen, woher die Dinge kommen, die wir da auf unserem Einkaufszettel haben und ggf. einmal mehr einen Umweg einplanen zu Hofläden oder Feldverkäufen. Das ist nicht nur klug, sondern auch noch lecker und manchmal näher als der nächste Supermarkt.

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