Freestyle-Backen

Wir haben uns etwas rar gemacht, was klar mit dem Backbuch zu tun hat, das aber inhaltlich  nahezu fertig, mehrmals korrekturgelesen (danke an alle tapferen Leser ♥ ) ist und demnächst in den Probedruck geht. Für Blogbeiträge ist einfach wenig Hirn übrig, weil jeder Gedanke um Rezepte kreist und darum, was alles noch zu sagen gibt bei einem Backbuch, das viel Mit- und Hineindenken braucht und für "exakt-Rezept-Abarbeiter" schon eine Herausforderung darstellt.

Und genau in diesem Moment entsteht ein Rezept, voller Freestyle... wie das eben so ist. Eigentlich waren nur die Komponenten klar, also ein Kürbiskernteig aus einem Rezept, das ich gelesen hatte und Birnen, weil die schon ewig als Thema auf der to do Liste standen und mir ein Dessert über den Weg gelaufen war, das Birnen und Kardamom vereint... beides gerade so ziemlich meine Lieblinge.

Und: mit halbem Ohr zugehört aus einer Kochshow das Wort "Kürbiskerncrumble"...
Genug Trigger für ein Sonntagskuchenrezept und wenn der Teig klar ist und die Hauptzutaten im Haus,  kann es ja zumindest schon einmal losgehen. Machte es... und irgendwie schmuggelte sich mitten im Kürbiskernhacken dann noch Quark rein und der Crumble modifizierte stark und wurde zu karamellisierten Kürbiskernen. Amaretto war gar nicht geplant, fand seinen Weg ins Rezept nur, weil ich mich nicht durchringen konnte, Marzipan aufzulösen oder Bittermandelaroma in den Kuchen zu geben (was ihr natürlich machen könnt). So gehts.

Und als wäre das alles noch nicht Freestyle genug, war mir erst, als der Kuchen bereits im Ofen war klar, dass eigentlich in den Crumble, der dann eh schon keiner mehr war, keine Amarettini gehörten sondern Cantucci (mein Rezept-Idee-Zettel sagt das auch eindeutig) und dass da irgendwo noch geschmolzene Butter rumsteht, die tatsächlich nicht übrig sein sollte...
Hier erwies sich die ebenfalls zufällige Entscheidung für den Quark als goldrichtig, denn die Butter fehlte im Boden...autsch... aber da zu diesem Zeitpunkt eh nix mehr zu retten war, durfte der Kuchen weiterbacken und die Dinge kommen, wie sie kommen sollten.
Es landete etwas mehr Butter in den Birnen (und auf dem Kuchen) und die Quarkschicht hatte dafür gesorgt, dass alles trotzdem nicht zu trocken geworden war. Der Kuchen war ein Gedicht und ein neues Rezept geboren... (natürlich MIT Butter im Teig).

Blieb nur noch die Schwierigkeit, aus den ursprünglichen Grundgedanken das echte Rezept nachzuvollziehen bei soviel Freestyle. Jetzt steht es hier, der Kuchen ist bereits alle und DER Beweis dafür, dass Backen nicht ganz zurecht den Ruf hat, keinen Freestyle zu vertragen. Natürlich muss etwas Grundwissen her und ab und an wird Freestyle zur Enttäuschung... aber so ist das ganze Leben.
"Abenteuer beginnen, wo Pläne enden."
Lasst es euch schmecken:)

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