Safran macht glücklich


Auch dieser Blogpost wird Teil der Blogparade der Thüringer Bloggergemeinschaft von @thueringenbloggt in Kooperation mit @thueringen_entdecken.de.
und... geht auch diesmal um Entdeckungen in Thüringen.
Diesmal bin ich zurück in meiner Heimat gelandet... ein bisschen zufällig.


Man hätte es gleich beim Anklicken der Website wissen können, dass das passen muss, denn was passt besser zusammen, als „Thüringen verzaubert“ und „Safran macht glücklich“🙃

Aber es fing ganz anders an... eher berufsbedingt-materialverliebt.
Man mag es nicht glauben, aber unsere Energieversorger geben sich extrem Mühe mit ihren Publikationen... Irgendwer im Marketing scheint sehr klug erkannt zu haben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass unangeforderte Postwurfsendungen nicht direkt in der Tonne landen, mit der Qualität derselben sinkt. Was selbst bei feuchtem Wetter noch blätterbar ist, optisch weit entfernt vom Anzeigenblatt ist und dazu nicht so dick, dass ich es eh nicht schaffen werde, es zu lesen, hat gute Chancen.

Und genauso ist es beim Magazin der TEAG (das betreffende, 1/2021 >hier verlinkt, allerdings ohne haptische Verliebtheitsgefühle)... qualitativ das, wohinter man gern ein umweltbewusstes Unternehmen erwartet... Tolles Papier, gutes Layout und ansprechender Inhalt.
Und so landet es meist wirklich auf dem To-Do-Stapel und ich etwas später im lila Magazin im Safranhimmel des Altenburger Safrans.

Und... es wird wunderlich, denn obwohl ich fast die Hälfte meines Lebens in Altenburg verbracht habe, habe ich dort nie etwas vom Safrananbau gehört und schon gar nicht, dass es Altenburg damit einmal sehr gut ging. Das verwirrt einen Einheimischen dann schon, zumal ich die Museen der Stadt nicht unbedingt gemieden habe. Man hätte es also hören können.

Auch Telefonate nach Hause brachten keine neuen Infos, allen ging es ebenso. Altenburg hat Ziegenkäse, die Skatkarten, Senf und Likör...und gut.
Oder eben doch nicht, wie der Beitrag des Magazins bewies und nach ein paar Klicks auf Safran-macht-glücklich.de passierte dann einfach mal die Mail an die SafranCrew. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich eine so positive Reaktion erwartet hatte, aber es war recht schnell klar, dass es der Versuch, dem Altenburger Safran auch aus backtechnischer Sicht zu mehr Bekanntheit zu verhelfen, starten kann.

Für Safran-Anfänger... (die wir fast alle sind)... Safran macht den Kuchen gelb: ja - kein Kindermärchen. Die meisten Haushalte verwenden ihn allerdings zum Kochen. Er passt gut in die orientalische und mediterrane Küche. Er ist teuer! 17000Euro kostet 1kg und für 1g braucht es ca. 200 Blüten, geerntet wird mit der Hand. Er wird aus Krokussen gewonnen, die im Herbst blühen, daher auch das Lila. In der Altenburger Stadtkasse lag bereits 1500 Geld aus dem Safranverkauf, aber erst 2016 kehrt der Safran nach Altenburg zurück... dank einer kleinen Gruppe Neugieriger, die als Forschungsprojekt versuchen, den Anbau von Safran im Altenburger Land, das eh stark landwirtschaftlich geprägt ist, wieder zu etablieren.

Nachdem klar war, dass ab jetzt mit Safran gebacken wird und ich es nicht dabei belassen wollte, Safran in einen Rührteig zu geben, musste etwas Mut her.
Ich hatte wirklich keine Ahnung... weder, wie Safran wirklich schmeckt, noch was er tut, wenn...? Und es gab tausende Wenns und dazu das Wissen, dass Safran teuer ist und damit auch jeder Fehlversuch.
Also befrage ich das dicke Backbuch meiner Oma... finde aber auch dort nicht wirklich viel zum Thema... backen und Safran braucht entweder Backbücher aus der orientalischen Küche oder eben den Entschluss, einfach mal zu machen.
Kurz darauf landet ein Carepacket aus Altenburg hier... ein dick gefülltes Gläschen mit Safran, das ich noch heute wie einen Schatz hüte, obwohl es verdächtig leer geworden ist. Dazu Safranhonig, der direkt am nächsten Morgen zu Safranbrötchen probiert wird. Wenn ein Nicht-Frühstücker dann doch frühstückt, heißt das, dass es wirklich großartig war!

Nachdem die ersten Versuche vielversprechend waren und ich mich eh bereits bis über beide Ohren in dieses tolle Gewürz verliebt hatte, gab es kein Halten mehr und kleine Törtchen mit Safrancreme, Safrantrüffel, Safransirup, Limonade, Hefeschnecken und Eis gingen hier in die Verkostung. Jeder, der unser Haus betrat, durfte probieren... meist eine Ehre, denn es gab jedes Rezept nur einmal, was durchfiel (meist nur durch meine eigene Wertung), wird es wohl nie wieder geben. Mittlerweile weiß hier jeder, dass es den Altenburger Safran gibt und wartet gespannt auf den nächsten Backtag.

Ergebnisse landen gerade eben vorrangig auf unserem InstagramAccount (@thueringen.verzaubert)... einfach, weil da schnell mal ein Bild untergebracht ist und wir eh vorerst die Rezepte (bis auf ganz wenige, die ihr in der Rezeptsammlung findet) in der Schublade behalten wollen. Und Rezepte erdenken, backen, fotografieren, testen und dann noch veröffentlichen zieht am Ende so viel Zeit, dass der, der gerade durch's Schlüsselloch schauen will, das nur auf Instagram tun kann.


Fakt ist... die lila Lust hat mich voll gepackt. Ich bin fasziniert vom Geschmack des Safrans und immer glücklich (was dem entspricht, was man dem Safran so nachsagt), wenn wieder ein Rezept gelingt und ich auf einen neuen Komplizen gestoßen bin, mit dem sich der Safran gern zusammentut. Man kann schwer beschreiben, wie Safran schmeckt... er ist ein eher erdiges Gewürz, sehr bodenständig und nicht sehr laut, passt also aus meiner Sicht nicht gut zu sehr säuerlichen Früchten. Toll macht er sich mit Cremes, zu Zimt, Kardamom, Orange, Gin und Bier...

Ja🙃 irgendwann verselbständigte sich das Ganze mächtig und mitten im Eismachen wanderte neben Safraneis mit Orangelikör auch Ziegenkäseeis und Biereis in den Tiefkühler... da treffen sich jetzt glatt noch mehr Altenburger...
Die Brauerei hatte ich vorhin auch glatt unterschlagen🙃 So ein richtiges Schwarzbier und Safran sind ein unschlagbares Team... unter anderem...
Bisher fühlt es sich an, wie der Anfang und so Stück für Stück bekommt man ein Gefühl dafür, welche Komponenten noch passen könnten. Auf dem Plan in jedem Fall noch Marzipan, Rotwein, im Herbst der Kürbis... Ich vermute deshalb, die Safranleidenschaft hat gerade erst begonnen und fühle mich wie im siebten Himmel, wenn ich darüber nachdenke, welchem großem Zufall ich das alles zu verdanken habe.

Mit der SafranCrew stehe ich mittlerweile in regelmäßigem Kontakt und nächste Woche werden wir uns sogar kennenlernen. Es wird spannend und ich freue mich, die drei wenigstens einmal kosten zu lassen, was man aus ihrem Safran so machen kann, denn auch die SafranCrew hat bisher nur die wenigen Rezepte, die ihr HIER findet, zum Nachbacken zu sehen bekommen.

Was also mit einem gut gemachten Magazin begann, wird ganz sicher noch so einige Folgen haben.
Irgendwann werden auch mehr Safranrezepte hier auf dem Blog Einzug halten und für mich persönlich fühlt es sich besonders an, Teil einer Story sein zu dürfen, die zur Geschichte meiner Heimatstadt gehört. Das hat schon was:)) Danke liebe SafranCrew für euer Vertrauen:))

Und eines ist klar... manchmal ist es so, dass Gelegenheiten ergriffen werden wollen, auch wenn man nicht so recht weiß, wofür. Irgendwas wird immer...


www.altenburger-safran.de
www.safran-macht-glücklich.de

2 Kommentare

  1. Hallo,

    Safran aus Deutschland? Das war mir tatsächlich total unbekannt.
    Das Gewürz liebe ich aber auch. Besonders im Kuchen oder mit ins Reiswasser.

    LG Liane

    1. Author

      Liebe Liane,
      ja, das Gute liegt manchmal ganz nahe… in dem Fall in Altenburg.
      Gottseidank gibt es da einige Safranverliebte, die wirklich viel tun, um den Anbau wieder zu etablieren. Im Herbst wird es sogar Safrantouren geben… das Safranteam ist sehr fleißig auf Instagram unterwegs… am besten dort folgen. Sie geben auch gern auf alle Fragen hin Auskunft.
      Ich backe seit etwa 3 Monaten mit Safran, weil es da bisher wenig an Genussexperiment gibt.
      Die besten Rezepte werden dann auch veröffentlicht, sobald wir die Rezept-Entwicklungsphase abgeschlossen haben. In jedem Fall ist Safran eine absolute Entdeckung!

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