...und neuer Schwung für den Blog

Der eine oder andere hat sich vielleicht schon gefragt, ob wir überhaupt noch etwas tun, weil es vergleichsweise ruhig geworden ist hier auf dem Blog.

Das Ganze hatte mehrere Gründe... viele nicht so großartige und einen, der das Warten auf Backbuch Nr.2, das diesmal ein Backheft ist (das erste, das hoffentlich einige kleine Nachfolger bekommt, bevor wir uns mal wieder der Riesenaufgabe Backbuch widmen). Es ist frühlingshaft bunt geworden... nicht nur das Heft, auch die Rezepte. Viele Kleinigkeiten haben ihren Platz gefunden, Dinge, die keinen Riesenaufwand machen, aber natürlich auch zwei aufwändigere Torten/Törtchen für festlichere Momente.

Die Ostertörtchen gab es als einziges Rezept bereits auf dem Blog... sie sind vor genau einem Jahr auf den Blog gewandert und nun vom ZDF für den Osterdreh der Patisserie Bergmann wieder ausgegraben worden... wer also auch live sehen will, wie die Törtchen gemacht werden, schaut in der Osterwoche ZDF und verpasst den Termin der Drehscheibe nicht bzw. bemüht die Mediathek:) Das Rezept gibt es auch dort, natürlich bei uns auf dem Blog (>HIER) und im Backheft.

Alle anderen Ideen sind neu, wir haben wieder wochenlang unsere Familien mit neuen Rezepten "gequält" und jeder, der zu Besuch kam, wurde zum Vorkoster gemacht. Wir haben verstärkt auf kleine Teilchen gesetzt, weil die einfach gut mal schnell gemacht und auch frisch weg sind. Das macht Platz für Neues und das meiste schmeckt frisch einfach am aromatischsten. Wir haben Knisterperlen getestet (die kommen in Cremes und Knistern wie Brauspulver, sobald sie im Mund sind), Fruchtpulver (das Rezept landet nur hier auf dem Blog... im Heftchen war irgendwann der Platz alle), Karamellcrispies, Reiswaffeln, Tonkabohne... und... sind auf den Gin gekommen. Eine wunderbare Zutat, wenn man einen herben Geschmack bekommen will... erst recht in Kombination mit Gemüse:)) Ihr werdet es ja sehen.

Vorerst bleiben die Rezepte nur im Heft, ebenso, wie wir es beim Backbuch gehalten haben. So ist der Überraschungseffekt größer, wenn man das Heft auch mal als Geschenk nutzen will. Es wird erst einmal wieder nur eine kleine Auflage geben, was daran liegt, dass es nur in der Patisserie Bergmann erhältlich sein wird und es die wirren Entscheidungen der Zeit gerade nicht gerade leicht machen, die Patisserie zu besuchen. Der Versand wie beim Backbuch hat einen immensen organisatorischen Aufwand bedeutet, der einfach schwer in den Alltag zu integrieren ist, weil das Ganze ja neben Alltag, normalem Job, Blog usw. läuft.

Also... voraussichtlich ab Donnerstag liegen die Heftchen in der Patisserie, vermutlich wird es schlau sein, sich eines im Voraus zu sichern. Ruft einfach in der Patisserie an, dann könnt ihr euer Backheftchen auch noch in der Woche vor Ostern abholen... solange eben der Vorrat reicht.
Sollte ein größerer Bedarf da sein, gibt es auch hier gern eine zweite Auflage, sobald die aktuellen Beschränkungen wieder gelockert sind und man wie gewohnt zur Abholung in der Patisserie einkaufen gehen kann.

Hier ein kleiner Blick auf die Rezeptfotos... es sind 19 leckere Rezepte, dabei die besagten Ostertörtchen und eine rosa Lieblingstorte, die einmal für einen ganz besonders wichtigen Menschen entstanden ist und zugegebenermaßen auch etwas aufwändiger im Backen... aber für Lieblingsmenschen muss das eben auch sein... viele leckere Schichten Liebe...

Neben der Backerei hat auch uns unser neuer Alltag nicht ganz kalt gelassen, wir "feiern" immerhin schon Chaosjubiläum... Ein Jahr, das uns immer wieder erstlos sprachlos gemacht, vielen Menschen ihre gewohnte Struktur genommen und ihnen statt Sicherheit einen endlosen Kampf beschert hat.
Nicht alles, von dem, was gerade passiert, ist wirklich notwendig, besonders im zwischenmenschlichen Miteinander, aber wie es scheint, bringen besondere Situationen, in denen wir uns mehr schlecht als recht hinter Ablenkungen verstecken können, auch so einige Dinge mehr ans Tageslicht, als uns recht ist. So lange schon wissen wir, dass ein Leben, das vorrangig digital stattfindet, für Menschen keinen Sinn macht, die eigentlich soziale Wesen sind.

Wir sehen so viele komplett unsinnige Dinge, haben oftmals längst aufgegeben, darüber nachzudenken, verurteilen, packen in Schubladen, positionieren uns nicht mehr, agieren fremdbestimmt ohne Fragen zu stellen. Wir hatten oft in den Telefongesprächen, die uns mal zu diesem Blog geführt haben, das Gefühl, etwas schreiben zu müssen... aber wie will man das benennen, was in einem selbst nur Fragen aufwirft, die einem niemand beantworten kann oder will. Jede Frage, die man stellt, versandet im Nichts... Stattdessen tritt an die Stelle von neuen Ideen, die man in die Welt trägt, ein Ertragen, der Versuch, irgendwie heil zu bleiben und jemanden zu finden, dem es ähnlich geht, nur um zu hören, dass man nicht allein ist mit seinen vielen Fragen und dem Kopfschütteln über den alltäglichen Wahnsinn.

Bisher haben wir immer gebacken... und ja... es ist wie Therapie, falls einem jetzt dieser Gedanke kommt. Und auch eine kleine Flucht in die Welt des Ursprünglichen...der Aromen, Düfte, Konsistenzen... all das ist auch vollkommen legitim, weil es neben alle dem zähen Alltag ja auch exisitiert. Aber es wird immer schwerer, dem ganzen Ziellosen Abwarten, zu dem man gezwungen ist, etwas Schönes entgegenzusetzen. Nur wenige haben die Kraft, sich jeden Tag für eine neue Straße zu entscheiden, die dann morgens nach dem Aufwachen plötzlich wieder nach 10m endet und einen zurück schickt (meist nicht über Los), um neu zu schauen. Das laugt an irgendeiner Stelle den größten Optimisten aus.

Deshalb war es ein Weilchen etwas sprachlos hier... aber da auch das keinen Sinn macht, melden wir uns hiermit zurück. Und nein... wir werden kein Zoom-Meeting organisieren, keinen digitalen Workshop in irgendwas. Wir werden weiter versuchen, die ganz real schönen Dinge für uns und euch zu finden und darüber berichten, was die Situation auch an Gutem hatte... Meist sieht man das eh erst ein ganzes Weilchen später im Rückblick, weil Menschen sich unendlich schwer mit Veränderungen tun. Loslassen scheint eine wirklich gute Idee geworden zu sein... loslassen und immer weitergehen, vielleicht auch erstmal ziellos ins Nichts. Das scheint für unseren zivilisierten Verstand nicht sinnvoll, aber wenn man bedenkt, dass die Haupterkenntnis der letzten Monate gewesen sein sollte, dass NICHTS sicher ist, definitiv NICHTS..., dann sollten wir doch alle Ängste und das, was wir bisher für sinnvoll hielten, auf den Prüfstand stellen und wirklich anders weitermachen... mutiger, einfach ohne Masterplan, näher, mehr miteinander und vor allem auch flexibler...
Und vielleicht steht auch die Frage im Raum, wie exzessiv man daran arbeiten muss, dass alles wieder wird wie vorher... einiges hat sich als völlig lebensfremd erwiesen, vieles als überflüssig, manches als nicht unbedingt einziger Weg oder sinnvoll. Ich weiß tatsächlich nicht, ob unsere einzige Sorge der nächste Urlaub ist (wenn ich nicht gerade ein Ferienwohnungsanbieter bin) und welche Themen statt eines Alltags von 2020 etwas mehr Fürsorge vertragen würden. Es sind parallel so viele Dinge passiert, die in den normalen Medien schlicht untergegangen sind, die wir entweder als nicht änderbar hinnehmen oder die nicht interessant genug sind, um in der Medienlandschaft zu bestehen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln, aber dass alles anders werden muss, sieht wohl doch mittlerweile der Letzte. Und hoffen wir, dass wir lernen, die richtigen Fragen zu stellen... also z.B. nicht, wann kann mein Kind wieder in die Schule, damit mein Alltag funktioniert, sondern... wann kann mein Kind in die Schule und was trage ich dazu bei, dass Schule anders wird und nicht darauf reduziert, das die Fehler der letzte Monate so ausgeglichen werden, dass wir unsere Kinder mit Nachhilfestunden (ein Kindertag hat auch nur 24h und Kinder müssen Zeit zum Nichtstun haben!!!) vollstopfen, um das "wiedergutzumachen", was wir jetzt versäumt haben. Der Weg zurück zu einem Alltag mit den geringsten Widerständen, dem wenigsten Aufwand und der schnellen Normalität (was ist normal??) ist ganz sicher nicht der, den man gehen darf, wenn man nur etwas genauer hingeschaut hat. Vielleicht ist das Ganze doch der Punkt, an dem man überlegen sollte, was das eigene Leben wirklich braucht, was ich bereit bin zu geben, welche Risiken ich gewillt bin einzugehen, was ich ungefragt hinnehmen darf und inwiefern ich die neue viel virtueller gewordene Welt für ein reales Leben nutze.

Also doch wieder massig Themen für den Blog, den wir zwischenzeitlich aus Ratlosigkeit schon fast zum reinen Backblog haben werden lassen... aber das sind wir eben nicht nur. Und trotzdem... backt euch glücklich... ab sofort gibts wieder regelmässiger neue Rezepte, die wandern meist still und leise in die Rezepterubrik... also einfach immer mal reinschauen:))

2 Kommentare

  1. Schön, wieder von euch zu lesen.
    Habe euch schon vermisst.

    Liebe Grüße zum Frühlingsanfang!

    1. Author

      Das ist schön zu lesen! Uns ging es ein wenig ebenso.
      Wir haben uns zu Beginn des Blogschreibens vorgenommen, nur zu schreiben, wenn es wirklich etwas zu sagen gibt. Und in den letzten Wochen war man schlichtweg oftmals sprachlos.
      Und… 19 komplett neue Rezepte für‘s Backheft geben auch mächtig Aufschub, wenn man bedenkt, dass man eigentlich fast nie 3 in einer Woche schaffen kann… Und so vergeht die Zeit🙃

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