Das Frauendingens

Noch ist es nicht ganz so weit, aber wenn einen nicht gerade der Sturm umfegt, fühlt es sich lau an und überall wachsen die ersten Frühblüher. Wer Doreen kennt, dem braucht man nicht erzählen, dass bei ihr gleich nach Weihnachten der Winter vorbei ist und sie nur mit einer Ladung an Frühblühern auf den Tischen die Zeit übersteht, die dann wirklich noch vergehen muss, bis die ersten Hühnchen an die Zweige dürfen.

Ein wenig Pippi Langstrumpf im Sinne von "ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt..." läuft da, aber am Ende ist es Nestbau. Schön kuschlig und möglichst weit weg von den Dingen, die einem den Tag vermiesen. Ich kenne eine Menge Frauen, die tausend kleine Dinge tun, in der Hoffnung, dass sich alle wohl fühlen, man ankommen kann und gerne bleibt. Nicht selten gehen dafür freie Tage drauf, halbe Nächte oder geht es mit Vollgas durch  den Tag... das alles für das gute Gefühl, ein wunderbares Zuhause zu haben.

Frauen sind empathisch (meistens), emotional intelligenter als ihre männlichen Zeitgenossen und stellen sich öfter mal der Sache halber in die zweite Reihe... Hauptsache, die Dinge funktionieren.

Und meistens... sind sie sogar absolut glücklich damit, weil das einfach das ist, was sie besonders macht, das Leben rund, sie zu einem Teil des Ganzen. Denn meistens ist es gar nicht schlecht, dass SIE darüber nachsinnt, wie man das Igelkind, dass da heute im Schuppen rumkroch, gut über den Winter bringt und sogar bereit ist, Nachtschichten zu schieben, falls das Igelchen doch aller 2h Futter braucht, während ER nicht überhört hat, dass der Nachbar da gerade was von kaputtem Blinklicht gesagt hat und nicht darauf hofft, dass sich das schon von allein geben wird.

Aber ganz so einfach ist das alles am Ende ja doch nicht mit den Unterschieden.
Ich hab mich irgendwann in den letzten Wochen gefragt, wann es passiert ist, dass wir Frauenquoten brauchen, dass Frauen manchmal das Gefühl haben müssen, weniger WERT (in Zahlen leider oft) zu sein, die frauentypischen Aufgaben weniger geschätzt werden als die, die Männer erfüllen und Kinder großziehen mittlerweile zum absoluten Problem für Frauen wird. Da werden junge Frauen nicht eingestellt, weil sie Kinder bekommen könnten, auch wenn sie das gerade eben noch gar nicht wollen... Frauen, die bereits ihre Kinder haben, sind eine noch größere Zeitbombe, es sei denn, die Kinder sind aus dem  Gröbsten raus. Und was stellt man an mit der Zeit dazwischen? Man könnte Hausfrau und Mutter sein, bei mehreren Kindern durchaus ein Fulltimejob, aber Hausfrau im Lebenslauf stehen zu haben ist dann auch wieder kontraproduktiv, abgesehen davon, dass man es mögen muss, ständig den Hausfrauenjob als vollwertigen Job zu verteidigen.

Wann haben wir also begonnen, das, was eigentlich perfekt eingerichtet ist im Leben, zum Problem werden zu lassen anstatt  zu genießen, dass Männer und Frauen einfach verschieden sind und sich ergänzen können... War das, als Frauen bemerkt haben, dass auch sie bei Dingen gut sind, die eigentlich Männer tun? Warum ist das aber nicht auch umgekehrt so passiert? Weil man als Mann manche Dinge nicht tut, ohne sein Gesicht zu verlieren?

Gab es irgendwann einen Punkt, an dem mehr Frauen in Männerdomainen einsteigen wollten als umgekehrt und wurde irgendwann das Thema Macht zum Problem? Wie gehen Frauen und Männer mit Macht um, welchen Stellenwert hat sie für beide und könnte das der Schlüssel für alle Gleichberechtigungsdiskussionen sein, die irgendwie im 21.Jhd. nur gnadenlos vearaltet sind? Sollte nicht jeder sein können, was er will, unabhängig davon, ob er rosa Strampler trug oder blaue... jeder einfach dafür da sein, was er als Mensch am besten kann?? Es gibt noch Kategorien, in denen wir eigentlich in unserer modernen Welt aufhören sollten zu denken. Das wäre doch mal ein ebenso wichtiges Thema wie die Klimabilanz meines Einkaufs vom Samstag (dazu an andere Stelle einmal ein paar Worte), aber wir denken überhaupt nicht drüber nach?

Viele der Frauen um mich herum haben das Glück, dass dieses Frau/Mann-Thema eigentlich nur für Frozzeleien herhalten muss, sie ansonsten einfach Partner ihrer Männer sind.  Damit das zur Normalität wird, sollten wir vielleicht anstatt weitere Geschlechterrollen zu definieren, um niemanden auf den Schlips zu treten, diese Rollen für nicht mehr oder weniger nutzen, als sie gut sind... nämlich Frauen einfach Frauennamen zu geben und Männern eben andere... Es sollte egal sein, ob Frauen in Männerrollen leben, Männer mit Männern, Frauen als Männer, Frauen mal mehr Macht haben als Männer oder ein Mann ein schlimmeres Weichei ist, als irgendeine Frau (und damit auch sicher irgendwem gut tut), der Mann die Kinder erzieht oder die Frau es großartig findet, zu Hause für eine große Familie aus Familienmitgliedern und vielleicht ein paar Freunden da zu sein, wir unser  Generationenproblem lösen anstatt uns von dem ausbremsen zulassen, was ganz bestimmt so ganz am Anfang nicht so gedacht war...

Also freuen wir uns doch einfach, dass wir verschieden sind, als Männer, Frauen, Menschen und das Leben dadurch bunt und ein Stück leichter wird...
Da das aber nicht heißen muss, dass man nicht auch mal danke sagen kann und jeden mal so richtig heftig feiern darf (Thüringen hat ja da sogar den Kindern noch einen Tag extra geschenkt), feiern wir doch demnächst am Frauentag mal alle Muttis, Omas, Freundinnen, Kolleginnen... Ich erinnere mich, dass meine Mutti am Frauentag immer mit den ersten gerade so dem Winter abgezwackten Schneeglöckchen nach Hause ging, die ihre Schüler ihr stolz mitbrachten... jedes Jahr wieder und irgendwie ist es schön, dass dieser Tag die Jahre überdauert hat und Frauen ihn immer öfter zu einem besonderen Tag machen.

Wir konnten diesen Tag gar nicht wirklich ignorieren, unabhängig von den Gedanken, wann und warum es überhaupt zu dieser Geschlechterdiskussion gekommen ist. Bei Doreen sind alle Tische bereits jetzt ausgebucht, aber wir haben noch einen ultimativen Tipp für diesen Tag. In Chursdorf lädt Petra Rocktaeschel zu einer Frauentagsfeier ein... Die Nr.20 hat nur Platz für maximal 16 Personen (wir haben HIER berichtet), es ist zu vermuten, dass es kein Fehler ist, sich zügig zu entscheiden...

Und wir hoffen mal einfach, dass Themen, die einfach mittlerweile wirklich nicht mehr in unsere Zeit gehören, sich Stück für Stück zumindest dort  aus unserem Leben verabschieden, wo es Religion oder Traditionen nicht ein ganzes Stück schwieriger machen.

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