Alle Jahre wieder...

hat man viel zu wenig Weihnachtsgefühle, kommt Weihnachten schneller als gedacht und ist es viel zu schnell wieder vorbei.

Und das in Zeiten, in denen es die ersten Lebkuchen Ende August in die Regale schaffen.
Liegt es vielleicht auch daran, dass man es zu lange vor sich sieht und dann, wenn es wirklich soweit ist, gar nicht mehr realisiert und sie so schön sie auch aussehen mögen (schmecken ist da eine noch ganz andere Geschichte, habe ich festgestellt...leider) , nicht mehr zu besonderen Gefühlen verführen können?

Sicher nicht nur ich frage mich, was man machen muss, um dieses wunderweiche, zappelige, aufgeregte und gleichzeitig besinnliche, neugierige, sehnsüchtig erwartete... Weihnachtsgefühl zurückzubekommen, das wir alle mal hatten. Zumindest hoffe ich, dass mein Kind wenigstens dieselben Erinnerungen an diese Zeit hat, die mir meine Eltern bereitet haben.

Wenn ich an Weihnachten denke, erinnere ich mich seltsamerweise nicht an die Dinge, die ich geschenkt bekommen habe, wohl aber an die Wochen vor Weihnachten und den Weihnachtsabend, bei dem es nur um spielen, wunderbare Gerüche, Lichterglanz und die Menschen ging, die für mich als Kind Zuhause bedeuteten. Räucherkerzen (ich kann noch heute keine andere Geruchsversion schön finden), sich stundenlang drehende Rehe auf der Pyramide (die zugegebenermaßen regelmäßig angekohlte Flügel hatte, aber immer wieder gerettet wurde von meinem Vater), Weihnachtsoratorium auf harten Kirchenbänken oder mal auch im weichen Sessel zuhause beim Wohnzimmerkonzert (ganz schön IN meine Eltern damals...), die Keksdosen meiner Uroma (immer dieselben), die immer mit denselben Plätzchen gefüllt schön kühl im Schlafzimmer meiner Eltern standen und nur zum Nachmittagskaffee bei Kerzenschein geöffnet wurden, das Stollenbacken zu Anfang der Adventszeit, wenn früh 6 Uhr (war es wirklich so?) die Zutaten in Wannen in die Bäckerei geschafft wurden, mein Vater, der immer pünktlich kurz vor der Bescherung irgendwas besorgen musste, meist in der Apotheke (:))) und wiederkam, wenn auch der Weihnachtsmann weg war... Die Lieblingsplätzchenversion meines Kindes ist die meiner Kindheit...

All das bedeutet Weihnachten. Solange die eigenen Kinder klein sind, bekommt Weihnachten wieder ein bisschen von seinem Glanz zurück, sobald diese selbst erwachsen sind, erliegt man dem Glanzkiller Alltag. Dem Überfluss der Dinge, der ständigen Werbeflut, den Dingen, zu denen man nein sagen muss (nein... ich will meinen Hunden kein Weihnachtspaket mit sündhaft teuren Leckerlies, einer neuen Kuscheldecke und einem Spielzeug, dass auch für einen Spitz passen muss, weil es nur eine Art Paket für alle Rassen gibt, also bei uns im Handumdrehen von über 30kg Hund zerlegt ist, kaufen, auch, wenn ihr mir suggerieren wollt, dass mein Hund nur dann ein tolles Fest hat... liebe Hunde... wir gehen einfach eine Stunde länger spazieren an Weihnachten:)) und sich immer an den Ohren ziehen angesichts all dieser Optionen, die wir doch gar nicht brauchen.

Es ist also schwer, Weihnachten als Gefühl wahrzunehmen, weil alles um uns herum zu etwas auffordert... zu kaufen, zu spenden, vorzubereiten, das perfekte Essen zu bereiten, die perfekte Kleidung zu tragen... Und das, wo Weihnachten so einfach ist. Lichter, gebrannte Mandeln, Weihnachtsmusik, dicke Socken, Zimtgeruch,Modelleisenbahnen mit kleinen Häusern in denen wirklich Licht brennt oder Schranken, die sich öffnen und schließen lassen, Weihnachtsmärkte, auf denen es Zuckerwatte, Kinderkarussells, Märchenwälder und Schokoäpfel gibt, man bestenfalls Schlitten fahren kann (und nicht auf die Piste nach Skt.Anton muss), danach heisse Schokolade kocht, Papierweihnachtsbäume bastelt, die Plätzchenformen von Oma ausgräbt... und Heimlichkeiten.

Einfach eben.
Wenigstens das bin ich übrigens in diesem Jahr angegangen. Morgen werden leergebrannte Kerzengläser, die zu schön für den Müll sind,  neu mit Wachs und duftenden Beisätzen gefüllt (Liebe Kerzencafe-Mädels, seht es mir nach, wenn ich morgen euer tolles Wachs an wahnwitzige Experimente verschwende, die ihr sicher schon vorher als gescheitert erklären würdet, würde ich euch fragen, ob Nelken im Wachs beim Abbrennen stinken oder sie am Rand toll aussehen und einfach vielleicht ganz sanften Weihnachtsgeruch verstömen??) und Weihnachtsküchlein gebacken... Heute als Deko für kleine Geschenke bewährt haben sich übrigens Tannenbäume, Kringel und Herzen aus Baiser...

100g Eiweiss/200g Zucker (Verhältnis1:2, egal welche Mengen) zu steifem Schnee schlagen (Zucker erst zugeben, wenn der Eischnee schon fest wird) und dann ab damit in den Spritzbeutel. Auf Backpapier spritzen und ab in den Ofen. Nach 1h bei 100 Grad sind sie fertig... die schönsten Dekoteilchen für euren Tannenbaum oder die Geschenke.
Und nicht vergessen...krumm ist toll.

Wir werden in den nächsten Tagen noch das eine oder andere Rezept einstellen, falls eure Weihnachtsleckereien doch schon alle aufgegessen sind. Fürs Fest haben wir Vorschläge für ein unkompliziertes Menü. Am Sonntag lüften wir das Geheimnis insofern, dass wir das Menü veröffentlichen... die Rezepte und Fotos dazu folgen im Laufe der Woche...also noch rechtzeitig, um auf eurer Weihnachtstafel zu landen.

Wem noch ein kleines herzliches Geschenk fehlt, für den gibt es übrigens auch in der nächsten Woche noch die Möglichkeit, trotz Betriebsferien (morgen schon zu!!) kurz in der Patisserie bei Doreen anzurufen und einen Termin zu vereinbaren, um Gutscheine oder Geschenke zu erstehen. Kontaktinfos auf der Website... www.sweet-and-tasty.de
(was erwähne ich das hier...:))

So, dann habt ein besinnliches, kindisches 3. Adventswochenende... wir bemühen uns, hier auf dem Blog noch ein wenig eure künftigen Weihnachtserinnerungen mit unglaublich leckeren Dingen und vielleicht noch etwas Kreativem zu beleben...

Wer's besonders weihnachtlich mag, hört das Weihnachstradio der Landeswelle... dort gibts täglich Ausschnitte aus einem Interview mit Doreen...

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