Und einfach mal nichts
Es ist ja fast schon Mode und damit fast nicht mehr machbar (weil es heute gefühlt tausend Konzepte gibt, die es umzusetzen heißt)... reduzieren.
Ich kenne wenige, die es schaffen, aber alle, die es zeitweise schaffen, haben ein glückseliges Grinsen im Gesicht und fühlen sich um Jahre weiser.

Vorübergehend zumindest
...und wenn es nur nicht so selten gelingen würde.

Eigentlich bestand dieser letzte Sonn(en)Tag im Nichts-Tun (im Sinne von produktiv sein).
Abgesehen von einem langem Morgenspaziergang zwischen Sommerfeldern mit den Hunden (Urlaubsfeeling begann) war einzig der Wechsel der Position des Liegestuhls erlaubt und eine kurze Auszeit, weil tolle Brombeeren zu sommerlichen Törtchen verarbeitet werden wollten. Herausgekommen ist ein komplett entspannter Zustand, das Gefühl, dass unser Haus eigentlich wohl ein Ferienhaus ist und wir eine Lizenz als Ferienwohnung brauchen UND die Frage, wie wir den Montag zum Sonntag machen...

Ich habe das erste mal seit Monaten mehr als nur 2 Seiten auf einmal gelesen (ohne sofort einzuschlafen) und alle sind tiefenentspannt.

MACHEN IST WIE WOLLEN, NUR KRASSER.

Und wunderbar, dass eigentlich NICHTS dafür nötig ist. Keine Minimalismuslisten, kein Yogakurs, kein Ausflug ins Kloster (nein...KEINE AUSFLÜGE!!)... Nichts außer es tun. Und ganz nebenbei entspannt so ein Tag das ganze Leben, weil man merkt, das WENIGER sogar glücklicher macht.

Mit WENIG gewinnen die Dinge an Bedeutung... Zeit fühlt sich länger an, viele Dinge verlieren an Notwendigkeit, Mahlzeiten aus guten wenigen Zutaten werden zum absoluten Genuss, nichts muss... ganz einfach. Es gibt keinen Termin, der mitten in irgendwas eigentlich stört und auch keine Zeit, die unnütz vertan ist.

Vielleicht gewinnt der faule Tag auch deshalb an Bedeutung, weil niemand etwas schaffen wollte. keine Erwartungen fühlen sich plötzlich ganz leicht an.... Niemand, der in Eile bei uns vorbeistürzte und eigentlich ja gar keine Zeit hatte, weil er ja eigentlich woanders sein müsste, nichts, was es zu tun gab, nur um das Gefühl zu haben, ETWAS getan zu haben, (weil man das eben so macht?)....

Es könnte noch ein Stück so weitergehen, die heißen Temperaturen machen es einem leicht... vielleicht sollten wir ab und an ein wenig zu den Nachbarn (europäisch gedacht) schauen, bei denen es oft so warm ist und die Begriffe wie Siesta mit der Muttermilch aufsaugen, bei denen nach einem Tag in moderatem Tempo abends Zeit ist für Miteinander, Genuss, üppige Gespräche und vermutlich dem Gefühl, von Menschen umgeben zu sein, die sich Zeit nehmen für das, was sie da gerade tun... Auch füreinander.

Vielleicht kann man es ja retten, dieses wunderbare Gefühl... zumindest in die Stunden am Abend mitten in der Woche... nach der Arbeit... nicht noch dies und das... einfach nichts tun, diese wunderbare Jahreszeit genießen, sich Zeit nehmen für die Menschen, die einem so ins Haus schneien, nicht immer unterwegs zum nächsten Event, wenn das erste noch nicht einmal vorbei ist... genießen, was die Natur da eben bietet... einfach vielleicht nur da sein wollen, wo man ist. Jetzt und hier.

Und anbei zu vielen faulen Gedanken:
die Törtchen zum faulen Genuss... sommerlich leicht, fruchtig und wunderschön wie dieser herrliche Sonn(en)Tag... ich hoffe, ihr hattet auch einen oder euer nächster kommt demnächst (vielleicht heute im Miniformat?).

Von den Törtchen gab es dank restlichem Teig übrigens am nächsten Tag noch eine Variante, die allen schmeckt, die eher auf Schokolade stehen, es aber in der Hitze eben auch etwas frisch brauchen: einfach Früchte weglassen und in 1/3 Creme Nutella geben (vorher erwärmen, dann lässt es sich leicht unterrühren). Dann in eurer bevorzugten Reihenfolge eine weiße und eine dunkle Schicht Creme auf den Teig geben, ansonsten (fast... denn ich habe noch ein wenig Creme fraiche in die Creme geschmuggelt und einen Schwapp Sahne mehr... ich habe einfach zu viel genascht und musste aufstocken... ihr könnt also auch recht frei mit der Creme umgehen) wie im Rezept beschrieben. Sirup weglassen.

Übrigens: die Sache mit den Mengen... ich tausche auch schnell mal Sahne gegen einen Teil Creme fraiche oder strecke eine Creme mit Sahne, von der ich einfach vorher zu viel gekostet habe, weil sie so unglaublich lecker war. Soll heißen... habt nicht so viel Angst vor Mengenangaben. Manches muss der Geschmack regeln und ein bisschen bringt es die Erfahrung... das Wissen, wo man sich an ein Rezept halten muss, damit ein Törtchen keine Quarkcreme wird, die man aus der Schüssel essen muss... Aber selbst dann ist eigentlich nix passiert?

🙂


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