Rezept

Und ein SOS

Er ist ein Stückchen her... der letzte schlimme Backunfall. Das kann aber gut auch daran liegen, dass ich nicht mehr so schnell bereit bin, etwas mit dem Etikett „schiefgelaufen“ zu versehen. Wenn man sich darauf spezialisiert, neue Rezepte zu erdenken, wie es dieser Blog tut, dann passieren schon einmal Dinge, die man so nicht vorhersehen konnte, weil man  experimentiert und versucht, eine Idee umzusetzen.

In jedem Fall passieren manchmal Dinge, die so nicht geplant waren, die sich aber dank Übung und etwas Erfahrung meist irgendwie retten lassen. Meist enden diese Versuche dann eben nicht hier auf dem Blog und bleiben „einzigartig“🙃, aber selten sind sie so gar nicht genießbar, was wirklich der Erfahrung zu verdanken ist. Oftmals ist man eh zu kritisch... um mein Herz so richtig hüpfen zu lassen, muss es dann schon irgendwie ein Aromenfeuerwerk geben oder es gelingt, wirklich schöne Konsistenzen zu vereinen, auch wenn das die Testesser hier oft viel weniger eng sehen:)

Gestern war mal wieder so ein besonderer Tag und der Herbst und ein vorangegangener  Aufräumtag haben dafür gesorgt, dass herrliche Tarteletts in Windeseile den Ofen verlassen haben. Der Aufräumtag sorgte dafür, dass die Ankerkraut-Gewürze griffbereit standen, der Herbst für die Äpfel als Zutat. Eigentlich sollten nur ins geplante Walnussmus Ankerkräuter  (Ankerkraut Gebrannte Mandel), aber als da plötzlich Streuselteig die erste Wahl war und Ankerkraut Streuselkuchengewürz dabei hat und die Äpfel vom letzten Rezept mit Gewürzkaramell (Ankerkraut Apfelkuchen) so lecker waren, wurde aus dem Ganzen eine Ankerkrautparty.

Das Ergebnis seht ihr hier gleich unten als leckeres Herbstrezept. Besonders toll... die vielen Aromen, der sehr schön mürbe Keksteig, der irgendwie nach doppeltem Backen aus den Streuseln wird sowie die schön fruchtigen Äpfel. Deshalb ist es eines DER Rezepte, die wirklich meine persönlichen Lieblinge sind.

Weil gerade viel von Ankerkraut die Rede ist... viele kennen vermutlich die Gewürzmischungen vor allem vom Kochen. Ich bin grundsätzlich kein richtiger Fan von fertigen Mischungen. Ganz klar... wenn man sich in sie verliebt, schmeckt schnell alles irgendwie leicht gleich. Aber Mischungen haben auch so ihre Vorteile... wer nicht zu oft bäckt, hat viele verschiedene Gewürze zusammen zur Verfügung, die so vermutlich nicht in eurem Gewürzregal stehen. Und... einfach mal so wild zu probieren und selber zu mischen, ist auch nicht jedermanns Ding... insofern sind die Mischungen eine gute Hilfe und die, die hier in den kleinen Tarteletts gelandet sind, sind wirklich zu gut und haben sie sehr besonders gemacht. Ganz sicher werden die nachgefüllt, wenn sie mal aufgebraucht sind... Ankerkraut bietet für die meisten Mischungen Nachfüllpacks an.

Und mit der Vermutung, dass es Mischungen schwer machen, Neues zu kreieren, steht schon fast die Challenge an, mich selbst zu widerlegen und zu schauen, wieviel Veränderung mit denselben Gewürzen möglich ist, ohne dass man das Gefühl hat, dasselbe zu essen.
Ihr werdet sehen, wie es ausgeht... ich vermerke Ankerkraut dort, wo es drin ist, dazu in Klammern die enthaltenen Gewürze für die, die gern selbermischen wollen. Mich haben die Mischungen in dem Fall sehr glücklich gemacht, (was übrigens einfach nur eine glückselige Feststellung ist, keine bezahlte Werbung🙃).

Der Backunfall, der am Ende doch hin und wieder passieren kann und zu diesem Post führte, hat mich aber vor ein  paar Tagen dann doch auch auf eine Idee gebracht... den Backnotruf. Meine Nachbarin hatte sich in eine Torte aus dem Backbuch verliebt, die ursprünglich die Geburtstagstorte für meine Mama war. Die war wirklich super lecker und in meiner Erinnerung auch nicht unschaffbar mit einem großen Fest im Nacken. Am Ende ist es aber so, wie es immer ist, wenn man will, dass etwas gelingt und man mehrere Baustellen gleichzeitig bedienen will... es geht irgendwas schief und fehlen einem Zeit, Geduld, die richtige Idee und wenn es arg kommt auch noch eine Zutat, weil die in einer schief gegangenen Creme steckt. In dem Fall gab es den ganz privaten Backnotruf und am Ende die gelungene Torte, die ihr hier seht.


Und mit der Rettungsaktion kam mir der Gedanke, euch für die Rezepte, die hier auf Blog stehen, den BACKNOTRUF zur Verfügung zu stellen. Solltet ihr beim Backen eines der Rezepte aus den Büchern oder des Blogs ein Problem bekommen, könnt ihr... unverbindlich... Kontakt per Instagram oder E-Mail aufnehmen. Natürlich kann es sein, dass ein Backnotruf nachts 1 Uhr niemanden hier weckt, aber solange ich in irgendeiner Form online bin, werde ich versuchen, euch einen Rat zukommen zu lassen. Ihr klickt dazu einfach auf das Instagram-Symbol auf der Startseite oben links und schreibt mir eine Nachricht oder schickt eine Mail an e2grafik@email.de.

Im Fall der schönen Brombeertorte war es übrigens nur eine Creme, bei der die Gelatine gemacht hat, was sie wollte... alles kein schwierig zu lösendes Problem, wie die fertige Torte zeigt.
Ich bin gespannt, ob demnächst die ersten Notrufe eingehen und ihr euch so vielleicht auch an Rezepte traut, die euch nicht ganz so geheuer sind, weil ihr Sorge habt, dass irgendetwas nicht gelingen könnte.

In dem Sinne hier aber erst einmal das neueste Rezept aus der Experimentierküche🙃... lasst es euch schmecken und traut euch, den Notruf zu nutzen🙃

Ziegenkäse aus Langenbach

Weil es ungesund ist (hier in mehrerlei Weise), nicht auch mal den Blick etwas weiter schweifen zu lassen, gab es kürzlich einen kleinen Sprung über die Landesgrenzen nach Sachsen... die lieben Ziegenkäsemenschen haben mich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich zwar gefühlt ins übernächste Dorf kutschiert wurde, aber dennoch nicht mehr in Thüringen bin.

Ist mir aber egal wie immer, wenn es etwas Schönes zu erzählen gibt. Bisher landete immer Ziegenkäse aus Langenbach als Geschenk in unserem Kühlschrank, diesmal hatte ich mich dann mir Lara verabredet und es gab eine schöne Samstagsmorgenfahrt zu den Ziegen.
Dass Ziegenwürste toll sind, war klar... manchmal verirrt sich auch davon eine in unseren Kühlschrank, weil jemand geschlachtet hat und teilen wollte🙃. Ziegenkäse ist für mich aber eher eine Kindheitserinnerung... man wächst nicht ohne Ziegenkäse auf, wenn man in Altenburg geboren ist. Allerdings hatte das immer ein lachendes und ein weinendes Auge, denn aus irgendeinem Grund gab es lange bevor der Käse länger liegen konnte, bereits mehrere Brote davon zum Abendessen.
Altenburger Ziegenkäse im Frühstadium ist aber krümelig und nicht cremig wie Camembert. Also hieß es immer hoffen, dass man das Stück Käse bekam, dass schon „gut durch“ und cremig war. An den richtigen Ziegengeschmack erinnere ich mich gar nicht, weil es wie bei vielen anderen Käsearten ist... erst mit dem Alter kommt der intensive Geschmack, den man bei Ziege schon mögen muss.
(Den Altenburger Ziegenkäse listen mittlerweile übrigens einige Supermarktketten.)

So fällt dann in Langenbach die Entscheidung auch nicht sehr schwer und neben einigen in Würzöl eingelegten Versionen (lecker!) wandert Weichkäse und junger Frischkäse in die Einkaufstüte. Der Plan: backen mit Ziegenkäse.

Was vorerst nur eine vage Idee ist, wird in der Umsetzung schwieriger. Es gab Törtchen mit dunklem Boden, einer Creme aus Mascarpone und Ziegenfrischkäse und Früchten... nicht schlecht, aber irgendwie nicht so, dass das Rezept viele mögen würden.
(Lara hat es gemocht und mich erst gestern danach gefragt... allerdings wandern die Rezeptkritzeleien von NAJA-Versuchen meist nicht im Rezeptheft, sodass ich gar nicht mehr recht weiß, wie das genau war. Für die, die es versuchen wollen... es war sehr sicher ein Schokoteig, dazu die Creme aus Frischkäse mit einem anderen Träger wie Creme fraiche oder geschlagener Sahne und ein Fruchtpüree aus Pfirsichen oder ein Holundergelee... da versagt aber die Erinnerung:)... sorry, liebe Lara.)
Ein paar Versuche später mitten in der wirklich heißen Phase des Sommers zog dann aber die Eismaschine bei uns ein und in ihr landete als eines der ersten Rezepte Ziegenkäseeis.

Und was soll ich sagen... als Eis ist das Ganze einfach wunderbar. Und da ich gerade eben drin war im Altenburger-Safran-Projekt, entstand in dieser Sommernacht gleich noch Biereis (auch sehr toll), Safraneis und ein Quark-Honig-Salz-Eis... (eben wegen Altenburger Ziegenkäse, Safran und Schwarzbier...).  und egal, welche der Sorten man zum Ziegenfrischkäseeis packt... es schmeckt wirklich wunderbar. Durch die Sahne und wirklich gut dosierte Verwendung von Ziegenfrischkäse (dem aus Langenbach) und die Kombi mit Früchten oder einer zweiten Sorte, schmeckt das Eis ziemlich fabelhaft. Es bekommt die unbedingte Empfehlung.

Naja, und wenn man nicht unbedingt darauf aus ist, Süßes auf den Tisch zu bekommen, ist man in Langenbach eh richtig.

Es gibt unendlich viele Versionen Ziegenkäse in allerlei leckeren Kombis... auch für Ziegenkäseanfänger geeignet, denn immer dazu gibt‘s auch einen guten fachlichen Rat, wenn man den haben will.
Es ist noch ein wenig wie bei Oma... ins Lädchen passen nur so ungefähr 3 Menschen und man nimmt sich Zeit. Zeit zu schauen, sich empfehlen und leider auch unendlich verführen lassen, weil sich allein die Worte schon sehr lecker anhören.
Wer also einmal etwas Neues probieren will oder eh schon Ziegenliebhaber ist... der Käse aus Langenbach bekommt unsere unbedingte Empfehlung und ihr hier schnell die Zutaten für‘s Ziegenfrischkäseeis... (das Safraneis war auch oberlecker, aber das Rezept muss noch hinter verschlossenen Türen bleiben...). Serviert dazu Pfirsiche oder eine zweite Sorte Eis, die nicht zu sauer ist. Gut denkbar: Karamell, Vanille, Nuss, Schoko...


Langenbacher Ziegenkäse
Michael Meißgeier | Hofkäserei | Winterseite 51 | 07919 Langenbach | 036645-21300
geöffnet: freitags und samstags

Dieses Brot ist ein Rezept, das ich anderweitig irgendwo gefunden und für mich passend gemacht habe. Es ist kein neu entwickeltes. Woher auch immer es wirklich stammt... danke für die Inspiration, denn dieses Brot hat uns schon so manches Abendessen gerettet, weil es sich weder beim Kneten noch im Ofen wie eine Diva benimmt und in einer Stunde schön warm und wunderbar duftend auf dem Tisch sein kann.

Es funktioniert auch gut unter Zugabe von Brotgewürz oder Kräutern... wichtig ist, die Menge Salz nicht zu reduzieren, weil es sonst leicht fade wird.

Wer mag, gibt Reste (manchmal passiert es, dass Teig aus der Form überquillt... diese Reste gebe ich gern in Muffinförmchen und backe kleine Minis mit, die sich übrigens auch perfekt als Beilage zum Grillen eignen!)