Küchengeflüster

27.November
(der Backkalender ist seit Tagen final im Druck)

Ohne rechten Plan sind im Verlauf dieses Jahres dieses Backbuch und ein Kalender entstanden. Corona Nr.1 hat uns denken lassen, wir hätten unendlich Zeit. Leider nicht auf dem Plan hatten wir all die täglich wechselnden Gegebenheiten und die damit einhergehenden kräftezehrenden Versuche, Beständigkeit in den Alltag zu bringen, die das Machen eines Buches gut hätte brauchen können.

Und auch nicht richtig auf dem Plan hatten wir, dass das ganze Vorhaben so kleinteilig würde. Gut so, denn vermutlich hätten wir uns sonst etwas anderes vorgenommen.
Die Rezepte mussten irgendwie erdacht, probiert (gut, dass man die Quote der Sachen verdrängt, die irgendwer gegessen hat, die es aber nie als Rezept in die engere Wahl schafften) und möglichst aufgeschrieben werden, bevor man vergessen hat, was die spontane Eingabe so hervorgebracht hat... Noch heute liegen Zettel herum, die keiner so recht einem Backwerk zuordnen kann... Das mit der Kreativität und dem Chaos scheint sich wirklich irgendwie zu bedingen.

Dann zerrt man VOR dem Anschneiden jedem, der eigentlich Appetit hat, den frischen Kuchen unter der Nase weg, weil ja das Foto noch her muss... die Geduld der Vorkoster war zum Teil unendlich. Dann Foto vom Anschnitt und dann ab in die Untiefen der Speicherkarte damit. Zwischenzeitlich wird klar, dass das nix wird, wenn sie nicht sofort sortiert und beschriftet werden, möglichst in Kombi mit dem passenden Rezept... das dann auch ins eigene Backheft geschrieben werden muss. Der Durchlauf der Rezepte und Gedanken zu neuen ist einfach zu groß.

Man selbst hat zu diesem Zeitpunkt das neue Rezept meist nur in einzelnen Komponenten gekostet und versucht nun, vom Gesicht der Vorkoster abzulesen, ob's so gut war, wie es aussah, gerochen hat... oder geplant war. So manches Rezept war alle, bevor man recht dazu kam, alles in Ruhe setzen zu lassen.

Und manche entstanden irgendwie mitten in der Nacht am Küchentisch, begleitet von Gesprächen über Gott und die Welt... eigentlich fast zufällig und gar nicht richtig zuende gedacht... der Schokomuffin mit Birnen ist ein solches Nachtgebäck, das ungläubiges Staunen bei mir verursacht hat, weil eigentlich nur übriggebliebener Schokoteig weg musste... alles andere ergab sich so...

Dem "sich ergeben" folgen Bildauswahl, Layout und gefühlt unendliche Korrekturen (danke an die, die sich das mit antaten)... fehlender Gesamtüberblick, nächtliche Nachrichten zwischen uns, gespickt mit Rezeptfragmenten, Bildern, die man am nächsten Tag nicht mehr richtig zuordnen konnte und dem Gefühl, dem anderen vollends auf die Nerven zu gehen mit sich ständig wiederholenden Fragen. Doreen fasste das Gefühl mal ganz gut zusammen mit dem Satz... wenn wir danach noch befreundet sind, passiert uns nie was... So wird es sein.

Es war also wunderbar, ergreifend, schwierig, voller Fragen, ohne Plan, köstlich... alles auf einmal. Und nun hoffen wir, dass andere ebenso verliebt sind, es sie ebenso packt und ihr inmitten von wunderbaren Gerüchen einfach ergriffen seid von dem, was ihr da tut. Wir haben versucht, die Rezepte so aufzuarbeiten, wie wir backen und so, wie wir es aushalten, zu planen. Eigentlich war das der schwierigste Part... wie soll ein Backbuch aussehen, mit dem es sich so backen lässt, dass man vom Rezept nicht allzusehr genervt ist.
Am Ende entstand die Zuordnung Arbeitsschritte-Zutat, bei der man selbst entscheiden kann, was man wie nacheinander oder vielleicht auch parallel oder ganz andersrum tut. Vom Machen her sind alle für jeden geeignet, der Lust aufs Backen hat... nur muss für manche Rezepte etwas mehr Geduld her als für andere.

Wir haben nie mit Zutaten gespart, denn mit Verzicht backen macht einfach wenig Sinn... Ottlenghi hat es mal auf den Punkt gebracht:
"DIESES BUCH ENTHÄLT SO VIEL ZUCKER, DASS WIR ES -JA, GENAU- FAST "ZUCKER" GENANNT HÄTTEN."
Hat er nicht... aber wir... fast...
So ist es nunmal... viel hilft viel beim Backen. Natürlich gibt es gute Rezepte ohne (beispielsweise) Zucker, aber wenn ich diesen der Süße wegen durch Datteln ersetzen möchte, dann nur an einer Stelle, an dem der Dattelgeschmack gut zu allem anderen passt und nicht, weil Zucker verboten ist... ebenso ist es mit Butter... nur deshalb immer einen Biskuit als Boden/Teig zu nutzen, weil da keine Butter drin ist, ist einfach nicht für jedes Gebäck sinnvoll. Und sich in der Vielfalt der Möglichkeiten einschränken zu lassen, ist einfach nicht unser Ding.
Für uns gibt es nur eins... voller Genuss mit allem, was uns in die Hände fällt. Deshalb sehen unsere Küchen wohl auch so aus, wie sie aussehen:))

Während der Backbuchzeit haben sich ganz nebenbei auch ein paar Sachen ergeben, die uns verändert haben... wir haben saisonal gebacken, wunderbares Papier entdeckt, mit dem man backen, verpacken und Essbares einfrosten kann (und das noch dazu gut aussieht), haben begonnen, Mehrwegmilchflaschen zu kaufen, weil die so gut zum Aufbewahren von Backzutaten taugen... Vieles ist achtsamer geworden, nicht nur der Blick auf das, WAS wir gebacken haben. Zu unschätzbaren Erfahrungen kommen also auch ganz praktische Aha-Effekte hinzu. Im Übrigen ist es ratsam, bei diesem Buch das Vorwort nicht zu überlesen... Alles, was nicht in den Rezepten steht, weil dann nur die Hälfte der Rezepte ins Buch gepasst hätte, steht im Vorwort. Es hat also wirklich praktischen Charakter und wäre es nicht nötig gewesen, hätten wir diese Seiten noch für Rezepte genutzt.

Und wenn man sich fragt, wieso das Ganze genau dieses Äußere bekam, dann ist es die wieder die Nutzbarkeit, die zur Entscheidung führte... Wer braucht schon Backbücher, auf die man volle Mehltüten stellt, damit sich die richtige Seite nicht verblättert und die man dann folglich nach dem 5, Backen nicht mehr richtig lesen kann.... Deshalb Papier, dass ein bisschen was aushält (der eine oder andere Teigklecks macht es nur besonders:)) und eine Ringbindung...

Der Kalender, der als erstes zu kaufen sein wird, war eigentlich nur als Versuch gedacht, weil genaugenommen dieses aufstellbare Format das perfekte Backbuch ist, aber eben kein Buch, was nicht jeder mag und darüber hinaus ein Querformat, auf das die aufwändigeren Rezepte nicht passen (und umblättern mit teigverklebten Fingern ist wiederum keine perfekte Idee). Als wir ihn dann in den Händen hielten, war es Liebe auf den ersten Blick und der Entschluss, dass es neben dem Backbuch einen Kalender geben wird, der aber statt 12 sogar 24 Rezepte haben wird, schnell gefasst.

Damit ihr bei all unserer Begeisterung und Erleichterung, dass es gelungen ist, die Wartezeit, bis das Buch zu haben ist, überbrücken könnt, hier einerseits ein paar Seiten aus dem Kalender zum schon einmal Hineinschauen.

Den Kalender gibt es ab 1.12. zu kaufen, ihr könnt aber bereits ab sofort bestellen. Wo und wie, gibt es ab morgen als Info hier auf dem Blog.
Das Backbuch braucht noch knapp 2 Wochen länger, schafft es aber rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit. Auch das könnt ihr aber bereits bestellen, dann abholen, euch zusenden oder gleich als Geschenk versenden lassen... dazu morgen mehr. Die ersten kleinen Firmen haben Buch oder Kalender  als Weihnachtsgeschenk für ihre Mitarbeiter geordert... wir freuen uns riesig.

Und... für all die, die ein wenig frischen Input brauchen, hier ein Lieblingsrezept, das NACH Fertigstellung des Backbuches entstanden ist... also taufrisch und wirklich lecker ist... die wunderbare Mischung aus frisch-sauren Physalis und süßer frisch-fluffiger Creme ist ein Traum zwischen all den Adventsplätzchen, die sicher schon in euren Öfen vor sich hin backen.
Lasst es euch schmecken und seid neugierig auf das, was uns das letzte halbe Jahr etwas abgehalten hat, hier öfter zu bloggen. Für die Adventszeit haben wir schon etwas vorgearbeitet und werden euch wieder öfter mir der einen oder anderen Idee verwöhnen... gerade so, dass der Advent trotzdem noch besinnlich bleibt.:)

...weitersagen (share this)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechzehn − 15 =