Gin

Das mit dem Gin begann allerdings nicht in einer Bar, wie man meinen mag, sondern viel eher im Bett. Oder auf dem Sofa... bei Doreen.
In der Zeit dazwischen... die dann aber doch auch irgendwie in der Backstube endet, weil jemand, der mit Leidenschaft bäckt, nicht einfach damit aufhört, nur weil die letzten Gäste auf dem Heimweg sind oder die Kuchen für den nächsten Tag längst vorbereitet sind.

Tief im Innersten ist man immer nach der Suche nach einem neuen Thema... und wenn es nicht essbar ist, dann zumindest nahe dran...neben Backbüchern und -zeitungen sind das Backformen... und wer sich beim Warten auf seinen Kuchen an der Theke in der Patisserie aufmerksam umsieht, kann sie auch entdecken, denn sie sind ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs und stehen oft neben der Kuchen, der aus ihnen kam oder schmücken auch schnell mal einen Tisch als Vase... Besonders verliebt machen einen recht schnell die Backformen von Nordic Ware, einer  amerikanischen Firma, die hochwertige, aus Aluminium gegossene Formen herstellt. Ihr Markenzeichen: filigranste Formen, wunderschöne Muster und aussergewöhnliche Detailverliebtheit.

In irgendeinem dieser ruhigen Momente, in denen gerade nichts Wichtigeres anlag, passierte einer der spontanen Käufe, der nicht alle Mitglieder der  Familie Bergmann glücklich macht, weil Doreen vermutlich eine der sehr wenigen Frauen ist, die mehr Backformen als Schuhe besitzen... also eigentlich genug. Aber was ist schon genug und dass das in dem Fall berechtigt war, zeigt ein Blick auf die Form, in der eigentlich nur ein Kuchen gebacken werden kann, der Saures in sich hat.

Alkohol im Kuchen ist ja nicht jedermanns Sache, aber besonders hier lohnt sich ein Versuch trotzdem... der bittere Gin-Geschmack hält sich auch nach dem Backen... allerdings sehr unterschwellig, weil natürlich die Limette genug Gelegenheit hat, sich auch breitzumachen. Man muss ein wenig schauen, dass man diese  moderat einsetzt, sonst wird der Kuchen schnell zu sauer... die Gefahr besteht eigentlich nur bei der Zugabe der Limette in den Teig selbst. Hier also ein wenig gefühlvoll vorgehen... nicht jede Limette ist gleich gross...

Gin landet im Teig und im Guss, am Ende hat an einen sehr feuchten, herb-säuerlich schmeckenden rührteigartigen Kuchen vor sich, der sich perfekt zu Schlagsahne, aber auch etwas Creme Fraiche oder einer Kugel Joghurteis macht.
Für die, die immer ein bisschen mehr brauchen, haben wir die Version mit einer Gin-Creme getestet... durchaus einen Versuch wert!

Und natürlich schmeckt das Ganze auch in einer normalen Kasten-oder Guglhupfform...aber zumindest ein paar Blicke mehr solltet ihr euch gönnen auf die wundervolle Zitronen-Backform, in der Doreens Kuchen backen durfte.

Probiert es aus... der Kuchen eignet sich durchaus für eine verwöhnte Gästeschar... ein wenig Ruhe nach dem Backen wäre für diesen feuchten Kuchen gut.
Wer mit Creme füllen will, dem seien Muffinformen oder besser noch Dessertringe empfohlen... Teig ganz normal backen, abkühlen lassen, teilen und 2mal füllen... einmal zwischen Teigschicht 1 und 2 und einmal oben auf. Danach ist wieder Ruhe angesagt, damit die Creme richtig fest werden kann. Perfekt wird das Ganze, wenn in der Creme noch Früchte Platz finden... zu empfehlen: Heidelbeeren.

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