Mit dem Herzen gedacht

Weihnachten ist schon wieder nahezu Geschichte und weil es ohnehin der reine Wahnsinn ist, dass wir die Gefühle füreinander  scheinbar nur in einem Monat des Jahres wirklich pflegen, hier eine Geschichte, die mich zu Tränen gerührt hat und hoffentlich in jedem Moment nähren wird, in dem mir das Gefühl verloren geht, dass es Interesse füreinander wirklich gibt.

Mir ist in diesem Jahr, das nun doch fast vorbei ist, einiges an Hoffnung verloren gegangen, dass Menschen dauerhaft in der Lage sind, sich ernsthaft und uneigennützig füreinander zu interessieren und da zu sein. Ich finde sehr viel von dem, was so gerade passiert, enttäuschend, sodass diese Geschichte, die kurz vor Weihnachten über Facebook in mein Leben purzelte, das reine Seelenfutter war.

Wer auf Facebook aktiv ist, findet die Links direkt zur Geschichte auf Thüringen verzaubert verlinkt, für alle anderen hier kurz gefasst die Geschichte von Herrn P.:
Das Tierheim Koblenz veröffentlicht am 15.12. diese Geschichte, bei der es um Herrn P., 80 Jahre alt, und Paula, 10 Jahre alt und die Hündin von Herrn P., geht.

Herr P.lebt mit seinem Hund recht einsam, besucht aller 2 Wochen die Frau, mit der er seit Ewigkeiten verheiratet ist, aber krankheitsbedingt in einem Heim lebt und muss dafür eine recht weite Strecke zurücklegen, was ohne Auto nicht ohne Hilfe zu bewältigen ist. Im Alltag lebt Herr P. mit Paula, fühlt sich einsam, kann aber mit Paula nicht in ein Heim ziehen, weil die meisten Heime Haustiere nicht erlauben. Also bleibt die einzige Wahl ein menschlich doch recht einsames Leben und für den Notfall, also der, wenn Herr P.Paula einmal nicht versorgen kann, weil er selbst nicht dazu in der Lage ist, das Tierheim Koblenz, das er dann anrufen kann, damit Paula dort vorübergehend betreut wird.
Das ist auch der Grund, weshalb das Tierheim Koblenz auf die Geschichte aufmerksam wird.

Weil sich zeigt, dass mit der Aufnahme von Paula im Tierheim im Fall des Falles das Grundproblem nicht gelöst ist, veröffentlichen die Mitarbeiter des Tierheims die Geschichte von Herrn P. und suchen Menschen, die in Fahrgemeinschaft zur Pflegeeinrichtung seiner Frau unterwegs sind und Menschen, die im Umfeld von Herrn P. auch mit ihrem Hund Gassi gehen und Lust haben, sich mit Herrn P. zusammenzutun und so wieder etwas Gesellschaft ins Leben der beiden zu bringen.

Eine wunderbare Geschichte, die dazu führt, dass Herr P. und Paula von Paketen, Taxigutscheinen, Mails und Menschen, die sich vorstellen können, zusammen ihre Tiere auszuführen faktisch überrannt wird. Das Video, in dem Herr P. eines der Pakete auspackt, geht zutiefst zu Herzen, zumal keiner von uns jemals sicher sein kann, nicht in derselben Situation zu sein.
Besonders die Entwicklungen in den letzten Monaten lassen befürchten, dass das Miteinander ein sehr rares Gut sein könnte.

Im Fall von Herrn P. und Paula führen Mitgefühl und echte Menschlichkeit dazu, dass ein Mann und sein Hund vermutlich eines der glücklichsten Weihnachtsfeste seit langem verbracht haben wird und man kann nur hoffen, dass vorweihnachtliche Menschlichkeit nicht mit dem morgigen Ende der Weihnachtszeit auch vergessen ist.

Meinem Empfinden nach zeigen sich in diesen Tagen so viele Momente fehlender Empathie, fehlenden Interesses füreinander, des sich in der eigenen Wohligkeit Zurückziehens und dafür Vergessens, dass einmal das Miteinander ein Wert war, den man für sein eigenes Leben gepflegt hat, dass mich der Gedanke daran gruselt, es könne so bleiben... zur Gewohnheit werden.
Ich selbst habe in den letzten Monaten unzählige Geschichten gehört und selbst erlebt, bei denen sich herausstellte, dass scheinbares Interesse aneinander daran gemessen wird, inwieweit der andere einem selbst nutzt.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, was diese Weihnachtszeit bewahren muss, dann den Wunsch in jedem von uns, uneigennützig zu sein, interessiert und warmherzig... Es ist wie diese Geschichte vom Glück, bei der jeder, dem etwas Gutes geschieht, 3 weiteren Menschen Gutes tut. Stellt euch vor, was für eine wunderbare Welt das sein könnte die auf uns wartet.

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