Über unbegrenzte Verfügbareit
Nein, es geht einmal nicht ums Backen... aber um Leben... schönes Leben (oder auch manchmal nicht).

Mitten in der schönsten Adventsfotochallenge wurde ich mal wieder aufgeschreckt aus dem rosa Adventsgedanken und mitten in die Realität befördert...
die Realität der schnellen Klicks, der flinken Daumen auf dem Smartfone, der Unabkömmlichkeit schneller, immer abrufbarer Infos und der (genaugenommen) Belanglossigkeit... und das mitten auf diesem schöne Blog.

Und es hat mich, obwohl nicht neu, fassungslos gemacht, zumindest so, dass es mich noch heute, 24h später beschäftigt.
Begonnen hat es mit Inkonsequenz... denn eigentlich ist am Küchentisch bei uns Handyverbot.
Aber genau da ist mir klar geworden, wie sehr uns die Sucht nach schnellen, immer abrufbaren Infos im Griff hat. Funktioniert der Abruf einer solchen nicht wie erwartet (das muss nicht heissen, dass die Info nicht vorhanden ist) ist er da... der Klick zum nächsten Angebot.

Und genau an diesem Tag passiert dann abends just das Unmögliche...
der Server macht Probleme und wir hier sind trotz der laufenden Fotochallenge nicht erreichbar. Nicht erreichbar bedeutet... wer das erste Mal versucht, die Seite zu erreichen, wird es vermutlich nie wieder, obwohl wir 10 Minuten später wieder online sind. Ist diese unbegrenzte Verfügbarkeit mit ihrem Anschein an Mehrwert wirklich ein Plus für unser Leben oder setzt sie die einen unter einen nicht erfüllbaren Druck, macht Angebote zu belanglosen Nummern in der Masse  und macht die Nutzer zu zappenden Irgendwas-Nutzern? Hauptsache, es läuft...sofort...?

Was alle Kopfschüttler jetzt vergessen ist, dass dieses Nutzerverhalten unseren Alltag verändert und entspanntes Leben ganz gewaltig erschwert, wenn nicht sogar in manchen Bereichen unmöglich macht.
Wer fühlt sich nicht belästigt und bedrängt, wenn er am Wochenende aus der Firmen-Whats-App-Gruppe Nachrichten bekommt, die er lieber erst später lesen würde (aber nicht kann, weil es erwartet wird, dass er verfügbar ist) oder weiss nicht, wie er dem Chef erklären soll, dass die beste Stau- oder Wetter-App nicht verhindern kann, dass man doch in einen solchen fährt und nicht voraussehen kann, wann das passiert und damit schlicht TROTZDEM zu spät kommt? WEIL ES NUNMAL IM LEBEN SO IST... Aber nein, man schickt schnell ein Beweisfoto in eine der Gruppen und ist mal wieder sofort verfügbar, hat alles richtig gemacht und wird trotzdem abgemahnt... Zeit ist schließlich Geld .

Was wäre, wenn man Technik als das behandelt, was sie sein sollte... ein Hilfsmittel.
Daneben bleiben uns Denken, Empathie und soziales Verhalten?
Also wie im wahren Leben, zurückkehren, wenn man klingelt und niemand macht auf, eine Nachricht hinterlassen, verbindlich sein in den Dingen, die uns interessieren und nicht zum am leichtesten Erreichbaren zu wechseln, wenn ein Bedürfnis für kurze Zeit unerfüllt zu bleiben scheint.
Wir würden mehr Wertschätzung und Verlässlichkeit in diese Welt bringen, wäre da ein vernünftigerer Umgang mit den Möglichkeiten. Bemerken wir noch, dass manches gar nicht machbar/sinnvoll ist, auch wenn Flatrates, Amazon Prime, Netflix und Co. es uns vorgaukeln??

Auf Facebook würde ich jetzt einen deprimierten Smiley posten können, aber auch der würde nichts dran ändern... nur schneller gehen, als dieser Satz:
Es sind jeden Tag viele kleine Entscheidungen, die uns in einem immer schneller und belangloser werdenden Leben die Möglichkeit geben, etwas entgegenzusetzen, was das erhält, was schönes Leben auch braucht: reales Miteinander, ob virtuell oder am Küchentisch.

(Achja... eben oder so um die Zeit gerade heiratet einer meiner Lieblingsmenschen... nur wenige wissen es, keiner erwartet umgehende Berichterstattung. Ich wünsche euch ein wunderbar reales Leben zu zweit, ihr Beiden!)


1 Kommentar

  1. Herzliche Glückwünsche zu 10 Jahre Patisserie Bergmann.
    Wie wunderbar, dass ich Sie in dieser Zeit immer mal besuchen und die Köstlichkeiten genießen konnte.
    Vielen Dank für diesen schönen Ort zum Genießen und Wohlfühlen.
    Alles Gute für Sie mit Ihrem Team und Ihrer Familie.
    Herzlichst Martina

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